Band 
Zweyter Theil [3].
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23
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chMiischen der Kunst vollends gereifter Geist diese vv» Leo den Auftrag, wieder eine» der Sake deslieblichen Gebilde erzeugt habe 112). Hierauf fügt Vatikans mit den Bildnissen mehrerer Apostel undEbenderselbe — freylich nicht ohne Walten der Heiligen auszumalen. Die Zwischcnraume fülltePhantasie, immerhin aber beachtcnswerrh hinzu: Johann von Mine mit Arabesken, und (lustig ge-„Uebcrhaupt durste es dem Beobachter nicht ent- nugl) mit Abbildungen der seltenen— Thiere 114)gehen, daß Logen und Stanzen in nothwendiger (?) aus, die dem Papst in verschiedenen Zeiten geschenktVerbindung stehn, und ein in sich selbst eben so worden. Diese Arbeit gefiel vollends dem H. Va-wohl geschlossenes Gedicht bilden, als die Sixtiner- ter so ausnehmend, daß er Raphael von nun anKapelle. Beyde Werke hatten nur verschiedene zum Oberaufseher über aller Gattung Verschone-Zwecke. War die Absicht des Michael Angelo , rungen des Vatikans ernannte uz). Wie er aufin dieser letzter» die Gottheit als Schöpfer, Herrn diese letzter», auch bis ins minder Wichtige bedachtund endlichen Richter der Welt vorzustellen; so warn 6), beweist, was uns vafar, erzählt: Daßzeigte ihn Raphael in seiner Dichtung vielmehr er z. B. das musivische Paviment der Logen, vonals den ewigen, liebreichen Vater der Menschen in Lncas della Robbia dem jüngern aus Florenz ho-der christlichen, die Wissenschaften und Künste der len, und die Thüren und Dielen der Stanzen vongesammten Menschheit nicht ausschließenden Reit- dem damaligen größten Meister in eingelegter Ar-gion. Unendlich erhaben, aber furchtbar zugleich, beit mit solcher Kunst verfertigen ließ, daß selbstschwebt die Gottheit über uns in der Sixtiner- der große Niclaus Ponssin es nicht verschmäht ha-Kapeiie, ganz >m Sinne des Hebräers im Alten ben soll, aus Verlangen Ludwig XH 1 . Zeichnun-Lestament. Väterlich wohlwollend hingegen senkt gen davon aufzunehmen 117). Nach Borrar, sahsie sich zu uns herab in den Logen und Stanzen, man z. B. auf einer der Thüren den elenden Ver-vollkommen ,n dem Geiste der christlichen Kirche, sifex Barabello von Siena ausgeschnitzt, wie erSie erscheint hier als Gründer und Beschützer des (um Spaß mit ihm zu treiben) »ach dem Kapi-neuen Glaubens, vor wie nach der Stiftung des- tol, wo er den Lorbeer erhalten soll, auf einem —selben. In dieser Absicht umschließt folglich der Elephanten abgeholt wird, der, von dem nachlau-Datican die beyden höchsten plastischen Religions- senden Pöbel gerecht, den Poeten abwirft, und ingedichte nicht bloß unserer, sondern vielleicht auch solchen Zustand versetzt, daß die Krönung unter-aller frühern Zeiten uz)". bleiben muß.

Als die Logen vollendet waren, erhielt Raphael Bald allemal holt vasin >, nachdem er von

112) Geliefert haben die sogenannte Bibel von Raphael, in ältern Tagen in kleinem Formate, skizzenhaft, abergeistreich (gectzt) Lansranco und S. Badalocchi gemeinschaftlich 1607. mir den Titeln und Zueignung 55. VI.Die ersten dieser Blätter (sagt Heinecke ll. 258.) seyen nicht nach den Gemälden, sondern nach den Zeich-nungen gefertigt. »Es war" (heißt es in den Propyläen M- 2. 95.) „ein sonderbarer Einfall, abergewiß keine glückliche Verbesserung, daß sie in verschiedenen Stücken die Figur von Gott Vater weqgelasen,und dafür einen Lichtkreis mir dem Wort 2ehova a» die Stelle gefetzt". Spätere Abdrücke derselben erschie-nen bev Lochn und Bischer. Hiernächsl. ebenfalls gectzt (1615.) in 52. (a. K. 5z.) Bl. und mehr nach denGemälden, H. Boraiani. Alsdann, größer als die von Lanfranco und Badalocchi, C. Chapron 167,n. (» n.»649.) nach eigener Zeichnung (54. Bl.); dann, eben fo, P. Aqwla und C. Fantetti (und zwar lektrer Nrv. I—Zsi. und 44. dürftig — Aquila hingegen die wenigen übrigen weit besser) 1654. ,'n 55. Bl. (bey den beydenletzter» Sammlungen findet sich auch Raphaels Efajas in St. August n). Ein Nachdruck derselben, mitk. exe. bezeichnet, ist vielleicht diejenige Ausgabe, welche Bottari dem A. Aveline in 52. Bl. zuschreibt.2» neuer» Tagen dann (schöner) 2- Orraviani: ttes «cnemeux »rabesques (etwa nur diese?), peuns »ux io-g<-8 äu v-iiicsn 56. Bl.) Ilvnie 1771. und wieder Ebenderselbe in 25. (a. t>. 26., noch anderwärts heißt es in >5. Bl.mit den sie umgebenden Zierrathen); hierauf ein (uns) Unbekannter, bey Paul Montagnini zu Rom (52. Bl.in zwey Heften (,769-76.), welchen hierauf Volpato ein drittes (die Arabesken) beyfügte. Bey Bouchardin Rom rvnnrc man alle diese Blätter auch in Farben haben; das Blatt zu 4. Zecch. und mit den Arabeskenin Gold'verziert zu 5. Zecch. Endlich gab sie Eaiidoil im Umrisse in den: Vies er Oeuvres äez Uelinrsscelsbrer. I. I. — Eine Sammlung dann von bloß zwanzig dieser Bilder (-5. aus dem Alten und 5. aus demNeuen Testamente) F. Villamena meisterhaft (lium-e ,6-6.). Einzeln endlich verschiedene Aeltere und Neuere(zene meist ,nach Rayhnrls ersten 2deen). So z. B- Marc Anton: 2»ftphs Flucht vor Pvtiphars Weibe;Moses schlägt den Felsen (Heinecke kl. 580 hält's für die Arbeit von G. Reverdinus); David erlegt denGoliath. Beatrizet: 2oseph legt seinen Brudern den Traum aus. Bonasone (-555 ): Ebenderselbe, wirdvon ihnen verkauft; und die Thiere gehn in die Arche (>544 ). Ein Schüler von M. Anton: Das Abend-mahl (alw wohl verschieden vcn des erster» berühmtem sogenannten Blatt mit den Füssen ; vielleicht das, vonwelchem vnsnri irgendwo sagt, daß es von Marc de Ravenna sey). I. B. Cavalcrils wieder den Eingangin die Arche. Ein Ungenannter wieder Goliaths Fall, in Holz mir mehrfarbigren Stöcken (Heinecke ll. 38l— 8-. nennt zwey solcher Blätter, eins mit dein Namen von H. da Carpl, ein anderes ohne Namen, viel-leicht von N. Vicentino). -2- Stuart (-747.) in gefärbter Manier: Moses im Nil gefunden, nach einerZeichnung, die der Kardinal Silo. Valent! besaß, n. s. f. lauter (meist seltene) Blätter, die (nach Dottari)sich einst alle in der reichen Sammlung des Kardinals Corsini befanden, zu welcher, in den glücklichsten Lagenseines Lebens, auch der Verfasser gegenwärtiger Zusätze einen so freye» Zutritt wie zu seinem Eigenthumbaric. Von den eben erwähnten einzelnen zählt Füßli 1. -5. Goliaths Sieg mit zu den beßren Blättern vonM. Antonio.

uz) Eine gute Beschreibung der Loggien (des Lokals, der Hauptbilder und der Verzierungen) s. bev Rambohrl.,29—40. Dann in den Propyläen l. (,.) 50—54. scharfsinnige Bemerkungen über den Cvclus der dortigenDarstellungen von der Schöpfung an bis auf Christum, und über die Lücken, die sich darin vorfinden; und beypolkmann I. I>5-,8. welche von Rnphaels L-chülern die einen oder andern dieser Bilder ausgemalt haben.

Iij) Elephanten, Löwen, Kameele, Zibethkatzen, Affen, Papagayen, und (sagt pasari) anderes, noch vielSeltener-!

115) Gänzlich verdorben wurde dieser Saal von dem unwissenden und bigotten Paul lv. (Caraffa), der densel-ben in kleine Zimmerchen und — Nester verwandeln ließ, worin er seine Andacht verrichtete. Lä.

lium. Ill 47 — Oinlozlii soprs ls ire Heils urli. — Oescririone ciei kalaueo Vuticsno ( ,750.) L. 112.Selbst durch den Erich wurde diese Stanze, unsers Wissens, durchaus nicht erhalten. Wohl aber zweifelnwir nicht, daß die Menge Bilder von Aposteln und Heiligen, die wir von alten Meistern nach Rnphaelkennen, zum Theil aus verleibe» entlehnt sind. Um die merkwürdige Ecclesia (Menagerie) Leo X. aberist wahrlich der Verlust unersetzlich.

>>6) Wie er hingegen, aus lauter Herrensgüte, etwa einmal auch über dem Wichtigern einschlummern konnte,erzählt der ehrliche Vcrsäri, wie folgt: Oicesi ck'ers tL»m i» coriesiu üi , cks coloro ehe lliu-

rLvnno , percks egii accsmoclnsss xli ninici susi, nun tirnvnno In murnglin tulln soll» e continuats, mnlsscisrnnv svprn ls xtarire vscckie lln basso nlcune aperturs e vsni ria potervi rixorrs botti, vettine «legn«; le lzuuli buche e vaui kecsre inllsbolire i piecii ctells kLbbricn, siccks s ststo fvrr» cks s!riempin äepxui, psrcks tutti» comlucinva sä sprirsi.

l>7) Nach verschiedenen Handänderungen kamen, wie Bottart wissen will, diese Zeichnungen ill zwey dicke»Bänden an Nlariette (und wohin weiter?). Der Kardinal Sylvius Valenli wollte jene Porten u. s. f,stechen lassen; allein es blieb bey einer derselbe», welche, nach F. la Vega's Zeichnung (1747.) vvüMauriz Roger gefertigt wurde. ,