Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1717
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Steen.

kivr. verkauft wurden, und ihren Werth wohlvornehmlich daher ziehen, daß die Urbilder inWien (wenigstens die beyden letztgenannten) durchsogenanntes Ausbessern so gut als verdorben sind.S. .füssli II. 62. und 5 -j. Auch thut letztrer, inseiner Litteratur der Blätter nach Correggio , derunsrigen keinerley Erwähnung, und gedenkt über-haupt unsers van Sreens in seinem ganzen Werkenirgends. Ob er vielleicht das Unglück hatte,das bekannte, in mchrern Rücksichten zweydeuti-ge: Düerrtrum pictorirun von D. Teniers demjüngern, dem wir nie keinen Geschmack abge-winnen konnten (und worein der Unsrige so vielgearbeitet hat), gleich uns, bloß in schlechtenDrücken zu besitzen oder ob es überhaupt einhöchst mittelmäßiges Werk von jeher gewesen sey,und bleibe, wollen wir, hier wenigstens, nichtentscheiden. Wer übrigens durchaus Kunde vonvan Sreens zahlreichen Blättern haben will,der findet vörderst ein zwanzig derselben bey RostI. c. und noch weit Mehrere bey wmkler undBrandes unter den Rubriken der oben angeführ-ten zahlreichen Künstler verzeichnet, nach welchener gearbeitet hat, wo freylich (besonders beyBrandes) mehr als Lines schön, und bald alleselten genannt werden. Eines der bemerkenswerttheilen, das uns aber niemals zu Gesicht gekom-men, möchte immerhin die Marter der zehntau-send Heiligen von A. Dürer (in der Gallerie zuWien ), von ihm nach van Hoje's Zeichnung, einsehr großes Blatt auf vier Platten gestochen, seyn;obgleich wir demselben, auch ungesehn, Dürereseigenen Holzschnitt von eben diesem Gegenstandvorziehen würden Und nun, nach Alle diesemhöre man das Verlagsverzeichniß des Wie-ner- Lunst - und - Industrie - Comptoirs von180s. wo unsers van den Sreens Blätter zumKauf ausgeboten werden, wie folgt! Nach Cor-reggio. r.) Amor der Bogcnschneider. 2.) DieEntführung des Ganymed. 3 .) Jo und Jupiter(jedes derselben Preiß 6. fl. 0. Rthl. 8. Gr. hochZoll, breit io. Zoll) Nach Dürer : 1.) DieMarter der io,ucm. Heiligen, 1661. schön anEomposition und Stich (Preiß 18. fl. 10. Rthl.hoch 38 /r. Zoll, breit 33 . Zoll). 2.) Gegenstückvon gleicher Größe, die Anbetung der Dreyeinig-keit, drey unvollendete schöne Platten (Preiß iZ.fl. 3 o. kr. 7. Rthl. 12. Gr ). 5 .) Ein Krucifix -

auf zwey Platten, schön (Pr. 12. fl. 6. Rthl.16. Gr. aus Seidenpapier gedoppelt, hoch 02. Z.br. 21. Z.). 4.) Maria mit dem Kinde (Pr. 2.fl. 24.fr. i. Rthl. 8 Gr., hoch igA. Z. br. 14)2.Z.). Dann die Apotheose Kaiser Ferdinand III. auf zwey Platten, nach Sandrart (Pr. 10. fl.§ 8 . kr. 6 . Rthl., hoch 34.Z. br. 28.Z>); der Eng-lische Gruß nach Rubens (Pr. 2. fl. 42. kr. i.Rthl. 12. Gr., hoch i5 tz. Z. br. 14. Z.); endlichnach Einiges nach Fr. Luycx oder Leix (FranzLeux), und Abr. a Diepenbeke. Auch das Zür-cher-Journal f. Litt. und Lunst S. 274. fin-det diese Herausgabe »der so ungemeln seltenenund wichtigen Blätter" unsers van Sreen sehrverdienstlich. Lonf. Dort findet sich

allerley Detail über die Blätter unsers Künstlers,und über ihre Urbilder; namentlich auch, daßder von ihm gestochene Triumph des Hauses Oest-reich, nach Sandrart, von Kaiser Ferdinand er-funden, und das Gemald aus der Gallerie zuPrag dem Berlinerhof geschenkt worden sey. S»unten auch p. van Sreen.

* Sreen (Johann), st. zu Delft . Bekannt-lich war er bald Künstler, bald Schenkwirth, deraber seinen Wein meist selber trank, und, wennder Keller leer war, wieder so lange zum Pinselgriff, bis er seine Fäßer und sich von Neuemfüllen konnte.Derselbe" (sagt Wareler)hatsich durch die Schönheit seiner Färbung, durchdas Leben, das er allen seinen Figuren gab,und die getreue Nachahmung des Wahren ausge-zeichnet. Gelbst seine aus dem gemeinen Lebengenommenen Gegenstände sind nicht immer unedel,

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und erwecken sogar bisweilen Interesse. InDeutschland besitzen von diesem merkwürdigen,nur in der Kunst stets nüchternen Trunkenbolde,die Kais. Gallerie zu Wien : Eine lustige Hochzeit,und eine seltsame Flammändische Haushaltung;diejenige zu München den beym Cviel betroge-nen wüthenden Bauer, und ei» Paar Köpfe(von Männlich meint denn doch, daß vanSreen seinen Meister, Drouwer, an Richtigkeitund Feinheit des Ausdrucks nicht erreicht habe);Düsseldorf einst: Den Arzt, der dem Mädchenden Puls fühlt; Salzchalum einst: Die Ehever-schreibung, ein über (/ breites, und über 4 ' hohesBild; eine Musikgesellschaft, fast von gleicherGröße (in beyden erscheint der Maler selbst, alsBierfreund); endlich eine Abendmusik am Drey-königen-Tag. Dann von Partikularen z B.Herr Hof- und Landgerichts - Assesor Scbmidtzu Del (1809 ) vier Bilder. S. den Läralogvon dessen Rabiner: N°. 61. 636 . 713. u. 1066.Zu Paris wurde noch 1801. ein Bild von ihm:Der Satyr bey dem Bauer, auf einer Versteige-rung für 2612. Fr. verkauft. ch I. xg.

Bey der dortigen Ausstellung Franzäs. Kunsterobe,rung 1807. sah man namentlich auch zwey Bilder v.van Sreen: Den Heurathskontrakt (wahrscheinlichdas Bild aus Salzchalum) und: Der König trinkt.Tüb. Morgenbl. 1807. S-10)6 wo unser Künstlerdurch Druckfehler van Srren heißt. Noch in 18 ro.besaß von ihm H Paignon-Dijonval zu Paris dreygetuschte Handzeichnungen: Fahrende Musikantenvor einer Hausthüre, das Innere eines Holland .Hauses am III. Königstag, und eine Quäckerver-sammlung. Gestochen nach ihm haben, vörderstJ.Heudelot sein und seiner Frauen Bildniß (auch siehat ein volles Trinkglas in der Hand); und I.Gole ebenfalls den Künstler, der die Laute spielt.Dann C- Baquoy den Heurathscontrakt aus demKabinet Brüht (also wohl von dem zu Salztha-lum verschieden); jemand in Basans Verlag:Die Laube unter welcher getrunken und getanztwird, und die Holländische Kollation (letztresschön); A. de Blois den Arzt, der einer Fraudas Klistier geben will (geschabt); I Boydellund I. Wilson, beyde: Den Chemiker (geschabt);Godefroy: le 5 oustleur und lecröciule;I. Gole die fünf Sinnen ( 5 . Bl.) und das Hol-ländische Wirthshaus mit Brettspielern (geschabt);van Green: Die Dorfschule (schön geschabt),S. Paul, in R. Sayer's Verlag: Die Conver-sation, worin der Künstler ebenfalls selbst erscheint,aus dem Cabinet Blackwood (ein geistvolles,trefflich geschabtes, theures Blatt); I. Stolkerzwey Flammandische Wirkhshausgesellschaften; E.C- Ahelot: Die eingebildete Kranke (das obenerwähnte Bild von Düsseldorf ); und noch in ganzneuern Tagen (für's Muftum Napoleon) Avrilder Vater: zerme L'elnme nialscle. Mni/er st

* Sreen (P. van den).. So nennt der ein-zige Katalog von paignon - Dijonval einenKünstler, der ein kleines Bildniß von Th. Corn-haert, dann einen Raub des Ganymeds durchden in einen Adler verwandelten Jupiter, »achCocreggio gestochen habe; welches letztre (s. obenden Art. Franz Sreen) wohl am Äeßten beweist,daß unser p. van Sreen mit dem Ebengenann-ten, Eine Person sey.

Seeenbock (Magnus, Graf von), funkenSreinbocki

* Sreene (Cgidius van), Abt zu Notreda-me des Dünes in Flandern .Die Verständig-sten unter so viele» Religiösen " (sagt MiliziaLüis. ter2. II. i 3 o.)>welche im XIII. Jahrh,sich auf die Architektur legten, waren etliche Zi­ sterzienser < Aebte .der gedachten Abtey, die sichmit der Baute ihrer Kirche und Klosters beschäf-tigten. perervan Sreene, der siebente Abt desOrts, legte zuerst Hand aus Werk, anfangs bloßin der Absicht, ältere Gebäude zu ergänzen, und

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