Siche m.
1609. dann theilt der Gantkatalog der Bibliothekdes Kunstschriftstellers I. F. Christ ?. I. 9. 5u.N^. 498. ganz unrichtig dem unten folgenden Cor-nelius zu, und führt es folgendermaßen auf:Iconlca et üigrorlca stsscrintlo praecipuorumDserealarcUarum etc. per L. V. 8. ^rnhemi1609. b°ol. ( 7 o>'ne/mm r-a-r 8'icüe»r gui rssloin sss inscrlpzit, prapterea lsullstus ab K.Habbeo. ImsAA. XIV. ab ^bric sci Xnipper-solUn^. Von diesem Werke kennt man noch einefrühere (vielleicht nicht einmal die erste) Ausgabe/mit dem deutschen Titel: Hiflorische Beschrei-bung u. Abbildung der furnembste Haupt-Reyer - - Durch 0 (hristoph) V (an) 8 (ichem).
(nistelreü.) zu Amsterdam , Bep CorneliszJiclauß, Buchhändler - - itioS. Fol. Der reich-haltige Catalog von paignon Dijonval führt vonihm zwölf Arbeiten des Herkules in Quartformat an. Noch bemerkt unser vorerwähnte Freund:„Auf den Bildnissen der mehr angeführten Ketzer-beschreibung schreibt sich Christoph aus: O/n-rrto/Äc/rem sculp. et exc." Ferner: „Schöne Holz-schnitte mit dem verschlungenen 0 . V. 8. unddem Messerchen finden sich z. B. in: Egesippifünf Lucher v. jüdischen Rriege, bey Theod.Rihel zu Straßburg , Fol. 1878. Noch ist mirein gestochener St. Franciscus, mit der Unter-schrift: Tumiue cur casto etc. und mir dem Mo-nogramm 0 . V. 8. und s (eclt) (rat.) r 4 »bekannt.
Sichern (Christoph van), der Jüngere. Vonihm nennt eines unsrer Verzeichnisse das BildnißPaul Hochfelders, von 170». darin, und ohne wei-ter» Namen als den (einigen.
* — — (Cornelius van). B»san (L 6 . sec.)setzt kühnlich seine Geburt zu Delft in 1548. an.Auch nach einer andern unsrer Notitzen soll derselbeum i 56 g. geblühet haben. Dort wird von ihmnebst einigen Bildnissen (Mahomets, Peter Ra-ums, und Joh. Franz le Petiks, Schriftstellers)hauptsächlich eine Folge von 10L. Alttestamentli-chen Figuren angeführt, von welchen Gandellini,der dieses Künstlers Mcmogrammate giebt, sagt,daß sickin der Größe von Tempesta's OvidischenVerwandlungen seyen. Nach Rost V- 20Z. hattedieser Cornelius sich übrigens, so wenig als derobenangeführke Carl, eben nicht durch besondreKunst ausgezeichnet. Ganz anders hingegen sprichtvon ihm H. Rhode in seiner Artistischen Blu-menlese, wo er 28. jener biblischen Darstellun-gen in Nachbildungen giebt, und darüber in derThat nicht ganz ohne Grund ausruft: Welch einReichthum von Ideen zeigt sich hier mit einervortreflichen Zeichnung vereinigt! Welche Poesieliegt in seinem Simson der den Löwen tödtet!Welch zartes Gefühl in seinem Loth mit den bey-den Töchtern — von welchen er die Eine schla-fen läßt, um die Schaam der andern zu retten!Welche mimische Wahrheit im Joseph, der denTraum deutet! — Vor einiger Zeit erhob sich da-her zwischen H. Rbode, und dem Verfasser einer(ungünstigen) Beurtheilung seiner Blumenlese inder A. L. Z von Jena 1810. N°. 260. fol-gende Fehde. Von dem Rezensenten wurde näm-lich unser Cornelius ein Bruder Christophs vanSichem des Aelrern genannt, «der es aber nieüber die bleyerne Mittelmäßigkeit gebracht hätte."Dagegen frägt H. Rhode in einer Antikritik (A.L. Z. von Halle 1810. N°. 27.) vörderst: „Wo-her jener Rezensent wisse, daß Cornelius undChristoph Brüder gewesen, da jener doch dreyViertheile eines Jahrhunderts vor diesem geblü-hek, und vorzüglich nach Tobias Stimmer gear-beitet habe"? Dann: „Warum dort so verächtlichvon einem Künstler gesprochen werde, der sichdie Manier seines ebengedachten Zeitgenossen sosehr zu eigen gemacht, daß man seine Arbeitenmit Stimmer's verwechselt, und die Zeichnungenjum Flavius Josephus unter desselben Hauptwerkezahle, da Er hingegen glaube, daß solche ganzunserm van Sichem gehören"? Woher nun aber
Sichichi. »627
hinwieder H. Rhode Alle das wisse, ist uns eben,falls unbekannt; und sicher sehr seltsam, wennEbenderselbe zugleich behauptet: Daß Christophund Cornelius das gleiche Zeichen (bald c. V. 8.bald L. H. V. 8.) geführt, und dann wieder,das letztres (was man sonst dem erster» zuschreibevielmehr) ausschließlich dem letzter,, gebühre. S. auch oben den Schluß des Art. Christophs vanSichem .
Noch haben wir übrigens Alles die bisher ge-nannten Künstler vom Geschlechte van Sichem betreffende, theils ohne hinreichenden Grund Be-hauptete, theils wirklich sich selbst Widersprechende,bey Weitem nicht erschöpft. Hier nur noch dasUngereimteste, von LNarolles, Florene le Comre,Papillon und Basan, worauf schon das Lex.deutet: Daß nämlich diese vier Franzosen dievan Sichem durchaus zu van vichem« (d. h.das 0 . V. 8. zu ( 7 . 8c.) machen wollten,
und vollends der letztre (Basan) einen Carl Si-mon vichem kennen will, der über — lov Jahregelebt haben soll, und doch weit wahrscheinlichernie geboren wurde. Von diesem (ohne ein einzi-ges Blatt von ihm mit Namen zu nennen) sprichtBasan (Lli. 8cc.): „Niemals hat ein Künstlerden Grabstichel mit so viel Freyheit geführt. Manglaubt, daß er über 6ovo. Blätter gestochen habe;eine außerordentliche Zahl für einen einzigen Men-schen "! Und — endlich glaubt Malpe (vielleichtnicht ohne Grund), daß vollends die Carl undCornelius van Sichem — eben so gut als jenevan vichem — Non Entia seyn dürsten. Oixlet 8slvsvi.
* Sichem oder Siegen (L. van), heißt
bey Andern ausdrücklich Ludrvig, geboren um1620. der behauptete Erfinder der Schwarzkunst,der, solche den Prinz Ruvert gelehrt haben soll.Neben dem Bildnisse der Landgräfin von Hessen ,nach seiner eigenen Zeichnung, kennt man noch vonihm eine H. Familie, St. Joseph mit der Brille,nach Caracci (,b57-) dem Cardinal Mazarin zu-geeignet. Auf beyden nennt er sich: dlovi yujus8culpturL rnoäi primum inventorem. Rost I.297. Gandellini, der unsern Siegen
einen braven Zeichner und geschmackvollen Dilet-tanten heißt, schreibt ihm »och Bildnisse der Für-sten von Oranien zu; und Basan dasjenige derGemahlin Ferdinand II. Eleonora Gonzaga .
So eben bemerkt uns noch einer unsrer Freunde:Daß Siegen das Bildniß der Landgrafin vonHessen zwcymal geschabt, und das ältere, das sichzu Dresden befindet, wie folgt, unterzeichnet sey:^melia lllli-zabettig, l). 6. 6a88iss ll-anilArgvia,etc. aä vlvurn 4 re p-st/nr-M ckep/ctam novoguszsm sculpturss moclo exprs88am clsäicac, con-8ecrstgue L. 4 8?. Ao. Dni. i5jz. Dieses gut ge-schabte Bildniß in Fol. ist das erste dalirte Schwarz-kunstblatt Der Name des Malers Blondrhour wirdwenigstens auf dem Blatte zu Dresden nicht ge-nannt, sondern vielmehr das Gegentheil bemerkt,(wonach somit der Art- Blondrhour in gegen-wärtigen Zusätzen zu berichtigen, und Heine-cke wegen der Jahrszahl gerechtfertigt ist.)Noch hatte sich unser Freund alle Mühe gegeben,nähere Nachrichten von Siegen, seiner Herkunftu. s. f. zu verschaffen, aber nichts als die Ver-muthung herausgebracht, daß er ein Niederländer,oder ein natürlicher Sohn des Hauses lJassau-Siegen seyn möchte.
* — — (P. C. v.). Unter diesem Namenführt der Catalog von Daignon Dijonval dasin Holz geschnittene Bildniß eines Mannes miteinem Baret auf dem Kopfe, und einen Hand-schuh in der Hand an, was aber wohl zuverlässigkeinem Andern, als einem der Obigen dieses Ge-schlechts, zugehören wird.
Sichichi (Ludwig, del Monte di St Giu-liano). So nennt eine unsrer Handschriften um1763. ganz ohne Weiteres, einen geschickten Ma-