Band 
Zweyter Theil [3].
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der festen und sichern Ausführung, und in dem nung an sich, welche stets zunehmen, und einzigBestreben des Kolorits, das, wie schon gesagt, eben die Natur durch ein uns Allen gemeinsames Gesetzso mystisch als die Tendenz des Gegenstands E297). aufhalten kann. Die Stiiffciilciter seiner Kunst2i. Die drey Kardinaltugendcn: Glauben, Host- zeigt uns nirgends an, wie weit er gelangt wäre,nung und Liebe. Drey Friscn in der nämlichen wenn er das Altcr von M. Angela erreicht hatte 300)".Rahme, aus der Kirche St. Franzesco zu Peru- 24. Bildniß des Kardinals Bibiena (desjenigen,gia. Dieselben sind, cn Camayeu, auf grünen der an Raphael seine Enkelin vermahlen wollte),Grund gemalt; in der Mitte von jeder Frist, en ebenfalls aus Pitti O 9" 4"/ hoch, n"Rond, eine dieser Tugenden in Haibfigur, durch br.): „Ein nachdenkender und dabey gutmüthigerStellung und Ausdruck bezeichnet; zu ihrer Rech- Kopf" (sagt das Manuel); „derKünstler hat seinemtcn und Linken (jedoch von dem en Rond getrennt) Gönner das rechte (schielende) Aug' nicht geschenkt;auf jeder Seite ein Genius, mit Attributen, welche einfacher, unmanierirter Styl; der Mann ganz wieder Hauptfigur vollends ihre Deutung geben. Je- er ist; die Stellung eines Schreibenden, der Ver-dcs dieser lieblichen Bilder ist breit und 5" hoch. gleichungen anstellt (?); Alltagsklcidung ohne An-Landon rühmt, neben der Conipofition und Zeich- maaßung. Dieser Theil dcS Bildes hat indessennung, die ungcmeine Deutlichkeit dieser Alle- ziemlich durch die Zeit gelitten. Die Hände un-gorien, die sonst so selten ist, und fügt hinzu: „Es gemein schön; wahre — Kardinalshände, die sichist unbeschreiblich, was für einen Reichthum von bloß mit der Feder, und nur mit Muße bcschas-Einbiidunaskrast Raphael auf solche für Kameen tigen 301)."

und Arabesken bestimmte Gegenstände verwendet 25. Endlich dasjenige des Kardinals Jnghirami,hat; sein Genie scheint (auch) hier unerschöpflich", wieder aus dem Pallaste Pitti: „Bildliche" (sagtDas Manuel dann, welches ihr Maaß (ganz das Manuel) „dessen tiefes Nachdenken ihm ausanders als oben) auf 2/ 6" Höhe, und 2^ 8" den Augen leuchtet; lauter Zöge, und sogar Um-ü"/ Breite «„giebt, bemerkt sehr richtig: Daß die risse, die einen Mann aussprechen, dem die langeHauptfiguren noch mehr durch Stellung und Aus- Gewohnheit das Recht erworben, nie sein Inneresdruck, als durch bloße Attribute, ihren Sinn deu- zu verrathen, kurz eines Politikers deS Römischentcn. Es sind bloße Skizzen, aber eben so weich Hofs; sein Mund kann lächeln wenn er will, aberals leicht koecirt 29z). Wangen und Augbrauncn nehmen keinen Theil da-

22,. St. Placidus, St. Cacilia und St. Vene- ran. Die Zeichnung von äußerster Reinheit, unddikt, drey kleine Halbfiguren »n Gouache, aus der zumal diejenige der rechten Hand mit den Ringen,Benediktinerkirche zu Perugia ; die Farbe ist ganz wunderschön. Der Piuselstrich breit, das Koloriterloschen, aber Zeichnung und Ausdruck bürgen bey- wahr; der Glanz des Gcharlachgewands tödtet dasnahe für die, freylich nicht ganz ausgemachte, Dri- Fleisch nicht. Der Faltenwurf „„gemein natürlich.'ginalirät »99)- Auch sieht man an diesem Bilde, daß die Gewohii-

23. Das Bildniß des Papstes Julius II. aus heit — oder vielmehr die Aushilfe des Lasirnesdem Pallaste Pitti, Knicstück von 3/ i" Höhe und (hier mit reinem Lacke) schon von Alters her geübt2/ 2" Breite, ein sehr nachdenkender, und ruhig ward. Ucberhaupt scheint Raphael dies Werküberlegender Kopf. Von diesem Bilde urtheilt mit ganz besonderer Lust vollendet zu haben, sodas Manuel: „Auch hier immer dieselbe Weise, wie er denn freylich das Bildniß auch sonst für e>-den Menschen zu malen nicht so wie er sich im nen wesentlichen Theil seiner großen Kunst an-Prunke zeigt, sondern wie man ihn täglich bey sah 302)."

Hause sieht. Kräftiges. Kolorit, aber noch nicht Diese 25. Bilder aus der Gallcric des Fra.izö-das Transparente und Vollendete, wie in der Folge, fischen Museums, mache» mit 19. andern, theilsDie Muskeln sind stark ausgedrückt, und die For- von altem Besitze, theils von Kunsteroberungcn,wen eben nicht sehr fließend. Es ist «och nicht die die wir schon oben nach vafari, und, aus Vcr-Arbcit jenes Bildnisses von Leo X. " „Raphaels anlaßung, auch nach Andern genannt haben 303),Talent" (wird bann sehr gut hinzugesetzt) „trug einen Kunstschatz von 43. Raphaelifchen Staffc-be» ganzen Charakter menschlicher Vervoilkvmm- leibilder aus, deren sonst keine andere Gallerte in

297) S. T«»äo» Ai>n. I!l. Ix,. I I. dir. 33. An beyden Orten, so wie auch in des erster«: Vis etc. äs

kic/ch«,/ dir. 435. finden sich davon Nachbildungen im Umrisse. Gestochen dann hat dieses Bild in älternTagen (wahrscheinlich nacb einer Zeichnung, die sich ebenfalls in der Apollo-Gallerie des Museums befindet)M. Anton; ein äußerst seltenes Blatt, da die Platte davon (1527.) bey der Plünderung von Rom »»gründ«gieng. Wohl zu unterscheiden ist von demselben das ritoccirte, welches mit. tt. Sanct. i^arc Ant. irossisxc. ,610. bezeichnet ist, und (irrig) für I. Bonasone's Arbeit gehalten wird. In neuern Tagen dann(i8<ii.) sehr gut 2 - V. L. Massard, der jüngere Sohn Massard des Vaters, in einem Blatte von >9" >>'"in die Höhe und -5" 9 '" in die Breite, welches -4. Fr. kostete. TVo-w. ä,« 1. 3-4—25.

-98) S. Uriio» Ami. V. dir. 6. 2^. u. 44. dir. 22. wo sich Nachbildungen im Umrisse finden, so wie

auch in des erster»: Vis sie. äs dir. 67. Gestochen wurden solche (wie wir glauben rum erstenmal)

von Desnoyers (1811.) jür's Musee Napoleon , mit großer Genauigkeit und Reinlichkeit; doch so, daß derCaritas in der Mitte, mit der unaussprechlich süßen Kindergrupve, noch die Palme gebührt). Die Figurdann des Glaubens weuigstcns findet sich auch bey Filhol Nr. 255.

299) Beschrieben und im Umrisse abgebildet finden sich solche, unsers Wissens einzig im Manuel Nr. 25 — 27.Dort heißt es: Der Kopf des St. Placidus habe Correggio zum Modell für sein Bild, welches die Marterdieses Heiligen darstellt, und sich ebenfalls im Museum befindet, gedient.

Zoo) dir. 3». wo sich dieses Bild ( eben so wie in önndons Vis etc. äs kkapbask dir. 217.) IM Umrisse

findet. S. übrigens der Bildnisse Julius II. und darunter wohl namentlich auch des unsrigen schon oben

S. ,2. u. Anm. 53 . erwähnt. In neuern Tagen haben solches, wie wir auch dort bemerkt haben, Morei undChataigner gestochen.

Z»l) A/aili-el dir. 28. Dort (unsers Wissens einzig) im Umrisse abgebildet.

Z02)/L. dir. 19. Wahrscheinlich dasselbe Bildniß eines Kardinals, von welchem wir schon oben, nach Ri-chards«»: , gesprochen haben. In ältern Tagen hat es Th. Verkruys gestochen. Nachgebildet im Umrissefinden wir es im Manuel.

50z) Davon sechse alt: Madonna die Gärtnerin ; die beyden St. George, die beyden St. Michael, und dasBildniß der Johanna von Arragon; die übrigen neu, nämlich: Die beyden Hauptbilder: Der Verklärung, ausPietro Montorio zu Rom, und der,H. Cäcilia aus Sk. Paul di Mvnte zu Bologna ; dann die H. Familiemit St- Anna und Sacharin«, aus der Gallerie Pitti; die Krönung der 5 ). Jungfrau im Himmel, oderihre Auffahrt, aus St. Francesco, und von -en Clarisserineu zu Perugia (zwevmal), nebst den drey kleinenTafeln am Fußgestelle des erstern: Verkündigung, Anbetung der Hirten, und Darstellung im Tempel;Weiter: Die Madonna mit den Kirchenvatern, wieder aus Pitti (jetzt ZU Brüssel ); diejenige von Dona«

Anh. zum VII. Heft. iL