Sociu S.
italienischen Dichtkunst, der Philssophie und derGeometrie und Arithmetik gut bewandert. Erspielte alle gebräuchliche musikalische Instrumente,malte wie — Apclles, war dem — Praxiteles inder Bildhauerei) gleich, und seine Handschrift warso, daß man nichts Schöneres und Sauberers se-hen konnte. Er verstand die Medizin und dieAckerbauwissenschaften; niemand that es ihm imRingen, Tanzen, Laufen und Fechten zuvor; undkurz, er verstand Alles, vom Größten bis zumKleinsten herab. Dabey war Marianus nieman-dem zuwider, jederzeit gleich munter, höflich undgastfrei), bcschüzte das Volk, tröstete die Kranken,und gab und half den Armen und Bedürftigen.Niemand haßte ihn; er wurde vom Aus- undJnnlande geliebt und verehrt". Dieses ist dievielleicht allzuyochgeschraubte Schilderung, welcheÄeneas Silm'us (s. cie cluris le^um
interpretiöus , sein Landsmann, von diesem wnnrderwürdigen Menschen giebt. Marianus warin zu Siena geboren, lehrte das CanonischeRecht anfangs zu Padua , nachgehends zu Siena ,«r. starb in seinem Vaterlands i^tis — 63 . od. 1467.
Socius, auch Gorh, Zorh u. Zotzius(Hans). In diesen Benennungen erscheint inDen Kirchenbüchern der Stadt Wittenberg einSiegelgräber von Rudolstadt , der ihgö. zu Wit tenberg des dastgen Siegelgraders MatthiasBeyers Tochter heiratheke, u. dem dort 1694. ein un-ehliches u. 1600. ein ehliches Kind geboren wurde.
Sokolnicki ( ), ein Dole, der 1806. die
Kunst zu Dresden studirte. Von ihm sah manauf der dastgen Ausstellung gedachten Jahres denGrund - und Aufriß eines herrschaftlichen Wohn-gebäudes nach eigner Erfindung; und zwey Land-schaften nach Ruysdael und Gramm (letztrer ver-muthlich dessen Lehrer als Landschafter) in Kreide.
* Sokraces, der Welkweise. Man zweifeltnoch daran, ob wirklich die Starüen eines Mer-kurs und der bekleideten Grazien im Propyläumzu Athen seine Arbeit seyen; pausanias führesolches bloß als ein Gerücht an, und pliniustheile diese Werke, die man nicht minder als diedes MenestrareS bewunderte, vielmehr jenem Bild-hauer und zugleich Maler dieses Namens, dendas Lex. ebenfalls nennt, oder dann noch irgendeinem andern Sokraces (etwa dem Nachfolgen-den aus Theben?) zu. Auf aste Fäste soll derAkheniensische Weise die bildende Kunst frühe beySeite gelegt haben; was denn bey warelervor-nämlich den Zweifel erweckt, ob derselbe wohl je-mals Werke der Sculptur geliefert habe, welchebesondrer Aufmerksamkeit würdig scheinen konnte».
* — — Ein vorzüglicher antiker griechischerMaler, blühetk zwischen der no. und 120. Olym-piade. Olinius „ennt ihn mit Mechophanes;er scheint daher dessen Zeitgenosse gewesen zu seyn,der im Lex. unter dem Art. Sokrares des Welt-weisen und Bildhauers enthalten ist. Don demUnsrigen sagt nämlich Ostmus, daß seine Werkejedermann gefallen, und zu gefallen verdient ha-ben, und führt dann namentlich von ihm einenEskulav, nebst der Hygiäa, und den drey Töch-tern des erstem, Aegle. Panace'und Jafo, vorAllem aus aber das lustige Bild eines Seilermci-sters an, dem ein Esel seine Arbeit, so wie solchefortrückte, immer wieder wegfraß. S- auch obenden Art. Socrares des LVelrweisen.
* — — der Bildhauer von Theben, den daskex. unter dem Art. seines Kunstgeuosten Aristo-medes anführt, mit dem er gemeinschaftlich eineBildsäule der Cybele für den Dichter Pindarusausführte. Der Tod dieses letzter», welcher insI. 435. r>. a. fallt, bestimmt ihre Blüthezeit. S.auch oben den Art. Socrares des Mestweifen.
* Soderini (Franz). Nach ihm hat Th.Vercruys ein Cruzefix gestochen.
— „ (Joh. Victorius), ein Florentiner, warum den Anfang des XVI l. Jahrhunderts einerder ersten, der, mit feinen Steinen und Corallen,
Soehnhold. r66z
in Ebenholz und Elfenbein eingelegte Arbeit ver-fertigte. Leurrve««r i. 121.
* Soderini (Mattheus), der im Lex. amSchluß des Art. von Franz Soderini, alsdessen vermuthlicher Sohn erscheint. Nach ihm(a. st. ausdrücklich nach dem folgenden Mau-rus) hat C. Mogalli ein Titelblatt gestochen,das auf die freyen Künste zielt. Sein selbstgemaltes Bildniß besaß der Graf F Lactantiusvon Firmian 1782. in seiner Sammlung von der-gleichen Malerbildnissen (auf dem Lustschlosse Leospoldskron bey Salzburg.) S- auch den Schlußdes nächstfolgenden Artikels.
* — — (Maurus), Maler zu Florenz , Schü-ler von Joh. Joseph dal Sole, blühete um 1730.Derselbe hatte den Ruf eines wackern Zeichners,und trachtete in seinen Bildern nach Zierlichkeitund Wirkung. Von ihm findet sich in St. Ste-phan zu Florenz jdas Bild eines durch Sk. Zano-bio vom Tod erweckten Kindes. Dagegen sollein Tod von St. Joseph im dortigen Dome, wasgewöhnlich ihm zugeschrieben wird, nicht sein,sondern Ferretti's Arbeit seyn. /.«»sr zL6. tt->2.1 . 283.) Fast zweifeln wir nicht, daß dieser Mau,rus kein Andrer als der Franz oder der Mat-thäus des Lex. sey. Für letztem hält ihn wirk-lich eine unsrer Quellen. Mit Maurus Soderinibezeichnet, kennt man Heiligenbilder mit Allego,rien, von F. A. Lorenzini und C. Gregori gesio,chen. S. auch den gleich vorhergehenden Art.
Sodhof (Johann). So hieß ein 1798. od.1799 - ju DreSden verstorbener dortiger Staffir-«naler. Dresden zurRenntniß s. Häuser -79g.
* Sodias, s. Menechmus.
* Sodoma. S- im Lex. I. A. verzelli,und in gegenwärtigen Zusätzen, nach Lanzi, I.A. Razzi.
*Soeckler (Johann Michael). Kupferstecherzu München , geboren zu Augfpurg 1744 -, Schü-ler von Jungwirth, mir dem er an ciuiqen sehrgroßen Blätter» arbeitete. Nebst deniclben, undvielen geistlichen Bildern verfertigte er auch einigeschöne Bildnisse, wie z. B Voltaire's, I. I. Rous,seau's, Friedrich ll. zu Pferde, Maximilian III. von Bayern , und (irgendwo besonders gerühmt)dasjenige des Abbö Chappe d'Auleroche nachFredou, wenn schon nur ein Groß Ocravblatt.Dann das Wittelsbachische Haus in Medaillons,u. s. f. Er ließ sich zu München haushablich nie-der, und st. 178-. daselbst. Lipowsky. S. auchden gleich folgenden Artikel, der wahrscheinlichnach dem unsrigen zu verbessern und zu ergänzen ist.
* — (Joseph). So nennt MeuselI- (1778.) einen Kupferstecher zu München , gebo-ren daselbst 172. ., der viele Bildnisse, wie z. B.des Abbe Chappe d'Auterroche, des P. FerdinandSterzingerö, des Augsburger-Stadtpflegers Lau-genmamels, Schubarts, u. a. wie auch geistlicheund historische Vorstellungen geliefert habe. BeyEbendems. ll. (1789.) erscheint er nicht weiter,wohl aber im zJ. A. L (1809.) noch unter denLebenden, genau mit den ursprünglichen Notizzcn.Inzwischen zweifeln wir nicht, daß derselbe mitdem gleich vorhergehenden I. M> Soeckler der-selbe sey Unter letzterm Namen hat er nach F.L. Palko einen Kreuzanbeten. e» gestochen. VonJoseph kennt man auch Karten; wie z. B dieGegenden um Mannheim , nach DeniS, in Royal-fol. 1780.
Soehleke ( ), ein geschickter Maler zu
Hamburg um 1725. Derselbe verstand namentlichauch die Theatermalern). T. Lediard's < 5 ol-lekrion curieuser Vorstellungen in Illumina-tionen nnd Feuerwerken (Hamb . 1720. fol.).
Soehnhold (Wilhelm), Scholar der Kunst-akademie zu Leipzig , welcher auf der Drcödner-Auöstellung von 1808 Krcidezeichnungen r>ach Oe-ser, und auf derjenigen von 1810. Kopien nachRaphael in Kreide sehen ließ. Vielleicht ist er aus