Stuart.
Stubbs. 1771
der zu London an, nachdem er fast fünf Jahreauf einer Reise zugebracht, die er mit so großenKosten und vieler Beschwerlichkeit zum Testen derKünste und Wissenschaften unternommen hatte.kJicholas Reverr, ein sehr geschickter Maler undArchitekt, theilte mit Stuart alle Mühseligkeitenund Gefahren, und gab mit ihm 1762. die ersteProbe von den Früchten ihrer gemeinschaftlichenArbeiten aus Licht. Zu London lebte nun Stuartbey seinem alten Freunde und Wohlthäter Darv-kins, der ihn mit den ersten Männern des Reichs,dem Lord Rockingham, Anson und andern bekanntmachte, wodurch er auch die einträgliche Stelleeines Aufsehers des Greenwicher-Hospitals erhielt.Hier fand er Gelegenheit, seine Kenntnisse alsArchitekt an den Tag zu legen, da er einen Theildes Hospitals, der kurz vorher ein Raub derFlammen geworden war, in einem edeln Stylwieder aufbauete. Außerdem errichtete er einigePrivathäuser in London , worunter sich die Woh-nungen des Lord Anson in St. James's Squareund der Mrs. Montague i» Portman Squareauszeichnen. In seinen letzten Jahren beschäftigteer sich mit der Kupferstecherkunst und Skulptur.Er starb am 2. Februar 1788. Seine in großerUnordnung hinterlassenen Papiere wurden von denFreunden und Liebhabern der Kunst und durchUnterstützung der Dilettanten-Gesellschaft geord-net, doch ohne alle eigenmächtigen Veränderun-gen herausgegeben. Die Menge der Prospekteund architektonischen Kupfer, welche Seuarr'sgriechische Antiquitäten schmücken, sind mit Ge-schmack gezeichnet und trefflich ausgeführt; sieverdienen um so mehr die Aufmerksamkeit derAlterthumsforscher, da man sich bey dem in Eng-land allgemein verehrten Charakter des Verfassersauf seine Versicherung verlassen darf, daß nir-gends eine einzige Ergänzungslinie nach Gutdün-ken oder Conjectur gezogen worden ist. Die zier-lichen Vignetten, die Basreliefs, und andernVerzierungen, wiewohl ihre Ausführung nicht vongleichem Werth ist, gereichen dennoch zur Voll-kommenheit dieses prachtvollen Werkes, und die-nen zur Erläuterung des Studiums der griechi-schen Alterthümer und der damaligen Sitten. Un-streitig haben Gruart's und Reverr's Arbeitendas meiste dazu beygetragen, den Untersuchungs-gcist der Engländer auf die Alterthümer Griechen-lands zu leiten. Ihr schon erwähntes gemein-schaftliches Werk wurde im Druck erst »ach SruarrsTode vollendet, und führt zum Titul: tbe ^uti-quitios ok T^tkens measurell anll llslineateilAameL ä'tua-'t snä Mc/ro/ax Lwett kainters and-zrcüitects. III. Vol. I.onilon kol. 1762—9».Fiorillo V. 607 —/jo. Don diesem in Englandselbst äußerst selten gewordenen kostbaren Werke,gab Lands», 1808. und ff. zu Paris in drey Folio-banden eine von I. F. Feuillct gefertigte Ueber-setzung. Dieselbe enthielt, in acht Lieferungen,neben dem französischen Texte, ungefähr , 5 o. vonElement gezeichnete, und von Normand gestocheneBlätter; die Lieferung (in Paris ) zu 20 Fr., aufzum Austuschen geeigneten Schreibpap. zu 26,und wirklich kolorirt zu , 5 o Fr. Irgendwo findenwir noch von ihm angezeigt: Eine (in 1760. zuRom in Fol. latein und englisch gedruckte) Nachrichtvon dem dem Kaiser August gewiedmeten Obeliske,der kurz vorher auf dem Campo Martio ausgegra-ben wurde. Die Zeichnung des von ihm in ge-tuschter Manier geetzten Blattes: Moses im Nilgefunden, befand sich (1747 ) im Besitze des Kar-dinals Valenti zu Rom . Dallarvay (II , 65 .)endlich führt von ihm an: Die schöne Zeichnungzu dem Grabmal der Gattin des Dichters Masonin der Cathedrale zu Bristol , welches (man ver-sieht es nicht recht, ob) von ihm selbst, oder vondem Bildhauer Bacon ausgeführt wurde.
Gtuarrs ). So heißt auch bey Frorillo V.79Z. ein vorzüglicher Englischer Bildnißmaler neue-
ster Zeit, der sich in 1807. zu Boston aufhielt,und von der Provinz Massachusets den Auftragerhalten hatte, auf Kosten derselben die Bildnisseder drey Präsidenten der vereinigten Staaten,Washingtons, Adam's und Jeffersons, zu ma-len. Der Staat von Massachusets zeigte sich sehrfreygebig gegen den Künstler, dessen Danae umdieselbe Zeit großes Ansetzn machte. Tvb. Mor-gend!. 1807. S. , 5 s. S. auch oben den Art.L. G. Stuard.
* Srubbs (Georg), der Vater, Maler undKupferetzer, geb. in England um ,706. und blü-hend zu London seit ,760. Das Talent diesesKünstlers in lebendiger Schilderung der Thiere istnie übertreffen, und selbst von unserm deutschenRiedinHeb nicht erreicht worden. Sein Tiger,seine kampfenden Rosse und Stiere, sind hinrei-chend, ihn zu verewigen, wenn auch nicht jederLiebhaber des Pferderennens die sprechendsten Ab-bildungen seiner Lieblingsrenner, von ihm gemalt,in seinen Zimmern aufbewahrte. Eine seiner frü-hesten Arbeiten, im Kabinette von Mr. Bradfortbefindlich, stellt eine kleine Jagd dar. In einerangenehmen Landschaft sieht man neben einer Mühlezwey Jäger, die ihre Flinten laden, und von ihrenHunden mit Ungeduld angesehen werden. DiesesBild wurde von Stubbs ,769. vollendet und vonWoollet zugleich mit drey Seitenstücken in Kupfergestochen, wodurch er sich einen großen Namenerwarb. Um das I. 1770. lieferte er zur Schau-stellung der Akademie einige Abbildungen berühm-ter Pferde, die jedoch nicht mit Fleiß kolorirt wa-ren, ungeachtet man die Richtigkeit der Zeich-nung nicht tadeln konnte. Von seinen spätern,meisterhaften Werken sind folgende die wichtigsten:Ein isländischer Hund, der nach einem in derLuft fliegenden Insekt sieht; eine Heu- und eineKornernte; Phillis, ein überaus schöner Jagd-hund, den der Lord Clermonk besaß; eine Tigerinim Kabinette des Herzogs von Marlborough; einPferd, das sich gegen einen brüllenden Löwen zurWehr stellt, und eine Löwin, die einen überwundrnen Hirsch zerreißt. Außer diesen Bildern hatStubbs auch komische Auftritte gemalt, von de-nen zwey, welche ein Frauenzimmer bey einemvollen Glase und leeren Geldbeutel darstellen, diewitzigsten sind. Fiorillo V.8Z8—Z9. Noch an einemandern Orte heißt es von ihm: „Seine wildenThiere sind in dem edeln Styl des Rubens, undseine Bildnisse von alten Männern haben einewahre Natur, die man nicht oft so getreu nach-geahmt findet; aber in einigen seiner Bilder ist eretwas zu bunt im Kolorite". Man hat auch vonihm eine treffliche Abhandlung über die Anatomieder Pferde, mit Kupfern, wo Zeichnung und Stichebenfalls von seiner Hand, und die Behandlungmeisterhaft ist. Von ihm selbst geetzt, kennen wirsonst einzig: Das Pferd (a. k. der Hirsch) .undder Löwe. Irgendwo wird noch, als von seinerHand, eine Sündfluth angeführt *). Gestochenund geschabt hinwieder nach ihm haben: I.Dixon: Die liegende Tigerin, aus dem Kabinetdes Herzogs von Marlborough (sehr schönes Blatt).E. Fisher: Den Isländischen Pudel, der einenSchmetterling in der Luft beobachtet. B. Green:Phaeton, von den Sonncnpferden entfährt; dann:Den Löwen und den Hirsch; das Pferd vor demLöwen ; das Pferd vor der Löwin; die Zuchtstut-ten aus dem Kabinet des Obersten Parker; Phillis,den schönen Jagdhund des Lord Clermonts (lau-ter geschätzte Bilder, in guten Drücken selten).R Houston: Den Löwen und die Löwin (schön undselten). W. Pethers uns Unbekanntes. W. Wool-let die schon genannten vier Blätter (Gegenständeder niedern Jagd), und: Den Spanischen Jagd-hund (ein ganz vortreffliches Blatt). Rost IX.269—70. und s. v. B- Green und IVooller.Look. K-'anckeL. Latsl. äs Z'aiAno«-
-') So eben bemerken wir, daß es Basan l'k'.s. prsm.) und Gandellini sind, die aus Versehen ein Blatt,welches Dietrich van Staren zugehört, unserm Stubb's ». v. Stadbs zueigne». Rnsan (klä. aec.) hatdenn doch diesen Fehler verbessert.
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