Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1523
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< Schnaez.

Schnaez ( ), Geschichtsmaler der neuesten

Französischen Schule (ob vielleicht deutsche» Ur,sprungs?). Von ihm sah man auf dem Salon des1 .1810. den Tod des General Colbert, wie er dieletzten Worte spricht: Mein Tod ist eines Sol-daten der Großen Armee nicht unwerth, da ich,sterbend, diese Engländer, die letzten und ewiacnFeinde meines Vaterlands, noch fliehend erblickenkann". Dieses Bild findet sich bey Lands» (8alon1810. p. 5 o.) beschrieben, beurtheilt, und im Um-risse nachgebildet, und heißt es dort:Die Com-position desselben wurde vornehmlich in Bezug aufdie Verspendung der Massen und die Abstuffungder Gründe bemerkt. Den Hauptton darin fandman ein wenig einförmig und traurig, was viel-leicht nicht minder von der monotonen Farbe desCostums der Personen, als von dem besondernColoric des Künstlers herrühren mochte. In derEntfernung, worinn das Gemälde stand, schien esetwas schwürig, von dem Detail zu urtheilen;doch glaubte man zu bemerken, daß solcher sorg-fältig bearbeitet war, und das Ganze ließ von tz.Schnae; gute Hoffnung schöpfen."

Schnai (Johann). Mit diesem Namen undder Jahrszahl 167». bezeichnet, besaß H. AchillesRyhiner in Basel 1780. die getuschte Zeichnung einereinzelnen Figur.

Schnalfuß, s. oben Schmalfuß.

Schnauß (Christian Friedrich), ein Kunstlieb-haber, der, von armen Eltern 1722. zu Eisenach geboren, sich in Herzoglich Weimarischen Diensten,zu einem bedeutenden Civilposten emporschwang.Er lebte zu Weimar und Eisenach ; an welchenOrten man auch hier und da noch artige Hand-zeichnungen (Landschaften auf gefärbtem Papier,Vögel schön mit Deckfarben gemalt u. s. f.) vonihm sieht. Schnauß starb ziemlich bejahrt; seinegesammelten Kunstsachen kamen, vermöge Versmächtniß, in die Hände des Herzogs von Weimar .Fabricius in seiner Historie der GelehrsamkeitLh. III. (1754. 8°.) S. giä. führt ihn, ohne Wer-teres, auch als Kupferstecher an. Ein von D.Büttner schlecht geetztes Litelkupfer zu: S. 6.

äÄ'Avn ttibliotb. zuris selects, locupl. L. 6.Lucler (klält. VIll. 4 snss 1743. 8°.) ist nach einervon Schnauß 174z. zu Eisenach gefertigten Zeich-nung. In seinem Alter bemühte er sich mit demangestrengtesten Fleiße, jedes Jahr wenigstens nocheine Zeichnung zu Stande zu bringen, auf die erdann, mit einem besondern Wohlgefallen, dieWorte: »Ohne Brille", zu setzen pflegte. Diesergeschickte Dilettante starb als Herzoglich Weimari-scher Geheimer Rath, und Oberaufseher der Fürst-lichen Bibliothek, des Münzkabinets und des freyenZcicheninsiitutes 1797. 76. Jahr alt, zu Weimar .Sein Leben findet man in den S achsischen s)ro-vinzialblarrern des Grafen ZZeust Jahrg. 1798.B. III. S. 8i. und seine Schriften bey Menselu. a. w.

* Schnarrt ( ). So trift man auch den

Maler Schmant (im Lex.) geschrieben an.

Schneck (Andreas), verfertigte im Jahre 1682.das schöne Gegitter (was das Chor mit dem Altarebeschließt) der Frauenkirche, in der, zu Ulm ge-hörigen Stadt Geißlingen. Haid Beschreib,von Ulm S. 6)2.

- (Caspar), ein sehr guter Meister, imBassig-und Oval-Drehen, zu Wien , wo er umr/oo. berühmt war. F. Frisius Ceremonie!der Drechsler. Leipzig 170b. 8°. S. 282.

*, ( ), der Bildhauer aus Tyrol

gebürtig, hieß Johann, und Gchneeg ist seinrichtiger Geschlechtsname. Spies in den Branrdenburgisch. Münzbelustig. lll. gs. sey. sagt,daß er Hofbildhauer zu Bayreuth war, und beyErrichtung der dastgen Kunstakademie -766. zumLehrer seines Faches bey derselben bestallt wurde.Dort erscheint er noch 1761. Da aber zwey Jahre

Schneider. 152z

später gedachte Akademie ein Ende nahm, so mager mit andern Künstlern mehr, damals nach Berlin gewandert seyn. Nach Hirschings (Jachr.vonKunstsamml. IV.-M. toll sich in einem eigensdazu errichteten kleinen Gebäude im Holzgarten zuBayreuth eine wohlgerathene, fleißig ausgearbei-tete, zu einem großen Bassin bestimmt gewesene,Gruppe mit Seenymphen u. dgl. von ihm finden.Dieses Werk, was übrigens etwas zu kolossal aus-gefallen sey, wäre aber durch den Tod unseresKünstlers (dem Lex. zufolge müßte es eher wegenseiner Entfernung geschehen seyn) unvollendet ge-blieben. Schon >789. frägt Mensel (ll.) vondiesem Künstler: Lebr er noch?

* Schneeg (Johann). S. im Lex. und gleichoben (irrig) Schneck, den Bildhauer aus Tyrol.

Schneegast ( ). So heißt irgendwo,

ganz ohne Weiteres, ein Bildnißmaler in Pasiel.

Schneesing oder Schnesing (Johann),(C/r^om»5»r) von Frankfurt am Mayn, anfangsDikarius der Margrelhenkirche zu Gorha, nachherPfarrer des Gothaischen Dorfes Friemar, wird alsein ziemlicher Maler angeführt; inzwischen aberdoch sein Bild der Arche Noäh, der Hölle u. s. f.die sich in einem Briefe an Myconius von i 546 .befand, nicht allzukünstlich genannt. Gorhaisch.Rirch. u. Schulstaar. ll. (2.) 38 . Dann gedenktM. E. Tenzel in seinen Monarl. Unrei red. 189).S. 287. eines von ihm verfertigten Carrikaturbild-nisses von N. Stark.

Schneeweis (Carl), ein deutscher Kupfer-stecher zu Salzburg , um die Mitte des vorigen Jahr-hunderts. Derselbe etzte verschiedene Bildnisse nachSchildereyen des Grafen Lactanz von Firmian.Wir kennen einzig dasjenige eines deutschen , geist-lichen Fürsten, sehr mittelmäßig in 8°. gestochen.

(Emanuel), ein Goldschmied zu Augs­ burg , lebte dort 1689.

-- (Jacob), Bürger und Goldschmied zuDresden um 1640. Derselbe erscheint beyläufig inder Leichenpredigt der Hausfrau des I. A. Lucius,Hofpredigers zu Dresden , Maria Salome geb.Ayrer, gehalten durch v. Jac. Wetter. (Dresden 1862. 40.) Vermuthlich ist er ein Nachkommedes gleich folgenden Urban.

(Urban), Goldschmied zu Dresden .S. unten Christ. Gramer.

Schneider (Adam Gottlieb), und Christ,weigel, die Firma eines Kunst- und Landkarten-Verlags zu Nürnberg in unsern Zeiten und schonum 1780.; vorzüglich durch die dort erschienenenschönen Landkarten bekannt. In Schad'spina-corhek heißt es (1790.) S. 214. daß der Kupfer-stecher Martin Tyroff der nachmalige Eigenthümerder bekannten Weigelschen Kunsthandlung (zu Nürn­ berg ) geworden, und daß ihr itziger Besitzerdervielverständige, kluge und kunsterfahrneHerr AdamGottlieb Schneider" sey. Auch in Be ich ar d'sOassagier, vierte Aufl. Berlin i 8 n. kl 8 ?. S. 794.liest man, daß das ehmalige Landkarten-Jnstitutvon Homann zu Nürnberg jtzt: Schneider heiße;wir denken aber, daß hierbcy ein Irrthum obwalte,und letzteres noch unter der Firma: Homann'sErben, existire.

(August Adolph). So heißtimLeip-z 1 ger Adreßkal. ein dortiger Bildhauer von 1788.an, und noch i8ur.

(C.). So nennt der einzige wmkler-sche Katalog einen aus der Schweiz gebürtigenLandschafts- und Gattungsmaler, auch Kupfer-etzer mit der trockenen Nadel, und führt sodannvon ihm selbst geetzt vier kleine seltene Landschaftgenan, von welchen dreye mit artigen Figuren, undeines mit einem Reutergefechte staffirt sind. Fernerdrey andre größere nach ihm, von P. Rücker ge-stochen: Nämlich Aussichten von tzochheim gegen

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