Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1571
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Schwannthaler.

mit dieser Kunst, und ließ einen Aufsatz darüberin das <ie ^uln 1788. (die-

ser soll auch zu finden seyn, in der kibliotecaflsica 6'Luropa 6sl 8ign. L. Fr«§-rate//i Isom.V. psvi» 1788. 8°.) einrücken, wobey er zugleichdie ganze Entdeckungsgeschichte der Flußspatsäure,u. «ine Menge Versuche über die Auflösbarkeit ver-schiedener Ebelgesteine in dieser Saure beybringt,und weikläuftig über die Aetzerey mit derselben,und deren Vortheil und Kunstgriffe spricht.Licheenberg I. c. B. VI. St. 4 179». S.8r. u. ff. Endlich lesen wir bey Ereil l- c, ll.1790. S. u 4 i. noch einen beschreibenden Aufsatzüber die Glasatzerey, von Tuheen in Wolfen-büttel. Derselbe hatte die ihm eigene Methodezugleich auch praktisch ausgeübt, und davon anCrell eine Probe eingesendet, die in einer Sil»houette bestand. Tubren sagt dabey, er hättegern etwas Besseres geliefert, wenn er nur mitder Zeichenkunst vertrauter wäre. — Obiges wirdhoffentlich den Liebhabern dieser noch im Zwielichtschwebenden Kunst, hinlänglich in den Nachwei-fangen gezeigt haben, wo er ein Mehreres davonnachzulesen hat."

Schrvanntbaler (Franz), geboren zu Rietim Bayerschen Jnnviertel 1762. lernte bey seinem,uns sonst unbekannten, Vater die Bildhauerkunst,und begab sich alsdann auf Reisen, wo er inWien, Stutkgard, Mannheim u. a. StädtenDeutschlands studirte und arbeitete. Alsdannnahm er zu München seinen festen Aufenthalt,und wurde dort als Hofbildhauer angestellt Vonihm find die ersten mit Kunstsinn gearbeitetenDenkmäler auf dem neuen Leichenacker vor Mün,chen, wie z. B. die Graf Tattenbachifchen undJehleschen. Die Büsten des jetzigen Königes undder Königin Maj. arbeitete er aus weissem Mar-mor vortreflich. Im Englischen Garten zu Mün-chen sieht man von ihm: Rumford's Denkmal,und den Genius des Landlebens; in der dortigenPfarrkirche die Monumente der Gutthäter vomArmeninstitut. Lipowsky. Derselbe bemerkt noch:„Merkwürdig ist, daß diese SchwannrhaierscheFamilie schon über 800. Jahre in der Bildhauer-kunst berühmt ist, und man in Europa Denkmä-ler derselben „(aber keine schriftliche Noritzen übersie?)" antrifft."

Schwarz (Abel Anton). Ein solcher, undJoh. Samuel Friedrich Schwarz, vielleichtder ältere Bruder, werden 1800. in Königl. Preus-sischen Diensten als Kondukteurs genannt.

— — — In Hirschings Hach^

richten von Kunstsammlungen IV. 3 so. liefetman, daß sich in der St. Annakirche zu Augs-burg ein Ecce Homo fände, was Jsaak Fischessehr gut nach unserm Andreas kopirt habe.

— — (Andreas), ein ChurfürstlichsächsischerLandbaumeister und Mühlenvoigt, st. 1624. zuDresden . I. A- Gleich Reformarionshisto-rie Ebursächs. Alberrinischer Linie (Dresden u. Leipzig i7bo. 4".) S. 76. Derselbe war we-gen seiner Geschicklichkeit in der Baukunst nichtallein bey den sächsischen Churfürsten Christian ll.und Johann Georg l. (welcher Herr ihn auch aufseinem Lodtenbette noch besucht hattet sondernauch bey Kayser Rudolf II. in solcher Achtung,baß er mit einem ansehnlichen Wappcnbriefe vondiesem Fürsten begnadigt wurde. Joh. Ser-bisch Leichenpredigt auf M. Christ. Lucius,Gradrpredigern zu Dresden (Dresden -691.4 °. S. 96.) — In (Sigm. von Berbis-dorffs) Verzeichnis u. Ordnung rvie Chur-fürst Christian II. verschieden und bepgeseyrvvorden (Wittemberg 16:2. 4° S. 27. 83 .) wirdseiner als „Mühlevoygt vnd Künstler" gedacht,dem besonders aufgetragen war, daß, wenn wäh-rend der Lcichenprozeßion Christians «der vonDresden in das Erbbegräbniß nach Freyberg ge-führt wurde)) etwas fehle oder mangle, er sol-chem auf der Stelle abhelfen soll.

Schwarz.

Schwarz (Bartholomö), ein Maler ju Augs-burg . In der dortigen Katholischen Leichenackers-kirche war der obere Theil des Chvraltarblamsvon M Kager, der untere aber von unsermSchwarz, auf Kosten des Landvogts in Schwa-ben , Georgs vor Fugger (: 6 o 5 .) gemalt worden.Lipowsky.

— — (Carl Benjamin, oder Carl Georg).Letztem Namen scheint Meusel N. K. L. ihmgegen Rost neuerdings, aber wohl irrig zu vin-diciren, geb. zu Leipzig 2757. Als Tischler-Hand,werksgesell gieng er nach Paris , wo das fran-zösische Milttair einen so lebhaften Eindruck aufihn machte, daß er sich beym Regiment RoyalDarmstadt anwerben ließ, und mit demselbenzuerst nach Straßburg , dann nach Franzosisch-Flandern ^kam. Hier erweckte der Anblick präch-tiger Städte und reicher mahlerischer Gegendenseine Neigung für Schönheiten der Natur undKunst; und mittlerweile seine Cammeraden imSchenkhause saßen, zeichnete er, in Canaletto SManier, Arsenale, Casernen u. drgl. ,m Jahr1779. verließ er nun vollends das Soldatenleben,und gieng in seine Vaterstadt zurück, wo er nichtallein auf der Akademie Ockers Anleitung fleißigbenutzte, sondern auch mathematische Stundenbey Borz und Schirr hörte, und von Breikkopfund Winkier immer mehr Aufmunterung erhielt,sich in der Kunst zu vervollkommnen. Für Rech-nung des erster« machte er dann eine mahlerscheReise längs der Saale , welche in vier Blätternmit einer Beschreibung erschien; und letztrer an,vertraute ihm die Aufsicht über sein bekanntesvorkrefliches Cabinet. Auch arbeitete er an dengroßen Berliner-Prospekten für Morino's Verlag.Ausserdem gehören unter seine schönsten Arbeiten:Das Innere einer gothischen Kirche, mit einerProzession nach P. Neefs, ein colorirtes Blattvon ungemeiner Wirkung, Und zw«y colorirteRheingegenden, nach C. G. Schütz. Rost!>.54s--22. Bey Mensel ll. erscheint er zuerst(1789.). Dort werden bereits von ihm: Die vierJahrszeiten nach Ferg (1786.) aus dem Winklcr-schen Kabinete, und 36 Ansichten von Leipzig zueinem der vielen Geislerschen Werke genannt.Dann nennt noch eine unsrer Handschriften vonihm: Eine Ruhe nach Loütherbourg; Eiliges nachDietrich und Teniers ; ein großes Blatt nach P.de Franse von Lüttich , in Tuschmanier (1799);zwey große Blätter nach Dietrich (i8uu.); zweyandre nach H. Robert; überdem noch eine Mengemeist in sehr großem Formate, ohne weiter» Na-men als den seinigen; wie B (1796 — 1800.)18. Ansichten von Potsdam 6. von Rheinsberg ,6. Preussische Lustschlösser; 6. Ansichten von Mont-bijou; eben so viele von Freyenwalde. lsvnf.(Leipz. gel. Tagebuch). Seither haben wirdurchaus nichts Neues von ihm vernommen,außer freylich das Wichtigste: Daß er noch lebe.(Meusel's K. L. 1809.) Ob vielleicht diedort angeführten Anstchte» von Lauchstadt eben-falls zu seinen jüngsten Arbeiten gehören, ist unsunbekannt. Die reichhaltigste Litteratur seiner äl-tern Blätter bis und mit -793. findet sich übri-gens im wr'nklerfchen Katalog, wo er ebenfallsCarl Benjamin heißt, was der Verfasser diesesKatalogs, M- Huder, besser als kein Andrer,wissen konnte. Dort werden noch, neben Andern,5 . Ansichten von Garzau , einem Lustschlosse zwi-schen Berlin und Frankfurt nn der Oder, und dieMühle in Glücksbrunn nach Reichardt genannt.

Einer unsrer Freunde kragt zu diesem ArtickclFolgendes nach: »Mensel (N. RL) irrt sich,wenn er sagt: Im I. 1785. gab S seine erstenVersuche in 36 . Prospekten von Leipzig heraus(zu Geislers mahlerisch schönen An - uin Ausstch,ten)". In 1784. gab er und A. F. Geisler,der jüngere: Malerisch schöne Aussichten vonder Stadt Leivzig. Nebst einer Beschreibung die-ser Stadt, mit 36 . nach der Natur aufgenom-menen und nach dem Leben ausgemalten Prospek-ten. Erste Lieferung mit ru. Prospekten, Leipzig Oooooooo» 2