S n e y d e r s.
Hunde verfolgen ein Reh und einen Hirsch, beydelebensgroß. — Düsseldorf einst zwey Schweins-hetzen, in der eine» die Jäger von Rubens ; dannzwey kleinere Stilleben, eins mit Früchten , Wild-pret und Geflügel, das andere: Kinder die mitFrüchten spielen, wo ebenfalls nur die Früchtevon feiner Hand sind. de Fonrenai nennt vonihm vier große Bilder im Hotel de Bouillon zuParis, ebenfalls von Rubens und Jordaens mitFiguren siaffirt. Gestochen und geschabt »ach ihmhaben: R. Earlom (Eber von einer Wölfin an-gefallen; einen Fisch-und einenFrüchtemarkt, indie-se» die Figuren von Langjan gemalt); Joullain,C. Lauwers, A. I. Premier, Radl unter PrestelsLeitung (eine Bärenjagd aus der Gallerie Brabeck,in Tuschmauier, ein prächtiges 22" hohes undsg" breites Blatt, welches braun abgedruckt n.fl. und colorirt 22. fl. kostete); Gabr. und JohnSmith der altere, L. Vorstermann, H. Winstanley,I. Zaal (eine Schweinsjagd, seltenes und schönesBlatt, dessen Urbild, nach dem Katalog vonwink-ler, S'ieyders Glück gemacht haben soll,was hingegen das Lex. einer Hirschjagd zuschreibt).M-rL/e»-. Sein Heft von selbst
geetzten Blattern ist sehr selten. Haut und Haarin denselben (sagt GandeUini) sind wahre Natur.Irrig setzt dieser letztre seine Geburt in 1^87.Don diesem vorzüglichen Künstler besaß das Ca-binet fhaignoir - Dijonval zu Paris noch 1810.sechs ( wohl sehr kostbare) Handzeichnungen, wo-von viere Tische mit Wildpret und Früchten be-laden, die übrigen Studien von Hirsch - Adlers-köpfen u. drgl. vorstellen. (So eben bemerkt unsnoch ein Freund: »Einer besondern Anführungsind 6. Thierhetzen in Querfolio werth, die, voneinem Ungenannten leicht geetzt, in Drevet's Ver-lag erschienen. Auf diesen schönen Blättern heißtunser Künstler irrig Schneidre. Eine Hündinnmit ihren Jungen von S. Granicher nach ihm,in klein Quart geetzt, ist, wenn auch nicht reizend,doch ausdrucksvoll.")
Sneyders oder Schneider ( ). So
heißt in einer unsrer Handschriften ein um 1786.lebender geschickter Landschaftsmaler, wahrschein-licher Schüler von Kobel oder Brinkmann, deraus Mainz gebürtig seyn soll.
* — — s. auch Snayers , Snpders,
Super und Snjwrs. Sollten (fragt einer uns-rer Freunde) die Künstler aus diesen vier Geschlech-tern, bald Alle von Antwerpen , wirklich aus dreyverschiedenen Familien entsprungen seyn?
Snorv (R.) Das mit schöner Schrift verse-hene Dedikationskupfer in Colin Campbell's: Vi-truvlu3 kritanicus. Houston >717. kol. ist bezeich-net: K. 8cr. (ipü.), und 6. Dilekam 8c.
Snurcke (Laurenz). Zu Utrecht in der St.Marienkirche ist eine Säule, die auf Ochsenhäu-ren soll aufgeführt worden seyn; denn, als nie-mand, wegen unergründlicher Tiefe eines Wasser-loches, einen Grund zu legen wagte, vollführtedieß der Baumeister Laurenz Snurcke mittelstHäuten wie gedacht. An dieser Säule sieht maneinen Ochsen, Ochsenhauke mit Versen, des Bau-meisters Namen, und eine (nicht angegebene)Jahrszahl, eingehanen. AIs das Kind diesesBaumeisters den Kunstgriff verrieth, den der Va-ter rücksichtlich des Grundes anwenden wollte,so brachte dieser dasselbe in seinem Zorn ums Le-ben. wunderliche Begebnisse des wunder-lichen (des Herzogs F. A. von BraunschrveigBevre) Th. I. S. 20s. Vergl. auch plebero inden gegenwärtigen Zusätzen.
Snpders (Michael). Ein solcher heißt inein Paar unsrer Quellen, bald Stecher, bald bloßVerleger. In dieser letzter» Eigenschaft führt einVerzeichnis; meines sei. Vaters aus seinem Ver-lage an: Einen Zweykamvfdes Capitains Breaukcund Gerard Abrahams (1600.) nach S. VranxErfindung, ohne Namen des Stechers; und derCakalog von Brandes eben so ein allegorischesOckavblättchen (wohl für irgend ein Gebetbuch):
So ane. r66z
Lxamen ste con8ciencs avant le repos. Indes A. Miraus: 8anctorum prlncipum keAurnatq. Impp. imaginsZ etc. 8°. ^ntverplss apustMrcüm'/eM 161Z., worin viele mit einem
reinlichen Grabstichel gestochene Heiligenbilder ge-funden werden, ist dasjenige der H. Helena mit/l^ir. fe. bezeichnet; und also der Verlegerzugleich der Stecher dieser Blätter.
Gnyer (P.), soll, wie wir irgendwo lesen,ein Blattchen in 12°. mit zwey Köpfen von schla-fenden Kindern, gestochen haben. Ob derselbemit dem nachfolgenden Derer Supers etwaEine Person seyn dürfte?
* — — s. auch Snayers , Sneyders,
Snyders, und Supers.
* Supers (Heinrich), Zeichner und Kupfer-stecher, geboren zu Antwerpen um 1612- wo erauch beständig arbeitete. Er gilt für einen dergeschickten Stecher seiner Zeit; und hat er nichtdie Kraft von Bolswert und Pontius, so sinddoch seine Taillen breit und kräftig, und daherseine Arbeiten geschätzt. Roft VI. 87—88. Dortund in einem Verzeichnis meines sel. Vaters wer-den von ihm angeführt: Bildnisse, A. Bloemaerksnach H. Bloemaerks, des Prinzen Ruperts nachvan Dyck, und A- van Oorts nach Jordaens .Dann von Geschichtlichem: Samson durch Deli-la den Philister» übergeben, nach van Dyck; fernerder sterbende Franz von Assil'e, die Kirchenlehrerunterreden sich über das Geheimniß der Verwand-lung (anderswo rubrizirt: 8>^nature llu Loncllecontro Lalvin), und Maria mit dem Kinde aufeiner Erhöhung von HH. umg-ben, ein großesBlatt, alle nach Rubens ; letzkres eines der schön-sten nach ihm, ehe man (sagt Basan) einige Schat-ten darin mit zweyten und dritten Schraffirungen,um die Lichter zu erhöhen, so verstärkte, daß z.B. die Kappe von St. Augustin, und das Meß-gewand von St. Laurenz gar kein Licht mehr hat.Nach Titian , unter Diepenbecks Leitung die nämlicheH. Familie, welche auch Morin, aber weit schö-ner geliefert hat. Dann, ohne Namen des Ma-lers: Madonna mit dem Kinde, erscheint dem H.Alarms de Rupe; und: Ein Dominikaner auf denKnieen vor der H Jungfrau. Er zeichnete (sagtWarelee) im Geschmacke seiner Schule.
* — — (Peter), von VNecheln nenntihn einen um 1720. blühenden niederländischenBlumen - und Geflügclmaler, von welchem sichin der Kaiser!. Gallerie zu Wien zwo ganz kleineLandschaften mit todten Wildpret befinden sollen.
Soane (Johann), ein Englischer Baumeisterneuester Zeit. Derselbe war in der Akademie er-zogen, und hatte die göldne Meoaille erhalten,welche ihm das Recht zu der Königl. Vergünsti-gung gab, drey Jahre in Italien zu reisen. Nachseiner Rückkehr hatte man ihn als Architekten beyder Englische » Bank angestellt. In dieser Eigen-schaft erhielt er den Auftrag, zu Vollendung dervon Sir Robert Taylor angefangenen neuen Bautefür das gedachte Institut einen Plan zu' entwer-fen, der von den Direktoren desselveu gebilligt,und sodann von ihm um 1/99. ausgeführt wurde.Ob nun gleich unser Künstler einen Namen, Ti-tel, Freunde — Alles aufseiner Seite hakte, umdem Unkundigen zu beweisen, daß er diesem Werkegewachse-n gewesen, fo entblödeten Kenner sichnichts desto weniger, dasselbe zu untersuchen, zubeleuchten, und endlich ihre Meynung frank undfrey herauszusagen, daß diese neue Bank geradeein solcher Steinklumpen ohne Sinn und Kunstsey, wie »useliger Weise die mehresten Cityge-baude, über welche Horace Walpole irgendwo seineunbarmherzige Lauge so reichlich ergossen hat.Unter andern ließ besonders ein gewisser lJorrisseiner Satyre freyen Lauf in eine», von Witz überfließenden Gedichte: Der Gorhe des XVIll.Jahrhunderts, was zu einem förmlichen Rechts«Handel Anlaß gab, den der Architekt, wohl höchstgerecht — verlieren mußte. S. mehr hierüber in:London und Daris, Jahrg. II. X°. VI. S.
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