Europa — vielleicht auch eines Theils derselben Kopfputz der Mutter, fast wie in der Gärtnerin,nicht ohne Ercöthcn, sich zu rühmen hat. und das Gesicht noch jünger (2^ 4" hoch, i- 6"
Was bann, neben diesen, seiner Zeit die Galle- br.) auf Holz. Dieses Bild (heißt es bey Erszar)rie Drleans besessen, und in unsern neuern Ta- wurde, wie es scheint) von R. bald nach seinergen in alle Welt zerstreut worden, war folgendes: Ankunft in Rom gemalt. Nach mehrern Hand-
Ersilich von H. Familien und Madonnen. ändernngen (einmal besaß es das Kabinet Seig-
1. Eine H. Familie auf Holz, en Rond (3^ nelay) kam es durch Kauf an Orleans . Nach
2" im Durchmesser). Ganze, halb lebensgroße Lands» soll es jetzt ebenfalls in England seyn 307).Figuren. Madonna, im Profil, halt das nackte, 5. Eine fünfte: Die sitzende Madonna, in her-sitzende Kind am Gängelbande. St. Joseph, auf abhängendem Flor, halt das auf einem Gesimseeinem Knie, einen langen Stock in der Rechten, stehnde Kind, und umarmt es; im Hintergrund,reicht ihm Früchte dar, gegen die es sich hinneigt, etwas Landschaft (r^ 6" hoch, 2- br.) aus Holz.Im Hintergrund eine Landschaft. Felibien sagt: «Dieses Bild" (heißt es bey Erozar) «kam nach«Graf Chiverni, Marquis d'Aumont, verkaufte mehrern Handänderungen, zuletzt durch Kaui vondasselbe an H. de la Neue für 500°. Fr. und eine H. H. von Dochat an Orleans ; etwas geschädigt,Copie desselben von Ph. Champagne, welche einst aber dafür die Kopse von lebhaft großem Charak-(ob jetzt noch?) in der Kirche von Port Royal ter, und die Farben noch in ihrer schönsten Be-stand. Dann kam es', nach mehr andern Hand- the, wahrscheinlich aus R. Keßler Zeit. Von Ei-anderungen (z. B. im Kabinet Lambonneau), an nigen indeß wird es für die Arbeit eines seinerOrleans. Einmal soll es auch der König besessen haben, Schüler, Timoth. Viti's, gehalten". Gegenwärtigund wieder einmal (man höre die elende Kunstfa- soll es (nach Landon) abermals in England seyn308).bell) in zwey Hälften getheilt worden seyn, deren 6. Eine sechste endlich: Die sitzende Madonna,eine ein Kunstliebhaber kaufte, die andere spather- fast im Profil, betrachtet stille das nackte Kind aufhin in einer Schwcitzerischen Wirthsküche gefunden ihren Knieen, das nach ihrer Brust langt, undworden sey, wo es zu einem Lisch zum Kraut- den Zuschauer ansieht, (n" hoch, 8)!," br.) aufhacken diente". In zwey Theile gespalten war das Holz, die Scene auf einem Zimmer. Nach CrozarBild wirklich einst; aber noch zu Crozat's Zeiten kaufte Orleans dieses Bild, aus Raphaeks erstertrefflich erhalten 304). Manier, von einem Abbe des Champs 3 °y).
2. Eine zweyte, ebenfalls aus Holz (2^ y" hoch, Von diesen sechs Bildern dürfte, neben Nr. 2.
11" br.), stehnde Figuren unter Haiblebens» auch von Nr. z. und 4. eines zu denjenigen ge-grüßt. Madonna, mit dem nackten Kinde und hören, welche R. nach vajari, in seiner zweytendem kleinen St. Johann im Kameelseüe, legt ihre Manier, zu Urbino gemalte Zio). Schon «achHand auf diesen letzter», als wollte sie ihn vor den Blattern zu urtheilen, gehören bald Alle. zudem erster» sich neigen machen. Zur Linken sieht seinem Trefflichsten, nach dem so einfachen, undman St. Joseph, der eine hüglichte Straße hin- doch — so unerschöpflichen Gegenstände.
angeht. Dieses Bild soll eine derjenigen H. Fa- 7. St. Johann in der Wüste (5/ i" hoch, 4>milien seyn, welche R. für den Herzog von Urbino 6" br.) auf Holz; dem eben angezeigten Maaßegemalt; dann kam es, durch Geschenk an Spa- nach größer, als der im Französischen Museum,nien, späther an Gustav Adolph von Schweden , und hier lebensgroße Figur, sonst wohl diesemund hierauf durch Kauf, aus dem Kabinett der letzter» in der ganzen Zusammensetzung gleich; außerKönigin Christinn, an Orleans . Die Reinheit der daß es davon ausdrücklich heißt: Der Unsrige sitzeZeichnung, und das fast vcnetianische Kolorit des- (gleich demjenigen zu Florenz ) nicht auf einemselben, wird sehr gerühmt. Eine schöne Kopie Baumaste, sonder» auf einem Stein; und ebendavon desaß der Cardinal Albani , Neffe Cle- so geht auch hier vom Bambusrohr eine Flammemens XI. 305). aus. Er sieht gerade vor sich hin, zürnend und
3. Eine dritte, auf Leinwand (3^ 7 " hoch, weit lebhafter, als der im Museum. Vor dem
8" br.), Halbfigurrn. Madonna hält einen durch- zu Florenz , will ihm Crozat auch in Ansehung dessichtigen Schieyer von dem auf einem Bettchen nackt Kolorits den Vorzug geben. Maria von Medicisliegenden Kind auf, das die Aermchen gegen sie brachte dieses Bild nach Frankreich , und schenkteausbreitet. Joseph, auf seinen Stock gelehnt, sieht es ihrem schändlichen Lieblinge, dem Marschall d'An-aufmerksam zur Seite. Die Scene scheint ein cres. Spatherhin kam es, nach mehrern Hand-Zimmer zu seyn 306) ändernngen (einmal im Besitze des Präsidenten von
4. Eine vierte: Madonna mit dem Kinde, das Harlay) in die Gallerie d'Orlcans. Wo es sichsich mit dem Gesicht an den Schooß der Mutter gegenwärtig befinde, ist uns, wie so Vieles, un-lehnt, und die Augen zu ihr emporhebt. Der bekannt 311)
taire, aus Fvligno; eine dritte mit Johann dem Täufer und St. Niklas, aus der Kirche Frati de' Servkzu schon genanntem Perugia ; das Gesicht Ezechiels, und endlich das Gesellschaflsbild Leo X . mir den Kar-dinälen Medici und Roß,, beyde wieder aus der Gallerie Pitti.
2<>4) Gestochen haben dasselbe E. Roußelet (-656); dann I. Raymond, für Crozat Nr. 23. (mittelmäßig; nachseinem Stiche zu urtheilen, wäre das Profil der Mutter sehr gemein); im Umrisse endlich giebt es LandonVie etc, 4e Kt-pbae/ Nr. Z27.
ZoZ) Gestochen ist es von I. Pesne; dann für Crozat Nr. -0. gut, wenn schon (nach demselben zu urtheilen)das Christkind nicht schön ist; im Umrisse bey Landon l. c. Nr. »94-
J06) S. Landon Nr. >48. wo es sich im Umrisse findet. Dort heißt es: Das Bild linde sich jetzt in England,und Nomanet habe es gestochen. Crozat hat es (als eine vielleicht spälhere Erwerbung von Orleans ) nochnicht. In neuern Tagen hat es auch I. Bouillard, nach Veyreau's Zeichnung geliefert i?)-
507) Gestochen ist solches schön für Crozat Nr. von N. de Larmessin, späterhin von Romanet, und im Um-risse bey Landon I. c. Nr. »45. Dann früher nach einer Kopie, deren Hintergrund etwas verschieden ist,von Dvulanger.
Z»8) Gestochen ist es von C. du Flos, bann für Crozat, Nr. 22. von I. Ch. Flipart (gemein); ferner von L.Petit, und endlich im Umrisse bey Landon l- c. Nr. 525.
309) Gestochen ist dasselbe, in der Größe des Urbilds (schön) von N. den Larmessin, für Crozat; noch Ander»auch von Cl. du FloS, und von Huber; bey Landon endlich im Umrisse l. c. Nr. ,46.
310) S. oben S. 5. u. S. 6. Anm. r8.
Ztl) Schön gestochen, ist dasselbe von Fr. Chereau, für Crozat Nr. -9.. und kleiner von R. Elis. Marie Chr-, reau. Früher vielleicht dieses, nicht dasjenige zu Florenz is oben die Anm. Nr. 76.) in Helldunkel, vonH. da Carpi. Bey Landon findet es sich nicht.