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Propaedeutik der Mineralogie
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67
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A. Kennzeichen der Mineralien.

, A. Die Schwere. B. Die Phosphoreszenz.

obgleich dabei statt obiger 62° Fahrenheit nur 60° Fahrenheit, als demPunkte, in welchem 1,0000 Theile Wasser wirklich 1,0000 wiegen, -ange-nommen werden, dennoch zu bedeutend sind, ak dafs sie einzig dieser.Veränderung des Temperaturgrades zngeschrieben werden können. Daherfolgt weiter unten die von GtLFra entworfene und durch Erisiwjsr» revi-dirte Tabelle. Sie enthält in dem ersten Vertikalspalte die Reaumurschen,in der zweiten die Fahrenheit sehen Grade, von der gröfsreu Dichtigkeitdes Wassers = -j 31° R. oder 40° F. an bis zu 4" 21° Reaumutr und 80°Fahrenheit. Der dritte Spalt zeigt die beobachteten Eigenschvveren , derviette die durch Kalkül gefundenen spezifischen Gewichte .und der lezteSpalt deutet den Unterschied zwischen Beobachtung und Rechnung an.Durch die Anwendung derselben wird erstens : die wahre Eigeuschwere einesMineralkörpers aufgefunden; zweitens? kann die Reduktion aller bis jezt auf-g&fundenen Eigenschweren, bei welchen der Temperaturgrad zu bemerken nichtunterlassen wurde, auf jeden, als Norm beliebigen, Grad der Temperaturausgefiihret werden. Es sei. z. B. die Eigenschwere eines Mineralkörpersbei 5-5° Fahrenheit -= 1,24000 , und soll nun auf diejenige gebracht wer-den, welche dem 60° Fahrenheit entspricht so suche man zuerst die Ei-genschwere des Wassers, unter beiden erwähnten Temperaturen, in derTabelle : 55° F. = 1,00038; 60^ F. = 1,00000. Durch Anwendung derRegel von Dreien findet sich sodann mit der bekannten Eigenschwere desMineralkörpers bei 55° F, diejenige, welche derselbe, bei der Temperaturvon 60° F. gewogen , zeigen würde:

1,00038 : 1,00000 = -1,24000 -s 1,23952.

Häufig wurden bisher vorstehende Punkte bei Auffindung -der Eigen-schwere der Fossilien nicht berücksichtiget, und deshalb finden sich so vieleAb Weichlingen in den älteren Angaben.

Temperatur - Grade.

Eigenschwere des Wassers

Unterschied.

Keaumur.

Quecks-. Tii.

Fahrenheit.

Therm.

uaeft IjJLFIN u

Beobachtet.

1 d -EiY TEL WEIN .

Berechnet.

-5 a U°7

40°

1,00094

1,000943

0,00000

4°

41°

1,00093

1,000929

0,00000

42°

1,00092

1,000912

+ 0,00001

5°

43°

1,00090

1,000891

**j-< 0,00001

4-V°

1,00088

1,000866

+ 0,00001

6 °

45°

1,00086

1,000838

+ 0,00002

'

46°

1,00083

1,000807

4 - 0,00002

JO

47°

1,00000

1,000770

4- 0,00003

48°

1,00076

1,000732

+ 0,000(3

49°

1,00072.

1,000690

4 - 0 , 000(3

8°

50°

1,00068

1,000644

4- 0,00004

51°

1,00063

1,000594

4 - 0,00004

9°

52°

1,00057

1,000541

4- 0,00003

53°

1,00051

1,000484

4 - 0,00003

10°

54°

1,00045

1,000424

4- 0,00003

----- - - -

55°

1,00038

1,000360

4 - ; 0,00002

11 °

56°

1,00(31

1,000292

4 - 0,00002

57°

1,00024

1,000221

4 - 0,00002

58°

1,00016

1, 000146

4 - 0,00001

12 °

59°

1,00008

1,000068

4 - 0,00001

60°

1,00000

0,999986

4 . 0,00001

13°

61»

0,99991

0,999900

4- 0,00001

62o

0,99981

0,999811

0,00000

14°

63o

0,99971

0,999719

0,00001

64°

0,99961

0,999622

0,00001

15°

65o

0,99950

0,999522

0,00002

'

66 o

0,99939

0,999419

0,00003

16°

67o

0,99928

0,999312

0,00003

68 o

0,99917

0,999201

0,00003

69o

0,99906

0,999087

0,00003

1/

70°

0,99894

0,998969

0,00003

7i o

0,99882

0,998847

0,00003

18 °

72°

0,99869

0,9998722

0,00003

73°

0,99856

0,998594

0,00003

19°

74°

0,99843

0,998462

0,00002

75°

0,99830

0,998326

0,00003

20°

76°

0,99816

0,998186

0,00003

77°

0,99802

0,998043 '

0,00002

21°

78°

0,99788

0,997897

0,00002

7.9°

0,99774

0,997747

0,00001

80°

0,99759

0,997592

0,00000

Ehr. Niizlichkeit der Kenntnijs der Eigenschwere für den Syste-matiker und Sammler von Mineralkörperu.

Obgleich die Mengungen der Mineralkörper mit fremden Stoffen dieEigenschwere derselben verändern, so gewähret demungaachtat dieses Kenn-

zeichen gewisse feste Punkte für die Gattungen, zwischen welche solcheAbweichungen in der Eigeuschwere eingereihet werden können, je nachdemsie dem einen oder -dem andern dieser Punkte näher stehen- Sollten inseltenen Fällen -noch U-ngewifsheiten obwalten, so kann die aufgefundeneEigenschwere, in Verbindung mit den übrigen Kennzeichen, immer nochfür die Einreihung derselben von Einilufs seyn,. Abgesehen hiervon, so gibtdie Keuutnifs der Eigenschwere dem Sammler und dem Aufseher vonMuseen ein vortreffliches Mittel an die Hand, die unterhabenden Sammlun-gen vor Verwechselungen zu -sichern, denn ein, in dem Kataloge noch so genaubeschriebenes, Mineral kann leiclit durch ein ihm äußerlich ähnliches un-.tersclilaj-en werden. So kann leg-irtes Silber an die Stelle des Platins kotn-men, -oliue -daL man im Stande wäre, aufs er durch chemische Analyse, dieVerwechselung zu bemerken. Ist dagegen bei der Beschreibung desselbenim Kataloge zugleich die Eigeuschwere bemerkt, so wird dadurch, .ein sol-ches Verfahren sehr erschwert, oder heinahe unmöglich gemacht. Vorzüg-lich wichtig ist die Bestimmung des spez. Gewichts zur Unterscheidung der rohenund geschliffenen Edelsteine, unter sich und von Glasflüssen.

B. Die Phosphoreszenz.

Die Eigenschaft vieler Mineralkörper, nach gewisser Behandlung imDunkeln einen leuchtenden Schein ohne Flamme um sich verbreiten zukönnen , wird die Phosphoreszenz derselben genannt. Dieser Schein bestelltentweder in einem kürzeren oder .anhaltenderen Ausströmen der Lichtma-terie, oder in einem vorübergehenden, dem .elektrischen Funken ähnlichen,Blizze.

Die äufsere Übereinstimmung dieses Leuchten? mit demjenigendes wirklichen Phosphors war fniherhin die Veranlassung zudieser Benennung.

Natur und Kunst bewirken Phosphoreszenz in den dafür empfänglichenMineralkörpern. Auf natürlichem Wege hat man vorzugsweise das Lichtder Sonne für fällig erkannt, entweder durch Einwirkung für sich, odernach vorausgegangeiier Einwirkung der Atmosphärilien (Verwitterung) , jenesLeuchten in den Fossilien hervorzubringen.

Der Kunst ist es gelungen, diese Erscheinung auf verschiedene Weisein den Mineral-Substanzen zu veranlassen. So durch den Stofs, durch dasReiben, auf mechanischem; durch Temperaturerhöhung an und für sichund in Verbindung mit reagirenden Stoffen , auf chemischem; durch Einwir-kung der elektrischen Flüssigkeiten, auf elektrischem Wege. .

4. Übersicht des Geschichtlichen .

Die Kenntnifs der Phosphoreszenz an Mineralkörpern erstreckt sich inshohe Alterthum. Schon Plinius erwähnt einiger leuchtender Steine. Al-bertus Maonus belegte zuerst diese Erscheinung mit dem Namen : Phospho-reszenz. Sie wurde im 17ten Jahrhundert von Vinzentio Casztartolo ambologneser Leuchtsteine beobachtet. Zu Anfang des l8ten Jahrhunderts ent-deckte Dr. Wall die Empfänglichkeit der Diamanten für Bestrahlung, wor-über später Boyie , Boze , Bec.cari , Du Fat, Wilson, Kaiston, vieleVersuche anstellten , und zugleich andere Mineralkörper auf Phosphoreszenzprüften. Unter den neueren Forschern zeichneten sich in dieser Hinsichtaus: Beromah , Boeckmann , Brugnatelli , Dessatgnes, Dolomieü , Dila-metherte , Haut , Heinrich, Homberg, Mac^uer , Pelletier, SaussurEjun., Scheele etc.

2,. Das Verfahren die Phosphoreszenz in den Mine-ralkörpem zu errege n.

Reinheit cler Mineralkörper von allem Schmuzze und Staube; frischeBruchflächen bei derben Stücken sind erste Bedingungen zum Gelingen die-ser Versuche.

Zur Bestimmung der Intensität des Leuchtens der Mineralkörperdient als Norm das Licht einer Wachskerze. Die Phosphoreszenzist entweder dabei noch zu unterscheiden oder nicht.

I. Phosphoreszenz durch unmittelbare Einwirkungder Sonne. Phosphor eszenz durch Bestrahlung

(Ins ol abi on.)

Mineralkörper, welche für dieses Reizmittel Empfänglichkeit besizzen.,erhalten durch 8 bis 10 Sekunden langes Aussezzen an die Strahlen derSonne die Eigenschaft im Dunkeln zu ..phosphoresziren. Längere Bestrah-lung ist nicht nüzlich. Die Monate, in weichen die Sonne am höchstenstehet, und die Mittagsstunden von 11 bis 3 Uhr, sind die vorzüglicherenfür diese Operation. Die Temperatur der Atmosphäre ist hierbei kem Hin-demifs , wohl aber . der Stand des Hygrometers ; denn trockne Luft und