r6g6 Spezzini.
* Spezzini (Franz). Fiorillo II. 872—7Z. nennt ihn den ausgezeichnetsten Schüler vonL. Cambiasi, und einen Künstler von großemGeiste.
Spbens oder Spbvns (M.), ein wenigbekannter Englischer Stecher in Tuschmanier, nachden Gemälden der Lady Diana Beauclerck, einerin 1754. geb. Künstlerin, Oubinet lleOi/o-run/.
Spiegel (Johann). Nach der Erfindungeines solchen hat Raphael Custos zu Augsburg eine Allegorie auf den Tod in Querfol. gestochen.
— — oder Spiegl (Johann), ein Kupfersstecher zu Lindau , welcher zu Anfange des XVIll.Jahrhunderts lebte. Von seiner (mittelmäßigen)Arbeit zeugt des Joh. Gaupp mechanische Son-nenuhrkunst. Dann lieferte er das Titelkupfer zuFranz Ridder's Blukspiegel der Religion (Bern 1686. 12°.)
— — — — (S-), ein Schwarzkunststecherzu Wien , gab in 1792. ein großes Blatt in dieserManier, welches Rubens Gattin im Bad, nachdemselben darstellte. Eine ausführliche Beurthei-lung davon liest man im: lournsl f. dilclen<jsKünste 8. iZL— 53 . welche zwar die gute Be-handlung desselben rühmt, weniger aber Zeich-nung, Haltung und Beleuchtung, und überhaupt«etwas paradox) diesen Gegenstand (welchendenn eher?) beynahe gar nicht für fähig halt, inSchwarzkunst Wirkung zu thun?
— — ( ). So heißt auch ein jüngerer
Kupferstecher zu Wien um 181»., damals unge-fähr 52 . Jahr alt, der auch angefangen habe,in Oel zu malen, und welcher vielleicht ein Sohndes obigen S. Spiegels seyn dürfte.
*Spiegelberg ( ). Von ihm kennt mannach D. Kraft das Bildniß des Herzogs CarlFriedrichs von Holstein; dann diejenigen des Kö-niges von Schweden Carl XII . und eines PastorsE. Dryselius von Joenköping , ohne andern Na-men als den seinigen.
* Spiegler (I.). In dem Verzeichnisse derKunst - und Natural - Kammer von ChristophMeickmann zu Ulm röüg. kl. 8°. S. 69. heißtes, daß sich von ihm und andern Künstlern aller-hand Malercyen daselbst fänden. Ob er derSpiegler des Lexikons sey, ist wohl zweifelhaft.
Spiek ( ). Von einem solchen befinden
sich Handzeichnungen auf der Fürstlichen Biblio-thek zu Bernburg . I. L. A. Anhaltische
SchrifrsteUer Lh. 1 . (Mittend, und Leipz. 177V.L.) S. -j8. Sollte dieser Künstler vielleicht inGbiek zu schreiben seyn?
* — — s. Sppx im Lex. und unten.
* Spielnberger s. Spilberg.
* Spie rings ( ). Dieser Maler hatte
eine sehr schöne Manier, seine Landschaft zu com-poniren. Seine Bäume waren gut gezeichnet,von gewählten Formen, leichter Toccirung, undnatürlichem Colorite. Dabey befaß er eine wun-derbare Leichtigkeit, die Manieren andrer Künstler,besonders Salvators, Ronaerts u. s. f. bis zumLauschen nachzubilden. Uebrigens weißt mannichts von seinen Schicksalen, und selbst Ort undZeit seines Todes sind unbekannt. In Deutschland besitzt von ihm, unsers Wissens, die einzige Gal-lerie zu München einen Seehasen mit vielenFiguren; doch kaum iV hoch und—V, 4" breit,wie das Gallerieverzeichniß besagt. Ob derselbe,wie einer unsrer Freunde vermuthet, mit demLandschaftmaler Bierings (ebenfalls des Lex.)Eine Person seyn dürfte, ist uns unbekannt.
Spierre.
* Spierre (Claudius), der im Lex. ganzkurz unter dem Arr. seines Bruders Franz er-scheint. Nach ihm hat I. Coelemans den Bekh-lehemitischen Kinbermord (etwas dürftig compornirl) in Querfol. gestochen.
— — (Franz), bisweilen auch Franz pererLorenese genannt. Wo er (heißt es bey Mäke-let) in seinen Blättern die Manier von Bloe-maert und seines Lehrers Poilly befolgte, so standsein Stich dem Beßren dieser beyden in nichtsnach, oder vielmehr verdient er, ihnen noch vor-gezogen zu werden. Diese hatten bloß Eine Ma-nier; Er hingegen änderte die seinige nach Gefal-len. Mit ganz eigener Geschmeidigkeit hat er bis-weilen mit einer einzigen Taille, und zwar iireinem von Melan's ganz verschiedenen Geschmackegearbeitet. Ueberhaupt aber hac vielleicht keinerseiner Kunstgenossen in seiner Behandlung so sehrabgewechselt, wie Spierre. Bald ist sein Stichvon der größten Lebhaftigkeit; bald fein undspielend. Seinem Grabstichel wußte er oft einenGeist zu geben, den kaum die Nadel streitig ma-chen konnte. Eines seiner Hauptblätter, das Bild-niß Laur. Grafen von Marsciano , nach ihm selbst,ist besonders in Ansehung der Farbe sehr merk-würdig, ungeachtet kein Theil davon bis auf'sSchwarze getrieben ist. Von Geschichtlichem istsein, wahrhaft bewundernswürdiges Meisterstück:Die Madonna, welche dem Kinde die Brust-reicht,mittlerweile es Früchte von dem kleine» Johan-nes nimmt, „ach Correggio , zumal in Drücken,wo das Kind noch vo» keiner Drappcrie bedecktist, sehr selten. Die übrigen Meistcr, nach wel-chen er gestochen hat sind: P. Berettino, I. L.Bernini , C. Ferri, S. Geminiano, A. Gherardi,P. F. Mola, D. Montorselli, I. M. Morandi,A.G. Rentin, I. Sutcrmann, und D. Zampieri.Eine vorzüglich gute Litteratur seiner Blatter,und manch minder Bekanntes über ihn findet sichbey Gandelllm. Da vernehmen wir z. B. daßer schon in seinem Fünfzehnten sich nach Paris begab; daß er dort, als Maler, ganz besondersauch nach den Werken von Champagne siudirte;dann als Stecher seinem Meister Poilly lange beydessen Arbeiten beholfcn war; daß er aber desdiesem letzter» eigenen Punktirens allmälig über-drüßig ward, und, um sich zu einer größer»Manier empor zu schwingen, nach Rom gieng,wo er sich besonders an Berettino hielt, der ihm,beydes für Malen und Stechen gute Lehren gab,welche er in letztrer Kunst namentlich auch anseinen Blättern nach mehreren Bildern von Cor-tona ausübte. Uebrigens glaubt Gandellim(etwas verschieden von wareler), daß er, alsStecher, Bloemaerten zwar in Reinheit der Con-toure, und in der Grazie, niHt aber in der Zart-heit erreicht habe. Dann zählt er eine Mengeseiner Blätter auf, und, unter die beßten, dieje-nigen in einem (wenig bekannten) zu Paris ge-druckten Breviere für die Geistlichkeit der St.Peterskirche zu Rom . Noch nennen wir selbst vonihm, von Bildnissen dasjenige des GroßhcrzogsFerdinands II. nach Sutermann; dann von Ge-schichtlichem, neben jener Madonna nach Allegri:Die H. Familie mit St. Martina, wovon sichdas Urbild schon von Altem her in Paris befand,nach Cortona ; nach Ebendemselben Cyrus uudPanthea; und das eben so schöne als seltsameBlatt, wo der Baumeister Alexanders VII. diesemPapste einen Plan des Berges —Athos überreicht,und sich anheischig macht, denselben in einenRiesen zu formen, der in der einen Hand eineStadt hält, und aus der andern einen Fluß strö-men läßt *). Ferner nach Bernini (der besondersgroße Stücke auf Spierre hielt, und öfters sagte:Er würde noch einst alle andern in seiner Kunstübertreffen —vielleicht weil er ein wenig ins O"«dulirende gab), El. Johanns Predigt in der