Solis.
zeichnet sich vorzüglich eine H. Therese in derKirche St. Michael zu Madrid aus. FiorilloIV. 3 l 2 .
Solls (Niklas). So nennt Weste nrie-der, in seinem Histor. Bayerschen Ratender1788. einen vermuthlichen Bruder oder Sohn desnachfolgenden virgilius Solis, als Kupferste-cher zu München , wo demselben, gemäß einerobrigkeitlichen Rechnung von 1570. für gelieferteArbeit 304. fl. (es mußte etwas Tüchtiges seyn),bezahlt worden sey. Wahrscheinlich ist diese Ar,beit keine andere, als diejenige, welche einer uns,rer Freunde dem virgilius Solis zuschreibt,und noch beyfügt: Daß letztrer zu Fertigung der-selben 1568. eigens an den Herzoglichen Hof nachMünchen berufen worden. Der Titel des bereitsselten gewordenen Werkes ist: Rurze doch ge-gründete Beschreibung des DurchlauchtigenHochgebornen Fürsten und H. H. WilhelmenPfalzgrafen bey Rbein, Herzogen in obernund niedern Barern rc. und desselben gelieb-testen Gemahl, der Durchlauchtigsten Hock,gebohrnen Fürstin Fraulein Renata, geb.Herzogin zu Lothringen und paarrc. gehal-denen Hochzeitl. Ehrenfestes. Auch welcher-gestalt die darauf geladenen potentsten undFürsten persönlich, oder durch ihre abgesand-ten Botschaften erschienen. Und dann, wasfür herrliche Rirrerspiel zu Roß und Fuß,mir Turnieren, Rennen und Stechen, nebstandern viel ehrlichen Rurzweilen, mit gros-sen Freuden, Triumph und Köstlichkeit inder Fürstl. Hauptstadt München gehaltenworden seyn, den 22. und nachfolgende TagFebruary im i 568 . Jahre. Gedruckt in derFürstl. Hauptstadt München bey Adam Berg.Hoch in Gr. Fol. Die Blatter enthalten: 1.)Ordnung und Pracht, mit welcher man der Fürstl.Braut Renata entgegen geritten, und dieselbevon Dachau herein empfangen worden. 2.) Dasnach diesem Empfang in U. L. F. Kirche gehalteneLe Deum, welchem alle hiesige und fremde Für-sten -Personen beywohnten. Z.) Die in besagterKirche am 22. Febr. gehaltene Copulation. 4.)Ordnung, in welcher die Fürsten -Personen inobiger Kirch im Chor unter dem Hochzeit-Amt(i. e. der feyerlichen Meße) gestanden sind 5 .)Vorstellung des Saals, worinn das hochzeitlicheMahl gehalten worden. 6.) Die Fürsten -Perso-nen halten auf der Stadt München Tanzbaus (gegenwärtig dem Stadtrathhaus), ihre Ehren-tanze. 7.) Das Ringrennen, so auf dem Schranrnenplatz gehalten worden. 8.) Mummerey imFürstlichen Saal. 9.) Fuß-Turnier, auf demSchrannenplatz gehalten. 10.) Das Rennen überdie Planken oder Palien auf obigem Platz, 11.)Ein Kübel-Gestech, auch auf obigem Platz. 12.)Fuß - Turnier in der neuen Beste, auf kleinen ge-machten Pferdlein in dem langen Saal vorgestellt.i 3 .) Frey-Turnier zu Roß auf dem Schrannen-platz gehalten. 14.) Scharf- Rennen und Kröndl-Gestech (derivativ. von Rron) auf dem Platzgehalten. i 5 .) Ein ernstliches Kröndl- Gestechaparte vorgestellt. Alle diese i 5 . Blätter sind miteinem verschlungenen X. 8. bezeichnet. Alle sindin Groß qu. Folio von gleicher Größe, das erste(noch größere) ausgenommen, welches vollends1^ in die Höhe und 4^ in die Breite mißt.
— (Virgilius ). «Seine meisten Arbei-ten" (so heißt es kurz bey Rost I. igZ— 94 - demLey. entgegen) sind von seiner eigenen Erfindung,und zeichnen sich besonders durch richtige Zeich-nung aus. Da er gewöhnlich bloß kleine Blätterlieferte, so wird er auch in die Klasse der soge-nannten Riemen Meister geordnet. Basanzählt ihn irrig zu den schlechtesten aus dieser Classe.Sein ganzes Werk wird auf 85 g. Stücke ange-geben". Das weit Gründlichere erfahren wir in-dessen von Barrsch (IX. 242—49.). Dort wird
») Was Dartsch für synonim mit: auf's Holz reichi
Solis. 167z
vördersi bemerkt, daß der Kreis der manigfachenVerdienste dieses alten Deutschen am vollständig-sten in den Versen beschrieben werde, die sichunter seinem Bildnisse finden.
Mit meiner Hand ich erfurbracht,
Das mancher Künstler ward gemacht.
Die Künstler mich Vater hießen,
Ihn' zu dienen war ich g'fließen.
Mit Mahl'», Stech'u, Illuminieren,
Mit Reißen, Aez'n und Visieren ").
Es that mir's Keiner gleich mit Arbeit fein;Drum hieß ich billig Solis (Allein).
Im Jlluminiren von. Kupferstichen zumal, soller, nach Sandrarr, fast alle Künstler seiner Zeitübertrossen haben. Weit seine meisten Arbeitensind theils mit dem Grabstichel gefertigt, theils(doch ebenfalls nur Wenige, geetzt; seyen diegemeine Meinung nur Weniges selbst in Holz ge-schnitten, wohl aber sehr Vieles daraufgezeichnet,was dann von andern Künstlern (gar Vieles erstnach seinem Tode) ausgeführt wurde, deren Mo,nogramm so oft neben dem seinigen steht. Diebloß mit dem letztem bezeichneten, gestochenen undgeetzken Blatter hiernächst sind von so ungleichemWerthe, daß aus solchen, mit ihren Daten ver-bunden, keinerlei) fester Zeitpunkt von Fort-oderRückschritten desselben Künstlers sich bestimmenläßt, und man daher die Ueberzeugung erhält,daß viele seiner wahrscheinlichen (ungleichen)Schüler, seines Zeichens in ihren Albeiren nachseiner Zeichnung sich bedient haben; worauf denneben auch die Verse zielen mögen r
Mit meiner Hand ich erfurbracht,
Das mancher Künstler ward gemacht, u. s. f.
Noch mehr, da Sokis bloß 48. I. erreicht, unddoch (der Vorrede zu den biblischen Figuren altenTestaments zufolge) reich gestorben seyn soll, sodürfte er wohl einen Theil seines Guts durch dieHand seiner Schüler erworben haben. Uebrigensmacht noch die große Seltenheit, zumal guterAbdrücke der mit seinem Monogramm bezeichnetenBlatter, es äusserst schwer, diejenigen ausdrücklichzu nennen, welche wahrscheinlich ganz seine eigeneArbeit sind.
Nun folgt bey Barrsch l. c. 246—323. eineLitteratur so genau und umständlich ohne Ueber-fluß, wie man von diesem nie genug zu belobendenKenner sich's denken kann; und zwar nach folgen-den Rubriken. Erstlich Arbeiten auf Kupfer: 16.Bl. Gegenstände des Alten, 07. des Neuen Testa-ments , 3 i. aus der Profangeschichte, 43 . aus derMythologie, 96. allegorische, ij2. Gartungsblat-ter, 42. Jagden und Thiere, 55 . Bildnisse, 5 i.Mannigfaltiges nach Goldschmiedsarbeiten; 34.namentlich nach Bechern und aller Gattung Ge-schirren, 11. nach Wavpen. Eigentlich sehr gutgestochen, und kurz Solis Beßtes nennt Barrschfünf einzige Blätter: Erstlich das sogenannte Wi-dertäufer-Bad, nach H. Aldegreven; dann zan-kende Soldaten bey Tische; Gaukler, die allerleyKunstsprünge machen; Trunkenbolde in Gesellschaftvon drey — Schweinen; drcye um eine Tafel, aufverschiedenen Instrumenten spielend, zur Seiteein vierter der mit einer Buhlschwester schön thut(im Hintergrund ein Hirsch:). Von diesen vierenkennt man auch Copicn im Gegendrücke. Dannbemerken wir noch (als nach fremder Zeichnung,oder als Copie nach andern Meistern): Leda mitdem Schwane, nach einem Blatte von E. Vicus ;die drey Göttinnen, in Bereitschaft das Urtheildes Paris zu erhalten, der noch gemächlich aufdem Boden sitzt, nebst dem Monogramm vonSolis mit ?. l). V. ( Picrin dcl Vaga) signirt.Ferner als Sitten und Zeit bezeichnend: NackteKinder, die das Blutwurstfest feyern, und eine Sauauf einem Triumphwagen herumführen, mit derUnterschrift: Wurst heiligs Fleisch, wir Rin-der singen u. s. f. — Haasen, die einen Jäger
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