Band 
Propaedeutik der Mineralogie
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I

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A. Kennzeichen der Mineralien.

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2* Die äufseren Gestalten*

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A. Die K r y s Calle.

(An einer Seite dtes Würfels werden zwei einander gegenuber-steliende Picken abgestumpft und diese Abstumpfung wachst, bis ihredreiseitigen Flachen die zunächst liegenden drei Wiirleiuckexi berüh-ren und sodann die beiden unteren Ecken, welche mit den beidenoberen ein rechtes Winkelkreuz machen, auf gleiche Weise abge-stumpft werden).

3. Aus dem vollkommenen Würfel in die achtseitige Dop-pel-Pyramide mit x> i e rfl ächi g er Zuspitzung (Le uzi b~ICr y s tallisatio 72 ).

(Sämmtliche Ecken des Würfels erscheinen zugespizt mit drei, aufden Seitenflächen aufgesezten Flächen, die Flächen der Zuspizzungwachsen, bis eine Berührung ihrer Seiten erfolgt).

4* Aus der vollkommenen vierseitigen Doppel-Pyramidein die achtseitige D op p e l - P y r a mi d e mit vie rflä c h i g erZuspitzung (De utit-Krys tallisatio n).

(Alle Ecken des Oktaeders erhalten Zuspitzungen von vier , aufden Seitenflächen aufgesezten- Flächen, welche hach und nach sogrofs werden, dafs sie einander mit ihren Seiten berühren).

5. Aus der vollkommenen vierseitigen Doppel - Pyramidein die vollkommene ei nfa che dreiseitige Pyramide.

(Die Ecken des Tetraeders erscheinen sänimtlicli abgestumpft und.die Abstumpfung«-1lachen wacnsen bis zu dem Punkte, wo eineBerührung ihrer Ecken statt hat).

6. Aus der vollkommene n vierseitigen D o p p e l - P y r a mi tVein die einfache dreiseitige Pyramide mit ab ges tum p f t e n c ke n.

( Zwei einander gegenüber liegende Flächen des Oktaederswachsen, bis daraus die sechsseitige Tafel mit abwechselnd schief an-gesezteu Endflächen entsteht, durch welche der Übergang ins' Te-traeder mit abgestumpften Ecken herbeigefiihrt wird).

7. Aus der volllkom menen vierseitigen D o p p e l - P y r am i d ein das vollkommene Granat-Dodekaeder-

(Alle Kanten an der vierseitigen Doppel-Pyramide werden immermehr und so weit abgestumpft, bis endlich die Seitenflächen ver-schwinden und die i lachen der Abstumpfung den rhomboidalen Sei-tenflächen des Granat - Dodekaeders gleich werden).

8. Aus dem vollkommenen Granat-Dodekaeder in die voll-kommene ei nfa che dreiseitige Pyramide.

(Durch Abstumpfung des einen Endes der sechsseitigen dreiflächigzugespizten Säule und der drei stumpfen Ecken an den gegenüber-stehenden iiächen der Zuspizziing. Mit dem Gröfserwerden derAbstumpfung« -1 lachen bis zu dem Punkte, wo die Seitenflächenverschwinden, wird der Übergang ins Tetraeder, an welchem zu-lezt nur noch sämmtliche Ecken dreiflächig zugespizt erscheinen, vol-lendet).

9. Aus der achtseitigen Doppel-Pyramide mit vierflächi-ger Zuspitzung in das vollkommene G r an a t-D 0 d e k a e d e r.

(An der gemeinschaftlichen Grundfläche der achtseitigen Doppel-Pyramide erscheinen vier Ecken, die abwechselnden und etwasstumpfen , abgestumpft , dazu gesellen sich gleich starke Abstumpf-ungen von vier sp. zzen Ecken an jeder Pyramide, welche alle gleichweit von der gemeinschaftlichen Grundfläche entfernt liegen. Ver-gröberen sich die Abstumpfungs - i lachen bis zur gegenseitigen Be-rührung, so ist das Granat-Dodekaeder vorhanden).

f 0. Aus der rechtwinklichen vierseitigen Säule mit v ier-flächiger , 0 uf die Seiten kanten a uf gesezter 9 Zuspit-zung in das vollkommene Granat-Dodekaeder-11. Aus dem vollkcd e kae de r.

^om menen Würfel in das vollkommene Do-

Durch Abstumpfung sämmtliclier Würfel-Kanten, wobei die-1 aciei1 . ev ( stuin P Ul, g fctets mehr Neigung erhalten, die stumpfenKanteilw nk ei verringert und dadurch die stumpfen kanten kürzerwerden, b iS die Seiten sich * regelmäßigen Fünfecken bilden).

12 . Aus dem vollkommenen Dodekaeder i n - das Ikosaeder

(Die Ecken des Dodekaeders' werden abgestumpft und diese Ab-stumpfungen nehmen bis zur gegenseitigen Berührung zu).

u. s. w. -- - 5 '*

u. s. w.

14. Grenze des Überganges.

Durch die gegenseitige Gröfse der Flächen wird die Frage entschieden:oh ein Krystall einer Hauptform angehöre; oder einer Abänderung derselbenbeizuzählen seie ? Die Grenze des Überganges, wo eine Abänderung sieb ineine Hauptform umwandelt, tritt theils ein, wenn die Flächen der erstem denender leztern gleich werden, theils findet sie erst dann statt, wenn diese vonjenen ganz verdrängt erscheinen und das Gleichwerden der Flächen der Abän-derung und der Hauptform ist der Punkt, wo beide Arten von Flächen iii-

ren Charakter Umtauschen; Auch findet es sich, dafs einige flächen der Ab- |Änderung gröfser, andere hingegen kleiner als die der Hauptform sind, dafsfolglich die Gröfse bei denselben nicht gleich und verhäitnifsmäßig ist, so-dami gibt die Mehrheit der größeren und kleineren Flächen die Norm zurForm-Bestimmung.

15. Zusammenhang der Krystall e.

Die Krystalle werden theils einzeln angetr.offen, tlieils sind sie zusam-mengehäujt , zu. mehreren mit einander verbunden.'

I. Die einzelnen Krystalle finden sich lose , eingewachsen, ein geschlossen,

gedeckt, überlegt, cingefajst oder auf gewachsen.

a) Dose oder freie Krystalle stehen in keiner Verbindung mit einem an-deren Mineral .( [Melanit ). _ ,

b) Eingewachsen sind sie, wenn sie v.on einem anderen, meist derbenMineral ganz umgeben sind , mit diesem überall Zusammenhängen undvon ihm an Masse iibertroffeu werden ( 'Zyanit , Granat).

c) Eingeschlossen, wenn ein Krystall von einem anderen, meist regel-mäßig geformten durchsichtigen oder wenigstens durchscheinenden Kör-per um und um eingeschlosscn ist (Rutil in Bergkrystall ). Die einge-schlossenen und einge-wachsmen Krystalle sind vollkommen ausgebildet,um und um krystallisirt und mit dem Fossil, welche ; sie umgibt,gleichzeitig gebildet. Später als dieses können sie nicht .wohl entstan-den seyu . Weil der Krystall nach allen Seilen von dem Mineral um-gehen ist und die frühere Bildung eines regelmäßigen leeren Raumesnicht angenommen werden kann, eine vorgängige Erzeugung des^Kry-stalles ist auch, nicht wohl möglich, weil dieser sonst bis zur Ent-stehung des ihn umschließenden Körpers im Freien geschwebt habenmußte.

d) Gedeckt sind die Krystalle, wenn der umschließende Körper von ge-ringer Masse im Verhältnisse zu dem umschlossenen ist (manche Berg-krystalle von Zinhwald und Schmalkalden , die mit einer Quarzriudegedeckt sind). I

e) Ueberlegte Krystalle zeigen nur theilweise eine Umgebung von ande-rer Substanz^ (bei den Harzer Kalkspathsäulen, findet man nicht sel-ten die Endflächen mit einer Kalkspathnpisse von jüngerer Bildungüberlegt).

f) Eingefafste Krystalle lassen nur auf einigen Kanten oder Ecken einenÜberzug bemerken (bei Quarz- und Kalkspalhkrystalhn).

g) Aif gewachsene Krystalle sizzen nur mit einem oder mit einigen Tliei-len auf einem krystalliuischen oder derben Körper auf und sind mitdiesem auf solche Weise, jedoch nur oberflächlich verbunden, alleübrigen Tlieile derselben sind frei. An dem Verbindungsp.uikte wird

i der aufgew-achsene Krystall von keiner Fläche begrenzt, sondern hat

in der Regel von dem Fossil, auf welchem er aufsizt, die Form derOberfläche durch Eindrücke angenommen. Alle ..aufgewachsene Kry-staile sind von späterer Bildung, als das Fossil, auf welchem s±e auf-gewachsen sind. ( Epidot, Bergkrystall).

II. Bei den xusammengehäuften Krystallen. unterscheiden wir Gruppirungen

von unbestimmter , und Zusammen hau jungen von bestimmter Zahl..

a) Gruppirungen von Krystallen in unbestimmter Zahl , und so, dafsdas Ganze einige Jehnlichkeit mit gewissen Körpern hat , welchedann auch zur Benennung der Gruppen Anlaß gegeben haben. Zu-weilen 'waltet selbst bei solchen Zusanhnenhäufungen mehrerer re-gelmäßig geformten Körper wieder einige Regelmäfsigkeit ob. Manzählt zu dieser Art von Gruppirungen.;

aa) Das Pyramidale; Säulen von verschiedener Länge sind senkrechtzusammengehäuft und stehen um eine mittlere Säule herum,welche die übrigen an Länge übertrifft, so dafs von diesernach allen Seiten hin ein Abfall . nach der Peripherie zu; statthat (späthiger Kalkstein)',

;bb) das Reihenförmige.; mehrere Kiysialle.erscheinen nach einer gera-den Linie aneinander und aufeinander gewachsen, sowie Perlen an eine Schnur gereihet sind (späthiger Kalkstein, Quarz);cc) das Treppenförmige; tessnlarisclie Krystalle finden sich so zu-sammengehäuft, dafs sie .treppenförmigen Absäzzen ähnlich sind(Glanzerz, Späthiger Kalkstein, Hornerz, späthiger Flufs);

,dd) das Stangenförmige nadelförmige Säulen von gleicher Längesind zu prismatischen Stängeln, durch ein Zusanunengewachsenseyu