Tempesta.
im Campidoglio. Zwey gtoße Köpft, nach M.Augelo (der eine ist bezeichnet: Lanossis- ssami-Nss nobilissimo stlpiti ÄI. -z. kuonsrotus llelin.Der andere ist ein Frauenkopf). Die StatueHeinrich IV. zu Pferde (komse i 5 g 5 .). Endlichdie beyden Statuen Cosinus I. von Johann vonBologna, und Heinrich II. von Frankreich , beydei 8 " hoch und 14" breit; bey diesem letzter» bloßdas Pferd von Daniel von Volterra, der Königaber von Tempesta darauf gesetzt *). Bey Gan-dellim, wo überhaupt eine 10. S. lange, vor-züglich reiche Litteratur über unsern Künstler,freylich in der buntesten Unordnung, anzutreffenist, heißt es: Daß die von ihm selbst geetzten undgestochenen Blatter fich auf 1519. belaufen. Ueberhoo. andere dann haben nach ihm geliefert: B.van Anglus, C. Boel, C. Boer, H. Bruni,M- de Bye, Callot , Campion, L. Ciamberlano,C. Cungius, Car . David, S. Frisius, I. deGheyn, S. Gloner, I. F. Greuther, R. Guidi,P. I- Jode, M. Merian, P. Monaco, Th. Mo-neta, I. G. Nivolstella, L. Norsino, Pagani,Egb. van Panderen, H. Parasole, V. Regnar-tius, Just. Sadeler, P. Thomassln, Fr. Villa-mcna, und wohl noch mehrere Andere. Unterdenselben nennt der IVrnklersche Katalog vierFolgen: Die Schlachten des Paul Aemilius, 8Bl. in Querfol. von Merian; die zwölf erstenRömischen Kaiser zu Pferde, von Ebendemselbenin Foi. (schön); die Großthaten des Scipio Afri-canus, 6. Bl. (ill" br. 12" hoch), diese vielleichtvon ihm selbst: Inventar, äs
Aocke exe. bezeichnet; und Merkwürdigkeiten ausdem Leben Carl V. (16" br. 12" hoch) von Boelund Gheyn; und eine andere unserer Quellen: DieGeschichte der Königin Margeritha von Oestreich,Gemahlin Philipp III . (26. D>.) von Callotu. a.und die zwölf Monathe, bloß mit:inv. in H. Hondius Verlage. Dann als einzelnegroße schöne Blatter: Einen Sturm, wo dieBelagerer die Schildkröte bilden, die Belagertenihnen Bienenkörbe entgegenwerfen, in der Luftein Krieger, der auf seinem Schild drey Bienenträgt, und für die Belagerten ficht; und dieSchlacht von Arbella, von Villamena. Fernerden großen, schönen und seltenen Holzstich vonH. Parasole: Schlacht der Centauren und Lapi-then. Einige gebirgigte Landschaften mit Figurenund Bauten, in Sadelcrs Verlag, u. s. f. u. f.Denn man findet kein Ende, wenn man einmalan die Herzählung des fast unbändigen Fleissesder Vorzeit geräth! Unter den Münchner -Stein-drucken findet sich auch eine Schweinsjagd nachihm, von Strixner ( 5 o. Kr.). Noch müssen wirzum Schlüsse bemerken, daß Gandellini, mitvielem Scharfsinn, es unsers Künstlers immerreger Einbildungskraft zuschreibt, daß er von denzahllosen Geburten derselben, verhaltnißmäßig nochso wenige mit dem Pinsel ausführen konnte,und sich ihrer daher, theils mit der Feder, theilsmit der Etznadel und dem Grabstichel (häufig inbloßen Umrissen) entledigen mußte. Auch sollenbesonders seine Federzeichnungen für ein Wunderseiner Zeit geachtet worden seyn. (Sieben der-gleichen, militairische Gegenstände und Jagden,besaß z. B. der verstorbene Französische Malerund Stecher, I. A. de Silvestre). Von seinenBlättern rühmt G. als lehrreich für die Künst-ler, fast vorzüglich: Eine Folge von r 5 . kleinenund 3c>. größer» Pferde» (dem Herzoge DonVirgilio Orsini Bracciano zugeeignet) in denmannigfaltigsten und so natürlichen Stellungen,daß ihnen zum Leben nur die Bewegung mangle.Und auch andern seiner Thiere ertheilt er unge-fähr das nämliche Lob. Eben so urtheilt derwackre Malps von ihm: Daß, so wie er sei-nen Figuren überhaupt viel Grazie und Eleganz
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gegeben, so habe er auch seinen sonst immerhinetwas dicken Pferden, einen gewissen Charaktervon stolzem Adel zu verleiben gewußt. Don sei-nen Zeichnungen besaß auch noch 1810. der Erbe desH. Paignon Dijonval zu Paris : Eine Semira-mis auf dem Throne, zu welchem man Gefangeneherbeyführt, mit Bister ausgetuscht, und 7. Kar-rikaturköpfe in schwarzer Kreide.
Tempesta oder Tempestk (Johann) derDisaner genannt, ein berühmter Geschichtsma-ler; ob dort geboren, ist uns unbekannt; wohlaber lebte er noch 1775- und st. daselbst 1804.73 I.alt. Bernouilll I. 3 c> 4 - sagt von ihm: In sei-nen Werken finde man ein gutes Colorit, undschöne, mit vielem Fleiß ausgearbeitete Köpfe.
* — — (Peter) s. Müller oder de
Mulieribus, im Lep. und oben in den Ausätzen.Die Gattin, welche er, wie es heißt, ermordenließ, war die Schwester seines jungen Schülers,Tempestinc». Des Preisens seiner Kunst kannLanzi (L6. tei-2. II. 202 — 3.) kaum satt wer-den. Dort heißt es: »Seine Bilder erweckenwirklich Entsetzen, wenn man seine stockfinsternHimmel sieht, wie sie ihre wüthenden Wolken-bräche über die Schiffe auslären; wie ein Strahl-streich sie entzündet, das aufgewühlte Meer siegegen Klippen schleudert, oder in seine Tiefenverschlingt. Was er in dieser Gattung währendseinem fünfjährigen Verhafte malte, übertraf nochan Schauer Alles übrige, da hier die Schreckendes Orts, das Bewußtseyn seiner Schuld unddie Furcht vor einer wohlverdienten Todesstrafe,womit er lange bedroht war, seiner Einbildungs-kraft einen noch höhern Schwung gaben. Auchim Thiermalen war er stark; und in der Land-schaft nicht minder; ein guter Nachfolger vonGelee in Erfindung, und in der Manigfaltigkeitseiner Staffirungen, aber freylich in schönen Licht-effekten und zarter Ausarbeitung unter ihm; da,für (wohl weit) stärker in Figuren, welchen ereine mit Flamändischem und Welschem Charaktergemischte Anmuth und Lustigkeit zu geben wußte.Muster von alle diesem sieht man besonders zuMailand , wo er die letzten Jahre seines Lebenszubrachte; dann in der Nachbarschaft, wie zu Ber,gamo, und besonders zu Piacenza . Seine Grab-schrift liest man im 6uI6a «li Liilsuo p. 129.
* Tempestino (Dominicus), s. dei Mar,chis im Lex. und in gegenwärtigen Zusätzen. Hierbemerken wir nur, nach Lanzi Lü. ter^. im dor-tigen Register, daß dieser Künstler in 1718. nochlebte. Gandellini rühmt seinen feinen Grabsti-chel; indessen soll er fich weit lieber mit Malenals mit Stechen abgegeben haben.
* — — ( ), ein Römer, des Obigen
Schüler, Schwager und Gehülfe, sonst aber einLandschafter in Pouffins Geschmacke, blühete um1680.
Temple (Lady). Eine solche wird bey Fio-rillo V. 822. unter die selbst ausübenden Künst-lerinen ber neuesten Zeit gezählt.
* Ten (D ) So findet man zuweilen auf Ku-pferstichen den Namen von David Teniers ver-kürzt.
Tenadri ( ) So wird irgendwo, ganz
ohne Weiters, ein um i 8 rz. noch lebender Bild-hauer genannt.
* Tenchala (Carpoforo). Derselbe malteauch in Oel , und wahrscheinlich in dieser Kunst-gattung steht man Vieles von ihm zu Bergamo .Gestochen nach ihm kennt man einzig «ine artigeFolge von 12 nummerirken Blättern vonM. Küs-
") Freylich war das Pferd anfänglich für diesen Monarchen bestimmt; die Bildsäule desselben aber kam nichtr» Stande, und wurde späterbin, statt ihr, diejenige von Ludwig Xlll. darauf gesetzt. S. Fiorillo III.,10 —I I. Auch lauter die Aufschrift von Tempesta's Blatt: KOIgies e^ui sensi operi; 7 )au. )dccrkmM-r, iierl juLLir keg. blitri» ob msmor. kex. Ileniici II. k. bl. »Ul viri qul odilt in torniainentjL.
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