Band 
Zweyter Theil [3].
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8. Christi Gebet im Garten (9" hoch/ io A" br.)aus Holz. Der Heiland (sehr gemeine Figur)aus den Knieen; ein Engel bringt ihm den Kelch;die Jünger schlafen 312).

9. Die Kreutzkragung (9" hoch/ 2/ 7jr" br.)/eine Frist/ auf Holz. Ein junger Mensch unter-stützt den heiter aussthnden Erlöser. Vier Scher-gen; ein Soldat mit einer Hellbarde. Zwey Reu-ter voran; die H. Mutter/ die in Ohnmacht sin-ken will / von St. Johann und den drey Marienbegleitet (zusammen 14. Figuren) 31z).

ro. Die Grablegung (oder vielmehr eine Pieta),Nebenbild von Nr. 8. vollkommen von nämlicherGröße/ auf Holz. Landschaft mit drey Bäumen.Auf den Knieen der Mutter liegt der von St.Joseph gehaltene Leichnam. Magdalena knicend /küßt ihm den rechten Fuß. Zwey Apostel blickenmit Schmerzen auf ihn. Madonna tragt eine ArtNonnen-Schleyer 314).

Diese drey Bilder (Sr. 8. 9. u. 10.) in San-zio's frühester Manier/ standen über die Stufendes Altars der Nonnenkirche St. Anton zu Peru­ gia / für welche R. auch das Altarblatt selbst(ebenfalls eine Pieta/ mit dem bekleideten Leich-nam 31Z) gemalt hatte. Die Königin Christinnkaufte jene dreye von den besagten Nonnen; als-dann kamen sie (nach den Einen Nachrichten un-mittelbar/ nach andern aus dem Kabinct Brae-ciano,. mit mehr Andern,) an Orleans . Von Nr.

io. besaß der H. von Cvrzat eine Zeichnung desersten Gedankens.

n. u. 12. Franzisc und St. Anton von Pa-dua/ Nebenbildcr auf Holz (jedes 9" hoch undic>" br.). Der letztere halt in der Rechten eineLilie/ in der Linken ein Buch; der erstere ein Buchund ein hölzernes Kreuz. Auch diese beyden Bild-chen sollen sich/ mit obigen/ an der nämlichen Stellezu Perugia befunden haben 316).

13. Bildniß Julius II. (3/ hoch/ 2/ 3" br.)auf Luch. Der Papst mit langem weißem Bart/in einem Lehnstuhl mit hohem Rücken/ die linkeHand auf dem linken Stuhlarm/ an jeder Handdrey Ringe 317).

14. Junger Mann, lebensgroße Haibfigur/ haltein Buch vor sich. Einige hielten's für das Bild-

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niß Bindo's Moncsi's (wohl Ältoviti's?) von Ra'phael in der Jugend gemalt.

iZ. Bildniß einer alten Frau (ii" hoch/ 9A"br.) auf Holz/ in natürlicher Größe/ iii einer ein-fachen gelben Haube; das weiße Haar fallt ihr aufdie Stirne. Man sieht ihr den ganzen Hals/und ein wenig von der Brust 313).

16. Das Gesicht Ezechiels 319-.

Die Notizzen von oberwähnten ,6. Bildern ha-ben wir/ theils aus dem Texte zu dem bekanntenLiozarschsn Werke/ theils aus Dubois de Sr.Eelais sehr genauen: Oescrizttion ckes 1'ablenuxcku Palms Ro/al 8°. karis 727. geschöpft/ welchesogar bey manchen derselben die Farben der Ge-wänder/ des Grunds u. dgl. angiebt. Wer abersagt uns nun / wo die Nr. 1. 2. 6. 7. 8. 9. 10.n. i2. 13. 14- i 5 . bey der Zersplitterung der

Gallerie Orleans hinqerathen sind ?

Dann befanden sich einst in Ciozar's Kabinetselbst/ von Sanzio's Original-Bildern ff..-

1. Eine H. Familie/ auf Holz (2' ifr" hoch,1/ 8/z" br.): Madonna sitzend, das Kind auf derSchovß/ das nach ihrer Brust langt/ und gegenJoseph blickt, der es, auf seinen Stock gelehnt,aufmerksam anschaut.Dieses Bild" (heißt eSin dem Werke von Crozat) scheint zur Zeit derDisput« gemalt zu seyn. Joseph, ohne Bart, istvielleicht ein Bildniß. Dasselbe kam aus dem HausAngouleme , und wurde wohlfeil verkauft, weil esüberall, und zwar schlecht, retouchirt war. Ein(wir glauben holländischer) Künstler, Danbine,wußte altern und neuern Unrath, gleich einer Decke,davon abzunehmen, und ihm so seinen ursprüngli-chen Werth wieder zu geben. In dieser erneuer-ten Gestalt kam es an den Herrn von Crozat 320).

2. Derjenige St. Georg, dessen wir schon obenausführlich Erwähnung gethan 321), und welcher,nach Crozat's Tod in die Königliche Sammlungübcrgieng. Gegen J'elldien s Meinung, ist eswahrscheinlich das unsrige, wo der Heilige denHosenband - Orden trägt, welches Raphael ur-sprünglich für Heinrich VIII. in England malte;auch tragt es noch den Stempel, welchen späther-hin Carl I. allen Bildern der Königlichen Samm-lung geben ließ. Aus dessen Verlassenschast kam

Z12) Sehr gemein gestochen findet es sich, in der Große des Urbilds, bey Crozat, Nr. 25. von I. Ch. Flipart,und im Umrisse bey Landon 1. c. Nr. -26.

3,3) Gestochen in natürlicher Größe für Crozat Nr. -6. und im Umrisse bey Landon l. c. Nr. 216.

3-4) Gestochen ist solches (gut) von Cl. Duflos für Crozat Nr. 27. in der Größe des Urbilds. Landon l. c.giebt es nicht.

Z15) S. oben S. 6. u. A»ni. 20.

516) Stiche davon kennen wir keine. Auch Landen hat sie nicht.

Z17) Somit für Größe, Stellung und Staffirung demjenigen aus Pitti fast vollkommen gleich, etwa den hohenRücken des Lehnstuhls ausgenommen. Auch die Ringe haben beyde, doch der aus Pitti nur fünfe. Immer-hin bleibt es übrigens »»ausgemacht, welches das Bild des H. Vaters sey, dessen schon pasari gedenkt.Einen Stich, namentlich nach dem Unsrigen aus Orleans , kennen wir keinen.

3-8) Von diesem, so wie von Nr. 14. kennen wir keinen Stich.

Z19) Alles von diesem Bilde, das mit demjenigen aus Pitti (jetzt im Französischen Museum) so viele Ähn-lichkeit hat, und sich gegenwärtig in England (in wessen Besitze?) befindet, haben wir schon oben S. 17.u. 18. in Terl und Anmerkungen beygebracht. Hier nur noch Folgendes. Crozat hält nämlich (wahr-scheinlich irrig) das unsriae für dasjenige, welches der H. von Chanteloup von dem Hause Ercolani zuBologna erkauft, und erzählt dann ferner: Der große N. Poußin habe gedachtem H. von Chanteloup die Ent-zückung St. Pauls , als Pendant des Ezechiels, malen müßen, was aber der Künstler nur unter dembescheidenen Bedinge leisten wollte, daß sein Bild dem Raphaekischen zum Deckel dienen sollte. Beydeseyen sodann in die Gallerie Orleans gelangt. Gestochen findet sich dasjenige von Poußin vielfältig; be-sonders schön von I. Pesne, I. Duqey (Dughet), M. Natalis und G. Chasleau, letzteres mit einigenVeränderungen, winkker. uebrigens spricht Crozat auch von demjenigen aus pitti, wesentlich, wiefolgt: «Ein ähnliches größeres Bild besitzt der Großherzog von Florenz , wo die Glorie anders behandelt,der Kopf des Engels, der die Rechte der Gottheit unterstützt, anders gestellt, und die Landschaft, unten,ganz verschieden ist. Ueber alle dies dürfte die Vergleichung des schönen Blattes bey Crozat (Nr. 28.)von N- de Larmessin, und eines andern von F. Poilly, nach der Zeichnung von Errard (wovon das ersterewenigstens'zuverläßig das Bild* von Orleans darstellt) einer-und hinwieder dasjenige von Mogalli uud dasneuere von Longhi, die nach dem Raub aus Pitti genommen sind, anderseits, das beßte Licht verbreiten.Im Umrisse findet sich letzteres auch bey Lande»! l. c. Nr. 434-

320) Gestorben ist dasselbe (gut) von 2 - Chereau, für das Werk von Crozat Nr. 30. Josephs beyde Händedarin sind sehr schön; dagegen sein Aussetzn (ob auch im Urbilde?) mürrisch. LanSon giebt es nicht.

3-i) S. oben S. 56. und hauptsächlich die Aomerk. Nr. >8,