Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1725
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Steiner.

fachlich Cignaroli bey ihm erweckt hatte) sein ei-gener Führer, und sah man von ihm von Zeitzu Zeit recht gute Bildnisse in Miniatur, Pastellund Ocl. In Meusel's ss!. Misc. IX. 69.bis 72. findet sich ein ausführlicher Aufsatz überdiesen Dilettanten, worin sein Styl in Absichtauf Licht und Schatten, breite Maßen, fetten undrnarkigten Farbenaustrag, und, wo er Fleiß auffeine Arbeit wendet, auch die liebliche Harmoniederselben gerühmt wird: „In Frauenzinimerbild-nissen" (heißt es dann dort Wetters) „malte erschön und wohl ausgcdacht den Putz der Haare;feine Färbung hat viel Gefälliges und ist warm,zuweilen aber etwas unrein, ich meine nicht klargenug in dem Helldunkel, wiewohl sie übrigensgut ist und in das graugelbe Warme fallt; öftersfinden sich die Schatten etwas zu schwach in derFleischfarbe seiner Oelmalcrey, dqs nicht hinläng-liche Loswindung von der Flache des Tableauverursachet. Die Stellungen seiner Portraits sindoft von sehr schöner Auswahl, und seine Köpfebeynahe correkt gezeichnet; seine Hände gemeinig-lich zuviel vecnachläßiget; öfters ist in seinen Klei-dungen der Wurf der Falten von nicht guter Aus-wahl und etwas verabsäumt. Mqnchmal ist eraber um ein merkliches glücklicher; mir scheintes, er halte die zwey letzterwähnten Stücke nachseinem Gefühl für Nebensache, und wolle sichdamit nicht viel bemühen. Dann im Jahr 1794.machte er auch Versuche in der Landschaft in Del.Darunter befindet sich das Thal am Comer-See,vorgestellt beym Anbrechen der Sonne. Ein zwey-tes, die sogenannte Leufelsbrücke auf dem St.Eotthard. Ein drittes, eine von Laudholz bewal-dete Gegend, darin er die Luftperspektiv, und dieAbweichung auseinander sehr wohl zu Standebrachte. Ausser diesen verfertigte er noch zweyandere mit belaubten Bäumen. In erst erwähn-tes Stück brachte er viel Wahrheit der Natur;sie sind beherzt, kühn, in freyem Pinselzug, infett und warmen Farbenaustrag, ohne Fleyseley(?)bearbeitet, und es findet sich viel Warmes darin«nebst guter Beleuchtung. Er staffirte dieselben mitpaffenden und beschäftigten Figürchcn, die sehrwohl angeordnet sind; im Ganzen herrscht einigeGroßhcit". Was Alles freylich, so wie überhauptjener ganze weitschichtige, Zo. Seiten enthaltendeAufsatz eines sslachrrags zur Geschichte derGchrverzer - (winrertburer), Runfiler«von einem F. T. L. zu gedachtem Winterthur geschrieben, etwas seltsam zu lesen ist. ' „Uebri-gens" (heißt es dann noch am Ende) „vergehenoft ganze Jahre, während welcher er nicht einenPinselzug unternimmt. Daher kam es, daß eröfters eine Arbeit anfieng und unvollendet stehenließ, In seinem Umgang ist dieser Mann sehrfreundschaftlich, und besitzt keinen Stolz von sichyder von seiner Geschicklichkeir. Fragt ihn jemandum sei» Urtheil über Gemälde, so giebt er viel-fältig zur Antwort: Ich bin kein Kenner nochKünstler, und das Wenige, das ich mache, warnur ;»m Plaistr. Spricht er aber über die Kunst,so geschieht es gründlich", find: »Viele seinerFreuden, auch an der Kunst, wurden ihm durchden Tod eines einzigen 5 —6jährigen, so wie hin-wieder durch den — Besitz (!) einer launichtenGattin entrissen". Unsers Wissens lebte dieserDilettant« noch i8ri, zu Bergamo . In seinemHause zu Winterthur sah' man einige kostbareBilder; darunter vornähmlich eine büßende Mag-dalcna von Dominichino; eine schlafende Venusvon Guido; Venus die den Cnpidh liebkost, ausCaliari'S Schule, und ein viertes (Geschichtliches)uns unbekannten Inhalts von Eiro Fern,

Steiner (Christoph), Stadtwcrkmcister z>zLaudan in der Lausitz . Er kommt 1697. bey demWiederaufbau des dasigen abgebrannten Rathhau-ses vor. Histor. und Gelehrte Merkwürdig-keiten von Lausitz (Leipzig u. Bangen) Thl, II,, 7 t". 8°. S. 7 » 7 -

Steiner 1725

Steiner (D ). In der Blbliorh. d. reden-den u. bildenden Bunste , iboH.) I- (2.) S. Zog.wird von einem Schweizcrschen Künstler diesesNamens (wohl ebenfalls von Winterthur gebür-tig), eine Sammlung von go. Landschaften, nachder Natur gezeichnet und gectzk, welche so vielfranz. Live. kosteten, ohne beygefügtes Urtheil an-gezeigt.

— — (Emanuel), Landschaftszeichner nndMaler von Winterthur in der Schweiz . Vonfeinen Arbeiten, meist in Sepia oder bloß mit derFeder ausgeführt, sah man von Zeit zu Zeit aufden Kunstausstellungen zu Zürch . So z. B. inr 8 c> 5 . eine im italienischen Styl; in i 8 o 5 . zweyandere (die Mondsfeyer (?), und Wettstreit un-ter den Hirten); in 1808. wieder dreye; und zu-gleich einige geetzte Blatter, darunter eines nachBoth. In 1810. abermals dreye (diesmal in Oel ):Ansicht der Villa d'Este, des Tcmpio della Toßeund der Ueberbleibsel der Villa des Mäcenas , undendlich des Ausflusses des Anio aus der Grottedella Serena mit dem Tempel der Vesta u. s. f.und ha,in zwey treffliche Blumenstücke in Aquarell.In 1811. 12. und io. wieder dergleichen, da ersich nämlich dieser Kunstgattung jetzt vornehmlichzu wicdmcn schien. E. auch unten Sretnerr.

— (Ferdinand), So nennt der Lvink-lersche Gantkatalog einen Geschichtsmaler, derum 172h. blühet«, und nach welchem dort zweyvon I, F. Fromillec gestochene Hctavblätt-chen angeführt worden, welche St. Annen (nebstSt. Joachim), wie sie die H. Jungfrau lesen lehrt,,dann letzt«, als Mutter, wie sie dem Kind aufihre» Knieen einen Apfel reicht, darstellt. Inbeyden sah' man die Figuren in dreyquarr Profil.

— — (Georg), war um 180). Hofgärtnerbey dem Königl. Lustgallen zu Charlottenburg imBrandenburgischeii. Vermuthlich ist er ein Sohndes folgenden Iah. Georg.

— — (G-), ein Maler zu Svnnenburg (ver-muthlich im Mainingischen gelegen) um 1800.Nach seiner Zeichnung hat Rosenburg den Kopfeiner Mißgeburt zu Vogel s Almanach fürAerzre auf 1800. (Erfurt 1801. 8".) rabirr.

— (Johann). Nach einem Künstler die-ses Namens hat T- Grögor das Bildniß desDichters Metastasio (1786) zu Leipzig gestochen,

— <7- (Joh. Caspar), ein Ingenieur zu Lin-dau . Derselbe gab dort »682.: ss)eu- kurzfüg-Iicher Handgriff der Rri'egsbaukunft in 12°.mit Kupf. Dex gute.Mann hatte aber fast Workzu Wort den Marrm Eylend abgeschrieben.Scher bel's Einleitung z. mathematischenZZücherkennrniß l, 167, 996. u: g, m,

— (Johann Conrad), Zeichner und Land-schaftsmaler, geboren zu Winterthur im Schiveiszerkantvn Zürch 1767- „ Derselbe" heißt es bey

Mensel ssk. R L, aus einem ausführlichemAufsätze In Ebend. »I. Misc. IX. ,9-^55.gezogen) „bekam zufällig Neigung zur Zeichen-kunst, wurde nach Genf geschickt, wo er dreyJahre unter Gcißler's Anleitung zubrachte, und.reisete von da nach Dresden , wo er zu dem ausSt, Gallen gebürtigen Hofkupferstecher AdrranZiugg kam. Ganz unerwarket hörte er von die^sein, daß er seine Zeit bey Geisler'n unnütz zu-gebracht habe, und daß er noch ganz unvermö-gend in der Kunst sey. Nach einem Aufenthaltevon zwey Jahren verließ er Dresden , und giengnach Paris , wo er sich eben so lang aufhielt, aberdoch in der Kunst nicht weiter kam, als er schonwar. Er kehrte deßhalb nach Hause zürück, nahmeinige Stücke nach der Natur auf und radirte siein Kupfer zum JUuminiren, i» dem Geschmackeseines Mitbürgers Aaberli. Nicht lange hernachunternahm er seine Hauptreise nach Italien , vor-züglich nach Rom , um daselbst das vielfältig(Kchöne zu studiren. Er benutzte nicht allen;

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