Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1632
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i6zr Siena .

geringerer Zeichnung vollendet. /.Kirn ' (Lst. ter^.1. ZsZ.

* Siena (Duccio , Guiduccio) hi Buoninrsegna, s. Duccio . Nach Lanzi (Lcl. terx. I.3 i 5 s. v. -ia L'it-rm) reichten die Nachrichten vonihm, von 12821559. oder iZ 4 c>. um welche Zeiter verstorben seyn soll. Er soll ein Schüler desunten folgenden Segna de Sirua gewesen seyn.Tizius giebt ihm um i 3 ri. das Zeugniß des da-maligen vorzüglichsten Künstlers von Siena , mitdem (acht welschen) Anhange: ex cuzus ossicinaveluti ex 09110 Nrozano pictores e^reßii pro-llierunt. Von ihm sieht man (wie wir's verste-hen) an dem großen Altare der Hauptkirche zuSiena ein Werk, an welchem er drey Jahre gear-beitet hatte. Auf der Vorderseite die H- Muttermit mehrern Heiligen in großen Figuren, aufderjenigen gegen dem Chöre dann in mehrernAbtheilungen allerley Evangelische Geschichten inbloß Hand hohen Figuren. Pins II. in seinenungedruckten Annalen von Siena sagt, daß die-ses Bild 2VOO. fl. (a. k. Zooo.) gekostet habe,nicht eben seiner Kunst, aber des viel daran ver-geudeten Goldes und Ultramarins wegen. DieManier hat etwas von dem Griechischen Styl,und das Werk gehört immer zu dem Beßten undfür die Zahl der Figuren Macchinosesten der Zeit.Noch führt Baldinucci von ihm eine Verkündi-gung in St. Trinita zn Florenz an, und urtheiltdavon, daßsolche einer Arbeit aus Giotto's Schulegleiche, was hingegen Lanzi nicht finden kann.Noch war dann unser Duccio einer der ersten,der an dem berühmten Fußboden im Dome zuSiena , freylich noch sehr unvollkommen arbeitete.Die Umrisse sind mit dem Sleinhammer bezeich-net ; das Ganze ist noch völlig das Werk des XIII.Jahrhunderts; aber mit alledem nicht ohne einegewisse Grazie. Im Chöre dann ebendaselbst siehtman eine Jungfrau mir kreuzweise gefalteten Han-den, welche, wie auch dabey geschrieben steht,(Nlserlooiclia) des Herrn Erbarmen anruft, mitangemessenem Ausdruck in Stellung und Miene eine achte christliche Pieta! 1 . c. 347-48.

* (Franz da), auch Sanese genannt.Zu Siena schreibt man ihm, aber unsicher, einigeGrotesken zu. Da»Li. ler2. I. 346.

* (Franz Anton). Im Convenke degliAngioli unter Assist sieht man ein mit diesem Na-men und der Jahreszahl 1614. bezeichnetes Abend-mal, so weit in Darocci's Geschmacke, daß manden Künstler für einen der bester» Schüler vonVanni oder Salimbene halten kann, der die Affek-ten mehr als mittelmäßig auszudrücken wußte.Die Figur des Judas, der sich eben aus demStaube macht, ist das ächte Bild der Verzweif-lung , und Ware lobcnswcrther, wenn er dem Uriannicht Fledermausfüße gegeben hätte; ein Witzspiel,das er aus Grotesken entlehnen mochte. Tamx:rTll. tsr^. 1. 067.

* (Franz di Giorgio), s. Martini

und da Siena (Franz), Sanese genannt. Lanzi(Lll. toi?. !. 327.) nennt ihn einen guten Bild-hauer nach Gebrauch seinerzeit, als Maler dann(wie das Lex. sagr) mittelmäßig. Doch sah' ervon ihm einen Christ in der Krippe, worinn ermit Mantegna wetteiferte.

* (Franz di). So heißt auch etwaFranz vanni.

----- (Georg und Johann da), Gianellagenannt. S. den Johann betreffend: Gianella.Den Georg hat das Lex. ebenfalls unter daSiena gestellt. Depde waren Schüler von D.Beccafiimi; allein Georg verließ bald dessen Styl,legte sich bey Haus und zu Rom auf die Grotes-ken, und war darin sehr berühmt, nur daß erdarin freylich einem Balkhasar Peruzzi nicht gleichkam. Von da an hielt er sich an da Mine; Jo-hann tauschte überhaupt in Kurzem den Pinselmit der Baukunst. Daus». tors. 1 . 33 g. 346.

Siena .

" Siena (Guido oder Guidone de), s.-nese. Die Kunstschriftsteller von Siena mactenes vasari und Baldinucci zum billigen Vor-würfe, daß sie eines Künstlers nicht gedenken,der doch nicht bloß als Miniator, sondern wirk-lich als Maler blühete, ehe Cimabue geborenward, und sich bereits von dem elenden sogenann-ten griechischen Styl sehr entfernt halle; wie z. B.in seiner Madonna, in der Kapelle der Edeln inSt. Domcnico zu Siena , eine Tafel, die zumKüssen naiv, unterzeichnet ist:

tlisbuz »MLlliz

t^ueiii LU-izlus leuir nullis velic SAer peuis.

1221.

Und zwar ist auch das Antlitz der H. Jungfrausehr anmuthig, keine Schiclerin, wie jene Grie-chen sie zu machen pflegten, und auch in derDrapperie schon etwas im neuern Styl Nochwird von ihm (aber unsicher) ein zweytes mit1262. datirtes Bild in St. Bernardin zu Siena angeführt; und die: Lett. Leu. 1l. 27(1 wollenvollends wissm, daß er in 1290. nachgelebt habe,was ein Alter von wenigstens 10Ö. Jahr voraus-setzen würde, so daß der Guido der Leckere Ge-nese wohl ein zweyter Künstler dieses Namensseyn muß. /.auLr b)ä. ter?. 006-9. Eine Ab-bildung jener Madonna des Unsrigen, die sich nochin beßtem Stand befinden soll, sieht man ,n der Errur.ria pirrrice N° III. und einen genauen Berichtüber dies Gemälde in den Memorie des Ben-voglienri, und von della valle in den mehr er-wähnten: Detteie Xeuere I. 29Z. eingerückt; sowie überhaupt unsers Guidos in den Chronikenvon Siena , in der des Tizio von Arezzo , undin Monrfaucon's Diario Jtalico zum öfter»Erwähnung geschieht. Fiorillo I. 207.

(Johann di Paolo), Vater des nach-folgenden Matthäus. Nachrichten von ihm fin-den sich von 1427 -62. In Pienza findet maugute Arbeit von ihm, und bessere in einer späternTafel alla Osservanza zu Siena , wo mehreresKunstgebrechen, durch manchen damals nicht ge-meinen Werth, wie z. B. durch ein ziemlichesVerständniß des Nackten ausgewogen wird.

Lll. ter?. l. 327.

* (Marc da), s pino.

(Matthäus von Johannes da), desObigen Sohn. Nachrichten von ihm reichen von1462-91. Derselbe übertraf alle seine zeikgenößi-gen Landsleute; einige nennen ihn daher den Ma-saccio seiner Schule, von dem er übrigens nochweit genug entfernt ist. Seinen neuen Styl gaber zuerst durch zwey Tafeln im Dome zu Siena ,und durch Eine besonders zu erkennen. Noch mehraber besserte er diesen Styl in andern seiner dor-tigen Arbeiten in St. Domeuicus, in Madonnadella Neve (zum Schnee?). Nachdem er in Oclzu malen gelernt hatte, gab er seinen Figuren eineziemliche Mürbigkeit, und von dem oberwahntenFranz di Giorgio wurde er in der Kunst unterrich-tet, seine Bilder mit guter Architektur, nachge-ahmten Bassorilievi u. s. f. zu staffiren. SeineGründe wußte er wohl zu verkürzen; seine Drap-perie war natürlicher und minder kleinlich gefal-tet, als man's sonst zu dieser Zeit zu thun pflegte;seinen Antlitzen gab er, wo nicht viele Schön-heit, wenigstens Abwechslung und Ausdruck, undan seinen Figuren waren Muskeln und Adern nichtunfein ausgedrückt. Mir immer neuen Erfindun-gen machte er keinen Staat. Sein gelobtestes Bildvom Kindermord, wovon sich eine Abbildung imdritten Bande der Leerere Genese findet, wie-derholte er mehrmals zu Siena und Neapel , undimmer besser; am beßten wob! in demjenigen bei-den Servilen zu Siena , das mit 1491. bezeichnet,und sicher eine seiner letzten Aibeiten ist. Obenanseine Tafeln malte er gewöhnlich artige Geschichtenin kleinen Figuren, die von dem Hauptgegenstand