Siegfried.
Siegfried (Emanuel), Hofschlösser zu Dres den , in der letzten Hälfte des XVII. Jahrhun-derts. Dieser geschickte Mann verfertigte, nachden Rissen des in Sachsen so berühmten Klen-gcls, Sprengwerke in Geländern, welche Klengelselbst sehr fleißige Arbeit nennt, wie z. D. an demDresdner Schloße über den Erkern, auf der Al-tane über der Laterne u. f f. Mehr andre Werkedieser Art, die damals (um 167h.) verfertigt wur-den, als: Ein Korbgegircer vor dem Churfürstli-chen Gemache; das eiserne Brüstegebäude an demdamals sogenannten neuen Schloßthurme u. s. f.sind entweder ihm, oder einem andn« gleichzeiti-gen Hofschlosser Christian Lohse'n, oder dem Jagd-schlosser Paul Lohse'n, oder dem Schlosser PaulPrunz (auch prutz genannt) zuzuschreiben, welcheKlengel alle zu diesen Arbeiten brauchte. Hand-schriftliche Berechnungen der ThurfürstlichenBauren zu Dresden .
— — ( ), gebürtig aus Zofingen in dem
Schweizerischen Cainon Aargau , ein sehr geschick-ter Tapeten: Decorations- Landschafter Blumen-und Arabeskenmaler in Fresco und Oel. Derselbereiste lange und weitumher, und hielt sich beson-ders viele Jahre in England auf, wo er sich versheurathete, aber zu Ende des Amerikanischen Kriegs,aus Mangel an Arbeit nach Haus kehrte, undsich dort um 178/j. niederließ. Neueres haben wirnichts von ihm vernommen. Msc.
Siegharr (Johann Simeon Benjamin),Schüler von Oescr, der in 178 h. (s. Dresd ner polir. Anzeiger, Jahrg. 178b. N°. 28.)als Zeichenmeister bey der Bergakademie zu Frey-berg angestellt wurde, und dort l8m. noch lebte.Derselbe war nebst Oeier, Klengel und Deich,Mitarbeiter an einem Handbuche für Zeichner,wovon aber nur das erste Heft (Schneeberg beyArnold 1794.), wie wir glauben, erschienen ist.Siegharr lieferte dazu drey Blätter (eine Gruppemenschlicher Körper; eine skizzirte Landschaft mitPferden; und Desseins zu Stickereyen, Verzie-rungen u. s. f., die I. G. Geifert gestochen hat.Eben so gab er d>e Zeichnungen zuAoehler'sbergmännischem Aalender für 1790. (Freybergund St. Annaberg) und: Desselben Bergmänni-sches Taschenbuch für 1791. (ebendaselbst), welcheWagner und Arnold geetzk haben. Dieser Künst-ler (heißt es in einer unsrer Notizzen) führt denPinsel und die Feder (denn er versteht auch schönzu schreiben) zwischen dem ersten und zweyten Fin-ger, da ihm an beyden Handen die Daumen man-geln, an deren Stelle ihm die Natur nur Aus-wüchse von Fleisch zutheilte.
Siegharringer, s. unten Sighartinger.
Giegler oder ziegler (Arnold), Stadt-zimmermann zu Frankfurt am Main , wo er dieEt. Catharinenkirche, deren Bau 1681. geendetwurde, aufführen half. Nebst ihm kommen nochfolgende Namen bey diesem Baue vor: Melchior Heßler Ingenieur und Stadtlienkenant; GeorgFruzsch (ober Fritz); Adam VNesniann, undMichael Mühlbertzer, Werkmeister; Hans GeorgMaijer und Johann Aammann, Silberarbci-len. Giegler oder Ziegler, Fritzsch oder Fritz,und Johann Trieb werden auch t(> 85 . als Er-bauer eines neuen Thurms zu den Barfüßern da-selbst , genannt. Lersne r's Thronik v. Frank furt , B. I. S. (il. und 7g.
Giegling (Johann Blasius), ein Zeichnerzu E'rfurl, geboren daselbst 1760., erhielt in 1794.die Stelle eines Professors der Mathematik andasiger Universität, und späterhin, unter Leitungvon Wendel, auch diejenige an der dortigen unbe-kannten Kunstschule. Von ihm kennt man: EinigeVorschläge dem Bauholzmangel abzuhelfen, vor-züglich durch Einführung der Lehmbacksteine, nebstgenauer Beschreibung und Bauanschlag eines sol-chen Gebäudes (Erfurt 1796. 8S mit einem Ku-pfer). Nach seiner Zeichnung hat Halle (>788.)
das Bildniß des Kammerherrn E. L. W. vonDachrödern gestochen.
Siegmund (Christian). So beißt im Säch sischen Aurkab. 17Z7. S. sosi. ohne Weiteres,ein Maler zu Dresden , der in ermeldtem Jahre,49- I- alt, daselbst verstorben sey.
— — (Christian Benjamin), s. gleich untenGigismund.
— — Bischof von Halberstadt. S. untenSigmund.
Siegner s ). Ein solcher erscheint indem Hof- und Sraarshandbuch des Aonig-reichs Westphalen für 1811. als Distrikls-baumeisier zu Halle.
Siegwald ( ). Ein solcher wird von
L. v. Winkelmann, ganz ohne Weiteres, unterdie Früchremaler gezählt. ^
Sieg witz (I. Albrecht), s. oben Siegewitz.
Siehas (Christian Ludwig), ein irriger Namevon Seehas.
Giejawskoi ( ). So heißt ein Rußi,
scher Künstler, wir wissen aber nickt welcher Gat-tung, der bey einer Exhibition zu St. P- rersburg1794. nebst mehr Andern, den Preiß der erstenober zweyten güldnen,Medaille erhielt.
Siemerdinck, Siemerding oder S i-merding (I. B.). Nach einem solchen, unssonst ganz unbekannten Künstler, der um den An-fang des XVill. Jahrhunderts und noch um dieMitte desselben, wahrscheinlich zu Zelle lebre, ha-ben I. Boecklin (a. h. I. G. Bareck), und C.F. Fritsch, erstrer das Bildniß des Superinten denten Franz Eichfeld, und des Preußischen Land-raths Jul. von Velrheim, so wie dessen Gemah-lin, letztrer (> 74 "-) dasjenige des Ha növerschenVice-Prasidenkcn von Marquard, und des dorti-gen Superintendenten H. Ph. Gubenus (pinx.1740. und 42.) gestochen.
* Siena (Angelus und Augustin da), s. Sa-tt ese.
* — — (Ansano da), oder Sans di Pietros. Piers, in dem Art. von Alfano di Piers.Nach Lanzi (IDil. kor? I. 326. 8. V. sta Kreua)findet man Spuren von ihm von 1-422 4 '' undstand derselbe in großem Rufe. Sein schönes al Fresco über der Porta Roman« zu Siena , welchesLanzi (gegen das Lex.) eben von 1422. barirt,und das man noch gegenwärtig sieht, kömmt demStyle Simons (Memi's) sehr nahe, und hat ingewisser Rücksicht noch sein Vorznqliches. Ueber-haupt ist derselbe, so wie der ^ tyl einer Zeitge-nossen Lorenzo's di Pietro (Vecchierka's), Fchann'sdi Paolo von Siena , und seines Sokns Matthäus,»ach damaliger Weise, fleißig und genau bis inKleinigkeiten. In der Kirche zu Picnza sieht manvon dem unsrigen ein Altarblakk, welches freylichseinem erwähnten al'Fresco an Werthe nicht gleichkömmt.
* — — (Balthasar da), s peruzzi.
* — — (Berna, d i. Bernhard da^, s.
Berna. vasari giebt ihm nicht bloß das Lob,daß er der erste war, welcher die Thiere gur ge-zeichnet habe. sondern preist ihn auch besondersfür seinen Ausdruck in der menschlichen Figur.In der Pfarrkirche zu Arezzo sieht man von ihmein al Fresco, dessen Zeichnung in den Umrissendiejenige vieler seiner Zeitgenossen übertrifft, 'swie er hingegen im Colorite, dann iu Drapperienu. s. f. von Manchem übertroffen wurde. Dasschon im Lex. bemerkte ausführliche und noch vor-handene Werk in St. Gimignano stellte Evange-lische Geschichten vor, und wurde nach seinemTode von Johann d'Asciano, der sein Schülergewesen seyn soll, mit besserer Färbung, aber
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