Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1788
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1783 Sueur.

* Streue (Vincenzle), derimLex. unter dem-Art. seines Vaters des Formschneider perers desAelresten erscheint, war der zweyte Sohn dessel-ben aus erster Ehe. Seinen Lehrer Papillonübertraf er besonders in der Kreuzschraffirung. Erarbeitete mit unerhörter Leichtigkeit, sowohl fürFranzösische Kunsthändler, als für's Ausland.Was er in seinen letzten i 520. Lebensjahren ge-fertigt hat, ist seines früher erlangten Rufes un-würdig. Drey Weiber machten ihn nach einanderunglücklich. Die letzte hatte ihn mit 1012000.Franken zugebrachten Mitteln zu locken gewußt.Nachdem er bereits eine Tochter mit ihr erzeugthatte, wurde sie eines Tags von einem andernMann angesprochen, mit dem sie wirklich früherverheyrathet war.Zum Glück" (heißt es beyFoneenai, etwas seltsam)ereignete sich's, daßdieser erste Ehemann um dieselbe Zeit eine Mord-that verübte, welche ihm die»Todesstrafe zuzog",u. s. f. Mit alledem hatte der Verdruß, den die-ser Handel unserm Künstler verursachte, und dermittlerweile erfolgte Verlust seiner Tochter seineGesundheit untergraben, und sein End (im hohenAlter jedoch!) beschleunigt.

(le), Bildhauer zu Paris um 1796.Von ihm ist das Basrelief in der Vorhalle desPantheons: Das Vaterland stellt den von ihrenKindern begleiteten Aelkern die den öffentlichen Un-terricht ertheilende Lehrerin vor. Späterhin sahman von ihm im Tribunatssaale die Bildsäule desDemosthencs, von welcher es bey Landon (^nnsl.XI. 19.) wo solche im Umrisse abgebildet ist, heißt,dieselbe sey sehr gut drappict, und drücke, mitBeybehaltung der Aehnlichkeit, die Tiefe und Ener-gie dieses Redners aus. Noch späther (i 8 o 3 .)stellte er das Modell einer für den Senatssaal be-stimmten Statäe aus, die den General Dugom-mier zum Gegenstand hatte, wie derselbe Befehlean der Spitze seiner Armee ertheilt. IVonu. cies

iVl«. Z07. Von ihm sind auch die Basre-liefs an Rousseau's Denkmal anfder Pappelninsel.

(le). Ein wenig bekannter Land-schaftsmaler (oder Zeichner?), der geraume Zeitin Paris lebte, und dort auf mehrern Salons ge-schätzte Arbeit ausgestellt hatte, dann aber nachHamburg gieng, wo er in 1802. oder 3 . samt sei-ner Gattin bey einem Brande auf die unglücklichsteWeise sein Leben verlor. In Landon's: llsy-saZes etc. I. HZ. findet sich eines seiner Bilderbeschrieben und im Umrisse nachgebildet, welcheseine italienische Landschaft, mit edeln Bauten (imHintergründe das Meer, im Vorgrund eine trau-ernde Frauensperson bey einem Grabmonumente)darstellt. S- auch' oben den Art. Ludwig leSueur am Schlüsse. Wahrscheinlich nach ihmsind vier kleine Landschaften aus der Gegend vonParis , ebenfalls von einem le Sueur gestochen,die der Katalog von Joubert und Bance (1806.)anführt, deren jede 1. L. kostete.

So nennt auch der Almanachsieg llesux - Hrts 180Z. einen damals zu Paris lebenden historischen Theater-Decorations Maler.

Und eben so Landon (8alon1808. 2.) 119. einen Künstler, der unter der Nub-rick der Maler von Blumen u. a. naturhistorischenGegenständen erscheint, und auf gedachtem Salonvon seiner Arbeit ausgestellt hatte. Ob er etwamit dem vorgenannten Reisegefährten Baudjn's«ach Ncuholland Eine Person seyn möch.e?

So nennt der Katalog vonIoubere und Bance (1806.) einen Künstler, dervier Landschaften aus der Gegend um Paris , nacheinem andern le Sueur (wohl nach dem obengenannten, der nach Hamburg gieng) gestochenhabe, wovon jedes Blatt 1. Fr. kostete. Wohlaber ist hinwieder der unsrige kein Anderer, alsder ebenfalls oben angeführte Ludwig le Sueur.

ein Baumeister zu Paris , s.

Lluirot in künftigen Zusätzen.

S u h r.

Sueur (le), s. auch Sieur.

* Sugger oder Suger , Abt von St.Denis im XII. Jahrhundert. Schon unter Lud­ wig VI. (nicht Carl VI. wie das Lex. sagt) demDicken genannt, hatte derselbe sich einen bedeu-tenden Einfluß auf den Gang der Scaatsgeschäfteerworben. Unter Ludwig VII . dann widerstandsein nüchkerer Sinn vergebens dem St. Ber-nard, auf dessen Betrieb jener König seinen Kreuz-zug unternahm. Unter der Regierung dieses Mo-narchen, oder vielmehr unter Suger's Ministe-rium , blüheten die Künste in Frankreich merklichempor. In einer Handschrift über die Disciplinder Mönche erzählt er uns selbst, daß er sich nichtnur bemüht, Fenster und Glasflüsse aus sehr koiiba-ren Substanzen mit den Farben der Saphire, Ame-thyste u. s. f. verfertigen zu lassen, sondern auch,daß er aus den entferntesten Gegenden erfahreueMeister zu sich berufen habe, um Glasscheibenmit Malereyen zu zieren; diejenigen zu St. Denishatten die Thaten Carls des Großen zum Ge-genstand. Um ein großes Crucifix zu verfertigen,ließ er sieben Goldschmiede aus Lothringen kom-men. Die von ihm erbaute Kirche zu St. Denishatte 55 !? in die Länge, und das mittlere Schiffderselben Zg' in die Breite wohl ein närri-sches Ebenmaaß! Das Gewolb ist überall vongleicher Hohe, von dem dünnsten Säulenwerk undden zartesten Risaliten (coräoui) unterstützt. DieBeleuchtung kömmt von drey Reihen Lichternübereinander, von welchen die größten 5 o' Höhehaben, aber enge sind, und je eines 5 ^ von demandern absteht. Der seltsame Dallaway I. iZ14.will jenes gleich seltsame Ebenmaaß des Schiffeszum Theil in Schutz nehme». Die Schrift vonSugger führt nach der Note von Millin ib. denTitel: etc. Ubellus cle consecrsticms

ecclesiae a se aeclisteatss et translstions cor-xorurir 8anctc>rum Dionysii et 8c>ciorum ejus,und findet sich auch nachgedruckt in Felibien'sDistslre äs I'-^öbsys äs 8t. Denis. 9 '. I.Ebenfalls Millin (l. c.) behauptet, baß Suggerseine ungeheure Baute in drey Jahren und dreyMonathen ausgeführt habe. Seinen Styl nenntder Almanach a. Rom 1811. (Künstl. Kalender,25 . Jan.)den vollkommnen sogenannten Gothi-schen." Fiorillo III. 19. -',0. 49 5 i. hauptsäch-lich nach: äs ^üminislrat. sua ap. /)u-

cüesne, 1 *. IV. p. 341 09. ^/ont/ancon No-numens üe la klonarchie kran^aiss 9 ). I. 9 ?ab.Dab. XIV XV. Donü/et Anticzuites etc. äsl'-^bbays äe 8t. Denis. Paris 1626. Y. 24 ä. 46 «47. /DrüH. terr. I. 126.

S»hr (Christoph), ein um 1809. noch zuHamburg lebender Professor der Zeichenkunst,Geschieht-und Bildnißmaler, geb. daselbst 1771.bildete in Salzdahlen und verschiedene Jahre inRom sein Talent, besonders im Bildnißmalen aus.Mehrere seiner der Berliner-Akademie dargestellteWerke aus Rom erwarben ihm den Titel einesProfessors derselben. In 1801 3 . (a. b. von17961807.) gab er eine Folge von 57. mit Far-ben ausgemalten Blättern in kl. Fol.: Hambur-gische Gebrauche und Rleiderrrachren (auchvon den um Hamburg gelegenen Gegenden), vonwelchen es in der Jen. L. Z. 1807. N°. 209.bey Gelegenheit der Beurtheilung einer ähnlichen:Gallerte der Vlarionaltrachren der freyenReichsstadt Hamburg 8°. Lüneb. 806. von ei-nem Ungenannten, heißt, daß jene von G«brweit besser als diese neuern, und eben so auchbesser als eine dritte frühere in größern Blattern,welche ebenfalls kolorirt zu Paris erschienen, ge-rathen wäre. Noch an einem andern Ort wer-den dieselben für richtige Zeichnung, angemesseneStellungen, sprechenden Ausdruck (da mehrerenach wirklichen Individuen abgebildet sind) undnette Colorirung ebenfalls sehr gerühmt. Ebenso sein in 18067. erschienener: Ausruf in Ham­ burg (in zehn Heft. 120. colorirte Bl. in Oct.)welcher letzter noch überdies mit einem wohjgera-