Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1679
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Svnnenburg

Sonnin. 1679

Sonnen bürg (Johann Georg), wird umr/6a. als Werk-u. Maschinenmeister in dem Königl.Schlosse zu Berlin genannt. Um 177». mag erjedoch gestorben seyn; denn zu dieser Zeit warJohann Gorrlob Seenewald in seinem Amte.

Sonnenfels (die Frau von), Gattin desberühmten 1811. »och lebenden Veterans der Littteratoren zu Wien , wird in Nicolai's Reisen I V.020. um 178«. als eine geschickte Stickerin, undim Zeichnen Schülerin von Schenelli genannt.

Sonnenschein (Johann Valentin), ein um1811. noch lebender Bildhauer und Stuckkaturer,wie auch (seit 1778. oder 79.) Professor der Kunst-und Zeichnungsschule zu Bern . Bey Mensel H.heißt er irrig Sonnenfels, geb. zu Ludwigsburg (nicht zu Stuttgart , wie es das Lex. hat), 1749.oder 5 o. In Zürich hat derselbe (wie MeriselR. L- anführt) die Stelle eines Lehrers derdortigen Kunstschule niemals bekleidet. In Bern hielt er bisweilen in seinem Hause eine Privat -Akademie, wo nach dem Nackten gezeichnet wurde.Er selbst besaß ein mit Wahl und Geschmack ge-sammeltes Kunstkabinet. Bey Mensel l. c. wer-den nebst dem schon im Lex. Genannten, von ihmangeführt: In Thon modellirte Reliefs von demberühmten Nähtischen Grabmonumente zu Hindel-bank (16" lang, in saubern, schwarz lakirtrnKästchen, zu 2. Schildlouisd'or); eben diesesGrabmal, idealisirt (?), eine Gruppe als Denkmalauf eine früh verlorene Gattin; eine andre aufden Tod zwey früh verstorbener Prüder (für diesebeyden letzter» erhielt er zwey Preismedaillen,jede zu 10. Fr. in Silber); Denkmal Albrechtsvon Haller. Auf dem Kunstsalon zu Bern (1804 )sah man ein Dutzend der schönsten Arbeiten seinergeschickten Hand; neben andern einen Ganymed,von welchem es in Meusels zJ. Miscell. V.85 . etwas seltsam heißt:Schöner sind männli-che und weibliche Formen, im Alter wo der Knabezum Jüngling und das Mädchen zur Jungfrauwird, kaum je in einander geschmolzen worden,als in diesem niedlichen Bilde *)"; dann die zweyschon oben erwähnte Denkmäler auf den Tod einerGattin und zweyer Bruder, und eben jenes ideaslisirte Grabmal zu Hindelbank ; wo gewünschtwird, daß ein dabey angebrachter Todtenschädelhätte weggelassen, und dafür ein schlanker Geniusmit umgekehrter Fackel, oder auch nur eine um-gekehrte Fackel hingesetzt werden mögen. Meu-sel's Arch. 1. (4 ) Zi22. In demselben Jahrwurde auch der Kunstsalon zu Zürich von ihmdurch einen Apoll in Basrelief in gebrannter Erde,nnd eine bronzirte (?) Terpsichore in Gyps ge-ziert. Ebendaselbst S. 74 7 /- liest man eineumständliche Beschreibung seines trcflichen Mo-dell's für das (nie ausgeführte) Denkmal Haklers.Auch noch auf der letzten Kunstausstellung zuBern (1810.) sah' man von diesem geschicktenManne eine Gruppe: Wilhelm Tell , seine Frauund der Knabe mit dem Pfeile; eine ruhendeDiana (jedes dieser Bilder 2' hoch); ein dritteskleineres (Alpenhirt, der sein schlafendes Kindbetrachtet), und endlich eine Trauergruppe vonzwey Figuren. Alles was wir in gegenwärtigemArt. aus dem Meusei scheu Arch. angeführthaben, findet sich buchstäblich wiederholt in derBibl. d. red. u. bild. Bünste I. (2.- 198. 210.sZ8. u. ff.

(Mademoiselle), eine zu früh verstor-bene, in jeder Rücksicht vortrefliche Tochter desObigen; malte bereits sehr schöne Bildnisse in Ocl.

Sonnenwalde (Paulus von), das beißt;u Sonncnwalde, einem Städtchen in Chursach-scn, wohnhaft; ein Maler der in i 5 g 8 . den,gar schön" genannten, von H. Tischern verfer-tigten, Taufstein der Kirche des unfern gelegenen

Städtchens Finsterwalde ausmalte. Handschrift-liche Chronik v. /insterrvalde.

Gonnerar (C. oder B.). Dieser bekannteFranzösische Reisende, Commissair der Marineund Correspondent der Pariser - Akademie derWissenschaften, hat die Zeichnungen der treflichgestochnen Blätter bey seiner: Vo^a^e a la nou-velle Ouinee (177172.). ksris 1776. und:Vo^sZeg sux Indes orienrales er ä In Lbins,kuirs p. Ordre clu Ror depuis 177481. ksris1782. (nur vor ein Paar Jahren neu und ver-mehrt erschienen), eigenhändig an Ort und Stellegefertigt. Man findet einzelne derselben, auch inverschiedenen andern Werken, z. B. inSch re-de r's Gaugrhieren, unter seinem Namen,nachgestochen. Acht angenehme Ansichten vonLandpallästen um Rom und zu Marino, welcheeinen Aufenthalt dieses geschickten Mannes inItalien voraussetzen, finden sich beschrieben undnach seiner Zeichnung von ihm selbst gectzt inLandon's et l'abieaux ds Oenr«

IV. 2124. und 7478. Dort wird sein Lauf-name ausdrücklich mit L. bezeichnet.

Sonnin (Ernst Georg), Baumeister in Ham­ burg , geb. 1709. zu Perlen in der Prigniz, wosein Vater Prediger war; kam in seiner Jugendnach Alton» auf das Gymnasium, gieng daraufnach Halle um Theologie zu studieren, legte sichaber hauptsächlich auf mathematische und mecha-nische Wissenschaften, und lebte hernach (1720.)in Hamburg als Baumeister. Zur Anwendungmechanischer Vortheile war er besonders aufgelegt.Drey Thürme der Stadt, die sich gesenkt hatten,hat er durch inwendig angebrachte einfache Werk-zeuge gerade gerichtet; eben so auch einen Thurm zuSlade und einen andern zu Bergüdorf. Diegroße Hamburgische Michaeliskirche, nebst demThurm, wurde von ihm ohne von Aussen ange-brachtes Gerüst gebaut, und vollendet 1780. Dieschönen Katakomben find sein? Anlage. Die Ro-tunda in dem Holsteinischen Dorfe Rellingen undauf dem Pesihofe in Hamburg sind gleichfalls vonihm erbaut worden. Sonnin war aber nicht blosBaumeister: Er hatte keine geringen Kenntnissefast in allen Fächern der Wissenschaften erworben,und ward daher auch von andern Orten zu Rathegezogen, wovon, neben Andern, die vorkheilhafteEinrichtung, welche er bey der Sulze zu Lüneburg veranstaltete, zeugt. Seine Geistes-und Leibes-kräfte verließen ihn noch in einem Alter von 85 .

ahren nicht. Nach an dem Lage vor seinem

ode bestieg er mit einem Fremden den erwähntenMichaelisthurm. Er starb, unvcrehlicht, 1794.Neben der Kunst war das Studium der Bibelstets eine seiner Lieblingsbeschäftigungen; das a'teTestament las er in hebräischer Sprache. Aus-serdem waren die Schriften der Kirchenväler seineangenehmste Lektur. An der Stifiung dcr höchstschätzbaren Gesellschaft zur Beförderung der Künsteund nützlichen Gewerbe zu Hamburg , hatte er,nächst dem verstorbenen Professor Reimarus unddem D. Pauli, seinen vertrauten Freunden,wesentlichen Antheil. Meusel's zJ. Mus. S.280. und Schlichregrolls Nekrolog. Jahrg.

V. B. 2. S. 128. Auch in der Zeit. f. d.Elegante Welt 1808. St. 76. heißt es von ihm:Dieser Künstler zeichnete sich vornehmlich dadurchaus, daß er mehrere von ihren Grundveste» ab-gerissene Thürme in Hamburg durch seine Kunstwieder herstellte. Dieß that er unter Anderm ander 176^ hohen Thurmspitze der dortigen Domkir-che, indem er durch Aufschrauben die ganze unge-heure Steinmaße hob, und sie wieder gerade undfest richtete". Aus Hirschfeld's Gartcnkalendecvon 1782. endlich erfahren wir, daß sich in demGarten des Etatsrath Richardi in Horn vorHamburg , vier Denkmäler auf Männer, die der

«) Noch mehr wird sich vielleicht unser verdienstvolle Künstler den Lobsprnch in Meusel's Arch. I. G.) > 5 .verbitten, wo es von ihm heißt: »Daß seine ächtgriechischen Leimgestalken an die Zautecbilder eines Phi»dias und Prariteles erinnern."

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