Stielet.
Stieler (H. F. Adolph, gewöhnl. nur Adolph),Geheimer Archiv-Registrator zuGotha; ein Land-kartenzeichner der neuesten Zeit. Er arbeitete theilsfür den Verlag von A. G. Schneider zu Nürnberg (Westindien , Calabrien und Sizilien u. s.f.), theilsfür das Jndustriekomptoir zu Weimar (die chma-lige batavische Republik, China u. s. f.).
— (Johann Friedrich), des ObigenSohn (der, ohne Taufnamen, schon im Lex. er-scheint), Kurfürst!. Sächsischer erster Münzgraveurzu Dresden , geb. in dem Dorfe Brrnsdorf beyGcünhayn und Schwarzenberg im Erzgebirge 172g.Da (heißt es bey Mensel II.) sein Vater undGroßvater Stein- und Wappenschneider waren,so sollte Und wollte er auch einer werden. Eingünstiges Geschick zog seinen Vater nach Alten-burg. Dort fand nun auch Johann FriedrichGelegenheit, seine Kenntnisse einigermaßen zu er-weitern; seine Wißbegierde aber ward mit jedemLage größer. Er zeichnete Alles, was er sah,mit der äußersten Genauigkeit nach, ohne nochdie gehörige Anweisung dazu gehabt zu haben. Erwürde jedoch hierin schwerlich weitere Fortschrittegemacht haben, wenn nicht zum Glück für ihndie Familie eines Bildhauers, mit Namen Mar-tini, von Bayreuth nach Altenburg gekommenwäre. Mit dessen jüngern Stiefsohne, HeinrichMeil , machte er Bekanntschaft, und erhielt vonihm Unterricht im Zeichnen. In 1749. kam ernach Leipzig , um dort noch einge Zeit zu siudiren,und genoß dort vorzüglich den Unterricht desältern (Heinrich) Meil und des Professors Christ:Er benutzte vorzüglich des letzter» Sammlung an-tiker und moderner Münzen, wie auch der Ab-drücke schöner Antiken und moderner Steinschnei-derarbeik. In 1761. ward er nach Dresden be-rufen, um daselbst eine Probe zu polnischen KurpfermünzsteMpeln zu verfertigen. Er erhielt Bey-fall, und ward sogleich bey der damals zu er-richtenden polnischen Kupfermünze bey Guben inder Niederlausitz als Münzgraveur angestellt. Als176h. diese Ausmünzung aufhörte, ward er dasJahr darauf als zweyter Münzgraveur bey derDresdner Münze angestellt. Der siebenjährigeKrieg folgte darauf, und erst 176g. bot sich eineGelegenheit für ihn dar, sich theils in Erfindung/theils auch in Gravirung einiger Medaillen zuzeigen. Die erste ward von ihm auf die Errich-tung der Artillerieschule, und die andere auf Gel-lerts Tod verfertiget. Nach 9—10 Jahren beydem Teschner-Frieden, und hernach 1784 bey derGenesung des Kurfürsten, bekam er wieder Gele-genheit, sich in Erfindung und Arbeiten dieser Artzu zeigen. Beyde erhielten allen Beyfall, underwarben ihm so sehr das Zutrauen des Kurfür.sten von Mainz , daß dieser unter seiner Aufsichtzwey Medaillen auf das Zoojährige Jubiläum derUniversität zu Mainz 1784. verfertigen und prägenließ. Durch diese Arbeiten erwarb er sich auchdie Gunst des Erzbischofs zu Salzburg , so daß der-selbe im Jahr 1786. einen jungen Künstler, Na-mens Mazenkopf, seiner Unterweisung anvertraute.In 177Z. ward er zum ersten Münzgraveur beyder Dresdner -Münze ernannt. Außer den schonangeführten Arbeiten waren um 1789. seine neue-sten: Eine Bergwerksmedaille, nachdem die Fund-grube Bescheerr Glück in Freyburg zur Aus-beute gediehen war, 1787. Dann ein Medaillon,dessen eine Seite den Prospekt des JagdschlossesMoritzburg , die andere die Fasanerie vorstellte;und vollends seine letzte das Bildniß des Kurfür,sten auf einer Vikariatsmünze 179»., wo er zuDresden verstorben ist. Magaz. Sachs- Cesch.VI l. 020. Daßdorfs Aunrismat. Histor.Leitfaden der Sachs. Gesch. S. 19h. und 211.kennt von ihm zwey frühere, als die oben ange-führten Schaumünzen: Die eine auf die Er-bauung der Münze zu Guben (1752.); die andereauf die zu Dresden errichtete Artillerieschule (1767).
— — ( ). So heißt bey Landon ( 5 alon
VIII: H2.) ein Künstler unter der Rubrik der
Stimme!. 174t
Geschichks- und Bildn,ßmaler, welcher von seinerArbeit auf dem erwähnten Salon ausgestellt hatte.Ob derselbe mit den oben angeführten deutschen Künstlern dieses Geschlechts in irgend einer Ver-bindung stehe, ist uns unbekannt.
, Stier (Martin), und Gerhard Graß, bey-des General-Quartiermeister-Lieutenants und Capj-tains des Römischen Kaisers, gaben die Lust- undFreudengebäude an, welche, bey Gelegenheit desprächtigen Friedens-Bankets vom kaiserlichen Ab-gesandten Fürst Piccolomini gehalten, in i 65 o. zuNürnberg errichtet worden vollständiges, ver-mehrtes Erincirbuch (Nürnberg bey Paul Fürsti 665 . qu. kl. 4 " ) S. 26g., wo auch -wey Grund-risse davon befindlich sind. Weiter finden wir indem Ungarischen Magazin (B. I- St. 4. Preß-burg 1781. S. 39h.) folgendes: vermehrte undverbesserte Landkarten des Rönigreichs Un-garn 1684. in Verlegung Marr. Endrners;Marr. Stier, Kaiser!. Ingenieur llelin. DieseKarte, die aus zwölf zusammengestoßenen Schrei-bebogen besteht, ist aus Tschernings Be-schreibung von Ungarn (Nürnberg 1678. 8°.)entlehnt.
Stierhort (Desiderius ), von Leiden, zeich-nete ein Brustbild des bekannten Jacob Böhme's mit wahrhaft monströsen, mystisch-allegorischenUmgebungen, welches N. vao Werd, für denVerlag des Allardus Wecker, in gr. Fol. schlechtgenug geetzt hat. Stierhort und van werdlebten um 1677.; vielleicht zu Amsterdam .
Stierle (Johann Jacob Gottfried), auch,wahrscheinlich irrig, im Taschenb. f. Freymäu-rer auf i 8 o 5 . (Cöthen bey Aue S- 448.) Joh.Friederich Gottfried genannt, ein um 1809.noch lebender Königl. Preußischer Medailleur undStcmpelschneider zu Berlin , geb. daselbst 1764.Derselbe kam schon 1776. zu dem Medailleur Loosauf Königliche Kosten in die Lehre, und ward nachVerlauf seiner acht Lehrjahre sofort bey der Münzeangesetzt. Schon bey Merisel II. (-789.) hießes von ihm: „Außer seinen Münzarbeiten ver,fertigt er Pettschafte in Stahl und Silber. Erhat auch auf den Tod des Herzogs Leopold vonBraunschweig eine Medaille gemacht". Auch derLengnische Münzkaralog (Danzig 1796. S.r 56 . N°. 1172.) nennt von ihm eine solche aufC. F. Geliert. Neueres haben wir weder in Meu-sel's M R- L. noch sonst nicht das Geringstevon ihm vernommen.
Stigliola (Collankonins), ein Mathematikerzu Rom , der im XVI. Jahrhundert das König-reich Neapel in einer großen Karte zeichnete. DasOriginal (heißt es in Gregors« curieusenGedanken von alren und neuen Landkarten,Franks, und Leipz. -712. S. 114.) soll sich nochim Vatikan zu Rom befinden.
Stigny ( ). Von einem solchen, uns
sonst ganz unbekannten Stecher, wird irgendwoein Blatt angeführt: Tllle^oris ou Sujet üuLommenllement sie l'Hräensl ä ksris en l649-
Stilling (Johann), Bildhauer und Bild-schnitzer zu Dresden . Derselbe fertigte von 16Gbis 22 für die Pfarrkirche zu Mußkau in der Lausitz die hölzerne Kanzel nebst Kanzeldecke mit verschie-denen geschnitzten biblischen Historien; dann denAltar und den Tausstein, theils von Holz undtheils von Stein. Unsere Quelle meint- daß, obzwar benannte Dinge viel Geld gekostet hätten,doch Srilling's Arbeit wirklich das Lob der Nach-welt erschwungen habe. I. ss. Lrusius Mußskauische Airchenzierde. Guben 1671. 4°.
Stimme! ( ), Magister, ein geschickter
Antiquar zu Leipzig , gab in -810. die Fortsetzungund den Beschluß des von dem sei. M. Huberangefangenen winklerschen Ganlkatalogs, wel-che die Französische und Englische Schule enthal-ten, beyde mit der Geschicklichkeit upd Unparthey-Nnnnnnnnnn