Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1793
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S u st e r.

S- gestochen, so kenne ich deren mehrere; wobeyich überhaupt bemerke, daß sein Werk nicht un-interessant anzusehen ist, und daß er auf denmeisten der folgenden Blatter als Maler undArchitekt des Herzogs von Bayern ^ angegebenwird. Zuförderst radirte er eigenhändig die Sen,düng des H. Geistes in 4 °. ohne besondern Reitz;dies Blatt ist ohne weiters bezeichnet:

Nach ihm dann von Johann Sadeler: Die Jung-frau Maria beym Nähen lesend kl. Fol. (schonoben angeführt); Maria das Kind auf dem Schooßehaltend. geflügelte Kinder bringen Früchte, Vo-gel und ein Lamm herbey, Joseph arbeitet vonEngeln unterstützt in seinem Metier qu. Fol. (dasschon genannte Blatt); Christus erscheint der Mag-dalena 4°.; Christus am Kreuz, daneben das alteund neue Testament (ohne Güsters Namen) Fol.;die büßende Magdalena beym Scheine der Lampe in einer Hohle betend, schon genannt, (mit SadelersMonogramme) groß 4°.; ein Herr und eine Dame diesich die Hand gereicht haben, Amor gießt — Wasserdarauf, qu.Fol (wohljenes emblematische Blatt vonder Ehe); Herkules, zwischen Tugend u. Laster wäh-lend, gr. Fol. (oben als Raph. Sadelers Arbeitgenannt); weiter: Die Verkündigung Mariä, lug.8 sä«ler excust. gr. 4 °- > Christus betend am Oehl-berge l.. X. k. (Lucas Kilian) I). 0 u 8 tc>ä. ex.

4°. oben rund; die Kreutzkragung Christi,artig komponirt, vonD- Custodis in oval qu.Fol.gestochen; das Leiden Christi, mittelst kleiner Dar-stellungen in Form eines Kreuzes zusammengesetzt,von Salmon Müller (dieser Kupferstecher ver-muthlich ein Schüler des Joh. Sadeler, fehltbis jetzt noch in unserm Lex.) zu München i 4 g 3 .für eignen Verlag fein und gut in kl Fol. gesto-chen; eine Suite von etlichen 20. Bl. mittelmä-ßig gestochen und betitelt: ImaAinss 8anctorum^UZustsiiorurn Vinllslicorum bereis TabellisDxpre 85 se. />r'eike»ncr«8 8'«§t»'rL et TVro-nu- /I-an-»e»' üelineaver. N. VLXX. Au^. Vinsielivor.kl. Fol. Auf meinem unvollständigen Exemplareersehe ich keinen Stecher, es soll aber einer derSadelers seyn. Anderwärts wird noch angeführt:Engel in Wolken, welche die Passions-Jnstrumentetragen, von de Gheyn, Fol.; eine H. Familie, wodie Maria einen Vogel auf der Hand hält: 8alm.Müller exe. kl. Fol.; Susanns im Bade, unddie Ausmessung des H. Geistes (schon oben ge-nannt), beydes in qu. 4 ". ohne Namen desStechers.

* Güster (L.). iNach einem solchen (ohneZweifel keinem Andern, als dem Lamberr Güster,der im Lex. unter dem Art. seines Sohns Frie-derich erscheint) hat Henriquez, nach BoreisZeichnung, für das Galleriewerk des Palais Royeleinen Proserpinen - Raub gestochen.

* Sustermans (Justus). Zu Florenz setzte

er steh zur Zeit Cosmus II. und bediente den dor-tigen Hof bis an die Regierung Cosmus III.Auch an andern welschen und deutschen Höfenwurde die Arbeit dieses Künstlers sehr gesucht,dessen Bildnisse zumal kaum van Dyks seinen wei-chen durften. Auch hielt ihn dieser in großen Eh-ren, übersandte ihm sein Bildniß, und bat ihnum das seinige. Eben so schenkte ihm Rubenseines seines Geschichtsbilder, und achtete ihn füreine wahre Zierde seines Vaterlands. Die damalslebenden Fürsten des Hauses Medicis stellte er aufverschiedene Weisen vor; besonders aber verfertigteer bey Anlaß der Thronbesteigung des jungen Fer-dinand II. (». K. Cosmus II.) ein großes wun-derschönes Gemald, das die Feyer der Eydleistunggegen demselben in lauter kenntlichen Bildnissen(darunter auch sein eigenes) enthält, und sich nochjetzt in der Großherzoglichen Gallerte befindet.Mogalli hat solches auf drey großen Blätterngestochen. Dieser Künstler besaß eine

Feinheit und Grazie des Pinsels, die seine vater-ländische Schule in Erstaunen setzte, und zugleichdas ihm eigenthümliche, jeden Kopf, ohne Nach-theil der Aehnlichkeit zu verschönern, hanplsäch-

Sulermann. 179z

lich aber das Charakteristische seiner Personen inStellung und Sitte so zu beobachten, daß mandie Köpfe bedecken, und schon aus den Händenu. s. f> den Gegenstand erkennen konnte. Ta-rsi(L6. terr I 266—67.) In Deutschland besitztvon ihm, unsers Wissens, die einzige Kais. Gal-lerte zu Wien das Bildniß der Erzherzogin Clau-dia, Tochter Ferdinand I. von Medicis , und Ge-mahlin Leopold V. Erzherzogs von Oestreich undGrafen von Tyrol, an einem Tische sitzend, aufwelchem ein Schooßhund ruht; ein lebensgroßesKniestück. Dann 180g. noch das Kabinet des H.Hof-und Landgericht-Assessors Schmidt zu Del:Philippus, der den Verschnittenen tauft, fleißigund schön colorirt. S. dessen Baralog, N". 921.Gestochen haben nach ihm: M. Francia sein Bild-niß in der Gallerte zu Florenz ; C. Mogalli das-jenige des genannten Großherzogs Ferdinand II. mit seinen Schutzheiligen, (ob ein anderes alsdas schon genannte große Bild?) und Catharinevon Cornaro, iekte Königin von Cypern, wie siediese Insel an Venedig schenkt; I. Morin dasBildniß Heinrichs von Lothringen Herzogs vonGuise; F. Spierre wieder Ferdinand II . A- Clouetden Cardinal Leopold Medices (dies mit der feh-lerhaften Unterschrift Serrermanni für Suster-mane, und endlich wieder Mogalli (dies nun, wieschon gesagt, sicher jenes sein Hauptwerk vomEydschwur des Senats zu Florenz , in drey Blät-tern). L»a»cier. Ikk-c.

Guter (Johann Georg), ein Kupferstechervon Arbon , K. Thurgau's in der Schweiß, lerntebey Preißler in Nürnberg , brachte es aber in derKunst nicht weit, und st. 1800. in hohem Alter.Von ihm kennt man z. B. dieBildnisse der BischöfeCasimir, Anton und Franz Conrad von Constanz.

* Surermann (Lambert), genannt Lom-bard, blühete um i 44 o. und st um 1660. DenStreit, ob er mit Lamberr Suavlus Eine Per-son sey s. oben, unter dem Art. dieses letztemangeführt, aber nicht erörtert. Wie dem nunimmer seyn mag, sagt uns Füßli IV. 33 — 54 .von Lamberr Surermann dem Maler, Lom-bard genannt: „Unter allen niederländischen Ma-lern, die in Italien studierten, hat, nach meinemBedünken, keiner den Geist der Römischen Schuleso ganz und so unverändert, auch nach der Rückkehrin das Vaterland beybehalten, wie Lombard, undkeiner hat, wie er, seine Gegenstände so tief, undmit so viel Scharfsinn durchgedacht. Er setztedie sogenannte malerische Komposition deren haupt-sächlicher Zweck bey seinen Landsleuten auf rascheWirkung für das Auge gieng, der historisch be-deutenden ungekünstelten und unanmaaßenden An-ordnung nach; und da seine Vorstellungen daherwenig Auffallendes und schnell Anziehendes an sichhaben, so ist sein Ruhm bey den Niederländernseinen Verdiensten nicht gleich geworden. Unge-achtet nur mittelmäßige und zum Theil sehr schwa-che Kupferstecher nach ihm gestochen haben, sofindet man dennoch in den meisten Blättern, dienach ihm herausgekommen sind, erhabene undfeine Gedanken, keine niederländische, sondernrömische Menschenformen, stark und zweckmäßigcharakterisiere Köpfe, ungezwungene Wendungen,geschmackvolle Drapperien, nebst einem wahrenniemals im Zweifel lassenden, aber immer gemäs-sigten gemüthlichen Ausdrucke. Wenn Pontius,Bolswert und Vorstermann nach diesem vortref-lichen Manne gestochen hätten, so könnte auchseine Stärke in Anwendung des Lichts und Hell-dunkels bestimmt werden". Alsdann führt er (I.c. 34—47 ) neun Blätter nach ihm an, die er fürComposition, Ausdruck u. s. f. vortreflich nennt.Diese sind: Moses schlägt Wasser aus dem Fel-sen, von H. Collaert; Esther vor dem KönigeAhasverus , von einem Ungenannten i 543 . (beydehart und ohne Haltung); Christus predigt demVolke, nach Lucä VIII. von Karolus (wohl Ca-raglio oder Carl van Mander): die AuferweckungLazari und die Fußwaschung, beyde wieder von