L74o Steyner.
* Steiner (I), s. Seayner.
* Sehen is. Im Lex. heißt er durch Druck-fehler Sbenis. Derselbe war von Olynt ge-bürtig, und Zeitgenpsse von Lysivpus. Von ihmsah man zu Rom im Tempel der Eintracht eineCeres, einen Jupiter und eine Minerva ; dann zuSinope die Statue des Autolycus, ihres beglaub-ten Erbauers, welche Lucull, bey Eroberung die-ser Stadt, als ein kostbares Kunstwerk mit sichnahm. Noch nennt man von ihm diejenige desPyttalus, dessen Andenken bey den Bewohnernvon Arcadien und Elis in gleichen Ehren stand,weil er, als von ihnen beydseitig gewählter Schied-richker, ihre Grenzsireitigkeiten zu vermitteln gewußthatte.
Stiber (Wolf). Ein solcher wird irgendwounter den Kupferstechern angeführt.
Gtiberger (Anton). So hieß ein Mitgliedder Kaiser!. Künstler-Akademie zu Wien um 277»,von dem wir seither nichts Weiteres vernommenhaben.
Grickler ( ). So heißt bey Miliz-»
(p,ü. s. 176.) und bey Fiorillo V. 253 . nachGtowes Chronikon(p. 769.), ein vortrefflicherEnglischer Architekt, der in i 5 g 6 . eine Pinaße er-baute, auf welcher Gericht gehalten wurde, unddie man nach Belieben zusammensetzte, und inStücken mit sich nehmen konnte.
Stieglitz (Carl Ludwig), Doktor der Rechtezu Leipzig , geb. daselbst 1727. und eben dort ge-storben nach 1787. Derselbe etzte mehrere Blätterin Umrissen, nach Rcmbrandt, P. Lasimann u. a.So z. B. die Versioßung Hagars. Da solche bloßmit: 6 .H. 8tieZUtr: bezeichnet sind, so schreibt sieder Winklersche Gantkatalog irrig seinem nach-folgenden Sohne zu.
— — (Christian Ludwig ), ebenfalls Doktor derRechte, Probst des Slifls Würzen, Rathsherr, wieauch Oberhofgcrichls- und Konsistorial-Advokatzu Leipzig , seit i 8 » 4 - dortiger Aedelis, auch Vor-steher der dasigen Thomasschule und Beysitzer derProvinzialkammer, geb. daselbst 1756., ein vor-züglicher Dilettante der Architektur und schönernGartenkunst. Als solcher schrieb er: Ueber dieBaukunst der Aegyprer (in der hl. Bibl. d.Sch- Wiß. XXXI V. 177-22h. 1787.) - ver-such über den Geschmack in der Baukunst,gr. 8°. Leipz. 788. (Auch in der M B-bl. d. Sch.wiß. XXXV. 179 — 216.) — Ueber den Ge-brauch der Grotesken und Arabesken, gr.8°.Ebend. 790. — Geschichte der Baukunst derAlten . gr. 8. Ebend. 1792. — Encyklopedieder bürgerlichen Baukunst, in welcher alleFächer dieser Runft nach alphabetischer Ord-nung abgehandelt werden; ein Handbuchfür Staarsw-rrhe, Baumeister und Land-rvirrhe. Mit (über 100) Kupf. 5 Th. gr. 6°.Ebendas. 1792-98.— Die Baukunst der Alren,ein Handbuch für die Freunde dieser Lunst ,nebst einem architektonischen Wörrerbuchein mehrern Sprachen. Mir 11 Kupf gr. Mcd.8". Ebendas 1796. — Gemälde von Garten,im neuern Geschmacke dargestellt. 4°, IMKupf. Ebendas. 798. (Auch im IV. Th- vonBloyen's Gartenkunst). — Ueber die Rui-nen einer »lren Rirche an der Unstrur (inWeißen'« Mus. f. d. Sachs Gesch. I. (1.)1804. — Um dieselbe Zeit nahm er Antheil an demvon Grob mann herausgegebenen Handwör-terbuch über die schönen Länste. — Seineuns bekannte neuesten Arbeiten sind : Archäologieder Baukunst der Griechen und Römer. 1 l.Th- in drey Abrheil. 8°. Weimar 1801., und diein i 8 » 4 - mit 28 Kupfert. erschienene zweyte, sehrverbesserte Ausgabe seiner Gemälde von Gar-ten im neuern Geschmacke. Meus. gel.Deutsch!. VII X. XI. Eschenb. Handb. d.klaff. Litt. Aus neuern Lagen nennen wir hiernoa) seinen versuch einer Einrichtung alrer
Stieler.
Münzsammlungen I. (Leipz. 1809. bey Tauchm'tz.I.LH-8Gr.), worin sich sehr bcherzigenswerkhe Amdeutungen finden, wie wichtig die ächte alte Münz-kunde auch für die Bildung des Kunstgeschmacks,und für die Bestimmung des verschiedenen Styls 'in den Antiken nach den verschiedenen Zeitaltern,ohne dieselbe aber alles Vernünfteln über Kunst-schönheit nur eitles Geschwätz sey Tüb. Mor-geubl. 1810. S. i53. Und lb. ec>il. 8°. ms). eineandre kleine, aber sehr gehaltreiche Schrift: Lol-lectio Xumrnorum ^rsecorumrornsnorumgueaäartig bistoriam illustr. instructa. 4 Gr. Diesergeschickte Mann soll auch schöne Handzeichnungenverfertigt haben. Mnk/er. Oeffenrl. BI.
Stieglitz ( ). Ein solcher (doch wahrschein-lich kein Anderer, als obiger Christian Ludwig )siudirte 1780. die Architektur zu Leipzig oder Dres den , und erhielt in diesem Jahr eine Gratificationvon einer dieser Akademien.
Stiehl (Christian Gottlieb). Derselbe wurde175z. zum Hofsteinschneider bey dem Churfürstli-chen Naturalienkabinette zu Dresden ernannt. Inseinen Taufnamen erscheint er ganz ungleich. Sonennt ihn der Chursachfrsche Sraarskalender,Jahrg. 1753—1771, wie oben; dann Jahrg. 1772.ff. bis auf seine letzte Zeit, Johann Gorrlieb;und endlich der Dresdner polir. Anzeiger,Jahrg. 1792., N°. 32 ., bey Angabe seines zuDresden 1792., 84 Jahr alt, erfolgten Todes,Christian Wilhelm. Noch bemerken wir, daßer 1768. von der Leipziger ökonomischen Gesell-schaft zum Mitglied ernannt wurde.
Gleich vor dem Abdrucke dieses Art. erhielten wirnoch von einem unsererFreunde ff.Zugabe: „Stiehlswahrer Taufname ist sicher: Christian Gorrlieb.Unser Künstler war aus dem Chursachsischen Erz gebirge gebürtig, und hatte bey dem Steinschnei-der Schmieder zu Dresden gelernt. Stiehl er-fand eine neue Gattung (wenn man es so nennenkann) von Mosaik, die noch jetzt zu Dresden (z.B.von seinem Schüler dem Steinscheider Joh. Gott-fried Carl Rodermund) gefertigt wird. Die-selbe besteht darin, daß man figurirt durchbrochenegoldene Platten, nach vorgeschriebenem Muster,mit farbigen Steinen aizslegt. Man braucht sol-che zu Dosen, Uhrketten, Stockknöpfen, Etuisu. s. f.; dann aber auch zu Tischen, Caminen u.dgl. Der Geheim-Kämmerir Taddel und nach-her der tzofjouwelir hleuberr (beyde zu Dresden )ließen, für ihren Verlag, viel von solcher Arbeitsowohl von Stiehl als von Andern hiefür gebil-deten Künstlern fertigen, und zum Theil weit insAusland sende».
— — (Christian Wilhelm) ^ s. den gleich vor-
—- — (Johann Gottlieb ) 3 hergehenden Art.
— — (O. H. V.), tzauptmann in Chursach-sischen Diensten, übte zu seinem Vergnügen mirGeschmack die Oelmalcrey. Seine Gegenständewaren Landschaften, dann Frachtstücke mit Wein-trauben, Gläsern und Porzellan- u. s. w. Esscheint, daß er seine Garnison in dem StädtchenMügeln gehabt; wenigstens ist dieser Ort aufeinigen seiner Gemälde genannt. Nachgehende»nahm er seinen Abschied, und lebte noch um 1760.als ein alter Mann zu Aussig , einem Dorfe beydem Städtchen Slrehla in Chursachsen.
Stichler, s. sogleich Stieler.
Stieler (Adolph), s. gleich unten H. F. A.Srieler.
— — oder Stichler (ChristianFriedrich),Stein- und Wappenschneider, lebt« erst im Erzge-birgischen Dorfe Bcrnsdorf, ging aber endlichnach Altenburg , wurde dort 1742. Herzogt. Go-thaischer Hofwappe» und Steinschneider, undstarb daselbst 1728. Gorhai sch. Hofkalender.Dresdn. polir. A"Z. 1792. N°. 28.
— — (Christoph), ein Baumeister, sieheSchanenburg (Georg von) in diesen Zusätzen.