Tavernier.
Landschaftsmaler aus der letzten Hälfte des ge-meldten Jahrhunderts. Der Graf Harcourt undMr. Fr. Fauquier hatten Bilder von ihm, wel-che im Geschmacke von C. Poussin ausgeführtwaren, und selbst aufmerksame Kenner tauschenkonnten. Anderes, was der berühmte JamesSkuart besaß, ist nach dessen Tode zerstreut wor-den. Taverner schrieb auch sechs Lustspiele; obsolche aufgeführt worden, ist unbekannt. Frorrillo V. 5 /o. Gestochen nach ihm haben Th.Gaugain: Diana und ihre Nymphen, in gefärb-ter Aqua tinta (1780.); dann Joh. Peltro (1778.)bey Boydell: Den Morgen und den Abend, undLerpiniere: Die arkadischen Hirten, in punctirterManier, Alles mehr und minder schöne Blätterin quer Fol.
* Tavernier (Franz), geb. und gest. zuParis 66 I. alt. Nach ihm hat Tardieu ein Octav-blatt: Reue des H. Petrus, gestochen. Gaulede St. Germain zahlt ihn übrigens unter die-zenigen Französischen Künstler, welche auf den Ge-schmack ihres Zeitalters keinerley starkem Einflußhakten.
* — — -(Gabriel) , ekn^ Kupferstecher ,
vielleicht auch bloß Kupferstichhändler, von Ant,werpen; denn Arbeiten von ihm werden, nament-lich, nirgends angeführt. Von ihm sagte seinnachfolgender Sohn Melchior (dieses nun vol-lends ganz irrig), daß derselbe der erste war, derdie Kupferstecherkunst (1676.) nach Paris gebrachthabe. Kaum dürfte solches von dem Landkarten-stechen richtig seyn. /fenrecLs Iclee Generale i 63 .Bloß nach demselben Rost VII. 7. ßi.
* — — (Johann Baptist), dessen im Lex.
schwankend unter dem Art. Melchior Tavernier gedacht wird, zuverläßig Sohnssohn des obigenGabriel und somit Sohn des folgenden Mel-chior, geb. zu Paris 1600. Derselbe ist durchseine großen Reifen bekannt, die er in 2 TheilenFranzösisch beschrieben hak (eine deutsche Ueber-setzung davon erschien zu Nürnberg ), und zu denenihm die Beschäftigungen seines Vaters (mit demLandkarten-Verkauf) Lust gemacht hatten. Erwar von diesem in der Zeichenkunst unterwiesenworden, und theilte ihm alles das von seinen Rei-sen mit, was ihn bey seinen geographischen Ar-beiten intereßiren konnte. Johann Baptist führte«inen Edelgesteinhandel in Persien so vortheilhaft,daß er die freye Herrschaft Aubonne in der Schweiz erkaufen konnte. Allein Anverwandte, Freundeund Feinde, betrogen ihn dergestalt, daß dieselbe1637. wieder verkauft werden mußte, und er, zurVerbesserung seiner Vermögensumstände, seine sie-bente große Reise antrat, auf der er aber nur bisMoskau kam, wo er 168g. starb. Sein Bildnißhat Johann Hainzelmann 1679. in 4 " und I. C.Böcklin 1681. gestochen.
* — — (Melchior), des obigen Gabriels
Sohn, geb. zu Antwerpen um i 56 o. nicht zu Poi-tiers 169/,. wie es bey Basan (L6. sec.) u. a.ganz unrichtig heißt. "Derselbe" (heißt es beyRost VII. 61 — 62.) "war einer der mittelmäßig-sten Kupferstecher, sogar für sein Zeitalter, woes in Frankreich schon weit beßere Meister gab".Von ihm kennt man einige kleine Bildniße, wiez. B- des Herzoge von Alen<;on, mit Lorbeerenbekränzt. Dann auch ein Blatt: St. Peter mitden Schlüßeln, ohne weitem Namen als den (ei-nigen; hauptsächlich aber eine Menge Blätter, dieZeitgeschichte, zumal Kriegsvorfalle, betreffend(wahrscheinlich für damals erschienene historischeWerke), wovon ein Verzeichnis; meines sel. Va-ters ausführliche Kunde giebt. Unter denselbennennen wir hier nur: die Statue Heinrich IV. zu Pferde, mit der Jnnschrift:
nie»' ä Paris» t-ravsur st Imprimour cln Idol,pour les talliss-äouces, ösmsnraut I'Islo änpulsis» sur lo Ouaz? cle l'ssy^ ö'or 1627. gr.Fol. Dann 5 ? Bl. welche die in 1633'. gefchaffe-
Taverriier. rgig
ntti H. Geists - Ritter darstellen. Alle seine unsbekannten Arbeiten sind von 1612—40. datirt,und tragen meist bloß seinen Namen. Was er,dem Lex. zufolge, nach D. Rabe! gestochen, ist auchuns unbekannt. Nach St. Clairs Zeichnung fin,den Wir irgendwo: klau äes Isles sie 8t. Itlar-xueritlie el äs 8t. Honorat genannt. Noch führtMache von ihm verschiedene Blätter für des P.Girard's keintures sacrees äe la LIdle L'ol.karis 656 . an, welche, wie es scheint, erst nachseinem Tod erschienen waren. Einen Theil seinerWerke bezeichnete er mit KI. 7 '. (Wie wir diesenArt. enden, erhalten wir von einem unserer Freun-de noch ff. reichhaltige Nachlese, welche Vieles desObigen berichtigt, und, gleich zu Anfang, vondem Künstlerwerth unsers Tavernier ein wohlallzugünstiges Urtheil fällt. Dieselbe lautet, wiefolgt):
"Derselbe wurde feiner Zeit in ganz Frankreich als ein großer Kupferstecher, geübter Geographund kluger Mathematiker hoch verehrt. Der be-rühmte Mathematiker I. B. Morinus war seingrößter Freund, so wie überhaupt die gelehrtestendamals lebenden Männer ihm zugethan waren.Seine erste Bildung erhielt er in der Geburts-stadt Antwerpen , durch den allbekannten Geogra-phen Ortelius . Allein die politischen Verände-rungen, die bald sein Vaterland in einen elendenZustand versetzten, nöthigten ihn bey jungen Jah-ren sich nach Paris zu begeben, wo ihm 1606.sein oben genannter Sohn Joh. Baptist geb.und wo er 1618. zum Kupferstecher und Kupfer-drucker des Königlichen Hauses ernannt wurde.Er trieb dabey einen Handel mit Kupferstichen,Landkarten und Büchern. Melchiors vorzüg-lichstes Augenmerk waren aber die Landkarten undGrundrisse, die er sich besonders bestrebte richtigzu zeichnen und gut zu stechen. Seine Lieblings-gegenstände waren Frankreich , England , die Nie derlande und Italien ; sämmtlich Länder, welcheer aufmerksam bereiset hatte. An seinem Hausezu Paris ließ er, zu dessen Bezeichnung, eineSphäre von Messing befestigen; und bediente sichauch öfters auf seinen Verlagswerken dieser Figur(und der Worte suk si^no 8pkwrw), wie der-gleichen Bezeichnungen, vorzüglich ehemals, beyden Buchhändlern und Buchdruckern sehr in Modewaren. Ludwig Xlll. welcher unter allen Köni-gen Frankreichs am meisten Kenntniß von derMathematik besaß, schätzte und munterte ihn nichtallein auf, sondern bezalte ihm auch seine Arbei-ten kiniglich. Anfänglich fertigte Melchior Kar-ten im gewöhnlichen Format aus; nachgehendsaber bediente er sich eines bis dahin in dieser Artnoch nie ersehenen großen Formats bis zu 3 El-len Länge und 5 Ellen Breite. Proben davon sindsein altes und neues Rom , die Stadt Venedig ,London , Paris , Orleans , Spanien 16Z8., Frank reich i 638 . (vermehrt in gleicher Größe von Nick.Sanson i 643 .), Teutschland (dieses ist wohl seinefehlerhafteste Karte) 16Z8., England i 638 ., Ita lien rc. Diese großen Risse und Karten sind jetztsehr selten aufzufinden. Noch in seinem Alterzeichnete er, dem Kardinal Richelieu zu Ehren,die Belagerung von Rochelle. Er st. zu Paris 1641. im 97. Jahre seines thätigen Lebens; undnoch in seinem Sterbejahr hatte er eine Kartevon England verbessert. Melchiors Zeichnungenbrachte der berühmte Nicol. Sanson an sich, derzu unsers Taverniers Lebzeiten ihm nicht gleich-geachtet worden war. S. Gregori's EurieuseGedanken von Land-Tbarren. Franks, u. Lechz.171 3 . 8° u. a. m. Noch kennen wir von ihm artigin klein 40 radirt das Bildniß des Pastors Franzde Loberan de Montigny (obüt 161g)."
Tavernier de Jungn, er (N.) Soheißt im Katalog von Paignon-Dijonval einFranzösischer Künstler, Schüler von le Prince,von welchem gedachter Kunstliebhaber zwey mitder Feder gezeichnete, und in Aquarell ausgemalteAz^jzzzzzz 2