l6io Serliv.
ders, sein« Geburt in i 5 i 8 . sein Tod in 1678.Dou ihm als Baumeister heißt es bey diesem letz-tem I. 114 — rar. „Man fleht ihn für den Er-ste» an, der einen Theil der Gebäude der Altensiudirt, und richtig gemessen hat; und de Lorme,sein Zeitgenoß, giebt im VII. B. seiner Architekturihm das Zeugniß „eines rechtschaffenen Mannes undeiner guten Seele, der gern Alles, was er sah,maß und studirte, zu öffentlicher Kunde brachte."Von seinen eigenen Baute» kennt man in Italien ,das er sehr jung verließ, einzig die Schule vonSt. Roch zu Venedig , den Pallast Grimani da-selbst, und denjenigen von Malvezzi zu Bologna .Nach Frankreich berufen (i54i) gab er Franz I. Zeichnungen zum Louvre, welchen aber, nach demeigenen edelmüthigen Rath des Künstlers, dieje-nigen von Lescot, für Regelmäßigkeit und Eben-maaß, vorgezogen wurden. Dagegen erhielt nunSerlio die Leitung dcr Gebäude zu Fontaine-bleau; und hier war es auch, wo er die, zu ihrerZeit ziemlich geschätzten Bücher verfaßte. Vörderstseine: Allgemeine Regeln der Architektur,nach der Lehre des Vitruvius , welche bereits,545. in einer Französischen Uebersetzung zu Ant werpen erschienen, und aber einsweilen nur dasvierte Buch von sieben enthielten, welche er (demDorbericht zu Folge) zu geben im Sinne hatte.Dann sein zweytes Werk, das, in der Französischenin i 55 i. erschienenen Uebersetzung, zum Titel
führt: h-ivre extrzorllinslre 6'^rcliitecture,»uguel sont llemontrös Zo. Porto» ru8tigue8»inelöes «je «Zivers orcire», et 2o. untre» «j'oeu-vre «lelicate en diverses eupsce». d'Argens-ville (>. c.) erzählt, wie diese bizzarren Schön-heitsmuster entstanden seyen, deren GebrechenSerlio selbst eingesehen, aber mit dem Geniusdes Zeitalters solche zu entschuldigen versucht habe.Seine sämmtlichen Schriften dann wurden zuerstin i56g. gesammelt, und enthielten eben in siebenBüchern: i.) Eine kurze Geometrie. 2 ) EinePerspektive. 3 ) Plane, Profile und Aufrisse einerMenge alter Bauten in und außer Italien , 4.) DieLehre der fünf Ordnungen (dasselbe, was schonin seinen oben angeführten: Heikle» Zi-nersle» ent-halten war). 5.) Eine Abhandlung von Kirchen-gebäuden; hauptsächlich wie die heidnischen Tem-pel und Altare allmäblig in christliche verwandeltwurden 6.) Das schon genannte 1.ivro extruor-chnuire. 7.) Und endlich Bemerkungen über al-lerley bürgerliche Bauten. Eine zweyte Ausgabeseiner Gesammtwerke hat späterhin (1084.) Sea-mozzi, mit einem Register versehen, zu Venedig in 4°. ans Licht gestellt. Und deutsch erschienenvon ihm: Fünf Bücher von der ArchirecrurFol. Basel 1608. — Die bürgerlichen Kriege,welche Frankreich unter Carl IX. verwüsteten,nöthigten unsern Künstler eine Zeit lang zu Lyon seinen Aufenthalt zu nehmen, wo ihn die Gichtbefiel, und seine Lage so dürftig ward, daß er«inen Theil seiner Baurisse an Jakob Strada ver-kaufen mußte. Endlich, bey hergestellter Ruhekam er nach Fontainebleau zurück, und endigtebekanntlich dort seine Tage. Gcamozzi hattevon seinem Meister peruzzi Zeichnungen undHandschriften geerbt, welche er bey seinen eigenenWerken eifrig benutzte. Den Grundsätzen des Vir-truvs, in der Theorie sehr zugethan, vernachläßigteer dieselben stets in der Ausübung. Seine Profilewaren mesquin; sein« Cornischen zu schwach, undwegen der Kleinheit ihrer Theile zu trocken; die-jenigen von vermischter Ordnung schwerfällig, undwürden kaum für die Toskanische passen, derenSäulen bey ihm die Höhe von sechs Durchmes-sern hatten. Seine Schule St. Roch zu Venedig hält man für die größte und prächtigste Bautedieser Stadt; sie ist ganz von Marmor, und hatwirklich etwas Großes in ihrem Charakter DerGeschmack seiner Lichter, besonders in dem Plainrpied, ist etwas gothisch. Der Pallast Grimanihak eine schöne, mit drey Ordnungen verzierteF<wade; doch fanden die am Hauptgesims überden Säulen ausgemeißelten Adler u. a. Geflügel
Serre.
eben nicht Beyfall. Am Pallast« Malvezzi zu Bo logna endlich wurde gerüget, daß jedes Stockwerkeine Cornische habe. — LTÜlizia's Urtheil überunsern Künstler (Lll. terx. I. 347 —48.) ist mitobigem ungefähr dasselbe. Nur wird dort nochbemerkt, daß er das Ionische bey seiner ungestal-ten Basis belassen, und sein Corinthisches nichtmehr als neun Durchmesser mit einem magernCapitell hatte. Bey Semecke (Nachr. I. 3Z7.)wird die Notizz nacherzählt, daß Serlio , als erdas elende beschmier sah, welches bey den Kunst-händlern Lafreri und Barlacchi von Blättern nachalter Architektur erschienen war, und meist jungeHandlanger zu Urhebern hatte, „aus Mitleid"sein I^ivre oxtraorllinuirs gab, was denn frey-lich, wie wir schon vernommen, eben auch nichtsAusserordentliches war. Nach Eandellini erschiensolches nicht i 55 i. sondern 58 . und wurde demKönige Heinrich von Frankreich zugeeignet. DieBlätter waren bekanntlich von ihm selbst (nichtgcetzt, wie das Lex. sagt, sondern) in Holz ge-schnitten.
* Sermei (Cäsar). Derselbe verheurathetesich zu Assisi , und blieb meist doit bis an seinenTod. Hier und in Perugia malte er in Fresco,wenn eben nicht mit vorzüglicher Zeichnung, dochmit großer Kühnheit der Ideen, geistvoller Reg-samkeit der Figuren, und kräftiger Färbung. Auchin Oel kennt man verdienstvolle macchinose Bil-der von ihm. So z. D. zu Svello ein Wunderdes sel. Andreas Caccioli, das Wenigem aus derdamaligen Römischen Schule weichen darf. Dannbesitzen seine Erben zu Assisi noch von ihm Staf-feleygemälde, welche Märkte, Festumgänge undandre Siltenstücke dieser Stadt zum Gegenstandhaben, und durch die Menge, Mannigfaltigkeitund Grazie der Figürchen, so wie durch allerleylaunigte Einfälle und gutes Architektur - Staffageäusserst anmuthig ins Aug fallen, /.mrrst L«j. ters.II. i)o — 5i.
* Sermoleo, s. Bapr. Franco.
* Serodine (Johann). Derselbe starb inblühende» Jahren Von diesem Künstler, welchermehr Practik als Studium besaß, siehet man heutzu Tage einzig noch einen enchaupteten St. Jo-hann, zu Rom in Et. Loren; ausser den Mauern.T.a»rLr Lll. ter?. II. i 65 .
SerpOtta (Jacob). So heißt irgendwo(wir glauben in der handschriftlichen Geschichteder Maler zu Messina von Susinno) ein guterSiziuanischer Bildhauer und Slukkaturarbeiter,von welchem man vieles sehr Schönes in denKirchen zu Palermo findet. Zeichnungen von ihmin schwarzer Kreide und getuscht besaß um 177».Herr Achilles Ryhiner in Basel .
* Serra (Christoph), lebte noch 1678. Von
diesem getreuen und wackern Nachahmer des Guer-cins siehet man noch in St. Colomda zu Rimini ein schönes Bild dieser Heiligen. 1. c.
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* — — (Dominicus), s. Serres .
* — — (Michel), s. gleich unten Serre.
Gerrat i (P.), Jesuit ; malte 1608. in dreyAbtheilungen die Landcharten (mehr in Perspec-tiv als in Grundrissen) des Großherzoglich Tosca-nischen Gebietes, welche in dem dortigen Pallast»zu sehen sind. Lencivenni I. 201.
Serre (B.), ein Französischer Maler, nachwelchem Coelemans, I. Cundier und E Desrochers1708—20. ohne Zweifel für den Verlag dieses letztemmehrere Bildnisse, eben nicht besonders berühmterPersonen beyderley Geschlechts gestochen haben;Desrochers denn doch dasjenige der Anna lcFevre Dacier.
— — (F.), aus Danzig , Schüler des Airchjtekten Thieme zu Dresden . Auf der Ausstellung