Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
1803
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Taeubirer.

Taeubner (Thomas) s. oben 7 lbrah. Riefle.So lautet die Nachricht in einer unsrer Notizzen,wo wir aber diesen Taeubner nicht finden können.

Taeu scher (Johann Gottfried ) wurde 1770.zum Baukontrolleur bey dem herrschaftlichen Bau-wesen zu Weimar bestallt, bekleidete aber schon177b. diesen Posten nicht mehr. ^c.

* Tafi oder Taffr (Andreas). Baldinucci nennt ihn wohl irrig Schüler von Cimabue , der27. Jahre jünger war. Fiortllo l. 25 g. Hinwie-der spricht letzterer (l.'c. 2^1) wohl durch Druck-fehler , von dessen Atbeiten schon um 121a (Taffi'sGeburtsjahr). Seine Blüthezeit dürft: in 1270.zu setzen seyn. 'Ignatz Hugford entdeckte vondiesem Mvsaikarbeiter ein Gemälde, das sich inder Etruria pitkrice N°. IV. nachgebildet be-findet. Uebrigens nennt Lanzi (Lcl. ter^. I. 26.)nach vasari, die ersten Musivischen Werke unsersKünstlers, eben so wie diejenigen seines LehrersAppollonius, ohne Zeichnung und ohne Kunstgefertigt; dann aber wurden sie durch Uebuugallmählig besser, oder doch minder schlimm. Auchbemerkt die Schrift: W-nkelmann u. s. Jahrh.G. 2b l., wo er die Verdienste der Mosaik aufihren wahren Werth herabsetzt: Selbst die ewigeDauer derselben leide Einschränkung; und dieArbeiten eines Turrita, und eben unsers Tastnz. B. hatten schon langst der Ausbesserung bedurft.Eine Stelle im Tüb. sorgend!. 1808. S. 806.nennt ihn, nach einer Französischen Quelle, denersten, der in Toskana die aus Griechenland her-rührende Gewohnheit einführte > die sogenanntenEassoni oder Kästchen zu bemalen, in welche manHochzeitgeschenke für junge Eheleure legte.

* (Anton), des Andreas Sohn oder

Bruder, der im Lex. unter dem Art. dieses letz-ter» erscheint. Seine Blükhezcit wird in iZou.gesetzt. Auch von seiner Arbeit soll sich noch Ver-schiedenes in Klöstern und Kirchen zu Floren;befinden, ^lmau. s. Rom 1811. 2. 8eyt.

Tag (Albrecht), s. unten Bernhard N)eiii-garrner.

Taglang (Jacob) von Augsburg , Iwurde1291. als Münzmeister von Pfalz-Zweybrücke» an-genommen. Hirsch deutsch. Munzarch. VII.282. Obwohl er diese Bestallung nachgehendsaufgab, so wurde er jedoch i 6 c> 5 ., und zwarwie es scheint bis 1611. nochmals in gedachtenDiensten angestellt.

(Johann Heinrich), vielleicht einSohn von Jacob; er war Münzmeister des Her-zogs von Zweybrücken von 1621. bis 162Z. Von

" neuem trat er in solche Stelle 1626. (Diese Jahrs-zab! scheint jedoch nicht richtig zu seyn, da un-sere unten angezogene Quelle, Th. II. S- 66. eineMünze von 1625. schon mit seinem Namenszugeangiebt). Er hatte eine Tochter des Münzmeirsters I. p. May (von ihm künftig) zur Frau.Exrer's pfälzische Münzen II. 57.

Tagliafichi oder Tagliafico (Andreas),heißt schon 1770. ein geschickter Baumeister zuGenua , der, neben Anderm, an dem dortigenBallaste Durazzo gearbeitet habe, und um 1779.(3. k. wohl irrig, i 8 nb.) als korrespondircndesMitglied der Königl. Akademie der Architektur zuParis genannt wird.

(And), wahrscheinlich des obigenSohn, ebenfalls Baumeister, und, wie wir glau-ben , auch Lehrer seiner Kunst zu Genua , ward1802. zum correspondirenden Mikgliede der Archi-tektur-Klasse des Nationalinstitukes zu Paris er-nannt» welchem er in 1807. seinen Entwurf einesWerks über die vornehmsten Gebäude von Genua vorlegte, die er selbst gezeichnet und gemessenhatte.

Taglia sacht (Joh. Vaptista), nicht Tagü'a-schl, wie er irgendwo heißt, gebürtig von Borgo

Taillasson. igQA

St. Donnino, Schüler von Joseph da! Sole,ein Maler der ganz für's Graziöse geschaffen war,und sich daher Correggio , Parmegianino und Guido,zu Mustern wählte. Noch lieber hatte er auch nachRaphaci studirt; aber seine Eltern wollten, dieReise nach Rom nicht gestatten. Er lebte undarbeitete Vieles zu Piacenza , in dessen Domeman von ihm eine H. Familie sieht, worinn dieidcalischcn Köpfe nach dem Römischen Style zie-len , so wie hinwieder sein Cvlvrit lombardisch ist.Kurz ein Künstler, der, wenn wir uns nicht irren,mehr Verdienst als Glück hatte. Gestochen nachihm hat Orfelini ein Folioblatt, welches St.Aloysius vor der H. Jungfrau vorstellt.

Taglienee (Johann Anton) ein Schreibe-meister zu Venedig , wo er r 5 § 5 . eine Anweisungzum Schreiben auf 28 Blattern, wovon 22 ganzin Holz geschnitten sind (von wem?) herausgab.Breirkopfs Gesch. der Schreibekunst,herausgeg. von Roch S. 56 . Gedachtes Werkist betitelt: Ro presente libro NISSANS ls Veraarte llc lo excellente activere cie älverasvarls sorti lli lettere Is guali etc. H?.

Tagliolini oder Taglioni (Philipp) Di-rektor der Modellirer bey der Königl. Neapolita-nischen Porzellainfabrik 1797. s 7Vo-

t/L/ario stelln Ooite 1797. IVapoli 16^. NachGernintt, bey dem er, wo wir uns recht erin-nern, Tagiioni heißt, wird bemerkt, daß erselbst, um erwähnte Zeit, schöne Arbeiten in grie-chischem Kunstgeschmacke (?) geliefert habe.

Talg (Bastian). En solcher faßte und maltegemeinschaftlich mit Isfse Herlein den Hochaltarder Hcrrgottskirche zu zssordlingen, und H-jq.die alte Orgel daselbst. J'iorillo, Gesch. d.Zeichn. Rünste /. Deutsch !. I. 55 Z.

Taillard ( ), ein Bildhauer zu Paris ,

dessen gelegentlich um 1780. gedacht wird. BuschHandb. d. Erfind. VI. 5 v 5 .

Taillasson (Johann Joseph), geb. zu Bor­ deaux 17/jk). eines dortigen Kaufmanns Sohn.Zu diesem Berufe hatte er keine Lust, eben sowenig für diejenigen eines Geistlichen oder Rechts-gelchrten, sondern schrieb an alle Mauern mitgroßen Buchstaben:Ich will Maler werden odersterben. Das schwör'ich bey Raphacl"! Freunde,und das Studium der Kunstgeschichte bestärktensein Vorhaben. Seine Beharrlichkeit überwandendlich znm Theil den Widerspruch seiner Eltern.In -76). ging er mit seinem Vertrauten, Lacour,nach Paris , und beyde kamen in Viens Schule,wo er anfangs viele Schwierigkeiten zu bekäm-pfen hatte, welche besonders seine äußerst zarteGesundheit seinem Eifer entgegenstellte. Der Ver-such einer Preisbewerbung mißlang ihm; dennochtrat er (jetzt mit Unterstützung der Seinigen) dieWanderschaft nach Italien an. Dort verlebte ervier Jahre, unter fleißigem Studium nach denAntiken seines verehrten Raphacls und Domeni-chino. Bey seiner Rückkehr nach Paris gelangihm, durch verdoppelte Anstrengung, die Auf-nahme in die Akademie; der Gegenstand seinesReccptionsbildes war die Geburt Ludwig Xill.Den ersten Preiß erhielt er zwey Jahre spätermit einem Herkules, der dem Philoktet den Pfeilaus der Wunde zieht. Von nun an zeichnetensich alle seine Werke, vörderst durch die Wahlseiner Gegenstände aus. Ueberall erkennt mansein empfindsames Gemüth; dann die glücklichenAnlagen, welche ihm die Natur für den maleri-schen Ausdruck ertheilt hatte. So in seinem Dir-gil, wie er dem August die Stelle aus der Ae-neide vom Tode des Marcellus vorliest (zugleichdurch die treffliche Anordnung bemerkbar). Soin einer Szene aus dem fünften Akt von Cor-neille's Rodogune in seiner Olympias, der A^thder zum Morde bestellten Soldaten gegenüber;in einem Hero und Leander ; in seiner über Hck-tors Grab weinenden Andromache ; in Senekas

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