Band 
Zweyter Theil [3].
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1672
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r6isr Solimena^

iigen Schule zu Neapel genannt. »Wir glauben"(heißt es dann weiter) „demselben nicht Unrechtzu thun, wenn wir ihm frevelhaft oberflächlicheLeichtigkeit im Zeichnen, so wie in der Behand-lung überhaupt, schlechten Geschmack und gehalt-lose Erfindungen Schuld geben. In der Anord-nung scheint er um nichts besorgt gewesen zu seyn,als den Raum auszufüllen. Das Aug' suchte ernicht so fast aw sich zu ziehen, als durch grellenContrast von Licht, Schatten, und Farben, Fleckgegen Fleck gesetzt, es gewaltsam zu blenden.Somit war Solimena ein sogenannter Macchiante(Fleckenweise Malender) im ausgedehntesten Sinn."Endlich werden noch an einer dritten Stelle (S.!)L 5 .) überhaupt die Zeiten bejammert, wo inRom , trotz der Gegenwart kanonischer Meister-stücke, Luca Giordano, Solimena , Pozzo undCurrado, gepriesene Muster waren". Daß Deutsch-lands Gallerten in der ersten Hälfte des XVIII.Jahrhunderts sich durch den Besitz der Kunstwerkeeines solchen Meisters wahrhaft bereichert wähn-ten, kann man sich denken. Wien besitzt vonihm vördcrst das Altarblatt in der Schloßkapelle(die Auferstehung); dann ein Deckenstück im Bei-vedere (ohne Zweifel den oben erwähnten Mar-ion). Die Gallerie: Eine 12' hohe und 7^ breiteKreutzabnehmung, und ein kleines Staffeleibild:Boreas entführt die Orythia. — München hatvon ihm einzig eine kleine H. Familie. Auch fer-tigt der H von Männlich ein so großes Kunst-licht kurz ab, und wirft ihm vorzüglich seine ge-wöhnlich harten schwarzen Schälten ohne Wie-derschein vor. — Die Gallerte zu Dresden istvon ihm mit 7. Bildern besonders reich, und hatnämlich vier kleine: Eine vorzüglich schöne H. Fa-milie aus des Künstlers beßter Zeit; eine Madonnamit gefalteten Händen; St. Francisc in Entzü-ckung, und einen Lapithenkampf. Dann drey grö-ßere: Sophonisbc, die von Masinissa das Gifterhält; den Hirten vor einer Göttin in den Wol-ken, und wieder den Kampf der Lapithen mit denCentauren; letztres von cst 11" Breite zu 7"Höhe. — Salzrhalum einst: Simson und Delila,und Joseph und Potiphars Weib (ein Hündchenbellt den —Fliehenden anI), zwey große Bilder.—Dommersfelden: St. Cäcilia und die Skizzeeines Altarblattes (beyde klein). — Sanssouci endlich — die Menge (denn das war ein Mannfür die Kunstrathgeber Friedrich II. wie Keiner):Diana und Endymion, Acis und Galathea, Ve-nus und Adonis, Zephyr und Flora, Bacchus u.Ariadne , lauter sehr große Bilder; überhaupt(sagt Oesterreich ) sehr gut gezeichnet, und sodaß man sehe, daß sie gewiß nach der Natur (?)seyen; das Coiorit von vielem Effekt, und nichtsei» gewöhnliches grünliches. Dann die Entde-ckung der Schwangerschaft der Caüisto (reicheComposition); ferner Römische Soldaten, die aneinem Fluß von der Schlacht ausruhen, in Schön-feld's Geschmack. Endlich, Christus erscheint derMagdalena (Halbfiguren). — Das französischeMuseum dann besitzt, unsers Wissens, von un-serm Künstler einzig eine Verkündigung. Gesto-chen nach ihm haben: A. Baldi, Barbault, B.Baron, F. Berardi, Bertaud, I. Caittersanr,S. Carmona, D. Cunego, B. Fariat, D. A.Foßato, F. M. Francia, P. I. Gaulticr, I.Goupy, F. Gregori, Guttenberg, I. E- Haid,Hcnriquez, P. A. Kilian, E. G. Krüger, F.Louvemont, I. Magliar, Martini, Mechau , N.le Mire und Pere, P. Monaco, C. Orsolini,M. Pitteri, Prenner, I. G. Saiter, Schaufuß,M. A. Schilleü, I. I. Seldmayr, H. Sinze-nich, Horat. Solimena , M. Speer, V. Vange-lisii, Th. Viero, H. Vincenti, F. M. Visconti,I. Wagner, I Zucchi, und mehrere Ungenannte.Ein Verzeichnis; meines sel. Vaters kennt gegen6». — füßli III. 212—19. hält wenige Blätternach Solimena für vorzüglich gut; noch für diebcßten (deren Urbilder er zugleich, nach seinerGewohnheit, vorrrcflich beurrheilt): Jacob undRahei beym Erdbrunn, von Monaco ; zwey Mas

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dounen mit dem Kinde, von Berardi und Wag-ner; Naria Mater vei von Orsolini, Christuserscheint der Magdalena, als Gärtner, und Ma-ria auf der Wolke, mit dem Kinde, beyde wiedervon Wagner; Christus, der St. Wilhelm erscheint,von Magliar; St. Petrus und Simon den Zauderer, und die Bekehrung Pauli, beyde von Sveerflüchtig geetzt; endlich die (elende) Kunstfabetvon Zeuxis, der aus fünf gekleideten Agrigentirnerinnen Eine auserlesene Schönheit bilden will,aus dem Kabinet Devonshire in England, vonGoupy. Ausdrücklich schön nennt der Katalogvon Winkler unter den von ihm angeführtenBlättern einzig eine Madonna, mit gehpbenenAugen in Betrachtung, fast in natürlicher Größe,von Saiter ; und derjenige von Brandes dieSophonisbe zu Dresden , von Sinzenich (dieseletztere sollte auch de l'Armessin für's Galleriewerkstechen, starb aber darüber). Noch erwähnen wirvon solchen, welche Urbilder an genannten Stel-len von ihm nachbilden (neben den bereits ange-führten): Einiges aus der berühmten Sakristei)St. Paul zu Neapel , von Guttenberg und Hen-riquez; sein Plafond bey den dortigen Dominika-nern; die HH. Benedict, Maurus, Placidus undden König Ragisy in Monte Cassino ; die Ma-donna in den Wolken aus der Dresdner Gallerie(oben nicht genannt) von Wagner ; eine Magda-lena mit gefallenen Händen von Krüger, aus ebendieser Gallerie (wird wohl das oben: Madonnageheißene Bild seyn); die Auferstehung (ob dasAltarblatt zu Wien ?) von einem Ungenannten,in Mariette s Verlag zu Paris ; einen Proserpinen-Raub von Prenner, aus der Wiener - Gallerie(wohl was oben Raub der Orythia heißt); Da-rms Niederlage durch Alexander bey Arbela vonGaultier (wohl das Bild in Spanien ). End-lich nennen Wir noch: Lnesz §oinF in tüs csv«(weil das Urbild selber sich in einer der Engli-schen Kunstspelunken befindet?), von Goupy, und(wegen des für Solimena's Zeit seltenen Vor-stellung) die Ankunft des Columbus in England(einst ein Besitze des Bailly von Breteuil) vonBarbault^ und in ganz neuern Tagen jene schonoben erwähnte Verkündigung im Museum Napo-leon , für das Prachtwcrk dieses Namens, vonle Mire und Pere. Ein von ihm selbst geetztesBlatt ist, nach winkler: Ein Prophet in denWolken; und anderwerts wird noch genannt: St.Johann, der auf Christum weist. Oonk. Oat. ckeBrrL»o»-Di/o«na/. Von Solimena besaß diesCabinet Paignon-Dijonval zu Paris (noch 1810.)fünf Handzeichnungen, darunter des Künstlerseigenes Bildniß; dann eine Himmelfahrt Maria ,und eine Galathee auf den Wassern, letztes inAquarell colorirt.

Solimena (Julius), ein Maler zu Rom ,wird von Rossini S. 57 - ganz ohne Weiteresangeführt.

Solingen (I. van). In Douglas: Milliongrspkise sustomic» specimen (Im^ä. 6 st.1704. 8 ".) findet man eine sehr mittelmäßig geetzteTitelvignette, nachher Zeichnung des van Vinne,von der Hand eines solchen.

* Solis (Don Franz de). Sein Vater, einmittelmäßiger Maler, bestimmte ihn anfänglichzum geistlichen Stande, gab aber endlich der ent-schiedenen Neigung seines Sohns zur Malereynach und bemerkte mit Erstaunen, daß er alleSchwierigkeiten leicht überwand. Schon in sei-nem Achtzehnten verfertigte er Bilder welche gro-ßen Beyfall erhielten, und die AufmerksamkeitPhilipp IV. auf sich zogen. Nun erhielt er zahl-reiche Aufträge zu Arbeiten, und stiftete auch inseiner Wohnung auf eigne Kosten eine Akademie,worin man nach dem Nackten zeichnete, und diebald von allen Künstlern in Madrid besucht ward.Mit dieser Schule verband er eine Bibliothek vonartistischen Schriften, und eine ausgewählte Ku-pferstichsammlung. Unter seinen vielen Gemälden