klärung, wahrscheinlich von einem Niederländischen Pinsel, eine andere „von dem" (heißt es dann)„berühmten Bilde aus Raphaels erster Manierim Palais Royal zu Paris , dessen Wiederholungman auch zu Capo d, Monte bey Neapel findet:Maria stehend; das Christuskind umarm den klei-nen Johannes 255)".
Aus dem Pallastc Alm Croce nennt abermalsRamdohr LZ4) eine H. Familie: »Man sagt"(wird dann hinzugefügt) »aus Raphaels ersterManier. Allein er malte nicht so gm zu der Zeit,als er schon besser zeichnete. Wahrscheinlicher istdies Bild von einem seiner Mitschüler bey Peru -gino". Dann eine andere merkwürdige (diese un-streitig Cvpie von Jul. Romano) nach des UnsrigenMadonna zu Lorrtto.
In der ehemaligen Ville Olgiari (welche zu Ram-dohr's Zeit dem damaligen Russischen Consul San-tini gehörte) sah er, und sieht man wahrscheinlichjetzt noch, die al Frescv's nach Raphael's Zeich-nungen, von seinen Schülern gemalt, und von ihmritvccirt. Es sind drey Bilder, umgeben von Ara-besken, mit untermischte» Figuren: i.) AlexandersHochzeit mit Roxane . »Es laßt sich" (sagt R.)„nichts Reizenders denken, als diese Composition;auch der Ausdruck ist vortrefflich. In der Zeichnungfinden sich einige Unrichtigkeiten und Mangel anBestimmtheit. 2.) Männer und Weiber, die,wahrend Amor schläft, seine Pfeile gegen eineScheibe, an eine männliche Therme gelehnt, ver-schießen; von unverständlicher Bedeutung, „aberdie einzelnen Figuren vom sweltesten? und schönstenUmrisse". Z.) Roxane an der Toilette; ihreFrauen bringen ihr Gefässe mit Blumen. „Be-kanntlich" (heißt es dann weiter) „war diese Villader Ort, an welchem Raphael zuweilen, in denArmen der Liebe von der Kunst ausruhte. Ange-füllt mit dem Gegenstände, dem dieser Ort heiligwar, hat der Künstler dort das Bild seiner Ge-liebten in verschiedenen Stellungen uns vor Augengebracht. Schabe! daß ihre Gesichtsbildung nichtden Charackter sanfter Weisheit an sich tragt, dieman dem Frauenzimmer zutrauen sollte, an die sichRaphaels Herz zu hangen im Stande war"(Wahrlich eine — etwas einfältige Bemerkung!).»Die übrigen Figuren in den Verzierungen sindeben so viele Traume einer süß schwärmenden Ein-bildungskraft. Bald Sirenen, deren Schwänze sichin Blumen endigen, bald Männer, welche leichtüber Blumenstengel wegschlüpsen; dann wieder Amo-rine mit verschiedenen Spielen beschäftigt, u. s. f.Kurz Alles kündigt den Ort der Freuden einesMannes an, der auch die kleinste» derselben durchdie Feinheit seiner Empfindungen aufzufassen, unddurch den Reitz der Einbildungskraft zu erhöhenwußte 2zz)."
Endlich in der Villa Spada fand Ranr-
25z) S- oben (S. 6.) d!e Anmerk. -8. S. auchSammlung.
4Z
dohr 2Z6), in einem Plafond, zwey Bilder im Stylantiker Basreliefs, von Raphaels Schülern, „wahr-scheinlich" nach seiner Zeichnung ausgeführt. „Daseine" (fügt er bann hinzu) „schien mir denHerkules mit der Alceste vorzustellen, das an-dere habe ich nicht entziefcrn können. In demsel-ben Gebäude findet man ferner nackte Figuren vonNymphen u. a. Göttern, ebenfalls aus unsersKünstlers Schule, wovon M. Anton mehrere inKupfer gebracht; und wciters ein Zimmer, welchesder Sage nach, als Grotte, nach seiner Angabedckorirt war."
Im Pallast Rondmmi (sagt der unsichere Ber-nouilli, nach Rossini) sollen auch Bilder vonRaphael seyn 257).
Im Pallaste Ddescalch, (vormals Ghigi), der,wie es scheint mit Bracciano (vormals Gdes-calchi) nicht zu verwechseln ist, nennt Titi Tape-ten nach Raphaels Cartonen 258).
Im Pallaste Brafchr sah' der H. von Mar-rhisson »och 1796- »eine an hohes Ideal grän-zende Junglingsgcstalt" von unserm Künstler, wo-von es indessen, ohne nähere Beschreibung, in:Erinnerungen ( Th. IV. S. 229.) einzig heißt:»Ob dabey dem göttlichen Maler ein irrdischcsUrbild vorschwebte, oder ob er seiner Einbildungs-kraft einzig und allein die Gesichtszüge des himm-lischen Wesens entlieh, darüber giebt es keineStimme der Auskunft oder Belehrung." Immer-hin zählt er es zu denjenigen Bildern Raphaelsvon welchen Carl Maiarr» urtheilte: „Daß derAnschaner vor ihnen warm sitzen muß."
Im Pallaste Altier , nennt volkmamr 259): DasBildniß Raphaels; ob aber von ihm selbst gemalt,wird nicht gesagt, doch, wie es scheint, verstanden.
Im Pallaste Mattet, wieder Volkmann 260)eine Himmelfahrt Christi , in Sanzio's erster Ma-nier.
Im Pallaste Falconteri sagte man ihm: Daßim Schlafzimmer der Prinzessin ein Raphael hänge;den er aber nicht selbst sah 261). Nach Volk-mann 262) ist es eine H. Familie mit dem Kinde,das auf einem Lamme reitet, in des Künstlers er-ster Manier. Wir glauben irgendwo ein Blattvon diesem Bilde gesehen zu haben, dessen Stecheruns aber nicht mehr erinnerlich ist.
Noch bemerken wir, daß in neuern Tagen Joh.Ottaviani sechs Blätter nach Bildern gestochen hat,die sich in der Farnesina befinden sollen, undvon Einigen Raphael zugeschrieben werden. Essind: Jupiter und Ganymeb; Juno aus ihrem Wa-gen; Pluto, Pxoserpina und die Furien; Neptun auf den Wogen (diese viere dem Könige von Sar-dinien zugeeignet). Dann zwey historische: Achill ,am Hofe des Licomedes; und Ebenderselbe, vonUlyß entdeckt. Die erstern in der That sehr schöneDarstellungen, wenn wir sie anders nach den Nach-
251) t. c. 98. u. 100.
255) S. l. c. 264-66. Gestochen findet sich die Hochzeit Alexanders nnd Rorane's, wahrscheinlich nach obigemBilde, in ältern Tagen von M. Anton., in neuern von Volpaio und (ob die nämliche?) sicher die ausOlgiati, bey Paul Montagnini zu Rom , ausgemalt, für ic>. Zecchini. Dann dieselben Gegenstände vonAlerander und Rorane in zwey mit Weiß gehöhten Federzeichnungen , einst im Kabinet Cryzat, itzt im Französ.Museum, gemein nachgebildet von Ch- N. Cvchin im Crozatschen Werke Nr. z6. u. 57. und späterhin vomGrafen Caylus. Ferner, wieder Eine ähnliche Darstellung in einer Zeichnung bey H. Roger de l» Gehzu Paris , nnd endlich Kopien der Blatter von Cochin oder Caplns bey London: Oeuvres etc. dir. 506.
256) l. c. 96.
257) Volkmann u. Zog.
»58) p. Z17.
259) Volkmann II. L03.
260) l. c. 564.
2K1) I. c. 165.
262) 1. c. S. 4Z7.
Anh. zum VII. Heft. lg