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stichen im Umrisse beurtheilen sollen, welche Lan-dorr in: Vie et Oeuvres ckc eVa/o/rae/ Xr. HZ.lü. 17. u. 40. 41. u. 42. davon geliefert hat.
Don verschiedenen, nach seiner Angabe und Zeich-nung ausgeführten Bauten, nennt Tir> noch, ne-ben den schon oben an seinem Ort 263) ange-führten : Ei» ehemals bey der Farnestna gelege-nes Haus, das aber gegenwärtig ein Heuschober seynsoll; dann die Villa Madama, den kleinen unvol-lendeten Pallask Caffarelli, welchen Vasal l indes-sen vielmehr der Leitung des Bildhauers Eoren-zerri zuschreibt, der aber immerhin den Geist undGeschmack des Unsrigen verrathen soll; und end-lich die Restauration der alten Kirche Sr. Ma-ria della lAavicella 264).
In Neapel befand sich einst auf Capo di Montevon Raphael eine berühmte H. Familie, welcheVolkmann 265) noch, freylich ziemlich locker be-schreibt: „Schon gruppiere Figuren. Der Aus-druck im Gcsichte der Maria und des Johannes istmeisterhaft; bey dem Kinde Jesus könnte er et-was edler seyn. Die Umrisse sind richtig, aber et-was trocken. Das Kolorit ist angenehm, obgleichnickt völlig nach der Natur". Dann noch einPaar andere Madonnen. Alle drey mögen in denbekannten Schreckenstagen nach Palermo gewandert,oder sonst nach allen Winden zerstreut worden seyn.Eben so die berüchtigte Kopie des Andrea delEarto von dem Gescllschastbiidnisse Leo X .zwischen zwey Kardinalen, einst in Florenz , jtzt,» Paris , was einst Jul. Romanus für das Ori-ginal hielt, und so lange behauptete, er habe selbstmit an der Drapperie gearbeitet, bis er des Ge-gentheils überzeugt ward 266). Alle diese Bilderfand Morgenstern (lgoy) in der stzigen Gallerteder Slndi zu Neapel nicht mehr. Dagegen sah' ernoch dort: E>ne Donna in rother Kleidung, Halb-sigur, und: Raphaels Mutter getauft; dann Bra-mante und seinen zeichnenden Sohn (Pietro Peru-gjno gehl bey ihnen vorüber), beyde wenigstensdem Unsrigen zugeschrieben; Moses , der sich dieHand (vor dem Herrn im brennenden Busche)vor's Gesicht halt, eine Handzeichnung von ihm;und endlich eine verkleinerte Kopie von der Grab-legung aus Borghese 267).
Noch besaß, dem Zeugnisse eines reisenden, eiu-sichligen Künstlers zufolge (1812.), der CavallereCicci daselbst eine ganz kleine H. Familie, so blaßund zart eolorirt, wie eine helle Aguarellzeichnnng,und welche man in so hohem Werthe hielt, daßsich davon mehrere Kopien in Neapel befinden.
Dort nennt Rarti's Iskru^lone etc. noch 1730.
Im Pallaste Genrili ein kleines Bildniß Ha-phaels, ob in ihm selbst gemalt, wird nicht be-stimmt gesagt; dann eine H. Familie aus seinerSchule. G- 129. u. 30.
Im Pallaste der Gebrüder Domin. u. Jos.pallavlLin, eine kleine Zeichnung von ihm, ohnenur ihren Gegenstand zu nennen. E. 155.
Im Pallaste Lngnole (gewöhnlich Rosso ge-nannt, damals von Carl Cambiaso bewohnt), eineCopie von Sanzio's berühmtem Bilde (H. Fa-milie) im Schatze zu Loretto, von einem Meisterseiner Schule. S. »66.
Im Pallaste Dona (damals von H. CajetanCambiaso bewohnt) eine H. Familie von Raphael,von seltener Lollendung, wo auf dem Saumedes Rocks der H. Jungfrau sein Name geschrie-ben steht. S. 270.
Im Pallaste Earrega eine Herodias in Halb-figur, welche Einige für einen Raphael, die Meh-rern aber für einen Titian halten (!) S. 28r.
Im Pallaste Amdrosro Dona eine ganz vor-zügliche Madonna, mit dem Kinde und dem klei-nen Johannes, in Raphaelischem Styl. S. 314-
Im Pallaste Man einen sehr schönen ChnstuS-Kopf, der von Raphael zu seyn scheine. S. 322.
Im Pallaste J'ranzoni eine sehr schöne Copieder Verklarung, nach dem Urdilde genommen; vonwem, wird nicht gesagt. S. 328.
Ebendaselbst eine Madonna mit dem Kinde,aus Raphaels Schule. I. c.
Unter die Bilderverpstanzungen aus Welschlandnach Paris durch die unermüdete Hand des Gc-neral-Direetors in solchem Geschäfte, H. Denons,gehört auch diejenige des Martyrertodes des H.Stephanus, jenes berühmten Bildes von Jul. Ro-man», das einst den Hauptaltar von St. Stephanszu Genua zierte, und welches Kenner als ein wür-diges Seiteustück der Verklarung von Raphaekjederzeit bewundert haben; dessen wir aber hierdarum gedenken, weil (zwar unerwicsen) behaup-tet wird, letzterer habe selbst den obern Theil des-selben gemalt.
In Spanien sah man noch, wenigstens vorzehn Jahren, von Sanzio ff. Bilder 208).
1. Bey St. Jldefvns, im Zimmer der Infan-til! Maria: Eine sitzende Madonna auf niedrigerStufe, das Kind vor ihr; Johannes umarmt cS.Elisabeth stehend, mit einer Spindel in der Hand,hinter der Jungfrau. Ein Hirtenknabe bringtLauben in einem Körbchen; Joseph sieht zwischendiesem Hirten und der Madonna. Eine anderemännliche Figur ist im Begriffe, mit einem Stierund einem Esel in den Saal zu treten. Wohlunzweifelhaft aus des Künstlers früherer Zeit, woer seine Figuren noch etwas hart, sein Fleischtrocken malte; aber solche Physiognomien, solcheeinfache Gewänder, und solch eine Composition,die ihm schwerlich jemand nachmachte. Ein wah-res Kleinod.
2. Ebendaselbst einen mit Röthelstein gezeichnetenKopf in Lebensgröße, etwas gesenkt, ganz vor-trefflich , und beynahe mit Nichts aufs Papiergeworfen.
3. Im Escurial (Capitulo prioral): Mariasitzend mit dem Kinde, das sie mit unaussprechli-cher Innigkeit aus dem Arm tragt; sein linker Fußsteht auf dem Tische, auf dem eine Rose liegt.Es neigt sich zu dem stehnden Johannes, undbeyde halten ein Lamm. Die Knaben blicken sichmit unbefangener Fröhlichkeit an; doch ist des er«steril Blick glänzender und tiefer. Maria sieht fasternst aus Johannes, und ihr jugendliches Gesichtumschwebt ein stiller Zug der Trauer, eine Ahn-dung der Zukunft. Joseph sieht ebenfalls nach-denkend auf sie und die Kinder. »Die Mutterhat die schönsten Hände, die ich je bey einer Ra-phaelischen Madonne sah".
4. Das kleine Bild einer schönen schlanken Ma«
26z) S. 24.
264) Liti , p. 36 . - 85 . 207. 4zs.
263) Hl. 68.
266) »Die Ausführung" (sagt wieder vslkmann l. c.) »ist so schön, daß viele Kenner unschlüssig sind, obdieses oder das Klorentische Bild den Dornig verdiene. Gs ist auf Holt, und, wie es scheint, auf weißenGrund gemalt; daher die Farben vielleicht so frisch geblieben sind".
267) Husruxe ». st, Psxebüclisrn u. r. k. I. ( ?. i. ) u. gz.
-6«) S. die Notijten eines Reisenden (der geistreichen Frau von Humbvld) hierüber in dem Programm zurJen. C. K. von ,8-^. K. V — Vlil.