Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1697
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Spieß.

Wüste, das Wuuder mit den Brodten, dann denStuhl Petri in zwey Blattern, und jenes, fürdie Idee fast eckelhaste: Wo aus Christi Wundensich unter dem Kreutze ein ganzes Meer ronBlute sammelt. Nach Ciro Fern die Beschneidung(welche auchFüßlil. 281. nennt); nach Zampierieine H. Cäcilia. Endlich, nach eigener Erfindung,«in schönes und gesuchtes Blatt: Der Erlöser inden Wolken, mit Engeln umgeben, vor ihm fünfHeilige (darunter eine weibliche) auf den Knieen;dann ein allegorisches über die Kräfte des mensch-lichen Geistes; die 40. Heilige (!) von der Ge­ sellschaft Jesu ; St. Peter Molask, u. s. f. Einegetuschte Hanvzeichnung, mit Weiß erhöht: DenHauptmcmn zu Christi Füßen, besaß von ihm H.Paignon Dijonval zn Paris noch 1812.

Sp(es oder Spieß (Christian), Mauermci-ster und Accistaxator zu Dresden , st. 46 . I. alt1/82. auf der Gerbcrgemeine, und wurde auf demAnnenkirchhofe begraben, //ar/mamr. S. auchoben den Art. I. C S'ckerr, wo ebenfalls einChristian Spreß erscheint, der mit dem Unsrigenwohl sicher Derselbe ist.

(Christian Friedrich), des ObigenSohn, seit l 8 «i 4 - Ingenieur - Capikain, wurde in1810. zum Major der Festung Königstein ernannt.

(Christian Gottlieb), Christians zwey-ter Sohn, geb. r?66. lernte 177982. die Maurer-Profession den seinem Vater; von da bis 1788.genoß er die Freyfiunden auf der Akademie. In1792. ward er zum Festungs - Mauermeister zuDresden , Neustadt und Königstein, i8»Z. zumRakhsmauermeister, um 1806. zum Rathsbaumei-ster erkiest. Derselbe bat» sowohl von 07821808.die mehresten Bürgerbaue hergestellt, als auch dieauf der Pirnaischen Gaße in Dresden befindlichenneuen Rathhäuser gebaut.

(Franz). Von einem Künstler diesesNamens gestochen kennt man eine Madonna, diedem Kinde, mittlerweile ein Engelchen ihm Früchtebringt, die (noch süßere!) Brust reicht, nacheinem Bilde des Correggio , welches Ioh. Casa-nova einst der Kaiserin Cakharina ll. verkauft,und das, wo wir uns nicht irren, das nämliche ist,das derselbe um 1760. in einer Trodelbude umein Nichts erstanden, mitten durch ein Krusteallerley Unraths *) für das Werk seines großenUrhebers erkannt, und alsdann mit einer ihmeigenen Kunst zu seiner ersten Schönheit wiederherzustellen gewußt hatte. Ebendasselbe im Um-risse findet sich auch in dem bekannten Werke derOslleris ste 1 'Lrmita^e, wo das Urbild aufge-stellt ist.

(Johann), ein Mauermeister zu Dres­ den um 177b., wo er bürgerliche Bauten aufführte,vielleicht Vater des obigen Christian Spieß.

(Johann Baptist»). Von einem unssonst ganz unbekannten Künstler dieses Namens,besaß Herr Achilles Ryhiner in Basel um 1780.eine kleine Zeichnung, deren Gattung und Gegen-stand aber nicht genannt wird.

Gpießhammer (Johann), gewöhnlich nurCusplnian genannt. Dieser in der Philosophie,Geschichte, Medizin, Dicht-und Redekunst er-fahrne .Mann war anfangs Rath und LeibarztKaiser Maximilians I. endlich Präsident im K.Rathe zu Wien . Er entwarf und zeichnete eineKarte von Ungarn und Oestreich, welche PeterApianus zuerst herausgegen haben soll. Johannwar von Schweinfurt gebürtig und starb in hohemAlter »^29. zu Wien . Sein Dildniß findet mauin: A. /. Zft/rEtE Uicrocosmo blos. in 8".und in des I. Sambucus Sammlung der Bild-nisse von Aerzten und Philosophen in Fol. In

2) Wenn der Verfasser gegenwärtiger Ansätze sick recht(der pfiffige) Casanova, es bade lange im MeerKunstanekdote erhärten.

Spilberg. 1697

der St. Stephanskirche zu Wien ficht man seinGrabmal mit einer selbst verfaßten Jnnschrift,Sein, uns dem Buchstaben nach entfallenes ge-wöhnliches, Symbolum enthielt eine Lobrede aufdie Malerei), aus der sich stark muthmaßen ließ,er müße dieselbe selbst zu seinem Vergnügen ge-trieben haben.

* Spil (M.), abgekürzter Name, dessen sichetwa einer der gleich folgende Spüberge be-dient hat.

* Spilberg (Gabriel), der im Lex. unter demArt. seines Bruders Johann, als Hofmaler desKönigs von Spanien erscheint. Nach ihm führtder Ü)l'nklersche Gantkatalog s. v. Kxue-/enber-AL,' ein seltenes Blatt an das ein Jnqui-sitionsgefängniß darstellt, mit: O'ad,-

inv. Cri«p. ä. p(ags) exc. bezeichnet ist, undwahrscheinlich eines von neun Blattern in 4^.ausmacht, welche irgendwo: Oper» lAi-iericord sscorporsli« (äe exc.) rubrijirt werden.

* Gpilberge, Gpilberger,auch Spilenberg, Spilenberg er, Spü-le nberg und Gpilnberger (Johann).Derselbe arbeitete auch um itzkiu. in KurfürstlichenDiensten zu München . Von ihm besitzt die dor-tige Batterie die lebensgroße Haibfigur eines altenManns, mit einem Zirkel in der Hand, und die-jenige von Lichrenstein zu Wien zwey andrekleine Bildnisse eines Manns und einer Frau inalkerthümlicher Kleidung. Dieser Künstler sollteanfangs, auf Unkosten seines Gönners des Her-zogs von Julich , bey Rubens lernen, der aber,wahrend Spilbergs Reise zu ihm, Todes verbliech.Bey Flink blieb er sieden Jahre. Für den Bür-germeister zu Amsterdam malte er eine Schützen-gesellschaft, für die er namhaft belohnt wurde.Nach seiner Rückkehr ward er erster Maler amJülichschen Hofe; erst nach des Herzog WolfgangsTode stand er in eben dieser Eigenschaft bey Ehur,pfalz . Auch Churbrandenburg wollte ihn, dochvergebens, in seinen Diensten haben. Sein letz-tes", aber unvollendetes Werk war eine Lebens,und Leidensgeschichte Christi. Gestochen nach ihmhaben von Bildnissen Matham; wie z. B. dieje-nigen des Kurfürsten und Pfalzgrafen Phil (n. l>.Wolfgang) Wilhelm und der Pfalzgrafin AnnaCather. Constankia (schöne Blatter,. Dann vonGeschichtlichem, Allegorischem, und Gattungs-blattern: D. Danke«'s eine Fortuna (Schlafen-der, auf welchen das Glück seine Gaben aus-schüttet), eigentlich nach P. Farinato, und dasKind welches Forellen füttert; Küßel: Tugendenund Elemente, die das Bildn,ß Kaiser Leopoldstragen; I. G. Schwab einen Narcissus, und Ä.G. Winkicr ein Pfingstfest. Das Hauptregisterdes Th. Vi. der Hlr schlug'schon Nachrich-ten von Gemälde - und Kupferstichsammiungeiinennt einen dieser Familie als Kupferstecher, undführt, an seinem Orte dann, an, wie die Fürst-liche Bibliothek zu Bcrnburg von solcher seinerArbeit besitze. Wir entdecken aber, daß besagterArtikel aus Anst'« Anhairischen Schriftstel-lern I. 48. entlehnt ist, und daß damit obigeAngabe irrig oder mißverstanden ist; denn hierwird nur gesagt, wie in gedachter Bibliothek Hand,Zeichnungen eines solchen befindlich waren, derwahrscheinlich kein Andrer als der uiiirige ist.Indessen nennt auch der Katalog von winkierdenjenigen Johann Gpüenberger, dessen GeburtGandrarr in 1628. setzt, nicht bloß einen Ge-schichtss Bildniß-und Landschaftsmaler, sondernauch einen sehr geistreichen Kupferetzcr, der seineBlatter mit einem verschlungenen I. und 8 . mitdem Beysatze plnux. f. bezeichnet habe, und führtdann, als schöne Blätter von ihm namentlich an:Den Tod der Lucretia , in Gegenwart ihres Va-ters, Gatten, und L. Brutus; Verlumnus und

erinnert (er belaub sich damals in Rom ), so behauptet«zelten, und wollte solches durch eine irgendwo gefundene