Seru a.
bereichern würde — der Panurg von Rabalais,der i 5 ,ooo. Mittel zum Erwerb und 3 o,ooo. zumVerschwenden kennt; ein großer Machinist, eingroßer Architekt, ein guter Maler, und ein aus-serordentlicher (sublime!) Decorateur. Durchjeden dieser Talente erwarb er sich unermeßlicheSummen, hat aber dennoch nichts, und wird nieetwas haben. Der König, die Nation und dasPublicum mußten daher den Vorsatz, ihn aus demElend zu retten, aufgeben. Man will noch lieberdie Schulden, die er hat, als die, welche er nochmachen wird." Andcrwerts noch heißt es von ihmetwas roher, aber nicht ganz verständlich, undohne weitere Belege: „So sehr man dieses Künst-les Talente zu rühmen Ursache hat, so sehr wirdseine unbegreiflich schlechte Aufführung getadelt."
— Noch an einem andern Ort endlich lesen wirvon ihm, bey Anlaß seiner Besorgung des Dresd-ner -Theaters von 1 / 55 — 56 . «Er war vorzüg-lich einer von denen, der, gerührt von den Ar-beiten der alten Griechen und Römer, sich mitMacht und Eifer dem ganz irrigen Geschmackeseiner Zeit entgegensetzte, welcher ursprünglich durchMeissonier veranlaßt, in den Bauverzierungs-und überhaupt in den bildenden Künsten fast über-hand zu nehmen drohte." Gestochen nach ihmhaben auch Blonde!: Plan et Llevation rle l'Lcir-üce eleve en 1709. ä I'occssion «in Marinasäs von klnllpxie; du Mont: Plan et vue äupell 6'Hrtisice, tire sur In 8eine en i/Zc».;Ravenet: Llevation stll Arand Portal! «is 8t.8lllpice (also seines Hauptwerks); und ein unsUnbekannter: pell ä'^rtisice Sll su)6t 6e In paix1739. Im Umrisse nachgebildet, und sehr unbe-fangen beurtheilt, findet sich jenes Portal, odervielmehr Peristil von St. Sulpice auch bey Lausvon (^nnal. VII. 87 — 89.). Noch finden wirin einem Gantkatalog rubrizirt: place (?) 8t.8ulpics. §c,va»stonr et Leunr-ck kse. (?)
* Serua, Seruaes, Servaeius und
Servarrius. Also pflegte sich öfters der Ku,pferstecher Servarius Raeven (der im Lex.und Suppl. aus Versehe» als gedoppelter Künst-ler unter Raver, und Raeven rubricirt ist) zubezeichnen. Wir kennen von ihm eine Suite mitdem Leben der Jungfrau Maria in 8°. (verzeich-nete und mittelmäßig gestochene Blatter, wo aufder Anbetung der Hirten: -faeve» scnlp-
tor und auf andern nur: Zer-rm 5c. und:ä'e-vattms sc. zu lesen ist. Dann eine Familiedie bevor dem Mittagsessen betet (leidlich in quFol. gestochen, Gesichter, Hände u. s. f. aberverzeichnet); hier benennt er sich: Lwatms
5 c«/p 5 kt.
* Servarius oder Servarrius. S.gleich oben Gerua.
* Serv i (Constantin de i). Derselbe war auseiner der angesehensten Floreutinischen Familienentsprossen. Baldinucci vermuthet bloß, daß erSchüler von Santo Titi gewesen sey; dessenNachahmer war er Anfangs gewiß. Als er dannnach Deutschland gieng, nahm er die Manier des(jüngern?) F. Porbus an. Bildnisse malte er imAuslande wenige, die mehr von seinem Geiste,als gerade von einer fertigen Uebung zeugen.Den größten Ruhm erwarb er sich durch seineBauren, und dann durch seine Florentiner-Mo-saiken in harten Steinen, die durch ganz Europa gingen, und späterhin freylich noch namhaft ver-bessert wurden. /)a»^r L6. terr. i. 309. 270.Nach MiliZra (Lä. terr. II. 160.) war es in 1609.daß der Sovhi von Persien ihn von dem Großrherzoge Cosmus I'. man weiß nicht für welcheGeschäfte sich ausbat. Immerhin blieb er dortan ein volles Jahr. Eben so eine Weile in Eng-land , wo der Prinz von Waleö ihm die Leitungverschiedener Bauten und Maschinen auftrug, undihm ein Jahrgeld von 800. Scudi bezahlte. Ebenso bey den Generalstaaten, wo der Graf Moriz
») Einer unsrer Frexnbe meint von David van Borns
Sesti. i6iZ
von Nassau seines Preißes gegen seinen ursprüng-lichen Landsherrn nicht müde wurde. Noch vonFloren; aus mußte er demselben das hölzerne Mo-dell zu einem Pallaste im Haag übersenden. Obsolches ausgeführt wurde, ist unbekannt BeyHause dann versah' er die Stelle eines Oberauf-sehers aller Arbeiten der Gallerte, und zugleicheines Vicars (?) von Lustgnano Noch ist die ei-gentliche Geschichte dieses merkwürdigen Mannesbey Weitem nicht ganz aufgeklärt.
Serviere« (Madame) So heißt eine Ge-schichts- oder Bildnißmalerin in Oel zu Paris ,die sich durch ihre Arbeiten auf dem Salon von1808. eine Schaumünze erwarb. La-r-iau 8alon6e 1808. II. p. H2. Im Journal 6e Lommercs1811. erscheint sie unter den damals, wenigstenszu Paris lebenden Künstlern nicht mehr.
Serviroei ( ), Ordensgeistlicher des
Spithals S. Giovanni di Dio zu Florenz ; blü-hete um i75v. und übte sich mit Ruhm in derZeichenkunst. Sm/m-reK p. 95.
Serug, der Oberältervater Abrahams, gebo-ren N. 819. verfertigte Bildnisse von tapfernMännern, die in platten Zeichnungen bestandenhaben sollen? Busch Handbuch d. Erfindun-gen Lhl. II. S. 129.
Serviere (... von), erscheint in 1662.'zu Lyon als Kunstliebhaber und Kunstd eher,der schöne Sachen verfertigte. WunderlicheBegebnüfse des Wunderlichen Thl. I. (Bevern 1678. 40-) S. 28.
* Serrvoueers (Peter), geb. um l 5 /g. zuAntwerpen , wo er zu Anfang des XVII. Jahr-hunderts blühete. Zeitgenolle von I. Londerseel,arbeitete er Landschaften u. a. in desselben Ge-schmacke Nach David Vinkenbooms *) (nicht vanBoons, wie das Lex. sagt) kennt man von ihm:Eine Folge von iv. Jagdstücken; dann den Fallder ersten Eltern (1611.); Simson tobtet den Lö-wen; David ersticht einen Bären, und eine Gesell-schaft von Bettlern: 6e kaeäelars berbarve.Von ihm sind auch mehrere Blätter zu der 1628.in Antwerpen <Fol.) erschienenen: Hoallelnie cle1'Lpöe von Lhibault. S. auch den gleich folgen-den Art.
* Serrvrour (B.I So nennt Basan (K6.sso.) offenbar irrig, als verschieden von obigemp. Serrvourers, ebenfalls einen Kupferstecher,dem er jene Folge von Jagdstücke» nach Vinken-booms in länglichtem Formate zuschreibt.
* Sery, s. Robert.
* Sesoni oder Sessone (Franz.) Vonihm kennt man, neben Anderm, ohne andern Na-men als den seinigen, ein Profil-Bildniß des Dich-ters L- Pulci, an der Spitze von dessen Gedicht:II blorAsnte (Piren2. 702.) Nach Eandellttttlebte er zu Neapel 1/33. damals 28. I. alt, insehr gutem Rufe. Bey /fcrncckc Idee xenör p.69. 8. V. 8>55<mc erscheint er noch unter den Ste-chern der zwischen 1757. und 67. erschienenen:^ntinbitä 6'Lrcolano. Und l. c. p. 5 g. findetman von ihm die Kunde: «Seine Blatter, wennschon nicht von vorzüglichem Verdienste, machenim Dresdner-Cabinet ein eigenes Werk aus , undfinden sich nämlich unter denselben dergleichen,an welchen der König von Neapel (nachwerts vonSpanien ) welchen dieser Künstler zu unterrichtendie Ehre genossen — selbst gearbeitet habe."
Seßler (Hans). So hieß ein Goldschmiedzu Wittenberg 1600.
Sesti (Johann Baptist), ist uns einzig durchfolgendes Werk bekannt: plante seile OittL,plärre e vastelli korristeate in huesto 8kato<Ii Nilano, 61 von Siov. Lutt. §erti. M-
den wir aber ganz nicht kennen.