Band 
Zweyter Theil [3].
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vorgewiesen, welche die Madonna mit dem Kindeund St. Johann darstellt, und von B. picarrgestochen ist.

Eine andere (Helenen-Raub) besaß dieser letz-tere selbst, und gab solche nachgebildet in seinen:Impostures Ilino66Nt68.

Der Winklersche Catalog Nro. 3617. nenntein, in der alten Brüßler-Gallerie befindliches Bildvon Kaphael: Die Samaritanerin beym Brunn,welche van Hoye gezeichnet und gestochen habe.Nach Wien scheint solches aus gedachter Gallertenicht gekommen zu seyn.

S- 6z. Nach den Xouv. 6. (III. p. 57.)wurde der St. Hieronymus zu München , durch H.Männlich, zu Würzburg entdeckt.

S. 64.Der dem Raphael zugeschriebene St.Georg zu Dresden " (bemerkt uns H. Meyer ausWeimar )ist an sich ein gutes Gemälde, aberkeineswegs eine Arbeit von ihm; auch nicht nachihm copirt."

Ebendas.Die große Schaale von schwarz undweißem Email in der Kunstkammer zu Gocha"(schreibt uns Ebenderselbe)mag vermuthlichnach einer Zeichnung von Raphael bemalt seyn;es sind verschiedene Gottheiten daraus dargestellt.Dann findet man Ebendaselbst ein kleines, gleich-falls mit weiß - und schwarzen Schmelzgcmäldenverziertes Kästchen, deren Gegenstände aus derEneide genommen sind, und wovon die Erfindun-gen, so wie die Gliedersormen der Figuren undder Wurf der Gewänder klar zeigen, daß sie nachRaphaelischen Zeichnungen gefertigt worden. Ori-ginell aber von diesem Meister ist dort eine ganzvortreffliche, braun getuschte Zeichnung, welche denLeichnam, Johannes in Betrübniß, und die in Ohn-macht gesunkene Mutter, von den andern Mariengehalten, darstellt, und aus dem Nachlasse vonMengs herrührt."

Ebendas. Von der Madonna aus Düsseldorf ,(jetzt zu München ) sagt uns einer unserer zuverlaßig-fien Kunstkenner: Es sey ein recht schönes verdienstli-ches Bild; für ein ächtes Original möchte es dochwohl schwerlich gelten können.

S. 65.In Betreff des Johannes in derWüste aus Düsseldorf " (äußert sich H. Meyerzu Weimar )thut es mir Leid, sagen zu müssen,daß die chrenwcrthe HH. Heinse und Förster inihren Notizzen von demselben ganz unmenschlichgesalbadert haben. Dieser Johannes wird jetzt garnicht mehr für R. Arbeit ausgegeben, und mansieht in der That den Grund nicht ab, warum erjemals demselben sey zugeschrieben worden. Damitwill ich die Verdienste dieses Bildes an und fürsich gar nicht schmälern; es ist wacker gemalt, undgelehrt gezeichnet; aber R. Geist, Geschmack undStyl der Formen sind nun einmal nicht in dem-selben. In der Capikolinischen Gemäldesammlungzu Rom befindet sich ein ähnlicher Johannes, wel-cher von Salvian herrühren soll; und ein Werkder Florentinischen Schule ist denn wohl ange-zweifelt auch der unsrige."

S. 66. Aus Deutschland schreibt uns nocheiner unsrer Kunstfreunde:Der H. Großherzogvon würzburg brachte aus Florenz eine Madonnamit, von welcher einige, die sie gesehen, mit gro-ßem Lobe sprechen. Man hielt sie aber immergeheim (?)."

In einem Katalog der Sammlung von eigen-händigen Maler-Bildnissen, die der Graf Lactant.von Firmian (1732. noch) aus seinem kustschloffeLeopoldskron bey Salzburg aufbewahrte, befan-den sich nicht minder als dreye von Raphael. Wirwissen indessen jetzt zuverlaßig, was wir schon längstvermutheten: Daß diese (immerhin schätzbare)Sammlung, so gut als lauter Copien enthalte.

Ebendas. Nach Deutschland setze:

Sr. perersburg.

In der Eremitage daselbst befinden sich von

Raphael aus dem ehemaligen'Kabinet Lrozar wenig-stens dreye derjenigen Bilder, welche wir oben S. 59.und 60. genannt haben; nämlich die dort erwähnte

H. Familie, die Judith, und das Bildniß des Kar-dinals Polus. Gestochen finden sich alle dreye indem bekannten Talleriewerke, im Umrisse. Vonder H. Familie heißt es dort, sie sey aus der Zeit,wo der Künstler noch bey Perugino arbeitete. Ge-stochen wurde dieselbe, ebenfalls in Rußland , vonKetterlinus.

S. 8z. Anmerk. 4Z8. Morgenstern in sei-nen Tagebüchern nennt den Vers d. Manuel mehr-mals Coulongeon.

Zusätze zur Litteratur der Kupferstiche

nach

Kaphael.

In r8o2. unternahm piranest zu Paris eine:

tÜollection äes ?emture8 a Ir68<zu6 66 §ranä8inaitr?8, et particuliererrient äs 6t 66

868 6I6V68. Das erste Heft, welches auf 12. Bl.Bilder aus der sogenannten Sala Borgia im Va­ tikan enthielt, war damals wirklich erschienen, undwurde für 16. Fr. verkauft. Diejenigen aus demsogeheißenen Cabinet Julius II. , dann die aus dengroßen Sälen des Vatikans, die Logen u. s. s. soll-ten folgen. Er wollte, wie es sich geziemte, vondem Leichtern zu dem Schwerern übergehn. Esscheint aber, daß daß das Unternehmen stecken blieb.)Vo«v. ci. II. 34647.

Ebenfalls in 1802. gab Eoquerel zu Paris nachRaphael zwey Bilätter: l'-^mour volaZe, tlrs668 papiUon8, und: l'^mour kuri6ux, tlrä 6e8vra^E, geetzt, und wie Miniatur in Farbenauf einem schwarzen Grund, im Geschmack derMalereyen im Herkulanum abgedruckt, welche zu-sammen 18. Fr. kosteten, und in erwähnten Xouv.6. Hrts I. c. p. 606i. sehr gerühmt wurden.Dort hieß es, vier andere: I'^wour poetc, 1 '^-mour vil. I'^mour l6kt, und (zum guten End!)I'^mour noble, sollten folgen. Wir glauben auch,daß solches wirklich geschehen sey. Die drey erster»kennen wir, und halten solche für allerliebste Zim-

merverzierungen.

In der OnIIerlö 6u Douvre, representee p.6e8 §ravure8 ä l'euu körte ex6eutee8 p. Ma6.Mr»re LonEy 2xc. uvec une Oescriptlon üce.x. O. öde. Xro. i. üc 2. kuri3 , im

größten Fol. befinden sich in Xro. 1. welche ausdrey Blättern 29. Abbildungen enthält5. St. Michael, der den Satan besiegt.

10. Bildniß des jungen Manns, der den Kopfauf seine Hand stützt.

12. Das Gesicht Ezechiels.

13. Das Silentium.

In der Histoire 6e sse8U8 0 bri 8 t des P. deLi'gny, die vor einigen Jahren zu Paris erschien,befanden sich nach Raphael:

I.ivr. I. l'^nriocistion.

,, III. 8t. kamllle?

IX. Na88Ä6r6 668 INN 066 N 3 .

8t. )6LN 63N8 le I)686rt.

X. IiIs6onne 66 koÜAnc».

1.6 0bri8t, promottant ä 863 OiHplftS

168 6 l 6 k 8 6 u Iioy'LUM 6 668 616UX.

8t6. ksmille ? t 7 . 60!. sc.

,, ?Zcb6 rnlr 36 ul 6 H 86 . Oamör«» 8c.

XXV- ls '?rLN36§uratloii. C. sc.Dieser ketztre (Perir) leitete überhaupt alle Stecherdieses Werks.

I . 6 Ebri3t 6t 168 12. ^pütr68, in Umrissen und einwenig schattirt, nach den bekannten Blattchenvon M. Anron, gaben 1804. zu Paris F'keuryund le Fevre Maechand, welche nicht mehrals 2. Fr. »nd colorirt 4. kosteten. Ob solche