rv^v Solerio.
mehr auf Raphaelischer Bahn, in Reinheit derZeichnung, in Schönheit und Grazie der Antlitze,und in überlegtem Ausdrucke, wenn man nicht jeneEngrlchen vielleicht noch lieber von Coreggio'sVorbildern ableiten will. Um dieses Werk nochanmuthiger zu machen, steht man durch ein Fen-ster in eine schöne Landschaft hinaus, die mit ebenso schönen Gebäuden staffirt ist; so daß kurz Casaleheut zu Tage wenig so gutes, als dieses Bildauszuweisen hat. Mehr Leben in der Färbung,und mehrKraft im Helldunkel, würde daran nichtsweiter zu wünschen übrig lassen. Dies ist Lan-zi's Urtheil, nach eigener Anficht, mit dem Bey-fügen: »Somit läßt sich wirklich die Schule, aus-welcher Sokers entsprungen ist, aus dem Stylerwähnter Arbeit unmöglich errathen; es ist nichtderjenige seines Schwiegervaters, und eben sowenig eines Mailänders, obgleich der Künstlersich auch in Mailand befand; vielleicht daß ersich, wie Mehrere seiner Zeit, aus den Blätternnach Raphael bildete, oder, wenn er noch auf«inen Andern sein Aug richtete, es BernardinCampt war, dem er sich, eine gewisse Schüchtern-heit ausgenommen, noch am meisten zu nähernscheint." Lst. terr. V. 564 — 65 . Florillo
II. -jut. dann nennt ihn auch einen wackern Bild-hauer, so wie überhaupt einen Künstler, der sei-nem Vaterlande zu großer Ehre gereichte, undder deswegen auch (was dem Lex. völlig unbe-kannt war) an den Hof Philipp H. in Spanien berufen wurde, wo er ebenfalls mit allgemeinemBeyfalle Mehreres in St. Lorenz zu Madrid aus-führte, und die Bildnisse der ganzen KöniglichenFamilie malte. H. Ghilmi (Hnnal. sti Lles-ssnstria, Milan . 666. p. 167.) erzählt die Anek-dote, daß, da erwähnter Monarch (als derselbein » 58 o. das Königreich Portugal geerbt hatte)unserm Soleri das ausschließliche Privilegiumertheilte — das Spanische Wappen vereint mitdem Portugiesischen zu malen, der Künstler, derin seiner Unbefangenheit den Werth eines so selt-samen Vorrechtes nicht hinlänglich kannte, sich,bey seiner Rückkehr nach Mailand , von einemAndern beschwatzen ließ, ihm solches für einensehr geringen Preis abzutreten, wogegen danndieser (man merke sich auch hieraus den Geist derZeit) den größten Gewinn davon zog. Georgst. 1687.
Solerio (Raphael Angelo), des ObigenSohn. Lanzi (Lst. terri. V. 565 .) nennt ihnkurz, einen schwachen Maler, wie solches aus ei-nem seiner Bilder in der Sakristei) von St. Fran-cesco zu Alessandria ersichtlich sey, mit dem, nichtunbegründet, spöttischen Beyfügen: Georg habeihm wohl, guter Vorbedeutung wegen, bey derTaufe die beyden verehrtesten Künstlernamen er-theilen lassen, was aber zu nichts weiter diente,als jener Daterliebe zu schmeicheln, die von ihrenjungen Söhnen Wunder zu hoffen gewohnt sey.
S 0 levsel (Jacob de), Königlich FranzösischerStallmeister. Derselbe verstand nicht allein dieZeichenkunst, sondern hat in Kupfer gestochen u.geetzt. So haben wir z B. aus einer Auflageder von ihm verfaßten Schrift: psrfait Nsre-
eksl (als Schriftsteller hat er sich, durch meh-rere Werke über seine Kunst, einen guten Namengemacht) ein etwas mittelmäßiges, nicht ganzrichtig gezeichnetes Blatt in 4°. vor uns, wasmit seinem: §a/e-§e/ fec. bezeichnet ist. Erwurde auf seinem Landgute Clapier in der Pro-vinz Forest 1617. gebohren und starb eines plötz-lichen Todes auf seiner Reitbahn 1680. Manhat von ihm ein Brustbild in 4°. mit der Umschrift:Aaguer cte Lottere) Lscu^or 8ieur «lu Elspleret «1e Is kerarstiere, Lscu^er stu stsus»» 6r»nste Lscuzrrie, sgö ste 4 .XIII. aas.F. sä vivuru stelln- et sculp. 1680.
Golfarolo, s. oben Gruembroech. NachLanzi (Lst terr. V. 35 s.) war derselbe einDeutscher, und erhielt diesen Beynamen Solfa-
Solimena.
rolo (der Schweblichte) von dem Feuer, welcheser in seine Landschaften zu legen wußte. Wersagt uns wohl mehr von diesem in der Kunstge-schichte sonst völlig unbekannten Wesen?
* Soliani oder Sogliani (Johann An-ton). Nach dem schönen Beyspiele seines Lehrers,Lorenz di Credi, arbeitete derselbe wenig, um esdesto besser zu machen. In Einigem wollte erauf die Bahn von Porta treten; aber sein Ge-nius leitete ihn minder auf das Große dieses letz-ter», als aufs Einfache und Anmuthige seinesgeliebten Meisters. Wenige aus dieser Schulekönnen mit ihm in der Natürlichkeit des Nackten,und eben so der Bekleidung vergliechen wer-den, noch (wie vasari sich ausdrückt) in dem„Ehrbaren, Leichten, Milden und Graziösen"seiner Gestchtsbildungen. Eine ganz besondereGabe besaß er, auf den Antlitzen seiner Heiligenden Abglanz der Tugend, so wie auf denjenigender Bösen und Verkehrten das Bild des Lastersauszudrücken, wie es sonst nur einem da Vinciso gut gelang. So z. B. in seinem Cain undAbel im Dome zu Pisa , mit einer Landschaftstaffiert, die schon für sich allein den ächten Künst-ler verrath; so in seinem St. Arcadius am Kreuze,jetzt in St. Lorenzo zu Florenz. Zu Pisa wettei,fert« er mit den Pierin delVaga, Mezzerino undAndrea del Sarto , wo man ihn freylich einemgewissen Mangel an Regsamkeit (lenter-a) zieh,aber dafür jene güldene Einfalt und Zierlichkeitbewundern mußte, die man in allen seinen Wer-ken sieht. Einige finden ihn bisweilen auf Ra-phaels Bahn, ungefähr so wie Luini; Andre aufLionardo's . La-r^r kst ters. I. 12--28. «. v.L'oKüam. Fiorillo l. 3g7. bemerkt, daß dieserKünstler, nebst so viel Andern, auch vasari beydessen Arbeiten beygestanden; daß sich Bilder vonallen diesen Gehülfen im Kloster St. Maria Novell»besonders.aber im zehnten Kabinette der Kroßkerzogl.Gallerie zu Florenz , Z 4 - derselben beysammen finden.Deutsche Gallerien besitzen nichts von ihm. Zu Con-stanz bey dem H. General-Dicar Baron von Wessen-berg hingegen befindet sich (vielleicht unerkannt) vonihmeine wunderschöne Nachbildung der Modestia desda Vinci, welche völlig das Gepräge aller unsermSoliani oben zugetheilten Künstler-Tugenden, sowie eine Mischung der Charaktere von da Vinciund Coreggio trägt, welchem letzter» sie eigentlichzugeschrieben wird.
Solima,s Sollima.
S 0 1 imaker (I. F). von Männlich nenntihn kurz: »einen der vielen Nachmacher der Nach-macher". In Deutschland besitzen von ihm,unsers Wissens, einzig die Gallerie zu München eine felflgte Gegend mit Bäumen, Figuren undVieh staffirt, und diejenige von Salzthaltim einstein Viehstück. Noch befand sich (180g.) ein Bildvon ihm: Hirten und Vieh mit einer wahrsagen-den Zigeunerin, im Kabinet des H. HofadvokatenSchmidt'» zu Kiel , wo es dann freylich im Ka-talog heißt: »so gut, wieBerghem," und der Künst-ler überhaupt als derjenige Schüler desselben genanntwird, der s. Meister am Nächsten gekommen sey.
* Solimena , oder Solimene (Franz),da er sich niemals verheurathen wollte, und wirk,lich ein Bencficium besaß, der Abr Ciccio ge-nannt , war anfangs für die Rechtskunde bestimmt,dann, als Künstler, ein Schüler seines VatersAngelo, der zugleich die Wissenschaften liebte.Da, nach seinem jugendlichen Sinne, sein folgen-der Meister, Franz di Maria, zu viel (?) auf derZeichnung hielt, begab er sich in die Schule vonJacob del Po, wo er kühn genug war, zugleichnach dem Nackten zu zeichnen, und seinen Bil-dern sofort die Farbe zu geben. So konnte manihn eigentlich Niemandes Schüler nennen, alsetwa der manchen geschickten Männer, die ernun unablaßig zu copiren anfieng. Zuerst folgteer bald in Allem Pietro von Cortona ; dann schufer sich eine eigene Manier, entlehnte aber des-