1614 Sestini.
Isnc, (1717.) 4 ". mit 24 Kupfertaf. Scheibel'smarhemar. Bücherkenntniß B. I. S. 60g.
Seftrni (Dominicus), ein berühmter italiä-nischer Münzkundiger neuerer Zeit, der auf Eck-hels Grundlage weiter fortbaute, drey große Rei-sen von Constantinopel aus nach Kleinasten unddie Levante wagte, und noch außer der großenSammlung in Paris , deren Anschauung Eckhelnstets fehlte, fast aste andern bedeutenden Samm-lungen auf dem Continente mit forschendem Ken-nerblicke sah. Hieraus entstanden die 9 Theile sei-ner: wettere e (iisgertasionl numismaticks , wo-von der letztre eine Angabe der Seltenheiten des un-vergleichlichen Herzoglichen Münzkabinets in Gotha enthält, und welche, verbunden mit einem Katalogaus 12. Münzsammlungen, der schon in 1796. zuLeipzig ans Licht trat, die Sicherheit und Scharfeseines Urtheils bereits hinlänglich beurkunden; undendlich sein Hauptwerk: vesc-riptic» Zeneralisnummorum ^rs-corurn seounäum Lckkielij «zrz-tema AeoArspüicum, c. n. variis, welches inBerlin (wo er nun, als ein fröhlicher, lebenslu-stiger, aber durch die neuesten Zeitlaufe eben auchnicht auf Rosen und Jasmin gebetteter Greis,seit 8. Jahren, als Mitglied der dortigen Akade-mie lebt) bey Quien in vier Kleinfoliobanden er-scheinen soll, und das Heft (es dürften ihrer 16.bis 20. geben) auf z Lh. Pr. Courant gesetzt wurde.Mehr hievon s. in einem treflichen Aufsätze vonBoerriger im Tüb. Morgenbl. 1810. S. 162.und rhg.
* Sesto (Cäsar da), genannt da Milans,nach von Mechel geboren zu Mailand um »460.Vasari und Lomazzo nennen ihn zwar nicht un-ter den Schülern von da Vince, wohl aber nichtsdesto minder mit Grund alle Neuern. In der Am-brostana zu Mailand findet sich von ihm ein alterMannskopf, in der Thal so nach Leonardo s Weisestudirt und verarbeitet, daß man erstaunen muß.Andremale ahmte er Ravhael sehr gut nach, mitdem er bekanntlich zu Rom auf vertrautem Fußestand, so wie auch mit B. Peruzzi, mit dem er inder Rocca d'Ostia gemeinschaftlich, und zwar soarbeitete, daß vasari dem Seinigen noch denVorzug zu geben scheint. Lomazzo dann führtihn überhaupt für Zeichnung, Stellung, und be-sonders für Beleuchtung, zum Muster an, undnennt von ihm eine Herodias, welche (aus einerCopie bey H. Rath. Pagave in Mailand zuschließen» mit Raphaels Fornarina große AehnrIKyteit hatte. Eben so kaufte vor einige» Jahreneine sehr Raphaelifche H. Familie von ihm derRitter Hicronymus Melzi um hohen Preiß, sowie auch sein berühmtes Bild, das einst bey St.Rochus stand, und mehrere Abtheilungen in sichsaßt: In der Mitte jener Heilige und eine Ma-donna mit dem Kinde, zur Nachahmung von Sän«jio's Madonna di Foligno. Eben so entlehnt istdann aus dieses letzter» Sakrament-Disput derdarin erscheinende St. Johann Daptista auf denWolken, dem er gegenüber St. Johann den Evan-gelist beygefügt hat. Dieß in der obern Abthei-lung. Die untere zieren zwey halb entblößte Hei-lige: St. Christoph und St. Sebastian, beydevon schönem Charakter, und der zweyte in einerneuen treflichen Verkürzung. Die Figuren (sagtder Abt Biancom) sind von mehr als Poußin-scher Größe (?), »nd so mürbe, so harmonisch,so helleuchtend im Fleische, so gülden das Colorit,daß man das Bild für eine» wahren Correggiohalten dürfte. Zu Flügeldecken hatte dasselbe nochdie Figuren von St. Peter und Paul, und St.Martin und St. Georg zu Pferde» in gleichemGeschmacke, doch nicht mit so viel Fleiß als dasHauptwerk gemalt; woraus man freylich vermer-ken kann, daß dieser Künstler nicht, gleich seinemMeister, sich befliß, lauter Meisterstücke zu malen,sondern etwa, wie knini, sich begnügte, solchesvon Zeit zu Zeit zu thun. In der Kirche zu Sa-rano, zwischen Pavia und Mailand , sieht manvon ihm auf vier Pflastern in Frescs ebenfalls
S e t t i.
die zwey genannten HH. Martin und Georg, nebstzwey andern St.St. Sebastian und Rochus, mitder Jnnschrift: sÄera»- s. i6ZZ. Alle in
schönen Verkürzungen, wie es sich für die Stelleschickte; sonst aber freylich nicht von dem Wertheder oben angeführten Werke; daher Einige solcheeinem andern Künstler, den auch das Lex. nennt,(Casare Magno) um so viel mehr zuschreiben,da theils die erwähnte Inschrift, theils eine, docheben nicht zuverlässige Notiz;, daß unser de Sestoin 1524. gestorben seyn soll, dieses zu erhärtenscheint; was indessen Lanzi, von dem wir (lLci.ter?. IV. 196—97.) den ganzen obigen Art. ent-lehnt haben, wenigstens nicht als erwiesen anneh-men will. In Deutschland besitzt von ihm, wiewir glauben, die einzige Gallcrie zu Wien daslebensgroße Brustbild eines ungenannten Jüng-lings auf Holz. Räch ihm hat unsers Wissenseinzig Jacob Mercoli eine Maria mit dem Kindein gr. Folio gestochen,
* Sesto (Marcus). Vielleicht derselbe Künst-ler, welcher in den künftigen Zusätzen Marc Bai-sairi hen.k. Die im Lex. von ihm angeführteSchaumünze findet sich bey Moehsen von M.Tuscher abgebildet, aber mit der Jahrzahl iZgZ.und mit der weiteren Berufung auf LoehlerXXI. S. 79 -
Serh , ein Sohn Adams, geb. -V N. 1Z1.soll die Kunst zu schreiben erfunden, und die vor-nehmsten Geheimnisse der Astrologie, in zwey Säu-len eingcgraben, hinterlassen haben. Er starb -VM. ioj2. Ein astronomisches Buch in griechischerSprache, Manuscript, was die Wiener-Bibliothekaufbewahrt, wird (0 Weh!) unter seine Schrif-ten gezahlt, deren man ihm überhaupt nicht we-nige beylegt. Jöcher.
* Serlezky (BalthafarSiegmund, od.Sieg-Mund Balthasar), geb. 1695. zu Augsburg , wosein Vater, ein Adelicher aus Pohlen, Bürgergewesen, von Srerren S. 40». nennt ihn Jo-hann Bairbasar.- Er st. 177». Von ihm kenntman, nebst mehrern schönen Thesen, eine MengeHeiligenbilder nach Baumgarkner; dann ferner,nach Ebendemselben eine Taufe Christi, und dasvon der Gesellschaft Jesu verchrre Kreuz nachScheffler. Dann aber auch Liehstücke (b. Bl )nach M. Roos, Fantasieköpfe nach Wateau, undHusaren-Exercizien nach Weycrmann. Das Beßte,was dieser Stecher, der sich kaum an das Mit-telmäßige erhob, geliefert hat, sind unsers Wissenseine Suite numerirter Blatter aus dem Leben Jesuund der Maria, nach Joh. korenz Hayd, in Fol.radirt und erschienen bey Joh. Christian Leopoldzu Augsburg . Dieser gute Mann schrieb seinenNamen auf gar verschiedene Weise. So denTaufnamen Balthasar Siegmund, und Sieg-mund Balthasar; den Geschlechtsnamen dann:Serlezky, Sedlezky, Ssrletzky, Serlerekyund Seletsky.
Settala (Manfredus), s. oben Seprali.
* Setti (Cecchino , d. i. Franz). Derselbearbeitete schon 1496- Von ihm kennt man nureinige Altarfriesen in beßtem Geschmacke LauriLä. ter?. IV- 20. Gandellini nennt von ihmals Stecher, Schilde für Thesen, und Blattermit allerley schönen, launigten Einfällen.
* — — (Herkules). Man kennt ihn von1660—tzo. Zu Modena sieht man von ihm einigeAltarblatter, auch in Gallerien (doch selten) Staf-feleygemalde, welche mehr einen großen als ange-nehmen Charakter tragen. Im Nackten war erfleißig und studirt nach der Florentiner Weise,geistreich in regsamen Stellungen, und kräftig inder Färbung I. o. 40. Gandellini nennt seineBlätter, meist nach eigener Erfindung, die er bis-weilen bloß mit 14 . 8. bezeichnete, selten. Vonihm kennt man, neben Andern», allerley Ther-men, mit Gebäuden staffirt. Seme Fortuna nachGuido ist mit 6. Ii. 14 . §. h. signirt.