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fleißiges Studjren der Meisterstücke der Malerei)und Sculptur so bedeutende Fortschritte, daßman ihm sein Jahrgehalt über den gesetzmäßigenTermin von sieben Jahren hinaus verlängerte.Dessen ungeachtet ging er nicht wieder nachFrankreich zurück, theils weil ihm das mildeClima von Italien zuträglicher war, theils weiler sich mit einer Römerin, selbst einer Künstle-rin, vermählt hatte, und die Kunstgenüsse vonRom nicht mit dem Gewühl von Paris oder Tou-louse vertauschen wollte, und daher auch in i? 35 .einen von letztgenannter Stadt an ihn ergangenenehrenvollen Ruf an Rivalz Stelle ausschlug. Wasin Rom zuerst seinen Ruhm festgründete, warsein großes und vortreffliches Aitarblatt, dasGastmahl im Hause des Pharisäers für das Re,fectorium der Chorherren von St. Giovanni diLateran» zu Osti (d'ArgensvlUe sagt, zu Asti in Piemont), wovon die Gallerte zu Dresden eine sorgfältige Scizze, und die Akademie St.Lucas *) zu Rom eine andre aufbewahrt. Daunser Künstler sich auch nut den Wissenschaftenbeschäftigte, so wurde er von den Arkadiern un-ter dem Namen prorogenes, und eben so seineGemahlin unter dem Namen Aster, » zu Mitglie-dern aufgenommen. Auch wußte er sich so beliebtzu machen, daß Fürsten und Kardinäle um seineFreundschaft warben. Aus Auftrage des Papstesmalte er jetzt seinen St. Camill in Entzückung,und die Vermählung St. Catharinens von Riccimit dem Kinde Jesus, welche beyde zuerst fürdie Canonisakion dieser Heiligen gebraucht, undalsdann in den Zimmern von Monce Eavallo auf-gestellt wurden. Als ihn hierauf der KardinalStaatssekretär Valent. Gonzaga um ein großesAltarblatt für St. Peter ersuchte, wollte er zuerstdie Kreuzigung dieses Heiligen malen, von wel-cher er bereits einen wunderschönen Entwurf ver-fertigt hatte, der sich eine Zeitlang in den Hän-den des Bailly von Breteuil befand. Allein, ausuns unbekannten Gründen mußte er einen andernGegenstand wählen. „So schön nun" (heißt esbey Fiorillo III. 332 „ die Anordnung und Grup-pirung seines ketzersche» Kaiser Valens, der, beyAnhörung der Messe von St. Dasilius, seiner Leib-wache ohnmächtig in die Arme fällt, seyn mag,und so sehr besonders die Priester mit weißen Ge-wändern und ausdrucksvollen Köpfen hervorste-chen , so ziehe ich dennoch den Entwurf desselbenvor, der in i /33 in den Besitz des H. de laCurve zu Paris kam **). (S. Observstions surouvraßes cle IVIIVI. cle l'Kcsllemio etc. ex-posöes au 8slon 6u l^ouvre. I'Kunöe 17HZ.p. 14Z.). weil hier die Gruppe des Valens undseiner ihn unterstützenden Gesährten geistvoller undseuriger, als in der (um i^bo. gefertigten) Aus-führung erscheint, wo sie wegen ihrer Schwächeund Kalte mißfällt. Drey Wochen lang wurdedieses Werk in St. Peter öffentlich ausgesetzt,allgemein bewundert, und bald hernach widerfuhrihm bekanntlich die (lebenden Künstlern noch sel-ten widerfahrene) Ehre, in Mosaik aufgestellt zuwerden, wo denn das Urbild in die Kalthäuser-Kirche kam. Nach dem Urtheil der gründlichstenKenner sind daher das bereits erwähnte Gastmahl,und ein St. Bruno (wohl eher St. Benedict ,wie es bey Fiorillo heißt ***), der ein todtes Kindins Leben zurückruft, seine Meisterstücke; diesesletztre befand sich (bey denOlivetanern' zuPerugia,wo man auch einen Kaiser Theodosius zu den Füßendes H. Ambrosius von ihm ausbewahrt. Dannkennt man von ihm zahlreiche Bildnisse, worunter
Subleyras.
vornehmlich diejenigen Benedikt XIV. des Kar-dinals Valenti, und ein drittes sich auszeichnensoll, das den Herzog von St. Aignan darstellt,der den Prinzen Vaini zu Rom mit dem fran-zösischen blauen Ordensbande beehrt, und in derFolge nach Paris kam; eben so, wie dasjenigevon Benedikt XIV. sich wenigstens noch zu Wa-telet's Zeiten in den Sälen der dortigen Akademiebefand-. Fiorillo I. c. Z29— 33 . Dort wird auchbemerkt, daß , neben der Biographie dieses Künst-lers bey d'ArgensvlUe (IV. 449^^4.), eineweit vollständigere in den lüemorie per 1e bellesrti d. II. p. 26) enthalten sey, und eine drittevon s)asqualom den: Xotlsie lle^li ArcalliIllustri hätte beygerückt werden sollen, was aberdurch den Tod des Herausgebers dieses letztem,Morel's ins Stecken gerieth. Bey d'Argens-vlUe liest man von ihm, neben Anderm: „Nie-mand kannte besser, als er, dieLheorie seiner Kunst;er sprach von derselben als ein Mann, den tiefesStudium und lange Erfahrung geleitet hatten. -Sehr liebte er die schönen Wissenschaften, schriebmit Geschmack, und unterhielt sich gerne, selbstüber die abstraktesten Gegenstände. Dann machtedie Musik eine seiner angenehmsten Erholungenaus, da solche seinem etwas melancholischen Tem-peramente, wohl der Folge seiner schwächlichenGesundheit, besonders zusagte. In seinen letztenJahren waren die Winter seine Pein. Sonst besaßer einen stets freyen und ruhigen Geist, und vieleFreimüthigkeit, selbst im Umgänge mit den Gro-ßen. Von tadelloser Rechtschaffenheit, hielt erwenig auf Gewinn, und hinterließ daher auchseincn vier minderjährigen Kindern ein sehr mit-telmäßiges Vermögen. Sein, nach langen Lei-den, wie man glaubt an der Lungcnsucht, erfolg-ter frühzeitiger Tod wurde allgemein bedauert,und seine Leiche, von der Akademie St. Lucassowohl, als von der Französischen, und derjeni-gen der Akadier begleitet, in St. Andrea alleFrate beygesetzt". Etwas seltsam scheint es dannfreylich, daß weder bey Frorrllo noch bey Wa-reler eine eigentliche Charakteristik des Kunstwerthesdieses im Leben vielleicht über die Gebichr geprie-senen Mannes anzutreffen ist, der wahrscheinlichin Rom nur deswegen so großes Aufsehen machte,weil damals dort und überhaupt in Italien sichin der That keinerley Kunstlicht befand, dasihm die Wage halten konnte. Auch sagt Huberbey Rost sehr gut von ihm: „Er genoß bey sei-nem Leben seines völligen Ruhms". Bey demeinzigen d'Argensville wird sein Kaiser Valens,noch oberflächlich genug, für den guten Farben.-ton, den zarten Pinsel, und (das Vörderste zuletzt),die schöne Ordonanz gepriesen, und au einerandern Stelle, bey Gelegenheit seiner Zeichnungenin schwarzer Kreide mit Weiß erhöhet, bemerkt:„Die Toccirung derselben sey geistreich und leicht,die Ordonnanz glücklich, und wohl verdaut (sic !);Leichtigkeit der Erfindung, Erhabenheil der Ge-danken und Correktheit gehen darin gepaart".Dann aber heißt es in der Schrift: Winkelsmann u. s. Jahrh. S- 247. eben auch von sei-nem Valens: „Es ist ein Werk ungefähr vondem Verdienst einer Arbeit des Carl Marattti;einige Massen der Gewänder sind vielleicht bessergeworfen, andre im Ton zarter abgewechselt, alsvon jenem zu erwarten wäre. Hingegen findetsich wohl im Ganzen nicht so viel Gemüthliches;auch würde Maratti die nackenden Theile einesdienenden Mannes, im Vordergrund, vermuthlichin bessern. Styl gezeichnet haben". In neuern
Als Receptionsbild, bey seiner Aufnahme in dieselbe.
»i!) Ohne Zweifel derselbe, welcher spärherhin bey der Versteigerung des Kabinets Boisset 6799. Livr. galt, und4 ^ 1" in die Höhe und 2< in die Breite halte. st- Le Lei-»»»» p. riA. Auf gleicher Versteigerung
wurden zwey kleine n" Zoll hohe und s" breite Bilder von ihm: Der Falke, und das verliebte Freudenmad,chen, na» la Fontaine, für no». Livr. losgeschlagen. St. Germain bemerkt dabev: »Die Seltenheit, ebensowohl als das Verdienst der Arbeiten von Soubleyras werden dieselben» immer in hohem Preis erhalten.''Vollends die ersten Gedanken seines Kaiser Valens sowohl als seines Gastmals beym Pharisäer in scizzirce»Handzeichnungen befanden sich »809. in dem Kunstnachlasse von I. A. Silvester zu Paris .
llandon Anmrl. XI. 29. bemerkt richtig und — lustig genug, daß sich vielleicht der Maler selbst in derPerson des Wunder wirkenden Heiligen möchte geirrt haben: