Band 
Zweyter Theil [3].
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aber glaublicher dem Fra Bartvlomao ziigehoren,nur daß das eine (Sk. Peter) von Raphael seyvollendet worden.

In der Sakrisiey der Kirche St. Johann vonLareran zeigte man Richardjon noch den Cartoneiner H. Familie in schwarzer Kreide, bloß dieMutter in lebensgroßer Halbfigur, das Kind, undSt. Johann, von R. zweyter Manier 227).

Titl dann nennt noch, aus Römischen Kirchen:

In dcrsenigen von S>r. Lucas und Sr. Mar-tina das große Altarblatt: St. Lucas, der dieH. Jungfrau malt. Der hinter ihm stehnde Jüng-ling soll Raphael selber seyn 228).

In derjenigen von Sr. Maria in Ära Loeli:

Madonna, das Kind im Arm, mit St. Johannund St. Elisabeth; und in Sr. Mccoko di To-lenrino eine sehr schöne Mutter mit dem Kinde 220).

Endlich, als Kopien nach Raphael: In Sr.viiicen; und Anastasia, an Pilasteru, die zwölfApostel in Fresco, nach Blattern, von einem Un-genannte» Meister, in neuern Tagen aber ritoccirtund fast verdorben. Dann in Sr. Agostino die-jenige von A. Nucci eines (ungenannten) Bildesvon Raphael, das in Dolterra, so wie ein ähn-liches in den Zimmern St. Benedikts, zu MvnteCassinv, sich befinden soll 230).

In Römischen Pallastcn befanden sich, oder be-finden sich jetzt noch, neben den schon von vasarigenannten Bildern, ff.

Vörderst im Pallaste Borghese sah' Ramdohrnoch in der dortigen Gallerie: Das kleine Bildeines bewaffneten Ritters, der in einer Landschaftschlaft, und von zwey Heiligen bewacht wird, inR. erster Manier. Dieses Bild hat viel Aehnlichesmit dem St. Georg in Paris , der den Lindwurmtödtet. Es ist voll Ausdruck; aber die Zeichnungkleinlich, trocken und steif 231) Dann eine St.

Cathcrina, eine» Kopf voll Ausdruck, der vielvon der Galakhca in der Farnesina hat; in desKünstlers zweyte» Manier (gleich der in der glei-chen Gallerie, schon an seinem Ort genannten)

Krevtzabnehmung, sogar mit denselben Blumen imVorgrunde 232). Hiernächst in den Zimmern desgleichen Pallastes, die der Prinz von Aldobrandini bewohnte: Eine H. Familie, kleines, äusserst kost-bares Bild, aus R mittlerer Zeit, von guter Zu-sammensetzung und äusserst feiner Zeichnung. DasChristkind ist schön; der Kopf der Madonna, mitandern verglichen, minder; der kleine Johannes

227) liicliLrUson I. c. 297.

»28) i>. 200. Pcktro di Cortoua hatte dieses Bild in gedachte Kirche geschenkt. Späterhin kam es in ein Zimmerder Malerakademie St. Luca . Ooirmami II. 548- Dort zeigt es (nebst der merkwürdigen Reliquie vonRnphnels Schädel) auch Knmdohr III. 15960. an, und sagt davon: »Das Stück ist sehr beschädigt;inzwischen verräth der Kopf des Heiligen und dessen Arm noch den Meister. Ausdruck und Zeichnung sindvortrefflich. Die Gewänder scheinen nicht glücklich geworfen zn seyn". Gestochen ist solches von C. Bloe«maert, Piccioni, C. Langlois (komn, Onllicso /scLäsinl»- /Uumiw!,) und dann im bloße» Umrisse beyLaiidon Nr. ,52.

229) p. 19z. u. 356. Beyde freylich unsicher.

230) p. 68. tl. 400. Nach der: klom» ant. e mociei-nn I. 570. stellt letzteres die Madonna della Rosa vor» und

wird dort: 6opi» sr und nur die Bilder umher als Arbeit von Nucci genannt. Sonst glaubte

man, daß sich in St. Agostino einst ein st. Joachim (Oriqinalbild von Knvhnel) befand, das wenigstensH. Golzius für ein solches 1592. gestochen hat. S. den Uicenbrokischeit Katalog.

23,) Ran,bohr l. 292.

23») Ebenh. 293.

-33) Eben-. 309.

-3i) Ebend. 3->l. Candon, unter Nr. iZI- 2,5. 227. 297. 98. 3;». 4,. u. 88. und 432. führt somit neun

Darstellungen einer Grablegung oder, wenn man lieber will, einer Mutter der Schmerze» an, unter welchenwir aber von Nr. 297. einzig vermuthe» , baß solche die unsrige seyn, und nämlich aus der Gallerie Borg-hese in den Besitz des berühmten Kunstbilmanrcn, H. Denon's, gelangt seyn dürste.

-55) Ebend. -9--9Z.

-Z6) Ebendns. -9--

-37) tkbendas- 3»i. u. 2. Ob dann das Bildnis von Julius II ebendaselbst, Covie von einem der viere, oben(S. 1,-12. u. Anm. 53.) und unten genannten, zu Florenz , und in den Gallericn Giusiiniani, Caffarellrund Corsini zu Rom sey, ist uns unbekannt,

-38) Ebendcis. 289-90. 305.

'39) Knmdohr II. -8586.

wahr. Der Färbung merkt man an, baß der Künst-ier damals viel in Fresco arbeitete; die Tintensind nicht vertrieben 233). Endlich in einem klei-nen Zimmer mit Kabinetstücken: Zeichnung einestodten Christs unter den Weibern und Jüngern;Gedanke, Zeichnung und Ausdruck gleich vortrefflich,jeder Federzuq voll Seele 234). Alle oberwähntenBilder hält Ramdohr für acht.

Dagegen schwerlich dafür halt eben dieser Schrift-steller in dem gleiche» Pallaste jenen St. Johannden Täufer in der Wüste, den man so oft sehe,und für dessen Originalität allerwarts mit gleichemEifer kämpfe 235). Noch minder eine H. Familie,die man für cvrrekte Zeichnung höchstens aus Ra-phaels Schule, etwa für ein (und in solchem Fallehöchst seltenes) Oclbild von Polyvoro achtenkönnte 236). Als sicher bloß aus seiner Schuledann die drey Grazien, zu unrichtig gezeichnet umvon ihm selbst zu seyn 237). Und vollends zuver-läßig, wenn gleich ihm zugeschrieben, sey eine im-merhin schone und wohlgruppirte Madonna mit demKinde, von Inl. Romans, so wie das Conversa-tions-Bild, gewöhnlich Cäsar Borgia und Machia-vcll getauft, in der That aber Hipolythus von Mc-dlcis und Sebastian dcl Piombo, von diesem letz-ter» selbst gemalt, und nämlich die Zeichnung derHände nicht bestimmt genug, so wie hingegen dasColorit zu kräftig für Raphael 238). Dagegenwill volkmaim II. 3yr. im Pallast Borghese, ineinem eigenen Zimmer mit in Rahmen gefaßtenZeichnungen, neben Anderm, eine Raphaelischevon der Schlacht Constanrins, nebst den darunterbefindlichen Basreliefs wissen.

Im Pallaste Larberim sah Ramdohr »och einschönes, aber im Colorit sehr verblicchenes BildnißRaphaels, mit izr8. bezeichnet, und immerhinzweifelhaft, ob es von ihm selbst sey 239). DannRichardion schon, und Ramdohr seither, einanderes seiner Fornarina, mit seinem Namen aufdem Armbande; das Colorit (sagt der erstere) seybräunlicht, Augen und Haare mohrenschwarz, unddie Gesichtszüqe grob. Bey Ramdohr hinwiederheißt es:Die Person die es vorstellt ist nichtschön, und hat einen ziemlich materiellen, obgleichwahren Charakter. In der Bestimmtheit der Con-tvurcn erkennt man den großen Zeichner wieder;aber vielleicht sind sie nicht genug verschmolzen.Das Colorit hat sehr verloren". Sie sitzt in ei-ner Laub, nackt bis unter die Brust, die sie nur