Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1545
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Schroeder.

den Taufstein genannter Kirche, der ihm mit 37.fi .3 . Gr. und i. Thlr. für seinen Gesellen bezahltwurde. I. Simon Eilenburgische Chronik(Leipzig 1696. 4°.) S. 90.

Schroeder (Jacob), Münzwardein zu Ham­ burg . Dort gab er 1695. eine compendieuse Sil-ber- und Gold-Rechnung in Tabellen in 4 - Thei-len aus Licht.

(Jacob Friederich), Kupferstecher zuAugsburg , geb. zu Cassel 1772. Ob er vielleichtMechel's Schüler war? Don ihm kennt man.,neben Anderm: I^e 8c>Isil ll^psrn und 1e 8oIerlcackiö, nach P. Bemmel; Vus äes environs lleLasle, nach einer Zeichnung von B. le Comte;Vue äe Nein, nach Guttenberg; Vue lies en-virc>08 6 e Oobourß, nach Rauscher, und VierAnsichten des Weissensteins bey Cassel, ohne wei-tem Namen, als den (einigen. Lebte noch 1809.Mensel L 4 . R. L. Unbekannt ist es uns,von welchen der vorerwähnten Blätter eigentlichdie Rede sey, wenn es in der AUgem. Bunstz.i 8 o 3 . S> 268. heißt:Von den beliebten Schrö-derschen Gartenansichten sind nun 8. Blätter er-schienen. Dergleichen Ansichten haben freylich dasNachtheilige und Effectstörende, daß einzelne tzaupt-parthieen derselben, wie Felsen, Wasscrfälle, Rui-nen, meist als künstliche Zusammensetzungen, wassie fast immer auch sind, und nur selten in demfreyen, großen Charakter der Natur erscheinen;und die modischen Staffagen vermehren noch die-sen Uebelstand; daher wäre dann auch zu wün-sche», Herr Schröder, der sich den wahren kurpferstecherischcn Landschaftssiyl durch das anhal-tende Studium des unübertroffenen Woollets ei-gen gemacht, möchte sich andre Originale vonmehr innern» Gehalt wählen. Wer würde, z. B.die vier herrlichen Tagszeitcn des poetischen Mah-lers Claude Lorrain's in der gewählten Samm-lung zu Cassel, welche schon Schlotterbeck undOstermeyer in Aquatinta geliefert haben, nichtauch von Herrn Schröder in seiner für das Cha-rakteristische eines Claude ungleich günstigern Ma-nier gerne behandelt sehen"? S. auch oben denSchluß des Art. von Carl Schröder, und denunten folgenden Artikel I. F. Schroeder.

(Joh. Anton), kommt 1760. als Münz-meister bey der Churfürstlichen Münze zu Hanno­ ver vor. Churhannöverisch. Staatsk.

(Justus Carl). Ein solcher war bis1772.» wo ihm Partenstein folgte, als Münzmci-sier des Königs von Polen bestallt. Leng»nch' sAachr. zur Bücher- und Münzkunde Thl. 11 .»782. S. o()7.

-- (Johann Friederich), Herzoglich Go-thischer Sekretär, und Mechaniker zu Gotha ,geb. daselbst 1707. lernte von seinem Vater dievornehmsten Theile der Mathematik, und dabeyZeichnen, Kupferstechen und Modelliren, begabsich alsdann nach Cassel, und half dem HofrathStegmann seine mathematische Werksiäkte errich-ten, wohnte dessen Vorlesungen über Mathematikund Naturlehre bey, und übernahm den Auftrag,in den zu Erklärung der Experimentalphysik aus-gesetzten Stunden die Versuche zu machen. Nachdrey Jahren kam er nach Gotha zurück, und be-schäftigte sich größtenthcils mit Verfertigung ma-thematischer Instrumente. In Nonneburg ist dasvornehmste Denkmahl seiner Geschicklichkeit. Erwar es nämlich, der dort 1766. die mineralischeQuelle, nach abgesonderten wilden Wassern, ineinen zierlichen Behälter faßte, über den er einGebäude in Form eines Tempels aufführte. Erentwarf hernach den Plan zu der übrigen Einrich-tung der ganzen Gegend für Brunnengäste, undführte ihn so aus, daß er einen Spatzierplatz an-legte und ihn mit Bäumen in Form eines Quin-cunx bepflanzte, führte eine Chaussee von derStadt bis zu dem Brunnen, u. durchschnitt das anden O.uincuur stoßende lebendige Gehölz nach Eug-

Schroedek. r§4g

lischem Geschmack mit Haupt- und Nebengängen,die zu einer andern hinter dem Gehölz liegendenetwas stärkern mineralischen Quelle führen. Auchdiese faßte er, und baute einen sogenannten Sonsnentempel darüber. Zu eben der Zeit führte erauch einen großen, 60 < langen und 34/ breitenGesellschaftssaal auf. Einen bey dem Spatzierrplatze liegenden steilen Felsenberg wußte er zu ei-nem ergötzenden Gebrauch umzubilden, indem eran der Seite desselben schieflaufende Wege an-brachte , auf denen man ganz gemächlich bis aufden Gipfel kommen kann, wo man einen Spa-tziergang, der die schönste Aussicht gewähret, undan dessen beyden Enden Sinesische Häuschen anstrifft, die zum Ausruhen dienen. Seit der Zeitverfertigt er alle Arten von mathematischen In-strumenten, größtenthcils nur zum Gebrauche sei-nes Herzogs. Das Branderische GlaSmikrometecund die Dollondischen Fernrohren hak er mit glück-lichem Erfolg nachgemacht. Eine seiner vornehm-sten Erfindungen ist eine Lheilungömaschine Al-les arbeitet er mit der äußersten Feinheit aus.So hieß es schon von ihm bey Mensel I. (»778.)Neueres haben wir nichts von ihm vernommen.Jedoch setzt Meusei's N. L- L- (1809.) ihnnoch unter die Lebenden.

Schr 0 eder (I. F.) S. ob. F. Gslzner. Ober etwa mir dem obigen, oder dann, noch glaub-licher, m>t dem unten folgenden Johann Frie-derich Schroerer Eine Person sey?

(Joh. Heinrich 1 , ehemals Hof-maler des in »806. verstorbenen Herzogs vonBraunschweig , geb. zu Meiningen 1727. Vonihm lesen wir in Mensel'« rJ. L.L-Schonols Knabe zeigte er ein vorzügliches Talent undeine entschiedene Neigung zur Malerey, fand aberin der beschrankten Lage seines Vaters nicht diezu seiner Ausbildung nöthigen Mittel, sondernvielmehr Hindernisse von allen Seiten. Indessen,er überwand sie alle, u. lernte die nothdürftigstenAnfangsgründe im Zeichnen und Malen von ei-nem Anstreicher und Pclschirstecher, welcher letz-tere ihn zum Porcratiren ermunterte, was ihm überErwartung gelang, so daß er sich damit nachund nach i 5 o. Thaler ersparte, womit er in sei-nem Neunzehnten Jahre nach Cassel gieng, woer unter Tischbein den Unterricht in der Akademie,der den Zöglingen überhaupt ertheilt wurde, ge-noß, aber nicht die von ihm so sehr gewünschtebesondere Anweisung im Portrailmalcn. Unterdeßaber benutzte und studierte er mehrere von ihmgesehene Meisterstücke. So verlebte er ungefährein Jahr. Es trat Geldmangel ein, als ein an-gesehener Reisender von Hannover nach Casselkam, das von S- gemalte Portrait eines jungen,auch in Hannover bekannten Mannes sah, unddasselbe dahin, zur Empfehlung des jungen ta-lentvollen Künstlers, sandte. Das Bild machteeinen so Vortheilhaften Eindruck, daß eine zahlrei-che Gesellschaft angesehener Personen ihn zu einerReise nach H aufforderte. Dort fand er so vielArbeit und gute Belohnung, daß er während ei-nes drcyjährigen Aufenthaltes in dieser Stadtnicht nur anständig leben, sondern auch eine be-trächtliche Summe zurücklegen konnte. Hieraufbegab er sich nach Braunschweig , wo man eben-falls seiner Kunst volle Gerechtigkeit wiederfahrenließ. Der damalige Herzog gab ihm, nebst demCharakter eines Hofmalers, eine Besoldung; wo-gegen S-sich verbindlich machte, in Braunschweig u wohnen, oder doch^ von Zeit zu Zeit dahin zuommen. Nach dreyjährigem Aufenthalt daselbstfand er sich in den Stand gesetzt, den letzten ent-scheidenden Schritt zu seiner völligen Ausbildungzu thun, und einen längst gehegten Wunsch zu be-friedigen. Dieß war eine Reise in die Nieder­ lande und nach England, die er in Gesellschaftdes Professors Weitsch in Braunschweig unter-nahm. In beyden Ländern studirte er auf's sorg,fälligste die dort befindlichen reichen Schätze sei-ner Kunst, u. übte sie zum Theil auch aus, indemLllllllll