Band 
Zweyter Theil [3].
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1. Raphaels Brustbild, mit einem Buch in derHand (i/ 3" breit, 9" hoch) 332).

2. Maria sieht vor dem Kinde, das vor ihr aufeinem Küssen liegt und die Hände gegen ihr aus-streckt , die ihm eben so die ihrigen entgegenhalt(3/ 4 " br. 4, io< hoch) 583).

3. Maria halt das Kind, das auf einem Kiffen

vor ihr sitzt, und beyde Hände nach ihr ausstreckt.Joseph steht hinten. Halbfigurcn ( 1^ br. i,4 " hoch) 384). ,

In der Graf Schonborn'schen Gallerie zu pom-nrerefelden Nr. 18°. Madonna mit dem Kinde,lebensgroßes Kniesinck, wohl erhalten (z^ 8 " hoch,2/ 8 " br.).

Endlich in der Gallerie zu Sanesoucy sollensich vollends 5. Bilder von Raphael befinden, vonwelchen indessen bey Gestenreich: Oescriptloti äsIn 6sIIerie stöpsle äs 8gns-8c>usy, 8"- ?otsä.764. 385) nur viere (eigentlich gar nur dreye)genannt sind; nämlich:

1. Loth und seine Töchter (r/ 6 " hoch, 3^ 5 "br.) auf Holz,das (heißt es dort) besonders durchsein angenehmes Cvkorit bemerkenswcrth sey",welches man für Correggio'S nehme» mochte, wenndie Zeichnung minder vollkommen wäre 386).

2. Eine H. Familie (4/ 5" hoch, 3^ 6" br.),auf Holz; in M. Angelo's hohem Charakter ge-zeichnet ; dann aber freylich nicht so glänzend eo-lvrirt, als das Vorhergehende 387).

5. Ein mit Dornen gekrönter ChristuSkopf, vollWahrheit und Ausdruck besonders auf den bla-ssen Lippen, übrigens noch ziemlich in Pernginv'sManier (1/ 6" hoch, i/ 2" br.) aus Kupfer ge-malt 388).

4. Endlich das kleine Bild einer Psyche, Co-pie nach Raphael von Alex. Cochi, welche wirnur darum nennen, weil solche nach einem nochi 757 > »u Rom (wo's) befindlichen Urbilbe gemaltworden seyn seyn soll. Sie sitzt auf einer Wolke;zu ihrer Rechten ein Amor, im Begriffe, seinenPfeil loszuschießen.

Noch besaß der jüngst verstorbene Freyherr vonBrabeck in seiner auserlesenen Gallerie im Söderein 8" hohes und 6/4" breites auf chinesisches Pa-pier gemaltes, und auf Hol; aufgeklebtes, unge-mcin wohl erhaltenes Raphaelrsches Bildchen', das

582) 2 »i Katalog (-776.) im Eingang zur ersten Galler

Z8Z) Ebend. Nr. 77. in der erste» Gallerie. Wir kenne!

584) Ebend. Nr. 4>. drittes Kabinett Wir kennen kein

die Mutter Gottes mit dem Kinde, St. Josephauf seinen Stab gestützt, einen Bischof mit entblöß-tem Hcupte, der dem Kinde liebkost, und zweyjüngere Begleiter desselben darstellt. An der Ori-ginalität dieses kleinen Bildes scheint der H. vonRamdohr, in seiner lcsenswerthen Beschreibungjener Gallerie 589) nur nicht zu zweifeln; rühmtdie Anordnung desselben; minder den mehr liebli-chen (Marattischen) als hohen und ernsten Cha-rakter der Mutter, desto mehr wieder das Geist-volle an dem Kinde; lobt und rügt dann hinwiederVerschiedenes an den übrigen Figuren, ihrer Zeich-nung u. s. s. Die Gewänder sollen gut geworfen,das Colorit schön, die Ausarbeitung ganz vortreff-lich, die Scheine um die Köpfe der Madonna unddes Kindes aber, und eben so einige Verbrämun-gen der Gewänder, mit wirklichem Golde vergoldetseyn, was freylich (aber auch einzig nur dieses)auf eine Arbeit auS der ersten Epoche unsers Künst-lers zu deuten scheint. Noch ein neuerer Be-schreibet der Gallerie Söder 390) nennt unser Bildmit Zuversicht: Die Anbetung von St. Simeon;und auch hier wird von demselben mit großem Preisegesprochen. Von einer der beyden jüngern männ-lichen Figuren heißt es hier: Man halte solche fürein Bildniß des Künstlers, das aber gleichsam auSder Tafel hcrausblicke, was indessen ebenfalls, desContrastes wegen, das Interesse desselben noch errhöhe ( 0 , ». s. f.

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Nach so vielem Einzelnen von und überRaphaelsWerke dürften nachfolgende allgemeine Urtheile,welche bewahrte Kenner über unser großes Kunst-licht gefällt haben, um so viel verständlicher jeyn.

Hören wir vor allen Dingen Mengs in seinenbeyden berühmten Schriften: Gedanken über dieSchönheit und den Geschmack in der Ma-lerei, welche er selbst Deutsch geschrieben, und inder späthcrn Italienischen: Betrachtungen überdie drey großen Maler, Raphael, Eorreggiound Tirian, und über die Älren, die sich indes Ritters dÄzara Ausgabe seiner sämtlichenWerke C?. I. zr. 128224.) befindet: 391)

ie, Nr. z. Wir kennen^einen Stich davon,n für sicher kein Blatt davon.

Blatt davon.

585 ) Eine zweyte Ausgabe von 177-. mangelt uns.

586) Davon kennt man ein gutes Blatt, nach des damaligen Akademie-Direktors V. N. te Sueur's Zeichnung,von I. M. Preisler zu Kopenhagen (an, bcßicn die Abdrücke ohne Wappen) in dem (begonnenen) Gal-lerie -Werke.

587) Oesterreich will es für dasjenige geben, was nach Vasari ( 156 . äi Soloz», 7 . l. p. 8z.) für eine Ka-pelle des H. von Medola, Leonellv be Earpi gemalt, und in altern Tagen, in seltene» Blattern gestochenworden seyn soll. Alles dieses scheint uns, so wie fast die ganze Litteratur der Raph-iellschen Bilder z»Sanssoucp, und die Bilder obendrein, ziemlich apokrpphisch zu seyn.

388) Was wir sonst von keinem Bilde K. je vernommen haben. Und eben so wundert es uns, weder in allerWelt (Oesterreich wisse» mag, daß dieser Kops ungefähr in des Künstlers drey und zwanzigstem Lebens-jahr gemalt worden sey?

389 ) 4 °. Hannov. 792. S. 1:. 11. ff. wo er davon eine Nachbildung im Umrisse, nach einer Zeichnung vonKunze giebt.

Z9->) 5 '. 4 , K. sjo, ixicttuiF, 797. >>. 145, el

39>) Ueber die erste dieser Schr-sien (welche z nn ersten Mal >762. 8". Zürch erschien) urtheilt der nüchterend'Azara (I. 0. p. 87.) wob! sevk richtig :Zn Ansehung des praktischen Theils und des Geschmackes,wußte niemand besser die Schönheit z» unterscheiden und sich darüber auszudrücken, wie Mengs; in derTheorie hingegen hatte er die Mevnungen der Platonikcr über den Ursprung dieser erhabene» Eigenschaftenangenommen, worinn er auch durch die Methaphvsick seines Freunds, wmkekmanns, befielst worden war".Bon der zweyten sagt der Ritter (l. 0. >29.):Die Handschrift, aus welcher dieselbe gezogen ist, war einLabyrinth von Wiederholungen, und worinn denn doch mehrere Haupttheile fehlten- So sehr man sich nunauch bemühere, das Einzelne zu ordnen und zu verdeutlichen, so war es doch unmöglich, Alles in ein me-thodische« Ganzes zu bringen- Und hätte man es auch gekonnt, so wäre sodann zu viel von dem originellenAusdrucke des Verfassers, der dieser Schrift einen so großen Werth giebt, eingebüßt worden", u. s. s.Wir selber nun haben in Absicht beyder Schriften, soweit solche unsern eigentlichen Gegenstand berühren,dasselbe gethan, was der Ritter in seiner Uebcrsctzung der ersten und der Herausgabe der zweyten; in bevdennämlich Wiederholungen, so viel möglich ausgewichen, und dadurch das Ganze merklich verkürzt, den ge-körnten Ausdruck hingegen überall beybehalten, wo solches, ohne Nachtheil der Verständlichkeit, immergeschehen konnte, die denn doch unser erstes Geftk seyn mußte, wenn unsere Leser wissen sollten, was ein