S ch n i ß l e r.
ihm kennt man den Rechtsgelehrten Georg Munda Rodach, einmal mit seinem Zeichen in kl. Fol.(welches Bildniß Christ kannte), dann aber auchmit seinem ganz ausgeschriebenen Namen (undohne andern als den (einigen) in 4 °. geetzt. Weiter(mit seinem Zeichen) mittelmäßig geetzte Abbil-dungen von Städten in Fol. obl. z. B. von Magde burg und Dresden , beyde aus dem Verlag vonPaul Fürst; von Leipzig , aus dem Verlage von D.Funk u. s. f. Dann an Bildnissen noch das sehrmittelmäßige des Czaars Michael Födrowitz kl. 4 °mit ausgeschriebenem Namen; Johann Bannerkl. Fol. bezeichnet sc. Auch Schad'«
inacorhek S. Z2. u. 72. nennt von ihm: Dasildniß des Markgrafen Christian von Branden-burg, > 653 . Regalfol.; und das des Rechtsgc-lehrten Joh. Hoefel. S- auch gleich oben Schnitz.
Schnltzler (Johann Michael), geb. zuNeuburg an der Kammel, wo sein Vater, JohanntJepoinuk, Maler, um >810. noch lebte, bey demer auch die Anfangsgründe im Zeichnen erlernte.Die ausgebrochencn Kriege schmälerten den Ver-dienst dieses Mannes; und so war er gezwungen,bey der Last vieler Kinder, sich des ältern Sohnsz» entledigen, und denselben ins Ausland zu schicken.Joh. Michael verließ also das väterliche Haus,ohne nur einen Pinsel führen zu können, uvd ar-beitete bey verschiedenen Malern lediglich um Speiseund Trank. Dann gelang es ihm nach Augsburg zu kommen, wo er die dortige Akademie besuchte,und Festigkeit in der Zeichnung erhielt, auch beyderselben einmal den ersten, und im Zeichnen nachdem Leben den zweyten Preiß errang. Hieraufbegab er sich nach Stuttgart , wo abermals der1807. ausgebrochene Krieg ihn nöthigte, fortzn-wandern. Eben so zu Ulm . Endlich gicng er nachMünchen , wo er Gelegenheit fand, bey derWein-müllerschen Schauspielergesellschaft als Theater-maler unterzukommen. „ Mehrere Dekorationen"(heißt es bey Lipowsky) „ zeugen von dem Talenteund Fleiße dieses jungen Mannes, von dem sichdie Kunst Vieles versprechen dürfte, wenn er inseiner Ausbildung unterstützt würde."
Schnoedr (Carl Ludwig), Hofmaler desFürsten von Anhalt-Cothen, Sysang hat zweyBildnisse Anhaltischcr Fürsten, und Püschel einevon ihm in 1767. gezeichnete Landkarte von Anhalt,zn Sä»», Aentzens Haus Anhalt (Cothenund Dessau 1727. Fol.) nach ihm gestochen. Aneinem andern Orte nennt man ihn auch, als Faktorzu Cothen. ALc.
Schn 0 0 r (I. Carl oder I. Conrad), ein Buch-drucker zu St. Petersburg , um 1804. der in seinerKunst ganz besonders vortreflich war. Er hielt sichnicht allein eine eigene Schriftgießerei), sondernschnitt auch selbst die Stempel zu seinen Lettern,die man mit denen von Didot und Unger vergleicht.Der Russische Kaiser ließ verschiedene Prachtwerkebey ihm drucken. LJordisches Archiv auf 1804.Et. lll.S. 22Z, Nach Storchs GenialdevonGr. Petersburg II. 264. müßte er sich indessen,(i? 85 . wenigstens noch) auch andrer geschickterStempelschneider zu seiner Gießerey bedient haben.
Gchnor (I. C.), s. unten Schnorr.
Schnorr (Christoph). Ein solcher verfertigte in1686. das neue Sprengwerk, was über den Altarder Kirche St. Lamperti zu Querfurth in Sachsen aufgesetzt wurde. S. eine Handschriftliche Chro-nik gedachter Sradr.
— — (Eduard), zweyter Sohn von VeitHans, zu Leipzig . Er widmete sich der Zimmer-mannskunst, auf der Kunst-Akademie daselbst um1808., und pflegte architektonische Zeichnungen zuden Dresdner -Ausstellungen einzusenden.
— — (Joh. Daniel), ein geschickter Bild-hauer zu Frankfurt am Mayn, geb. 1718. Derselbeverfertigte 177g. mit vielem Geschmack ein großesmarmornes Monument in die Kirche nach Rodel»
Schnorr. 1527
heim, welches dem letzt verstorbenen Grafen vonSolms errichtet worden. Von seiner Hand istauch das in Stein erhoben gearbeitete schöne Bildzu Frankfurt am Mayn, an dem Haus auf demMarkt neben der Domkirche, welches einen hauen-den Steinmetz darstellt. Schnorr starb in crmcldterStadt 1784. Hüsgen h?. A. S. 366 .
Schnorr (Johann Georg Friedrich), desObigen Sohn. Von ihm heißt es (1790.) beyHü sgen (<J. A. S. 566 .): Er habe sich bereitszu einem guten Baumeister gebildet, und arbeitein Verzierungen tm neuen Geschmack (war'sauch der gute?) mit Beyfall.
— — (Johann Veit ), gewöhnlich Veit
Hans genannt, Maler, Zeichner und Kupferetzerzu Leipzig , geb. zu Echneeberg im Erzgebürge 1764.„Schon als Knabe" (heißt es in Meusel'srsl. R. L. »zeigte er große Neigung zu allerleyKünsteleyen, und schnitzte und malte und bauteunaufhörlich. Er fertigte bereits in seinem zwölftenJahre zu jedermanns Beyfall die Husaren undTürken auf der Scheibe der Schützen seiner Vater-stadt, und verdiente sich sogar Geld mit seinenSchnitzeleyen und Pimeleyen, Die meiste Zeitbrachte er einsam in einer Dachstube zu, wo er seineigenes Kunstwesen trieb, oder er kletterte über dieGartenmauer, um seinen Weg zu dem benachbartenUhrmacher, Tischler oder Drechsler zu nehmen,und von ihnen zu lernen oder ihnen zu helfen.Nebenher befliß er sich des Lateins und andererKenntnisse, so daß er in seinem Neunzehnten aufdie Universität nach Leipzig ziehe» konnte. Dortstudirte er zwar einige Jahre lang die Rechte, aberlau; desto eifriger die Kunst, besuchte die Akademie,machte sich nach und nach dem rauhen Oeser mitseinen Arbeiten geneigter, und wollte sich endlichauf Weissen's, seines Verwandten, Rath, ganzder Kunst widmen. Aber Oeser, dem er sich deß-halb entdeckte, setzte ihm solche Bedenklichkeitenentgegen, daß er lange Zeit keinen Pinsel wieder indie Hand nahm. Mit verdoppeltem Eifer trieb ernun, freylich unter Seufzen und Stöhnen, seinJus, disputirte, ließ sich examiniren, ward Notar,und hoffte auf Versorgung. Ueber den ihm wider-lichen Aktcnlescn erwachte wieder die Liebe zur Kunstbey ihm, und es begann ein quälender Kanpf inseiner Seele. Von Zeit zu Zeit zeigte er Leser'nseine Dilettantenarbeiten, gewann immer mehrdessen Zufriedenheit, und endlich sogar Ermunte-rung. Jeden Tag ward Oeser freundlicher undfreundschaftlicher. Er gab ihm dann und wannZeichnungen, und sagte ihm seine Meynung überdie Arbeit. Jetzt starb der Vater, und dies gabdem Schicksal des jungen Mannes die endlicheRichtung. Er widmete sich nun entschlossen derKunst, und Alles schien ziemlich gut vorwärts zugehen, als ihm eine Liebschaft zerstreute. Erhey-rathete, und zog mit seiner Gehülfin weit vom Vater-lande weg. Durch Polen kam er nach Königsberg ,wo ihm sein Bischen Kunst und seine Ehrlichkeitbald die Theilnahme vieler guten Menschen ver-schafften. Es gieng ihm wohl; aber als Künstlerwar er verlassen. Es schmerzte ihn, die schönetheure Zeit mit gewöhnlichem Broderwerb zubringenzu müssen. Er nahm eine Lehrerstelle bey derMagdeburgischen Handelsschule an, verließ sieaber nach Verlauf des kontrahirten Jahres wieder,und gieng mit Weib und Kindern »ach Leipzig zurück, um nun endlich mit allen Kräften unterOeser's Anleitung die Kunst zu studiren. DieserEntschluß, mit dem seine eigentliche Künstlerbahnbegann, schien verwegen und mißlich. Aber esgieng. Man nahm Theil au ihm. Oeser'n warder täglich lieber. Meiste verschaffte ihm mancheBekanntschaft, für Studium und Haushalt ihmnützlich. Er fieng mit Miniaturen an, und warddesto unzufriedener mit seinen Arbeiten, je zufrie-dener andere damit waren. Die Arbeiten fiengcnschon früh an, sich vor vielen durch Anmuth undGrazie auszuzeichnen. Seine historischen Erfin-dungen sind durchgedacht; scin Vortrag ,'m Zeichnen