Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1683
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Sostratus.

immer seyn mag, so gehören zu den merkwürdig-sten Arbeiten des ttnfrigen die Terrassen in seinerVaterstadt Gnidus; hauptsächlich aber jener be-rühmte Lcnchtekhurin auf einem Felsen der kleinen(ehemals eine Meile von Alexandria entlegenen)Insel Pharus, der, nach neuerer Währung, einehalbe Million Gcudi soll gekostet haben., Von derLaterne desselben ( 45 cV über der Grundfläche)sah man Ion. Meilen weit in die Runde. Mi-lizia giebt, nach den Alten, eine nähere Beschrei-bung dieses bekanntlich sogenannten Wunders derWelt, das, neben seiner eigentlichen Bestimmung,auch noch als Festung diente. Das Anekdoton,wegen der Jnnschrift an diesem Pharus:So-». strares von Gnidus, Sohn des Dexiphanes,den die Seefahrer erhaltenden Göttern" (s. dasLex.) wird von Vielen für eine Fabel erklärt,und dieser Jnnschrift vielmehr die Deutung gege-ben, daß der Künstler unter den erhaltendenGöttern den König Ptolomäus und dessenGattin verstanden habe!

* Sostratus, der Bildhauer. Die Statüe,welche derselbe, gemeinschaftlich mit Hecatodorusfür die Stadt Aiiphera gefertigt hatte, war eineMinerva von Erzt.

der Steinschneider. Sein Cupido, von

dem das Lex. spricht, befand sich im Kabinette desKardinals Ottoboni. Eine Nereide auf einemMeervferde dann (die sich bey Lipperr findet)als Camee, auf einem Agath-Onix, in einemandern Römischen Kabinette, und ins Tiefe, aufeinem Carniöl, im Kabinett Stosch; eine Victo-ria, die einen Ochsen opfert, in Carniöl beymGrafen Carlisle, und als Glasfluß im KabinettStosch^ eine andre Victoria endlich auf einemzweyspannigen Wagen im Kabinett Farnese zuNeapel , ckö Derselbe hält ihn (wir wissen

nicht, mit wie viel Grund) mit dem Bildhauerdieses Namens von Chio für Eine Person. Da-gegen verschieden von ihm den Sostratus, odervielmehr Sotrarus, den das Lex. mit Murr fürEinen hält, und ihm, nebst jenem Cupido, aucheinen Meleager und Atalante zuschreibt.

* Sosus, der alte Mosaikarbeiter. Nachplimus ( 1 ^. XIII. L. 5 ) soll derselbe, oder einandrer Künstler gleichen Namens, einen Apoll ausCedernholz geschnitten haben.

Sorh (Hans), ein Siegelgräber, s. obenSocius.

* Soto (Johann de). Fiorillo IV. 186.setzt seine Lebensfrist bloß auf 28. I. Und aneiner andern Stelle (S. 2ZZ.) heißt er Zeitgenoßevon P. Nunnez, mit dem er den ersten Unterrichtin der Malerei) gemeinschaftlich erhalten habe.

Soromayor (Don Bernard Jnca Mendezde). So heißt bey Fiorillo IV. Z79. ganz ohneWeiteres, ein Spanischer Maler des X VII. Jahr-hunderts, Zeitgenoße von dem oben angeführtenEvarista Munnoz und dem unten folgenden DonLorenz Vila.

* (Ludwig de). Fiorillo IV.3 oo. rühmt die reiche Composition und das ge-schmackvolle Kolorit dieses Künstlers. Von die-sem, oder dem Obigen, besitzt die Galerie zuPomersfelden ein kleines Bild: Madonna mit demKinde.

(Manuel Esquivel de), ein geschick-ter Kupferstecher zu Madrid , wo er 1802. eineMaria mit dem Kinde schön in gr. 4 °« "ach Na-phael Mengs gestochen hat.

* Sotrares, ein antiker Edelsteinschneider,wird von Stosch (N° 6/.) angeführt. Ob ernicht mit dem gleich Nachfolgenden Eine Personseyn dürfte?

* Sorraeus. Diesem Steinschneider, denWinkelmann für als sicher unterschieden von

Soubeyran. r68z

Sostratus hält, schreibt derselbe den Meleagerund Atalante zu, die hingegen das Lex. demKünstler des Cupido, der dir beyden Löwinnenbändigt, giebt. Sotrarus stehe ganz deutlichdarauf (wasuns aber wenig zu beweisen scheint).

* Sotrarus, s. oben auch Sostratus.

Sorr ( ). So nennt L. von Winkek-

mann, ohne Weiteres, einen uns sonst ganz un-bekannten Künstler, der in A. Brouwers Manier,doch mit schwächerm Colorit gemalt habe.

Sottile (Joh. Baptist) So nennt FiorilloIV. ZsZ. einen Italienischen Jüngling, welchenL, Giordano, man weiß nicht recht, ob bloß alsFarbenreiber, mit sich nach Spanien genommenhabe.

Sottilr (Sebastian). So schreibt sich ineiner lateinischen Zueignungsschrift ein uns sonstunbekannter Künstler, der ein Blakt: Die dreyMarien nach Spranger, gut nachgestochen halte.

* Sott in 0 (Cajetan). Lanzi (L6. ters.II. 56 o. lVor.) nennt ihn kurz einen verständigenKünstler, und führt von ihm dasselbe Werk, wiedas Lex. zum Beweis an.

Sotzmann (Daniel Friedriche, in 1811. nochlebender Königl. Preußischer Kriegsrath und Geo-graph der Königl. Akademie der Wissenschaftenzu Berlin («789. noch expedirender Sekretar) geb.zu Spandau 1764. Die beß e uns bekannte Lit-teratur der Land-und Kriegskarten, Grundrisseu. s. f- welche, theils von diesem eben so geschick-ten als »ermüdeten Manne selbst, theils von An-dern nach ihm, von 178!1807. gestochen wurden,findet sich in Meusel's zJ. L. L. li. 36 ? 78.Die Künstler, welche nach ihm gearbeitet haben,sind: D. Berger, Franz, Frenzel Frieck, C. C.Glasbach älter und jünger, Gürsch alter undjünger, C. Jäck (dieier vornehmlich), H. Klie-wer, Moßner, Penningh, Ramberg, Sander,Schienen u. Schmidt. In i 8 o 5 erhielt »r denAuftrag, die Segmente zu dem berühmten Fran-zischen Erdglobus zu zeichnen, welchen Moßnecmeisterhaft gestochen hat, und der in 1808. zulo. Karolinen in Wie» erscheinen sollte. DenWerth seiner Arbeiten zu bestimmen, gehört nichthieher. Von ihm als Schriftsteller, s. Men-sel's Gelehrtes Deutschland. Sein Bildnißfindet sich vor den AUg. Geogr. Epbemen.B. V. St. 4. mit der Bezeichnung: GeheimerExpeditions-Sekrctair u. s. f. von C. Westermayrgut punktirt.

Soverby, s. unten Sorverby.

* Soubeyran (Peter), nicht Sonbleprangeb. zu Genf (nicht 1710. wie es bey Rost VIll.156 5 /. heißt, sondern) 1697. der Sohn eines,der Religion wegen aus Languedoc gcflüchtetenSchlößers. Zu dem gleichen Beruf würde dieserseinen Sohn angehalten haben, wenn dessenschwache Leibeskräfte es erlaubt hätten. So aberüberließ er ihn seiner Neigung, die ihn zur Kunstführte; und da ihn seine stille Gemüthsart vonallen jugendlichen Ausschweifungen zurückhielt,wiedmete er alle seine Zeit dem Zeichnen und Ku-pferstechen, ohne Anfangs die geringste Anleitung,als sein eigenes Genie zu haben. Dann gab ihmder ältere Sardelle, der seine Talente bemerkte,treuen Unterricht. Hierauf gicng er, von demgemeinnützigen und gelehrten Syndik Burlamarqui mit Geld und Empfehlungen unterstützt, nachParis , wo er seine Zeit, nach der Absicht seineseben erwähnten Gönners, in jeder Rücksicht mu-sterhaft, vornehmlich aber dazu benutzte, sich diebesten Ideen für eine Zeichenschule zu sammeln,welche bald bey seiner Rückkehr nach Genf dortwirklich errichtet, und er zum ersten Lehrer undLeiter derselben bestellt wurde. Zugleich beehrteihn der Magistrat mit dem Bürgerrecht, und