und nach gegen 50. solcher Fetzen gesammelt, welcheKopse, Arme, Beine, Füße, Hände, Gewandu. s. f. enthielten. Darunter waren vornehmlichStücke eben vom Kindermord, dann von der An-betung der Könige, u. s. f. Die Person, von wel-cher Richardson sie kaufte, sagte ihm, daß mandiese Cartone (auf gut abderitisch) so zersiückl habe,um sie in einer Familie, wo sie sich als ein Erbstückbefanden, desto besser unter mehrere Kinder ver-theilen zu können rZi). Wiederholungen theilssämtlicher, theils einzelner ^Teppiche und Cartonsbefanden sich sonst noch in Frankreich , England,Mantua, Mailand und Spanien ; und es ist höchstwahrscheinlich, daß mehrere Copien der ganzenSammlung vorhanden waren 752). Hinwieder er-zählt auch ein unbekannter Reisender des XVI.Jahrhunderts 153), daß er zu Venedig im Hausedes Kardinals Grimano einen großen von Raphaelgezeichneten Carton gesehen, welcher die BekehrungdeS Saulus vorstellte, und zum Muster eines Tep-pichs für dessen Kapelle dienen sollte. Den in Seide
und Gold gewirkten Teppich selbst aber sah' er Nach-worts, nebst noch einem andern: Paulus predigt znAthen , in der Wohnung des Edeln ZuanantonioVenier. Beyde waren für Leo X. verfertigt; alleindie Zeichnung des erster« kam in den Besitz desPatriarchen von Aguilcja, und die des andern wardin Kupfer gestochen 154). Eancellieri dann 155)will wissen: Die Päpstlichen TeppHe seyen vonFranz I. dem Papste zu der Feyerl.chkcit der Ca««Ionisation des H. Franciscus di Pavla geschenkt,darauf aber bey der Plünderung Roms unter Bour-bon geraubt worden, und in den Besitz des Her-zogs von Montmorciicy gerathen. Dieser habe sieaber unter der Regierung Julius III. wie eine In-schrift besage, welche an dem Saume zweyer dieserTeppiche (der beyden gleich vvrbenannren) einge-wirkt seyen 156), wieder »ach Rom zurückgestellt.
Gestochen kennt man die iy. Päpstlichen Tapetenalle, theils gesammelt, theils in einzelnen Blät-tern 157).
u Es sind aber diese Teppiche" (der einzige Fernow
-Zl) So beißt es bey Fernow >. c. 105. Uns scheint indessen, solcher Abderitismus bloß auf denen zu ruhen,die eine derlei. Albernheit glauben mochten. Ueherhaupt aber mochten jene von Richard fon an sich gebrach-ten Fetze wohl etwas Apokryphisches seyn. Oder man höre seine eigene Beschreibung davon an: llaris „ois
ou guatrs (is css krummen« cm voit is Nessln cle en cru^on noir, st/ psr'nc; cleser!«
qu'ils n'ont pss Unis; et il 7 en s un, Nont la couleur est tumbN en p:«rlis, st ou !'»n peilt voir,czn'en 7 inettant ies couleurs, on n'a pas suivi exsctement les iralts äu crL)'on, mals qu en pel^n-int,on a ajoute ou rNtrancliN Nsns gueigues enclroits: on voit encore Is meine clnrnßement clsns nn nutreon ls eiL/on I^roit sous >L coulen,-. Wie kann zumal immerhin das EN ar,or> sle auf Carcone paffen,die man für ehemalige Gefährten derjenigen zu Hamptoncourt aussiebt?
151) So behauvten z. B. mehrere Schriftsteller, daß ein solches zweytes Eremplar zu Mantua in der Kirche St.Barbara und dem dortigen Dome sich befinden soll. S. vesci-lx. >li Nnnrov». — l.s>tsrs Kino,-.
1'. II. p. 58. Vorzüglich aber: LcttruM l^etrsrs dlantov. Dieses letztere theilt uns die Nachricht mit, daßder Herzog Wilhelm von Mantua sie vom Kardinal Herkules (st. ,56z.) geerbt habe. — Auch im JapanischenPallaste zu Dresden werden sechs noch ziemlich wohl erhaltene Teppiche nach Raphaels Cartonen (odernach den Päpstlichen Tapeten) aufbewahrt. Es sind (mit Ausnahme des Tods von Ananias) dieselben Ge-genstände der Cartons zu Hamptoncourt; nur daß in der Blendung des Zauberers Elvmas die Seite mitdem Apostel Paulus fehlt. — Ebenfalls von Tapeten nach Raphaels und Jul. Pipis Zeichnungen solle» sichnach Gormanni (kasssM, (llornar. ll. p. bi.) im Pallaste Archinto zu Mailand befinde». Und endlich (wiesonderbar!) sagt uns Meng« (Opsre 1'. II. p. 8>.) ausdrücklich: Daß sämtliche Cartons zu den Tapetenbey dem Herzoge von Alba in Madrid zu finden seyen.
IZZ) S. dlotlsis ci'opsco cii lllssxno nella prima mets äs! secnl. XVI. etc. scrltts äa un -Znonimo, pubbll-cats etc. cle Don ^nc custocls äella IL. Libliot. cii Lt. dlarco >li Veneria. 8. Lassano igoo.
IL 4 ) In dieser Erzählung ist zweyerley uns nicht ganz Verständliches. Vvrderst die beyden Tapete» für den Kar,dinal Grimani und für den Papst, nach einem und demselben Carton. Und zweytens, was »soll die bedeu-tungslose Notiz;, daß einer dieser Cartons in Kupfer gestochen worden?
>Z5) Osscrirlons clelle Lapelle pantlücle e caräinallris. Koma 1790- p. 287- et aeqg.
156) Auch Fernow hat sie gelesen. Dagegen bemerkt er (>. c. 206-7.) wohl sehr richtig: »Die Nachricht aber,daß Franz 1.sie Leo x. geschenkt habe, scheint dem Berichte Pasari's zu widersprechen, welche so lautet:
LimUmsnte vsnns volcmta al l^apa cll kars xanni ä'ararri riccyissilol cl'oro s äi seta in illaticci z pcnclcbbsatiasilo kscs in propria korma s xrancierra tutti cli sua niauu in csrtoni coloriti, i cpiali iurouomamlati i» Vianclra a tessersi, e fmiti i pannl venncro a Koma
157) Vvderst sieben derselben, nach den wesentlichen Urbildern (der Cartons zu Hamptoncourt), unter dem Titelder: Uinscotlieca llamptonisiia , trefflich von N. Dorigny, der dafür eigens »ach England berufen wurde.Dann eben diese, von Verschiedenen (Deauvais, du Dos und Lepicicr) in Th. Bowles Verlage zu London .Wieder von S. Gribelin (1707 ), in kl. Folio, mittelmäßig; von I. Simon, geschabt, in E- Ccopers Ver-lag; von E. Kirkal, eben so (Alles in England); die beyden letzter« Sammlungen wieder in größer», For-mate. Noch in neuern Tagen wollte (wie wir schon oben von Gscde vernommen) Holloway, ein vorzüglicherEnglischer Künstler, solche geben. (Auch Roscoe liebe» lies X. Thl. ll. S. 41 >. spricbt hievon); ob dasUnternehmen zu Stand gekommen sey, ist uns unbekannt. Die Ränder, welche die Geschichte Leo x. ent-halten, hat P. S. Bartvli, unter dem Titel: Uconis X. aämieaucla virtutis imag'mes in > 5 . länglichtenBlättern sehr gut gelieferr.
Einzelne dann nach den sieben Cartons in England, oder auch nach den ihren Gegenstand darstellendenTapeten, oder endlich nach Raphaelischen Zeichnungen desselben Jnnhalts, haben in ältern und neuern Tagengestochen:
>. Den Fischzug petri. In ältern Tagen Hugo da Carpi und Andreas Andrea»,, beyde in Helldunkel,letztrer sehr kräftig (lVantua 160».). — Dann G. Chateau rc. — Noch ein Ungenannter, geetzt.
-. Petrus erhält die Schlüssel. Ein Ungenannter In M. Antons Geschmack, mit vielen Veränderun-gen — Diana Mantuana nach den Tapeten (->. k. nach einer Zeichnung) — Ein Ungenannter mit dem Mo-nogramm 8 — Noch ein solcher, mit der Inschrift: Simon so»» äui^is (beyde wieder nach Zeichnungen). —Ferner G. Audran, trefflich, und selten — N. le Sueur in Helldunkel, für die Sammlung von Crozat —Der Graf Caylus nach Skizzen — P. A. Robert, ganz nach einer Zeichnung, die sich im Besitze des Her-zogs von OrleanS befand — Jackson in Helldunkel — Endlich sicher nach den Tapeten P. Sourmann, unterder Leitung von Rubens ,
5. Die Heilung des lkahmen. M. Anton vortrefflich und mit besonderer Wahrheit der Charaktere. —Einer vo» M. Antons Schülern (Zos. äs Kubeis lormis). — Ein Ungenannter mit dem Zeichen l. V. K.(vasari sagt, von Parmigiano ) geetzt — Dasselbe Blatt in Helldunkel — D. Zenoi — I. Bos — B.Franco (?). Alle diese nach Zeichnungen.
4. Tod des Ananias. M. Anton — Hugo da Carpi in Helldunkel von großer Wirkung — G. Audran,ein herrliches Blatt. Alle nach Zeichnungen.
5. Elymas. M. Anton, ohne Zeichen. — A. Veneziano (15-6. also wohl, ehe noch die Cartons selbstvorhanden waren) — Hugo da Carpi — St. Gautrcl für eine Thesis — Ein Ungenannter. Alle nach Zeich-nungen.
6 . Paul und Barnabas zu Lystra. G. Audran, ein prächtiges Blatt - ft. Langlois, ebenfalls gut-Bevde nach den Tapeten.