Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1626
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1626 Siccrist.

Alter eigenen Fehler der Umnäßigkeit und Fa»tl-heit bestraft; papierne Eselsohren und aufgehef-tete Zevdel bezeugen die Vergebungen der Straf-fälligen, die sich übrigens wenig daran kehren,und Eines auf des Andern Rücken steigen, umTöpfe mit Eingemachtem zu benaschen; u. s. f.Meusel's Arch. II. ( 4 ) 12. iZ. Der strengepausanias Fran^ois S. 457 . vollends rühmtdiese Bilder uneingeschränkt, und schreibt diesemKünstler überhaupt, nebst richtiger Zeichnung, un-gemeine Originalität, eine besondre vis comica,und noch darüber die schöne Eigenschaft bey, esalle Jahre besser zu machen. Bey ^iorillo III.5 ja. hingegen lautet das Urtheil über unsern Si-cardi, wie folgt: »Seine Bilder sind von einemtheatralischen Anstriche nicht frey geblieben. Dasbeßte stellt einen jungen verwundeten Soldatendar, der von einem Mädchen verbunden und ge-pflegt wird. Der Ausdruck des Jünglings ist gutgetroffen, das Mädchen aber ohne Interesse undTheilnahme. Im Hlmansck cls Lomrnerce i8n.finden wir diesen Künstler noch unter den zu Pa­ ris lebenden Geschichtsmalern aufgeführt. Uebri-gens ist derselbe der Nämliche, von dem esirgendwo heißt:Nach eines Sl'cardi's Zeich-nung hat Zafonato vier ziemlich schlecht punktirteBlätter in A. Suntachs Verlage (1796.) unterden Rubriken geliefert; OK ! cke tortuna Lome1a trovato? OK! cke x-usto!OK! cke koc-eone. Anderwerts sind diese Blätter kurzweg mitder Adresse: ckes ä ?nris angeführt, II.im Catalog von Paignon Dijonval das zweyteund vierte derselben, als von Burck und Copia inpunktirter Manier gestochen.

Siccrist s. unten Sigrist.

V * Sichelbarth oder Gickelbarrh (P. Jg-natius), geschickter Böhmischer Maler, trat" inden Jcsuiter-Orden und stand um 1777. (s. k.in 1 / 65 .) der Mission zu Pckin in Ehina vor.Derselbe erhielt von dem dortigen Kaiser verschie-dene Geschenke, nebst einer eigenhändigen Lob-schrift, welches in China für die größte Ehregehalten wird. In dem Art. Joh. DionpstusAttirer des Lex. wird dieser Künstler p. Darmascenus Sikelbar genannt.

* Sscheidein (Johann), der Vater. Die-ser ist derjenige, den das Lex. kurz als Lehrervon Johann Schoenfeld anführt. Er war auchder Meister von Heiß. von Männlich. I» derN- B-bl. d. schön, wissensch. XX. I. S. i(,2.heißt es,daß der Maler,Johann Hiebe! (geb. 1681.)bey Johann Siegelbein zu Wangen in Schwa­ ben gelernt habe, der wohl kein andrer, als un-ser Sichelbein ist.

der Sohn, des Obi-gen Sohn und Schüler, geb. zu Memmingen 1648.Nachdem er einige Jahre in Italien studirt hatte,kehrte er in seine Vaterstadt zurück, wo er fürKirchen und Liebhaber arbeitete, aber dabey sowenig seinen Vortheil fand, daß er, ungeachtetaller Anstrengungen, 1719. daselbst in großer Dürf-tigkeit starb. Er malte Geschichte. Seine meistenStaffeleibilder wurden erst nach seinem Tode auf-gekauft, und nach St. Petersburg geschickt. InDeutschland besitzt von ihm, unsers Wissens, dieeinzige Münchner -Gallerie (noch dazu ungewiß,aber wenigstens in seiner Manier) eine kleineKreuzabnehmung. Altarblätter dagegen finden sichvon ihm in U. L. F Kirche St. Martin zu Mem­ mingen ; dann in den Klöstern Ottobeuren , Och­ senhausen , der Karthause Buxheim, u. s. f. vonMännlich, und fehlerhaft abgeschrieben beyLiporvsky.

S i ch e M.

* Sichern (Carl van), zeichnete sich rbeiiwenig aus. Sicheres wissen wir von ihm nichtszu nennen. S. den ff. Artickel.

* (Christoph van), Zeichner, Kupfer-stecher und Formschneider, geb. in Holland um(ganz gegen das Lex.) ib8o. und blühend zu Am­ sterdam zu Anfang des X VII. Jahrhunderts. Un-ter den zahlreichen Schülern von Golzius hat sichderselbe durch seine kräftig gearbeiteten Holzschnitteausgezeichnet. Auch seine zahlreichen gestochenenBlätter haben meist das Verdienst einer gewissenNettigkeit. Sein beträchtlichstes Werk führt denTitel: Iconicn Useresiarcknrum, erschien zuAmsterdam 1609. in Quarto, und enthält die Bild-nisse der vornehmsten Reformatoren; so wie eineandre seiner Folgen, diejenigen der Grafen vonHolland und Zeeland , beyde nach eigenen Zeich-nungen. Indessen werden seine Holzschnitte, die-jenigen nach seinem Lehrer Golzius zumal, höherals seine Arbeiten mit dem Grabstichel geschätzt.Sein Schnitt ist einer der beherztesten, und oftmit wenig Schraffirungen wußte er große Wirkunghervorzubringen'"), Rost V. 202 5 . Dort wer-den von ihm etliche gestochene Bildnisse (darunterein Paar von jenen Ketzern, Calvin und David Jorisz , dann Carl V. und die Königin Elisabeth,in ganzer Statur) angeführt Die beyden letztemschreiben Andre dem oben genannten Carl vanSichern zu. Dreye sind auch mit Christophsexc. bezeichnet. Von Holzschnitten hienachst nenntRost, nach Golzius: Eine Folge von 4 - Blättern:Judith, David, Samson und Sißera; dann Ju-dith mit Holofcrnes Haupt, eine Beschncidung(1629.), und St. Cäcilia, auf der Orgel spielend.Man kann sich nichts Keckeres für den Schnitt,und nichts Geschmackloseres als die Gesichtsformdieser christlichen Muse gedenken; auch führt sol-che (so sehr gleicht sie einem groben Bauer) ei-nes unsrer Verzeichnisse als: joueur äe Olsve-cin *) an. Nach L. van Leyden: Esther vor Ahas-verus. Nach I. Matham: Brustbild eines Afri-kanischen Fürsten (iöi 3 .) Endlich, ohne andernNamen, als den seinigcn: Die vier Evangelisten,in Fol. von verständiger Ausarbeitung, und eine(seltene) Folge von 12. (bey Rost ungenannten)historischen Gegenständen in Duodez-Form. An-derwerks werden ihm noch 201 zu einer (freylicherst 1644. bey Paeis zu Amwerpen erschienenen)Bibel gehörigen Holzschnitte zugeschrieben. End-lich nennt eine unserer Quellen, nebst mehr An-derin (Ungewissem) von Christoph: Das BildnißRavaillacs, und dessen Hinrichtung 1610.

(Seit Abfassung dieses Artickcls lesen wir nochin den eingesandter Notizzen eines unsrer Freunde:Zu bemerken ist: Daß entweder das unserm Chri-stoph zugeschriebene Gcburthsjahr um i 58 o. irrigist, oder daß das ihm von Rost ganz richtig bey-gelegte Zeichen auch von andern Künstlern geführtwurde. Denn letzteres trifft man auf dem Ti-telblatte zu dem Kunst-und Lchrbüchlein für an-fangende, junge Maler an, was schon i 58 u. m 4 °-bey Siegm. Feyerabend zu Frankfurt a. M-, vonverschiedenen Meistern nach Jost Amann's Zeich-nung in Holz geschnitten, erschien. Uebrigensführt auch das Lex. sehr zart gearbeitete Holz-schnitte an, die mit seinem (ausgeschriebenen)Namen,noch früher 1H73. zu Basel an das Licht traten.Endlich sieht man jenes Zeichnen auch in einemBuchdruckerstocke, mit einer Weltkugel, auf demTitel von Casp. Commelin's: Horcus ^msrelae-clameusis Vol. > 1 . ^M8tel. 1701. Fol. im Ver-lage bey P. u. D. Blaeu und der Wittwe Abrah.van Somer. Das (nach Rost) beträchtlichste sei-ner Werke: Icouica Raeresiarckuin etc. -^mst.

n) Paptllon rühmt besonders seine großen Köpfe mit ihren künstlich gearbeiteten Haaren und Bärten, als vonvorzüglicher Schönheit: »Der Schnitt dieser Köpfe" (fährt er fort) »ist von ungemeiner Stärke u. Kühnheit.Bisweilen sind darin 56. Kreuzschaffirungen über einander angebracht, ohne daß sie sich verwirren, oderauslöschen. Etwas ganz Außerordentliches.

Freylich nennt auch N7alps ausdrücklich als eines seiner hetzten geschnittenen Blätter seinen )o»eur äs?-slvtsrlon. Allein unsre Vermuthung der Verwechseln»» mit jener Sankt Cäcilia fällt damit «och bey Weitem »M.