A. Kennzeichen der Mineralien
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C. Der Magnetismus. — D. Die Elektrizität.
Da Krystall-Elektrizität als Grund aller Elektrizitäts-Erregung, mit-hin als Ursache des Elektro-Chemismus angesehen wird, so miifstcn Tharsachen■von dieser Seite aus die, Ansicht, dafs Elektrizität und Magnetismus inein-ander greifen, um so mehr unterstüzzen. Und wirklich fehlt es auch nichtan einigen von Werth.
Denn als Cavaixo eine Magnetnadel der, in einem Uhrglasebefindlichen Eisenfeile so näherte, dafs zwischen beiden nur ge-ringe Anziehung statt fand und hierauf die Eisenfeile mit ver-dünnter Schwefelsäure zu wiederholtenmalen iibergofs, so schlugdie Magnetnadel jedesmal an das Glas an. Ruin. and gelang dieserVersuch in einem enghaisigen Gläschen.
Eisendräthe werden nach Kuhland ungleich besser magnetisirt,wenn sie, an einem Magnete hängend, von Zeit zu Zeit mit ver-dünnter Schwefelsäure befeuchtet werden, als wenn dieses Be-feuchten unterbleibt. —■ Auch das Rosten derselben unterstüztkräftig die Erregung des magnetischen Prozesses.
Die natürlichen Magnete lassen in ihrer Mischung stets Eisenoxydulbemerken , welches gleichsam den Träger des Magnetismus in ihnen abgibt.Rothes Eisen xyd ist weder dem Magnete folgsam noch zeigt es Pola-
rität; allein ein geringer Gehalt von Eisenoxydul, so unbedeutend, dafs dierotlie Farbe des Oxyds dadurch nicht im Mindesten verändert wird, ver-tu a» demselben AttraktionsfUhigkeit und Polarität zu ertheilen.ö a
So die Eisenoxyd mit Eisenoxydul enthaltenden Magnet - Eisen-steine, in welchen das Zusammentreffen zweier Oxydations - Stufendes Eisens mehr von elektrisch - chemischer als von mechanischerSeite genommen werden mufs; d. h. als eine Verbindung gleichjener einer Säure mit einer Base.
D. Die Elektrizität.
Mineralkörper besizzen Elektrizität, wenn sie unter gewissen Umstän-den andere leichte Körper, als Stückchen Papier , Stroh etc. wechselseitig aa-ziehen und abstofsen. Man unterscheidet hierbei vermittelst des Strohhalm-Elektrometers die positive und die negativa Elektrizität. Die Beob-achtung der elektrischen Erscheinungen an Mineralkörpern hat in den-selben drei erofse, der systematischen Reihefolge beinahe gleiche, Abthei-lungen ^bemerken lassen, welche im Allgemeinen bei der Klassifikation an-gewendet worden sind.
1. E in tlieilung der elektrischen Mineralkörper.
Die positive Elektrizität findet sich hauptsächlich bei den erdigen undsäurehaltigen Fossilien, während die negative Elektrizität bei den nicht-metallischen , brennbaren mineralischen Substanzen ■— den eigentlichen In-flammabilien —' angetroffen wird. Eine dritte Abtheilung umfafst die Fos-silien aus der Klasse der Metalle als Leiter der Elektrizitäten.
Die positiv- und negativ - elektrischen Mineralkörper werdenidioclektrische , die Leiter aus denselben symperielektrische genannt.
2. Prüfung der Mineralkörper auf Elektrizität,
Mittel zur Erregung der Elektrizität in Mineralkörpern sind: das Er-wärmen und das Reiben. Die Leiter werden durch Mittlieilung der Elek-trizität geprüft.
Bei Versuchen der Art ist zu berücksichtigen :
1) Die Natur der aufgeregten Elektrizität.
2) Der Grad ihrer Spannung .
So beim Ouarze; in welchem ein leichtes Reiben eine starkeelektrische Spannung erregt , während der A n a 1 z i m dadurch nurschwach elektrisch wird.
Dauer des elektrischen Zustandes,
Der Topas , der Chrysolith bleiben mehrere Stunden langelektrisch aufgeregt, während der Diamant, der Quarz u. a.dieses nur auf kurze Zeit sind.
4) Der Zustand der Atmosphäre . I st dieselbe feucht., so verlierendie elektrisch aufgelegten Mineralkörper weit ( schneller diese Eigen-Schaft als bei trockner und wärmerer Atmosphäre.
a) Prüfung durch Temperaturerhöhung.
Höhere Temperatur erregt elektrische Erscheinungen in dem Topaseaus Brasilien , in dem elektrischen Schorle, in dem Apatite , Mesotype,Borazite, ferner in dem in Würfeln krystallisirten Galmei von Rezbania,Woran die Erscheinung sich 12 Stunden lang zeigt. Eine kurze Erwärmung,oft schon blofses Eintauchen in siedendes Wasser ist hierzu hinreichend.
Zu hohe Temperatur vernichtet die Elektrizität in diesen Fossi-lien. Sie verhalten sich hier genau so, wie die durch Tempera-turerhöhung phosphoreszirenden Mineralkörper, in welchen dieFälligkeit zu phosphoresziren durch allzu starkes Erhizzen ebenfallszerstört wird.
Die Mineralkörper erhalten durch Erwärmung gewöhnlich an dem
einen Ende die positive, an dem andern, ihrem Durchmesser oder ihrer Axeentgegengesezten , Ende die negative Elektrizität.
Die hierher gehörenden krystallisirten Mineralkörper lassen eigeneFormen bemerken, welche den gewöhnlichen entgegenstehen. Siezeigen Abnahmen an einem Ende, welche an dem entgegengeseztenEnde oft fehlen; oder wenn deren vorhanden sind, so besizzensie eine, von den ersteren abweichende, Struktur. Diese Unter-schiede in den Enden eines und desselben Krystalls sind oft soausgezeichnet, dafs der Geübte beim ersten Anblicke im Stande, istdie Seite zu bestimmen, welche positive und jene welche negativeElektrizität zeigen wird.
Dies beobachten wir bei dem , in neunseitigen Säulen krystallisirten,elektrischen Scliiirle. Die dreiflächige Pyramide, welcheauf diese Säule an dem einen Ende aufgesezt ist, zeigt die n ega t i v e.,und die andere sechsflächige Pyramide am entgegengesezten Ende diepositive Elektrizität. — Ferner bei dem Borazite,; die abge-stumpften Ecken der Krystalle desselben lassen die positive Elektrizitätbemerken, während die, diesen Ecken entgegenstehenden, vollkom-meneren Ecken die negative Elektrizität ausströmen,b) Prüfung durch Reibung.
Durch Reiben erhalten die erdigen,, salzigen und einige wenige metal-lische Fossilien die positive , die Inflammabilien hingegen die negative Elek-trizität in stärkerem oder schwächerem Grade. Die meisten Fossilien ausder Klasse der Metalle zeigen, wenn sie isolirt mit idioelektrischen Körperngerieben werden, auch Elektrizität; allein es entsteht dieselbe nur zum ge-ringsten Tiieile in den Metallen selbst, sie wird ihnen meist von demReiber zugeführt. Es sind hierbei bedeutende Unterschiede bemerkbar.
So erhalten auf die erwähnte Weise Spies jlanz und Zinn1 negative Elektrizität, während Zink und Wismut h unter
gleichen Umstünden positive Elektrizität gewahren lassen. Daherkann die Elektrizität nicht als Kennzeichen für sie gehen.
Es ist erforderlich, dafs die, durch Reiben auf Elektrizität zu prüfen-den, Fossilien, wenn sie nicht von Natur aus Politur besizzen, diese durchKunst erhalten; denn rauhe'Oberflächen, z. B. an Mineralkörpern aus der Kie-selordnung , verhalten sich wie mattgescliliffenes Glas; sie zeigen gleichdiesem negative Elektrizität.
Das Reiben selbst geschieht entweder mit der Hand oder mit einemStücke Tuch. Es ist hierbei die Differenz zu beobachten, welche durchverschiedene Reiber in den elektrischen Äufserungen der Fossilien, zumalbei denen der Metall- Klasse , bewirkt wird.' Manche Mineralien erregen indem mit ihnen geriebenen Siegellacke bald die positive, bald die negativeElektrizität.
So ertheilt das Wasserblei dem Siegellacke die positiveElektrizität; desgleichen der. A g a 1 m a t o 1 i t h, während der Speck-stein die negative Elektrizität darin hervorbringt.
Die, durch Reiben in den Mineralkörpern aufgeregte , Elektrizität kannoft dann noch ein Unterscheidungszeichen abgeben, wenn die äufsernKennzeichen keine Verschiedenheit mehr bemerken lassen.
Ein lieispiel der Art liefern der geschliffene Ghry s.ober yll und, der opalisirendeFeldspath. ln manchen Farbennbämlerungenzeigen beide viele Aelmlichkeit im Aeufsern. Werden sie hingegen gerie-ben, so weichen sie sehr in der Erscheinung elektrischer Intensität von ein-ander ah.Der Chrysoberyll wird dadurch stark elektrisch, währendder opalisirende Feldspat h nur mit vieler Schwierigkeit zuschwachen Aeufserungen der Art veranlagst werden kann. Ebenso derorientalische Saphir, der S c h m a r a g d, der S p i n eil,der Brasilianische Topas; sie zeigen nach 6 bis 32 Stundennoch die, in ihnen durch Pieiben erregte, elektrische Kraft, ohne. dafs ferneres Reiben erforderlich ist und unterscheiden sich dadurchvon den , ihnen oft bis zur Täuschung ähnlichen, Glasflüssen, welcheschon nach 40 bis 60 Minuten alle Elektrizität verloren haben.
Der einfachste Apparat zur Ausmittelung der Elektrizität in den Fossi-lien besteht in einer kleinen Nadel von Kupfer, welche, in zwei Kugelnsich endigend, isolirt auf einer Stahlspizze schwebt. Das, melireremalemit Tuch geriebene , Fossil wird einer dieser Kugeln genähert - und dieEntfernung, in welcher dasselbe auf die Kugel zu 'wirken 1 beginntdientzur Bestimmung der ungefähren Stärke der Elektrizität des Mineralkörpers.
Eine vollkommenere Vorrichtung der Art ist beschrieben in denAnnales du Museum d’liistoire naturelle,. Tftine, XV.p. 1. ff. (Uebersezt von Leosiuhd s. Literatur.)
Der elektrische Schürl dient hierbei als horm (zumal für Fossilien,welche durch Temperaturerhöhung Elektrizität zu zeigen im Stande ,sind) und als Mittel zur Auffindung. der entgegengesezten elektrischen- Pole an denselben. • i
Hie elektrischen Pole eines elektrisch - aufgeregten Mineralkörpers kön-nen auch mittelst eines, 2 bis 3 Linien langen, seidenen Fadens,der an eitle Stange Siegellack geknüpft ist, aufgefunden werden. Man nä-hert zu dem Ende die Spizze des, von der Lackstange herabhäugenden, Fa-dens zuerst der einen und sodann der anderen Seite des 'Minerals undschliefst von der anziehenden Kraft, welche die eine, und von der ab-stofsenden, welche die andere darauf ausübt, dafs in ersterer der positiv-und in lezterer der negativ - elektrische Pol wirksam sei. Ist das Fossil zuklein, oder nur von geringer elektrischer Kraft, so wird die oben erwähnte