Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
1826
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1826 Tempesta. ,

lich auch nach denselben; Maria Hyde, GemahlinJacob II.; dann Anderes nach Phil. Champagne.

* Tempesta, Tempesti, auch Tempelstino (Anton). Der abscheuliche Bastrn (Lck.8 ec.) setzt seine Geburt in i 5 i' 5 ., und giebt ihmsomit 1, 5 . Jahre. Gandelmi nennt auch LudovicCardi als seinen dritten Meister, mit dem erhäufig in Gemeinschaft gearbeitet habe. Von ihmheißt es bey Lanzi (L 6 . torx.) I. 22-425.:»In Italien war er einer der ersten, der sichim Landschafts - und Schlachtenfach einen Namenerworben. Minder Schüler von Santo Tili alsvon Stradan , war er ein Nebenbuhler Dieses letz-kern im Kupferstechen , im Cartons-Zubereiten fürdie Tapetenwirkcr, in dem Ausschweifen einesbesondern Talentes für die seltsamsten Einfalle ingrotesken u. a. Verzierungen. Jen Feuer übertrafer noch seinen Meister, und wurde darin kaumvon Einem Venetianer übertreffen. In einemBriefe des Marchese Giustmiatil (Hott. Isttlor.VI. p. g 5 .) wird er für dies letztre, das ein Ge-schenk der Natur, nicht der Kunst ist, als Bey-spiel angeführt. Minder glücklich, und überhauptnur selten arbeitete er im Großen; fast immer nurim Kleinen. Zu Floren; besitze» die HH. Mar-chese Niccolini, die PP. dcll' Anunziata u. a.auf Alabaster gemalte Schlachten von ihm, wo-rinn er sich gleichsam als Vorgänger von Bour-gignon zeigt, der auch nach ihm studirt habensoll. Häufig dann malte er in Freeco, zu Ca-prarola, zu Tivoli, in der Villa d'Este , und anmehrern Orten zu Rom , bis auf die ZeitenGregor Xlll. In der Vatikanischen Gallerie istein großer Lhest des Geschichtlichen von seinerHand; die Figuren sind 1.1/2. Palme hoch, mitso viel Abwechslung und Geist, und mit so schö-ner Staffirui.g von Architektur, Landschaft u. s. f.verziert, daß man erstaunen muß. Der korrektesteist er eben nicht, und im Colorite gab er biswei-len ins Braune; aber diese Gebrechen scheintman ihm gerne zu verzeihen über der Flamme sei-nes Enthusiasmus, der ihn von der Erde erhebt,und durch neue erhabene Raume auf eine Höheleitet, welche dem gemeinen Haufen der Künstlerverborgen bleibt". Noch an einer andern Stelle(l. c. II. i 3 q.) wird er vornehmlich für seine Jag-den , als der erste unter seinen Zeitgenossen indieser Gattung gerühmt. Dann lesen wir beyF'lorillo I. 20l).: »Tempesta war freylich ma-nicrirt, nicht nur in seine» Ktiegern, sondernauch in den P.ferden *); allein seine Gruppensind voll Feuer und Leben, das noch mehr in sei-nen gezeichneten und gestochenen Blättern sichtbarist, als in seinen Gemälden, weil es seinem Co-lorite ganz an dem frischen Glänze fehlt, den manin solchen Darstellungen verlangt, und wodurch ihnauch seine Nachfolger verdunkelt haben".ImEtzcu dann" (beißt es bey Rost II>- 24243.)ist sein Styl kühn und frey; allein seine Figurenhaben ein breites Licht, und es fehlen ihnen dieschönen Massen desselben, welche den Reitz male-rischer Compositio» ausmachen. In der Zeich-nmig und Grnppirung ist viel Geistreiches enthal-ten, und Manches ist in großem und erhabnemStyl entworfen. Seine Pferde sind alle kurz,dick und incorrckt, dafür aber in Stellung gut

Tempesta.

durchdacht. Die Gewänder sind selten wohl ge-wählt, und die weiblichen Köpfe nicht alle schön.Diese Fehler und der dunkle und rohe Vertragseiner Blätter bieten nichts Angenehmes für dengemeinen Beobachter dar; Künstler und'Kenner aberwissen ihren Werth zu schätzen**)". Dort findensich vier Monogramme dieses Künstlers, dereneines der einzige «Arruth zuerst gab. Dann (S. 244 45 .) eine Litteratur seiner vorzüglichsten Werke,die nian aber weit genauer und ausführlicher indem winklerschen Gantkatalog antrift***). Soz. D. theils dort, theils bey Andern , von ganzenFolgen, eine solche von Gegenständen aus demalten Testament in i 5 o. kl. Blättern, unter demNamen der Bibel des Tempesta bekannt; danni 5 . große , 8 " hohe Figuren: Christus, die H.Jungfrau, und die Apostel, mit ihren Zeichen,den Instrumenten ihrer Leiden, u. a. Gegenstän-den aus der Geschichte derselben. Vita 5 t. Au-torin Abbatis 24. Dl. in Quarto. Eine Folgevon , 5 o. B>- Ovioischer Verwandlungen in Quer-quarto. Die Thaten des Herkules i 3 . kl. Bl.1608. Militar-Aktioncn aus Tasso, 20. Fol. Bl.sehr zart gestochen, mit Erklärungen aus demDichter auf jedem Blatte -j-). Die Geschichte dersieben Kinder des Lara, 4 ». Bl. Datavorum cumstomanis Helium 36 . Bl. Antvverpioe 1612.O.uerqnarko; beyde letztgenannte Folgen nachOtho Vänius ^). Eine Folge von Schlachten,10. Dl. mit einem Titel: b'oeeunäa quarr, Slt etc.in de Wits Verlag. Die vier Weltalter (Artund Weise, wie die Menschen in diesen Periodengelebt haben). Die vier Jahrszeiten 1692. in kl.Fol. Die sieben Weltwunder. Eine Folge von206. Land- und Wasserthieren in groß O.uarr.Die Stadt Rom , auf 12. Royal-Folio-Bogen.Eine Menge Embleme, Räthsel, Grotesken.Zwölf Carrikaturbüslen von Mythologischen Per-sonen, und Helden aus der Zeit der Kreuzzüge.Dann von einzelnen Blättern neuen wir: Christuszwischen den beyden Schächern 1612., ein 18"hohes und r 4 " breites Blatt; St. Hieronymus inder Wüste schlummernd, der bey der Trompetedes Weltgerichts erwacht, und den Sohn desMenschen in den Wolken erscheinen sieht, unge-fähr von gleicher Größe. Eine große Prozeßionaller Orden des Römischen Hofs auf drey Bl.zusammen von 48" Länge, und 3 " 6 "^ Breite,geetzt und mit dem Grabstichel vollendet. DieCentaurenjagd gegen Elephanten, Löwen undLicger; die große Jagd gegen Eber und Füchse;noch eine große Lowenjagd in einer AsiatischenGegend. Ein Cavaleriegefecht (lüuo.); lautergroße Blätter; und ein noch größeres, seltenes(wohl sein Capitalblatt): Sieg der Hebräer überdie Amalekiter. 3 o" br. u. 20" hoch, und etwaskleiner ein prächtiges Gastinal in antikem Geschmacki 54 ä- mit einem, wenigstens dem seinigen ähnli-chen Zeichen. Alle übrigen sicher von ihm. Ebenso ein großes, schönes und seltnes Camayeu, mitseinem Zeichen: Schlacht, wo Joab den Absalonspießt. Der Einzug Alexanders in Babylon;Aktäon, von Diana verwandelt, beyde in Quer-quarto. Christus, der die Krämer aus dem Tem-pel jagt, ein kleines Blatt, wie in Hol; geschnit-ten. Die Spanische Inquisition. Die Pferdeauf Monle Cavallo, und die Statue Marc Aurels

-») Bei) watetet heißt es: » Seine Pferde sind schön »nd in dem größten Charakter gezeichnet, aber etwasmir der Uebertreibung, die man allgemein an den Florentinern tadelt". »Tempesta" (wird dann wind-schief hinzugesetzt) » studirte die Pferdenatur, wie Michael Angel» die Menschen".

««) watetet bemerkt sehr richtig: »Tempesta war einer der ersten, der sich, namentlich als Eyer,einen großen Namen gemacht; und doch arbeitete er bisweilen bloß in Am,". Dann rühmt auch dieser ein-sichtige Kunstrichter an seinen Blättern: Wärme und Fruchtbarkeit der Ausammensetznng, Sicherheit desUmrisses, und lebhafte Toccirung, und meint er ebenfalls , daß andere Stecher in denselben nützlichen Unter-richt finden, um ihre Arbeit anzulegen, wenn sie Pferde zu bearbeiten haben.

""-) Eine der vollständigsten Sammlungen der von und nach ihm gestochenen Blätter befindet sich im Dresd-ner-Salvn ingroße» Bänden, Ickt's p. IZ5.

4 ) Man findet sie in der Ausgabe der Oieru5->iemme liveram. s/oluno 7Z5.

44 ) Das erste nennt Füßlill. 87. ein seltenes Werk. Don dem zweyten sagt er 1. c.: »Schade, daß dersonst sehr geschickte Tempesta das, was man Haltung nennt, mit seiner eintönigen Nadel verfehlt hat".