H. Adam Bartsch 45--) bereits unübertrefflichgeschehen; und nach demselben ist, neben Anden »,auch das viele Irrige und Mangelhafte zu berich-tigen, was wir selbst oben, aus mehr und mindernicht ganz läutern Quellen, beygebracht habe». —Das zwcytrrichste Verzcichniß giebt der HuberscheGantkatalog des KabinekS Winkle.-, mit dem (indergleichen sonst seltenen) Verdienste eines unbe-fangenen Urtheils, und, da er zo. Jahre überHeinecke hinausgeht, mit namhafter Bereicherungmanches schätzbaren Neuern. — Ein drittes, fastunentbehrliches Hülfsmittel zur Kunde dessen, wasaltere und neuere Skccherkunst über Raphael ge-leistet haben, ist derjenige unsern Künstler betref-fende Theil des, in seiner Art einzigen, Werkesvon Lando„, das nicht die bloße Nomeiiclatur derBlätter, sondern die Darstellungen selbst, in mehrund minder gelungenen Umrissen giebt 451), unduns, bey unserer vorsiehnden Arbeit manches Du-tzend der peinlichsten Zweifel gelöst, bann aber auch,seiner mit unterlaufenden Flüchtigkeit wegen, mehrals Einen neuen erweckt hat. — Den Werth oderUnwerth dessen endlich, was wir selbst, in unsernzahlreichen Anmerkungen, zur Vervollständigunggedachter Litteratur (doch meist m«t Beschränkungauf noch vorhandene Bilder von Sanzio) beyzu-tragen vermögend waren, müßen wir Andern zubeurtheilen überlassen, und schließen somit endlichunsere ganze Arbeit mit ff. Verzeichnisse auserlese-ner Blatter, das vielleicht manchem einsichtsvollenSammler, der seinen Reichthum nicht nach bloßenZahlen zählt, nicht ganz unwillkommen seyn mag.
Des Rünftlers Bildniß.
i Er sitzt, wahrscheinlich auf ein Bild denkend,an einer Treppe auf dem Boden, in seinen Man-tel gehüllt, dessen Falten vortrefflich geworfen sind.Zu seiner Rechten, auf der zweyten Stuffe, stehtein aufgespanntes Tuch; zur Linken liegen die Pa-lette und drey kleine Farbschachtclchen. AI. Tri-ton sc. Ein sehr schönes und seltenes Blatt, ohneZeichen, 5" 2"^ hoch, 3" n<" br. Man kenntdavon eine gute Kopie im Widerdrucke, und einezweyte kleinere, eben so; diese nur mit zwey Farb-schachtelchcn. - ,
2. Als iz—16. jähriger Jüngling, mit nachden-kender Miene, den Kopf auf die Rechte gestützt,und mit einem Barett bedeckt, »ach einem treffli-chen Bilde, von ihm selbst gemalt, (aber cocndeswegen, wie lchon I'Epicic bemerkt, zweifelhaft)das sich von alter Zeit her, im König!. Französi-sche» Kabinett befand. Nie!. L-Ieliuk 50. schonin altern Tagen, in einem kleinen Blatte; in denneuesten hingegen, in natürlicher Größe recht gutin Schwarzkunst geschabt.
z. Sei» sclbstgemaltes vortreffliches Bildniß inder Gallerie zu Florenz . 6 . AI. streilsler 50.Gute Copie desselben, im: ^Iniauacu aus Kc>m1310. 8 . v. X. sc. I8--9.
4- Das, noch vorzüglichere, einst in, Pallast Al-toviti, ebenfalls zu Florenz , jetzt im Besitze desKronprinzen von Bayern , k. d'traux.c sc.schon. 1l. Noi-Zlikn 8c. noch schöner, und dochimmerhin bloß ein Schatten des Urbilds.
5. Das sogenannte Bildniß Raphaels und sei-nes Fechtmeisters, a. d alten Königl. Franz. Ka-
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biiiekte; von N. Larmessin, für Crozat meisterhaftgestochen.
Ueber ein Dutzend andere sind, gegen die obengenannten , keiner Erwähnung werth. Welcher,mit ächtem Kunstgefühl ausgestattete Künstler giebtuns aber noch, als erstes Glied des Cyclns dieserBildnisse, Raphael das Kind, so wie sich solchesin dem Altarblattc seines Vaters Giovanni, in St.Francesco zu Urbino findet? S. oben S. i. A»m. 2.
Ganze Folgen.
1. Raphaels Bibel in den Bogen des Vatikans,von rft. Chapron gezeichnet und gestochen, 54.Bl. in kl. Qucrf. (Rom -e 1649.). Der Urbilderwürdig hat sie in ganzer Folge noch Niemand ge-liefert ; dieser aber am Beßtcn.
2. Die sieben Cartons in England, von L)l.Dongtty gezeichnet und gestochen, unter der Auf-schrift: ?iuacotbsca Hampboniaüa, mit dem Ti-tel in 8. Blättern. Ob diejenigen, welche inneuern Tagen ein vorzüglicher Englischer Künstler(Hollway) verheißen hak, wirklich zu Stand ge-kommen, und ob sie allenfalls die schöne Arbeitvon Dorigny ausgewogen, oder gar übertreffen ha-ben, ist uns unbekannt.
3. Von den zwölf Päpstlichen Tapeten, wovondie Cartons fehlen, kennt man zur Stunde nochkeine vollständige Sammlung. In derjenigen vonM. SoreUs, in 8. Blättern von verschiedenerGröße gestochen, fehlen: Die Anbetung der Kö-nige, der Kittbermvid, die Himmelfahrt, die Aus-gießung des Geistes, und die Steinigung Stepha-»i 4Z2). In einer andern von R. Dalron in 6.Dl. besorgt und gestochen von I. Basice, F. Vi-vace« und < 5 . Grignon, mangeln: EbensaUs dieAnbetung der Könige und der Kindcrmvrd; dannChristus als Gärtner; wieder die Himmelfahrt;dann die Bekehrung des Paulus, und: Christuserlöst die Seelen aus dem Fegfeuer. Einer drit-ten , neuer» Sammlung endlich (1779—80.) desdeutschen L. Sommerau, welcher, nebst den Ta-peten, auch einen Theil des Cartons lieferte, des-sen Talente aber für ein solches Wagestück nochnicht hinreichend ausgebildet waren, fehlt von denerstem einzig die Steinigung Stephan,; im Gan-zen aber enthalt sie 27. Bl. da z. B. der Kindcr-mord auf drey derselben vertheilt ist. In der Thacaber können wir dtn ächte» Verehrern Raphaol«kaum eine dieser Folgen belieben. Wohl sprichtFecnorv in seinen Aöniissichen Ettudieii von einernoch neuern Sammlung, welche Zu Rom in denletzten Jahre» des XVlII. Jahrhunderts veranstal-tet wurde, und wvvvn bereits 5. Blatter erschie-nen waren, als (17Y8.) die Urbilder den Künstlernentführt wurden. Diese sind uns nie zu Gesichtgekommen, und sollen sich aber mehr durch Ele-ganz in der Ausführung als durch wesentlichenWerth ausgezeichnet haben.
4. Von den klaßischen Bildern der vier Haupt-
sianzen des Vatikans kennen wir ein einziges voll-ständiges Werk in 19. Bl. nebst zwey BlatternErläuterungen und einem Titelblatt, worin diejel-be», nebst ihren Einfassungen und Verzierungen,von Franz Aquila gezeichnet, und von Ebendem-selben in einer angenehmen Manier, sorgfältig aus-geführt, gestochen sind. Es führt zum Titel: Uke-tursc ex aula et
conclavibus I^alatil Vatlcäni in rcncas tabulas
45--) 6,-iveni- I. XIV. XV. dem erstem nämlich finden sich diejenige» Blätter, welche der Fürst
aller Stecher nach Rerphael - Marc , und seine beyden voriüglicksicii Schüler, kN vsn Raveniur,und A. VeiieZinno — in dem zweyten, was n. N-atrizet, I- Bonasone, I. Caramkio, die Ghist(Adam, Diana, Georg nud Johann Baptist) I. Sämrti, E- Vicus, der sogenannte Meister mit demWürfel, ein A-l, ein Ilb', ein und etliche andere Unbekannte ohne Zeichen» geliefert haben.
45») Vw et Oeuvres äes Uolutros les plus ceiebrss. Das einzige Werk von Kaphcrel 8. Bände ( 4 karir805—9.) enthält 475. Nr.
452) Dafür hat dieselbe ein nickt hiehcr gehöriges Blatt nach einem der vorhandenen Cartons; nämlich: Petrus z»m Haupt der Kirche erklärt.
A,ch. Z»m VII, Heft.
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