r5?o Schwanenfeldet.
das Ganze zu verbreiten; und überhaupt sind seineBlatter mehr aus Punkten als aus Schraffirun-gen zusammengesetzt." Hierauf folgt eine Litte-ratur, die an Vollständigkeit und Genauigkeitnichts zu wünschen übrig läßt. Nach Barrschnämlich bestehen vörderst die: Vsrivs Oampes-trum kantasis: in 24. Bl. von 2 " 8 - 9 ^" Breite,und 1" 9^" Höhe. Dann folgt das etwas größereseltene Blatt, wo ein Satyr vor zwey Frauens-personen auf der Rohrpfeife bläst. Hierauf eineFolge von Thieren (7 Bl. 4 " breit und 2" ics"hoch): Kameele, Ochsen, Widder, gemeine Zie-gen, Angorische Ziegen, und Schweine. Nundas leicht geetzte Blatt: Die Satyrs ; hierauf:St. Johann in der Wüste, und sein Pendant:Christus, vom Teufel versucht. — Weiter die:Diverses vües <le Korne (i 3 . Bl.): Delliees ä6 ecleon lallemant, diese über 5 " breit, undüber 5 " hoch. — Dann vier Landschaften mitSatyrs, noch größer. — Nun jene schon obenangeführte Folge, wieder von (iZ.) Vües äe kome6 e<liees r>nx Vertneux i653. von grüßerm Maaßals die erstre ähnliche Folge. — Hierauf vier Land-schaften mit: Abraham und den drey Engeln,dem Engel der Hagar tröstet, dem jungen To-bias und Elias in der Wüste staffirt (7" 5 "' breit,4 " 7", hoch). — Nun wieder etliche einzelne:Pan und Syrinx, Salmacis und der Herma-phrodit; die Insel Louvier, Ansicht von Gondy,die Seine-Nymphe/ Ansicht von Rom 9" breit undüber 5" hoch. — Folge von vier Landschaften:Die Fischerinn, die Spinnerinn mit den vier Ochsen, die beyden Reuter, und der Wasserfall (io"breit, 6' hoch^. — Wieder zwey einzelne: DerAbend und die kleine hölzerne Brücke. — Aber-mals eine Folge von 12. B>. mit Gebäuden undFiguren staffirt, ungefähr von oben genannterGröße. — Die Flucht aus Egypten, auf vierWeisen vorgestellt (noch größer). — Die GeschichteAdonis in 6. Bl. (über 12" breit, g" hoch). —DieBüßenden ( 4 -Dl.): St.Magdalena. St. Anton,St. Hieronymus , und St. Paul der Eremile, unge-fähr von obiger Größe. — Balaam (ir" t?" breit,8" 6'" hoch, somit das größte von S- Blattern.) —Vier Blätter in die Höhe. — Endlich die Anzeige vonzweyen, welche fälschlich seinen Namen tragen,und aber Goyrand zugehören: Auf dem Mittel-grunde des einen ein großer Sarcophag; auf dem-Mittelgründe des andern zwey Fischer.
Schrvanenfelder ( ), Hofjubelier zu
Berlin , wo er um 1766. vorkömmt. il-5.
* Schwanbart (Georg), der Glasschnei-der. Man findet die Bildnisse desselben und eines-Hans Schwanharr, ebenfalls Glasschneiders,beysammen auf Einem Blatt gestochen. Vielleichtdaß letzterer Georgs Vater ist, der nach San-dratr das geflammte Hobeln erfunden hat. VonGeorg sagt der ehrliche Doppelmayr, daß seineArbeiten bey allen Großen dieser „Erde " beliebtwaren.
* — — (Heinrich und Georg), die SöhneGeorgs, welche im Lex. kurz unter dem Namenihres Vaters erscheinen, beyde ebenfalls Glas-schneider. Georg starb schon 1676. Heinrichübertraf in seiner Kunst den Vater und den älternBruder, und erfand auch (um 1670.) die Kunst,Schrift und Zeichnung, erhaben sowohl als tief,auf Glas zu atzen, wozu ihm eine Brille, die inScheidewasser gefallen war und von demselbenangegriffen wurde, Anlaß gab. Lange blieb dieseEntdeckung geheim; eine Vorschrift dazu erschienöffentlich zuerst 1722. in derBres laue ^Samm-lung z. Natur - u. Medicingeschichre. Dieselberührte uriprünglich von dem damals schon verstor-benen Doktor Matthias pauli aus Dresden her,welcher nach derselben mannigfaltige Figuren,Wappen und Landschaften, erhaben und hell, mitmattem Grunde, auf Glas geätzt hatte. Einevollständige Anweisung zu dieser Kunst trifft manin den Chemisch . Annal. 1790. an. Um 1789.
Schwanharr.
haben Rlmdworth zu Göttl'ngen (von ihm inunsern künftigen Nachträgen), dann der berühmteStrasburgische Künstler Aenard (der in damali-ger Zeit aus seinem Vaterlands emigrirte) dieserauf seinen beliebten Thermometers mit gläsernenScalen, und vermuthlich noch andere mehr, Ver-suche und Gebrauch von dieser Gattung gemacht.Viele betrachteten dieselbe alF eine Erfindung un-serer Tage, da der Chemiker Carl WilhelmScheele erst 177z. diejenige Säure, welche dieKieselerde, mithin auch das Glas, auflöst, imFlußspate entdeckte. Eine gleiche Anwendung derFlußspatsäure, wollen andere, sey schon früherin England zwar geheim gehalten, doch in Deutsch-land von Blaprorh zum andernmale erfundenworden. Beckmanns Beyrr. ;. Geschichteder Erfindungen B. III. Stück 4 - S. Zog. ff.Ein Aufsatz von RIaprorh über die Kunst in Glasund Porcellain zu atzen, soll sich auch in der Mo-natsschrift der Akad. der Bünste und Wis-senschaften zu Berlin 1788. II. finden. Nochlesen wir in voigr's Magaz f NaturkundeI. B. 3 . St 1798. S. 1—14. eine Abhandlungvon Rortum (dat. Warschau 1797.) worin der-selbe sagt: Daß er — indem er sich mit Gravie-ren auf Glas, mittelst der Flußspatsaure beschäf-tigt habe — auf den Einfall gekommen sey, eingleiches mit dieser Säure auf glasartige Steinezu unternehmen (wie puymaurin, von dem aberRorrum nichts gewußt zu haben scheint); dabeyliefert er die Resultate dieser Versuche. Wer die-ser Lorrum eigentlich sey, ist uns unbekannt.
Ein späterer Nachtrag dieses uns von einemFreundeingesandten Artikel lautet, wie folgt: „Die Me-thode des obgenannten Rlindrvorrh mag diejenigeseyn, welche zuerst Georg Christoph Lichren-berg, Professor zu Göttingen (dessen jedochBeckmann aus unbekannten Ursachen gar nichtgedenkt), erdacht hat, und die man in seinenvermischten Schriften VI. 468—70 (auch dieAstgem. Litter. Zeit. 1788. NO. 269. sprichtdavon) angegeben findet. Ihr Verfahren bestehtkürzlich darin, daß man die zu benutzende Seitedes Glases mit gewöhnlichem Aetzgrunde, und dieandre auch, wiewohl nur mit etwas gelbem Wachseüberzieht. Nachdem der Künstler die Nadel ge-braucht hat, hält man seine Arbeit über einenauf glühender Asche gesetzten Topf, in welchemsich aus zermalmten Flußspat und darauf gegos-sener concentrirter Vitriolsaure, Flußspatsäure luft-förmig entwickelt, in die Vertiefung der Nadel-züge eindringt, und hier so operirt, daß man,nach ungefähr 10. Minuten, Punkt für Punkt inder nunmehr vollendet geätzten Glasrafel ausge-drückt sieht. Lichrenberg hielt dafür daß seineErfindung zuvörderst vorzüglich für Mikrometer,Trinkgläser und zu Wappen oder Medaillons,„in der kräftigen Röthelmanier", auf Kukfchen-fenster oder sacettirte Fensterscheiben nutzbar wäre.Denn hiezu sey der Diamant unbehülflich unddas Schleifen zu langweilig. Johann JacobRenard, welcher noch um :80h. zu Berlin (alsder dasigen Akademie der Wissenschaften und schö-nen Künste bestellter Mechanikers in meteorologi-schen Instrumenten, wie auch als Hofmechanilusdes Königs von Dänemark ) lebte, kam, wie esin Lichrenbergs Magazin f. Physik nndNaturgeschichte B. VII l. St. 3 . 179a S. i 83 .heißt, in 1792. nach Berlin ; auch hier wird ge-dachte seine Arbeit, als ausserordentlich vorzüglichan Eleganz und Genauigkeit gerühmt. Der Ver-fasser Martin Heinrich Llaprorh zu Berlin ,Ehrenmitglied der dasigen Akademie der Künste,ein bekannter Chemiker, machte übrigens schon inCrell's Chem. Annalen B. II. (Helmstädt undLeipzig 178!). 8°. S. 49 )-) die, vermuthlich docheigentlich von ihm herrührende Art und Weisebekannt, wie ein gewisser Graf von G. mittelstFlußspatsäure ätze (vergl. Jervaise in künftigenNachtragen). Ohne von allen diesen Versuchenzu wissen, beschäftigte sich späterhin der Herr vonpuymaurin der jüngere, aus Toulouse , viel