r8«o Taugerlß.
Landschaftlich« Handzeichnungen besaß; ivahrschekittHch der nämliche, welcher anderwärts, ohne wei-sem Bey - oder Taufnamen, ein in 1742. zu Pa-ris geborner Französischer Kunsidilettante heißt,welcher mehrere Zeichnungen von Robert undFragonard sehr gut copirt, und verschiedene Blät-ter nach diesen beyden Künstlern geätzt habe.
Tauger,'tz oder Taucheitz (Christoph),wurde i 65 o. zum General - Münzwardein desSchwäbischen Kreises ernannt. Er gab , 665 .diese seine Stelle wieder auf. Hirsch teutsch.LNünzarchtv IV. 020. 35 Z.
Tavira (Don Juan Caro de), ein trefflicherSpanischer Maler unter der Regierung Philipp IV. geb. zu Carmona, bildete sich in der Schuledes Franc. Zurbaro. Seine Arbeiten gehöre» zuDen größten Seltenheiten. Von gedachtem Mo-narchen wurde er seiner Talente wegen so sehr ge-achtet, daß ihn derselbe zum Ritter von St. Iagoschuf. Fiorillo IV. 269.
Taunay oder Tauney (Niclaus, auch Ric-inus Anton), der im ^lmansck cle Leaux-^rcsvon, I. XI'. zuerst unter der Rubrik der Schlach-ten-und ländlicher Scenen - Maler erscheint, unddamals zum Mitgliede der vierten Klasse (der schö-nen Künste) erster Sektion (der Malerey) desNational-Instituts erkiest wurde; auch um die-selbe Zeit unter den Kommittirten zu Wiederher-stellung der aus Folignc erbeuteten Vierge au Do-nataire von Raphael begriffen war. Dieser Künst-ler, geb. um 17hg. ein Zögling von Casanova,wurde in neuern Tagen zu den bessern FranzösischenGeschi'chtsmalern gezählt, welcher zahlreiche Bil-der ausgeführt habe, die sich fast sämtlich auf dieThaten des Kaisers Napoleon beziehen. »Dievorzüglichsten" (heißt es bey ^lorillo III. 527 —2ä.) »sind: Der Uebergang über die Alpen ; wieder Kaiser Gefangene auf dem Schlachtfeld em-pfängt*); der Angriff auf das Fort Bart; undDonaparte, schlafend aus offener Straße, vonden Soldaten betrachtet (letztres gemeinschaftlichmit Bidault). Dann: Geistliche, die einen inder Gegend ihres Klosters gefundenen Unglückli-chen in ihre Zelle bringen. Wieder allerley Bur-leskes (doch ohne Uebertreibung) im niederländi-schen Geschmack: Den Zahnausreißer; eine Car-nevalsscenc; dann Edleres: Den Eremiten, dasAeußere eines Militärhospitals, und ganz beson-ders die artige Anekdote von Heinrich I V. auf derJagd, wie ein Bauer ihm sagt: »Ich glaube,Ihr seyt der König, oder ich selbst", als es sichfand, daß sie beyde allein den Hut auf dem Kopfhatten; sehr glücklich vorgestellt; und zwar AlleDieses für den Salon von, I. Xlll. Xouv. <l.
IV. 19. Vorzügliches Aufsetzn scheint späetherhin unser Künstler wieder auf dem Pariser-Sa-lon von 1806. gemacht zu haben. Da lesen wirvon ihm in Notizzen von der damaligen Ausstel-lung: Meusel's Arch. II. (4.) 8 — 11. »Tau-nay gefällt ungemein durch den Geist, den er sei-nen Compositione» zu ertheilen weiß; und doch sindes, wenn man so sagen darf, meist nur niedlicheSkizzen großer historischer Gemälde. Hier zeigter uns den verschwenderischen Gobn, der dasväterliche Haus verläßt; weder die Vorstellungenseines Vaters, noch die Thränen seiner Schwe-stern, noch jene einer andern Person, die ihmvielleicht theuer war, können ihn zurückhalten; seinPferd und seine Sklaven sind bereit, er ist aufdem Punkt abzureisen. Die Gruppen sind gutvertheilt, die Figuren von sehr kleinem Maaßstabhaben Ausdruck, und die Gegend ist gut gewählt.Auch jenes Bild gefällt mir sehr, worinn Taunayeinen alten Einsiedler abgebildet hat, der einen
Taunay.
Haufen zuhörender Männer und Weiber wiederauf den Verlornen Weg des Heils zu führen sucht.Zn groben Zeug gekleidet, barfuß und mit ent-blößtem Haupte steht er auf einem Felsen, vondem herab er das Wort Gottes verkündigt; seinAeusseres hat etwas wildes, aber seine Wortefließen sanft und überredend; Soldaten, Han-delsleute, selbst junge Weiber hören den MannGottes mit Ehrfurcht an, und der Reisende ver-weilt, um an seinen Lehren Theil zu nehmen;weit von der Stadt, an einem ländlichen Ortehat der ehrwürdige Greis seinen Aufenthalt ge-wählt; hieher kömmt man, um Trost im Miß-geschicke zu suchen. Dieses Bildniß diente sehrgut als Gegenstück jener Vorstellung der großenRarthause von dem nämlichen Maler; einigeGeistliche leiten hier die Arbeiten und die Er-bauung dieser Freystätte der Buße; ein anderertritt eine weite Reise an, sein Oberer giebt ihmdas nöthige Reisegeld mit; zwey Karthauser drin-gen den Arbeitsleuten zu essen; andere, die nichtszu zerstreuen vermag, sind in Nachdenken verlo-ren, und verfolgen die dunkein Wege, die in de»Wald führen. Alle Figuren sind ganz mit dembeschäftigt, was sie thun; es herrscht etwasstrenges und schweigendes in diesem Gemälde,und wenn es sich belebte, so würde man nichtsvernehmen, als das Geräusch des Mauithiers,das den frommen Mönch von bannen tragen soll,oder das Knarren der Säge, welche die Fichtender Berge zu Brettern verschneidet. Dieses Bildthut eine sehr angenehme Wirkung; es hat vielLicht. Man wünschte, die Berge in der Fernewären weniger schroff, und die Fichten, so wiedie übrigen Bäume, womit sie bedeckt sind, we-niger praktisch; die Färbung ist besser als in denandern Gemälden Taunay's, der im Allgemeinenzu grau colorirt und und zu viel Weiß anwendet;inzwischen können in einer so schwierigen Kunst,wie die der Mahlerey ist, nicht alle Theile gleichglücken. Eine große Abwechslung von Costumesund Gruppen dann herrscht in dem Gemälde,worinn uns der nämliche Künstler Vafrin (nichtDasein) Tancreds Knappen, mitten im Heer derSarazenen zeigt, in dem Augenblick als ihn Her-minia erkennt. Die Composikion ist sehr schön;die ungeheuern, mit Thürmen besetzten Elephantengeben ihr einen eigenen Charakter; nur scheinensie etwas zu groß, und einige Pferde möchtenetwas zu plump seyn. Uebrigens gehört dieseComposikion mehr dem historischen, als dem Gak-tungs-Maler an; sie ist ein großes Tableau inMiniatur. Dieser Künstler stellt auch, wie be-kannt, groteske Scenen sehr glücklich dar. Nebenseinen, im ernstern Styl gedachten Gemälden,sieht man eine Rückkehr von der Hochzeit, diesehr munter ist: Der Neuverehlichte mit dem gro-ßen Blumenstrauß, die artige junge Frau iin kur-zen Rock, mit dem niedlichen Bei», von allen ihrenVerwandten bis zum siebenten und achten Grad um-geben, kommen tanzend, beym Schall einer, mit ihrerlärmenden Freude harmonirenden, Musik zurück; al-les lacht, alles hüpft, sogar bis auf die Hausgerathe;eine Art großen Schranks nicht ausgenommen, denman im Triumph trägt und der jeden Augenblickumzustürzen droht. Man sieht eigentlich nichtrecht, wie er emporgehalten wird; auch hat erdas Ansetzn, als wolle er die ganze arme Hoch-zeit erschlagen. Hoffen wir indessen, er werdeglücklich an Ort und Stelle gelangen"! Auchder sonst so strenge: ksuvanius krsn^sis p. 45Z.—55. spricht von den eben erwähnten in 1806.ausgestellten Arbeiten unsers Künstlers mit gro-ßer Achtung. »Dieselben" (heißt es dort) »tra,gen immer ein Gepräge, das nicht zu verkennenist. Ueberhaupt sind seine Gegenstände immer
*) Für dieses Bild erhielt er schon > 8 o>. den Aufmunterungspreis von 1500 Fr. und concurrirte kn dem nämli«llchen Jahr um denjenigen einer Darstellung der Schlacht bey Nazarerh. Idouv. <l. I. 16. 25.
Auf dem Salon eben dieses Jabrs wird von ihm ei» drittes, unter der allgemeinen Cbaraktensirung eines»Zugs von Muth" (ein Seeprospekt) für große Lebendigbeil (besu mouvement) gerübmt. > c. 11.
96. Dann noch drey andere, mit Figuren staffiere Landschaften: Das bevm Anblick einer schlafenden Bärinerschrockene Mädchen, das ausgerißene Pferd, und den unterbrochenen wandernden Musikanten, l. <- «»,