Band 
Zweyter Theil [3].
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1593
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Seele.

deutlMg (vielleicht noch immer an dem schon er-wähnten für den Herrn Churfürsten). Um 1807.an einem Bildnisse des Königes/ und zwey Schlach-tenstückcn/ »in welchem Fache" (sagt das Tüb.Morgenbl. ü. s. S. 512.) »der Genius diesesKünstlers am sichtbarsten walte." In demselbenJahr gewann er mit seiner Zeichnung den Preißfiir die Aufgabe des Morgenblarrs: Die schmäh-liche Abweisung des Chryses, nach Jlias I. l. c.1099. wo es davon heißt: Sie nähere sich denAnfoderungen an eine homerische Zeichnung unterallen (es waren 8. Mitkämpfer) am meisten durcheine einfach schöne Behandlung, und durch bedeu-tenden Ernst. Den beyden Hauptfiguren (Chrysesund Agamemnon ) hätte man etwas höhere Ver-hältnisse gewünscht. In >8o8. zeichnete er für diePrachtausgabe des Schillcrschen Reiterlieds inSteindruck den letzten Auftritt aus WallensteinsLager. In 1809. befand er sich für eine Weilein München , wo sein vortrefliches Talent für'sBildnißmalen häufig benutzt wurde. Vorzüglichgelungen war ihm dasjenige der Gemahlin desfranzösischen Gesandten Grafen Otto, mit ihrererwachsenen Tochter gruppirt l. 0. (1809.) S. 8.Und Ebendas. 1810. S. 696. liest man: »Aufdem Museum zn Stuttgart war unlängst wiederein trcfliches Schlachtenstück von Seele, das fürden Monarchen bestimmt ist, aufgestellt. Manbewunderte daran die Wahrheit des Ausdrucks ,die Beleuchtung, das herrliche Colorit, und dieschöne Zeichnung besonders in den Pferden. Nachihm, in punklirter Manier gestochen gab Morace(18 lo ) nunmehr im Großen das Bildniß des v-Großherzvges von Baden, reinlich, fleißig, undwahrscheinlich kenntlich.Doch" (heißt es ir-gendwo) »fehlte eschen Bilde" (ob bloß demStich oder dem Gemälde?) »an Würde und kräf-tiger Wirkung, da freylich von punktirtcr Manierohnehin wenig Abwechselung in Hinsicht auf denAusdruck der verschiedenen Stosse" (was denndoch nicht die Hauptsache wäre) »zu erwarten sey."Dann Bittbäuser dasjenige des Bildhauers Schef-fauer für den Frauenholzischen Verlag (r. fl.12 kr.) Auch in 1811. war Geele's Pinsel nochunermüdet (Morgenbl. ü. a. S. 201.) Oonk.Mensel's Lsi. L. L. und Ebendas. Arch.I. (,j ) r«H.

Seele ( ). So nennt man irgendwo einen

Dekorationsmaler zu Berlin in 1801.

Seele mann( ) zu Meißen . Auf derDresdner Kunstausstellung von 1799. Zeigte manetwas uns Unbekanntes von seiner Hand.

s. auch unten Sehlmann.

Seelfisch oder Sehlfisch (Samuel), in-dem er auf beyde Arten sich schrieb, ein Buch-drucker und Formschneider zu Wittenberg (wieman gewöhnlich glaubt), welcher dort 1612. dasneue Testament mit Figuren in 8° ans Licht ge-stellt habe. F- < 5 . Lesser, Historie d. Buch-druckerey (Leipzig 174». 8 °.) S. 2V7 268. undRegister. Wir erklären aber beyde ihm dortbeygelegte Prädikate für aus der Luft gegriffen.Erstlich war er nicht Buchdrucker sondern Buch-händler, indem die meisten seiner Verlagsartikelder an seinem Ort angeführte Lorenz Säuberlichauf seine Kosten druckte; und zweytens soll manerst die Holzschnitte noch deutlicher beybringen,auf denen sein Name, oder ein deutbares Mono-gramm zu finden ist. Wie dem jedoch immer seynmag, war unser Samuel, zufolge seiner vonFriede. Baldum verfaßten Leichcnpredigt (Wit-leuberg itzifi. 4 °), in 1H29. zu Erfurt geboren,kam, ch.Jahr alt, nach Wittenberg um die Buch-handlung in Zeit von 12. Jahren zu lernen,starb dort als dreyßigjährigcr Bürgermeister 16 » 5 .und erlebte eine Nachkommenschaft von io 5 . Per-sonen. Sein Sohn Matthäus, der i6ä6. 6Z.

Seelmann. 1595

seinen Buchhandel weiter; die Leichettpredigt des-selben hat Oaul Röber in 4° gegeben. BeydeLeichenpredigten sagen rücksichtlich auf die Form-schneidere» auch nicht ein Wort, was doch imFalle der Wahrheit wohl geschehen seyn würde.

Seelig (Gottlob). So heißt im Floriren-den Leipzig , ganz ohne Weiteres, ein dortigerMaler um 17Z0.

* Seeligmann, auch Seligmann (I.

M.) hieß Johann Michael, Kupferstecher undKunsthändler zu Nürnberg . Seine Handlung undschöner Verlag kam nachgehends durch Heyrathan »den lüderlichen Kupferstecher" Herrn vonMayr, unter dem sich Alles nicht wenig verschlim-merte; so daß die Handlung endlich, heißt es1793 . auf Rechnung der beyden Sohne Mayr's,durch den Kunsthändler Wirsing geführt werdenmußte. Von unserm Seeligmann kennt manein Bildniß deö Theologen G. A. Ellrod, nachM. S. Kläffer, 1702. gestochen Schad's h)i-nacorhek S. 5 g. Andere dergleichen lie-

ferte er zu den i)icr. bl->t. Eurios. Mohsen'sAerzrebildnisse benennen davon L. Hei'ier, I.C. Kundmann, Abraham Baker u s f. Verschie-dene nach A. I. < vielleicht A. Felicitas) Prcißler,wie z. B. Christ Jac. Lrew's mir Cameiarius undGeßner auf Einem Blatt. Historisches, unsersWissens einzig (174z.) ein Abendmal nach I. M.Schuster, und der Zeichnung von I. I. Preißler.Dann schabte er auch zu folgend?,» Werken diefast alle in seinem Verlage enchicnen: Earesby'sund Edrvard's Sammlung seltener V gel - inNächtlichen (Nürnberg 17/1976. 9 Theile, vonihm und andern radirk); L. Feuillöe's arzney-dienliche Pflanzen in Peru und Chily, übersetztvon Hurh, nach Feustlöes Zeichnung, und bloßmitSeeligmanns exo. bezeichnn (ebenv. 1706.);W. Smellie's anatomische Tabellen, übersetztvon Hurh (ebend. 1708.); Jenry's Abbildungender Gebährmuttcr, übersetzt von Schmidel (ebend.1761.) mit 6 großen, guten Blattern in Schwarz-kunst (anderwerks ist solches, wahrscheinlich rich-tiger, als lateinische Ueberselrung rubrizirt: 1)e-monstratio ur^rl prognuntis mulivri-,); <s- Geß-ner's: Opern baksnios, herausgegeben vonSchmidel; zu einigen uatur historischen Abhand-lungen I. E. Schaffers (namentlicy zu dessenBpus piscikormi-!. Da obiges B-ldniß des EU-rod mit 1762. dalirt ist, und der 1764 erschienenesechste Theil der Sammlung seltener Bögel dieAdresse von I. M. Seeligmann's Erben an sichtragt, so muß er zwischen dieser Zeit gestorbenseyn. Irgendwo finden wir endli : I. M.Seeligmanns Sammlung ausländischerseltener'Vogel, mit illumin. Abbildungen, 6Thle,(Nürnberg 1749 5 g. fol.) Was es hiermit fürBewandtniß hat, unh ob nicht hierunter die schonobenerwähnte Sammlung von Catesby zu verste-hen sey, wissen wir nicht anzugeben.

Seelmann (Franz von), Schriftenstecher zuOffenbach ain Mayn. Von ihm sah man z. B.um 1808. die Schrift zu dem Diplom, womit dieWetterauer-Gesellschaft für die gesammte Natur-kunde ihre Mitglieder aufzunehmen pflegt. Dieverzierte Einfassung desselben ist von C- Wester-mayr gestochen. Er arbeitete auch für Buchhänd-ler Risse u. drgl.

* Seemann (Enoch ), des nachfolgendenIsaaks Sohn, dessen im Lex. unter seinem Vatergedacht wird. Schon in seinem Neunzehntenmalte er sein eigenes Bildniß und zwey alte Wei-berköpfe, in Denners muhesamer Manier. NachWalpole starb er 1744. Nach ihm gestoben undgeschabt haben: Bartsch, Bernigeroth, S. Blesen-dorf, I. Faber, L. Heckcnauer, I. Macardet u.Simon, lauter Bildnisse. Darunter Faber (wieschon das Lex. sagt) des Künstlers eigenes, das»Nil : Lnocü 8eemann, bezeichnet ist *);

3 - alt als Etadtrichtcr zu Wittenberg starb, führte

«) Eine andre unsrer Quellen spricht von einem solchen, von I. G. Schmidt zu Dresden (-788.) schon gestecht«neu, das mir «s ip>>. p. ,71z. bezeichnet sey.