Band 
Zweyter Theil [3].
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1583
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Scierkü.

strichen Reinlichkeit rühmt. Dann in St. Claradas Kind in der Krippe; kaum hat er etwasTrefflicheres gemalt für schöne Köpfe, lebhaftenAusdruck, Vollendung in der Landschaftsstaffi-rung, und bessere Färbung in allen Theilen, woman überall, so wie auch in andern seiner Bil-der, bald eine Nachahmung Leonardo's, bald P.Perugino's, eines zweyten Freundes von ihm,doch immer mit einer gewissen Originalität ver-bunden, zu erblicken glaubt. Nach von Männ-lich gingen seine Fernen in ein nur allzu genauesDetail, und sündigte er gewöhnlich gegen die Ab-weichung des Lichts und die Lufrperspekkive. InDeutschland kennt man von ihm einzig in derGallerte zu München ein kleines Bild: Ma-donna, die dem Kinde die Brust reicht; im Hin-tergrund den Kindermord, und eine Aussicht aufsMeer. Gestochen nach ihm kennen wir bishereinzig einen Frauenkopf in glatten Haaren miteinem Netz bedeckt, ein kleines seltenes Blättchen,von W. Hollar. AHL/er- s. V. Oecii.

* Scierra (Franz Perez), geb. in Calabrien ,wo sich sein Vater, der mit Spanischen Truppenvon Gibraltar nach Neapel kam, niedergelassenhakte. Seine große Neigung für die Kunst be-wog ihn, die dortige Schule des Falcone zu be-suchen, unter dessen Leitung er es sehr weit ge-bracht haben würde, wenn er nicht als Page inDienste des Don Diego della Torre getreten wäre.Mit diesem (nicht mit seinem Vater) ging erhierauf nach Madrid , wo er seine Studien un-ter I. de Toledo fortsetzte, und einige Bilderausführte, welche den dortigen Künstlern undLiebhabern so wohl gefielen, daß der Marquis deHeliche seinen Pallast durch ihn verzieren, undsein Gönner de la Torre Mehreres von Spagno-letto von ihm copiren ließ, so wie man auch Ver-schiedenes von seiner eigenen Erfindung, wie z.B.in der Kirche de los Angelos zu Madrid antrifft.Seine perspektivischen Ansichten, die man eben-falls in mehreren Kirchen zerstreut findet, stehenseinen historischen Bildern weit nach, da er näm-lich dem barbarischen Geschmacke der Architekturseiner Zeit nur zu sehr folgte. Seine Bamboc-ciaden, Blumen- und Fruchtstücke hingegen sindsehr schön. Fiorillo I V. ZZ 5 . s. v. Sierra.

* Scilay, s. Scylax.

* Scilla oder Silla (Augustin). Die Na-tur hatte ihn mit schönen Talenten ausgerüstet,die er noch durch mancherley Studien, sogar mitPoesie, Naturgeschichte *) und Alterthumsknndeäufnete. Dieses bewog seinen Meister Barba-lunga, ihm vom Senate zu Messtna ein Jahrgeldauszuwirken, mit welchem er zu Rom unter A.Sacchi sich weiter ausbilden konnte. Nach dor-tigem vierjährigem Aufenthalt kam er wieder nachMessina zurück, bereichert mit den Schätzen,welche er aus den Werken der Antiken und Ra-phaels geschöpft hatte; freylich hatte er vielleichtebenfalls in Rom sich eine etwas trockene Ma-nier angewöhnt, die er aber späterhin mit einerpastosern und angenehmern vertauschte. SeineFiguren, die Köpfe vornehmlich, und besondersdie Alten waren, so oft er wollte, schön gezeich-net, und eben so besaß er vorzügliche Geschick-lichkeit in der Landschafts-, Thier, (besondersFische- und Vögeb) und Fruchtmalerey. In sei-ner Vaterstadt sieht man von ihn» mehrere inFresco's in St. Dominic und in der Nunziatader Theatiner; dann in St. Ursula ein Altarblatt(den sterbenden St. Hilarius ), was man unterdie besten Bilder von Messina zählt. Dort er-öffnete er eine Schule, die so lange sie bestandhäufig besucht, dann aber aus Veranlaßung rc-volutionairer Unruhen geschlossen wurde, welcheihn selbst von Haus verbannten, so daß er wie-der nach Rom ging, dort aber am liebsten un-bekannt blieb, und sich meist bloß mit Thierma-

v) Nach Gusinno's: Vile äe xittori blessineLi, Mhinterlassen haben.

Sckell. »58z

len und Stilleben beschäftigte. Auch am Hofe zuTurin muß er sich eine Zeitlang aufgehalten ha-ben, wo er im Pallaste, wetteifernd mit dem ge-schickten Daniel Syder, einige Tugenden malte.Indessen soll er in Rom gestorben seyn.

Lcl. ter?. II. 272 3 ZH. V. Z82. Fächer nenntunsern Künstler: Mitglied der Akademie derOffi-cinae (?) zu Messina , und nachwerts auch (diesvielleicht irrig) Direktor der Malerakademie zuRom ; führt dann auch einige seiner Schriftenan, welche aber auf die Kunst keinen Bezug ha-ben. Gestochen nach ihm haben B. Fariat einenHomer; dann: Die Wissenschaft empfängt die Hul-digung der Musen (ein schönes Blatt), undWe-sterhout ein uns unbekanntes Bildniß.

Scilla (Hyacinth und Xaver), der erste Au-gusts»,« jüngerer Bruder und Schüler, in jenengeringern Kunstzweigen sehr geschickt, st. ,7,1.blind zu Rom . Der zweyte dann, AugustinsSohn und Schüler, kam seinem Vater und Oheimnicht bey. Er überlebte beyde, und arbeitete undstarb, gleich ihnen, zu Rom . /.«»Li l. c, tzu-sinno in seiner handschriftlichen Biographie derMaler von Messina (im Besitze H. Achilles Ry,hiner's in Basel ) nennt Hyacinth einen vorzüg-lichen Todt-, Geflügel- und Wildprets« Maler.

Scillius (Johann), wird in dem Vorbe-richte von des Drtelius l'heatrum orlris terrs-rum, als ein Antwerpner und Ausfertiget vonzwey damals noch unedleren Landkarten benennt.

* Sciinonini, s. Simonini.

* Sciorino (Loren; del.) Nach Lanz, I.272. blühete er um » 568 -

Scipio (Lucius). So nennt Vermander(p. 2,. b.), wir wissen nicht aus welcher Quelle,einen antiken Geschichtsmaler.

Scipioni (Baptist« degli), Maler von Ber­ gamo , Bruder des nachfolgenden Künstlers, blü-hete gegen End des XV. Jahrhunderts. Vonseiner Arbeit soll indessen Bekanntes nichts mehrvorhanden seyn. Da/n II. 5 o.

(Jacob degli), Maler, geb. zu Ave-rara im Bergamascischen, erscheint von 150729.Von ihm sieht man zu Bergamo in der Cathe-drale St. Vinccnz ein Allarblatt (jetzt ob derThüre einer Sakristey dieser Kirche), welches dieMadonna mit dem Kinde und einigen Stadthei-ligen darstellt; dann eine Frescoarbeit in der Ka-pelle des Hauses Casotti in St. Maria drlla Gra-zie ebendaselbst, welche das Leben und die Wun-der von St. Francisc zum Gegenstand haben,wofür ihm (,507.) 96. Dukaten in Gold bezahltwurden. Auch in der dortigen Dreyeinigkeits-Kirche stand einst von ihm ein jetzt zerstörter Pas-sion in Fresco. Aus einem mit Scipioni ge-schlossenen Vertrage über letzteres sieht man, wasdamals eigentlich von einem Künstler gefordertwurde.Die verlangte Leidensgeschichte solltenämlich einer solchen in einer andern benanntenKirche gleichen, eben so viel Kapitel (Abtheilun-gen) wie jene enthalten, und gemalt seyn: exsimilibus coloriblls et auro, excepco arrurrooltramsrino; doch soll er sich, wo esvonnöthen,guten Ungarschen Blaues bedienen", u s. f.

II. 46 48.

(Joseph degli), Jacobs Sohn, wirdin einer Urkunde von , 558 . ebenfalls Maler ge-nannt. Da/Lr l. c. 48.

Sckeel (Johann Georg), erhielt um 1768.von dem Herzoge von Weimar die Stelle alsHofkunstgärtner zu Wilhelmsthal , in welcher ernoch 1786. lebte, und damals dabey auch denherrschaftlichen Garten zu Eisenach besorgte.

Sckell , f. unten Stell.

. soll er Vieles über die Naturgeschichte handschriftlich